EM-INTERVIEW
Rubljovka ist wohl die meist überbewachte Straße der Welt. Es ist die Verkehrsader, die das Zentrum von Moskau mit der russischen Provinz verbindet. Die Gegend um die Rubljovka zog in allen Zeiten wie ein Magnet die herrschenden Eliten an: Zaren, Diktatoren, Präsidenten. Auch das heutige Staatsoberhaupt Putin wohnt hier. Die Spuren der Despoten und ihrer Prachtentfaltung bilden einen bizarren Mikrokosmos, den es sonst nirgendwo im russischen Riesenreich gibt. Die in Sibirien geborene Dokumentarfilmerin Irene Langemann hat darüber einen Film gedreht, der zurzeit mit Erfolg in den deutschen Kinos läuft: „Rubljovka – Straße zur Glückseligkeit“. Im Gespräch mit dem Eurasischen Magazin erläutert sie ihre Beweggründe für diese Arbeit und schildert ihre Erfahrungen, die sie als Russlanddeutsche seit 1990 in der Bundesrepublik gemacht hat.
PUTINS BILANZ
DER NEUE IM KREML
PORTRÄT
KASACHSTAN
Konstantin Grigorjewitsch Makarewitsch war einst ein berühmter Gletscherforscher. Heute interessiert seine Arbeit jedoch kaum noch jemanden, denn diese Forschung hat im unabhängigen Kasachstan fast keine Bedeutung mehr. Dabei kennt Makarewitsch die kasachischen Gletscher länger als die meisten seiner Kollegen. Ein Porträt über einen Wissenschaftler der Sowjet-Ära, der dem Verlust seiner Heimat, der Armut und dem Alter stoisch immer wieder eines entgegensetzt: Arbeit.
POLEN
Drei Stunden hatte der neue polnische Regierungschef Donald Tusk bei seinem Amtsantritt gesprochen. Am Sonntag hingegen reichten ihm 20 Minuten, um die Ergebnisse seiner ersten 100 Tage im Amt zusammenzufassen. Zu den größten Erfolgen dieser Zeit zählte Tusk die Änderungen in der Außenpolitik und den geplanten Rückzug der polnischen Truppen aus dem Irak noch in diesem Jahr.
RITTERS RÜCKZUG
Quadratisch ja, praktisch und gut keineswegs – so fiel das Schlusszeugnis aus, das „Ritter Sport“ am Produktionsstandort Moskau zur Beendigung seines Joint Ventures veranlasste. Schlechte Rohstoffe und hohe Importzölle zwangen das weltbekannte Unternehmen zur Einstellung der Produktion am Rande der russischen Hauptstadt.
TÜRKEI
Beim Deutschlandbesuch des türkischen Regierungschefs Recep Tayyip Erdogan Mitte Februar haben sich gewaltige Emotionen entladen. Integrieren oder nicht integrieren der über drei Millionen Türken in Deutschland – das war die am leidenschaftlichsten diskutierte Frage. Erdogan will, dass seine Landsleute sich nicht assimilieren, sondern offenbar bis in alle Ewigkeit ihre türkische Kultur hochhalten. Dies geht sogar vielen in Deutschland lebenden Türken zu weit. Von Normalität jedenfalls sind Deutschland und Europa einerseits, und die Türkei andererseits noch weit entfernt. Das hängt auch mit der schon so lange verwehrten Integration der Türkei nach Europa zusammen.
REISE
Am 26. Dezember 2007 ist der Münchner Thomas Bauer zu einer Reise aufgebrochen, die ihn zunächst von der laotischen Hauptstadt Vientiane dem Verlauf des Mekongs südwärts folgend nach Phnom Penh führte. Von dort ging es weiter durch Thailand und Malaysia bis nach Singapur. Bauers Fortbewegungsmittel war eine Rikscha. Zwar ist das in Asien kein ungewöhnliches Vehikel, aber kaum ein Asiat würde daran denken, mit einem solchen dreirädrigen Gefährt auf Reisen zu gehen. Bauer erreichte Singapur braungebrannt und wohlbehalten am Morgen des elften Februar.
ASTRONOMIE
Die erste konkrete Himmelsdarstellung der Menschheitsgeschichte wurde 1999 im Herzen Europas gefunden: bei Nebra in Sachsen-Anhalt. Sie ist ein Schatz aus Bronze und Gold, 3.600 Jahre alt und zeigt erstaunlich präzise den Kosmos, so wie er sich auch heute noch darstellt. Vom 08. März bis 01. Juni 2008 wird eine Kopie der geheimnisvollen „Himmelsscheibe von Nebra“ im Archäologischen Museum zu Frankfurt unter dem Titel „Ein Himmel auf Erden“ zu sehen sein. Sie hat weit reichende archäologische Bezüge und Berührungspunkte von Kleinasien bis nach Schottland und vom hohen Norden bis zum Mittelmeer.