
AFGHANISTAN

Wenn es nicht gelingt, die Gewaltstrukturen in Afghanistan aufzubrechen, die Drogenwirtschaft zu zerschlagen und die Korruption einzudämmen, ist die Prognose für das Land düster: dann droht ein Somalia-Szenarium mit Bürgerkrieg wie in den neunziger Jahren. Davor warnt der Afghanist Thomas Ruttig von der Stiftung Wissenschaft und Politik im Gespräch mit dem EURASISCHEN MAGAZIN. Um das Ruder vielleicht noch herumreißen zu können, müsste die internationale Gemeinschaft die afghanische Bevölkerung für sich gewinnen.

EUROPA

Europa ist die wichtigste Erfolgsgeschichte der vergangenen 50 Jahre. Die EU sollte sich jetzt zum Ziel setzen, dieses Erfolgsmodell der Verflechtung und Harmonisierung von Interessen schrittweise in der Nachbarschaft der EU zu verankern.

GEOPOLITIK
Die USA haben angekündigt, Mittelstreckenraketen über Polen und Tschechien hinaus in weiteren Ländern Osteuropas und im Kaukasus stationieren zu wollen. Diese Absicht setzt die EU unter Entscheidungsdruck: Soll man mit unter den Schirm kriechen oder nicht? Die Meinungen sind geteilt. Können die USA damit ihr Ziel erreichen, die EU politisch zu spalten?

EU-GEBURTSTAG
Ein Kommentar

RUSSLANDDEUTSCHE

Ein deutsches Dorf an der Wolga bezahlt pünktlich seine Stromrechnung – und zwar regelmäßig. Offenbar keine Selbstverständlichkeit, weshalb die russische Agentur Itar-Tass dem Fall eigens eine Meldung widmete. Das Dorf wurde zum Medienereignis. Scharen von Journalisten machten sich auf den Weg, um Licht in das seltsame Gebaren der Dörfler zu bringen. Sie trafen auf eine Handvoll Deutscher aus Kasachstan, die einst mit großen Hoffnungen an die Wolga gezogen waren. - Eine Ortsbesichtigung.

OFFENER BRIEF I

OFFENER BRIEF II

KOSOVO

Wie und warum sich die internationale Gemeinschaft die Krisenregion „schön lügt“, weshalb albanischer Terror sich gegen elf Volksgruppen austoben kann und wie der 2005 geschasste polnische Ombudsmann Marek Antoni Nowicki die Lage beurteilte.

SLOWENIEN
Ein Nato- und EU-Mitglied demonstriert Stolz auf seine ethnischen Säuberungen. „Faschismus auf slowenische Art“ nannte das die Wochenzeitung „Mladina“. Die EU könnte Slowenien zur Einhaltung der Menschenrechte zwingen. Doch wegen des ökonomischen Egoismus ihrer Mitgliedsstaaten sind Menschenrechte nur ein hübscher Schmuck an der EU-Fassade – klagt ein desillusionierter Vertreter in Brüssel.

TRANSNISTRIEN

In der Hauptstadt der international nicht anerkannten Republik Transnistrien gibt es eine moskautreue Jugendorganisation mit dem Namen „Proriv“ – zu Deutsch „Durchbruch“. Ihre Büroräume werden optisch von Che-Guevara-Plakaten beherrscht. Nicht weiter verwunderlich, denn sie gehören zur „Che Guevara High School of Political Leadership“, gegründet von Dmitrij Soin. Er ist der Führer einer Bewegung, die Transnistrien als Brücke für einen geeinten Kontinent betrachtet, aber auch als „neues Tibet“ und als Land mit großer mystischer Zukunft.

VIETNAM

Im gläsernen Sarg, eingetaucht in rotes Licht, wird der Leichnam des größten Freiheitshelden Vietnams in einem klotzigen Mausoleum aufbewahrt. Es ist ein gespenstischer Kult, der um ihn getrieben wird. Und ein Verrat an seinem letzten Willen. Denn Ho Chi Minh wollte weder ein Staatsbegräbnis noch ein Staatsmausoleum.

SÜDOSSETIEN

Wie der Alltag in einer Region aussieht, die von einer Friedenstruppe kontrolliert wird, verfeindete Bevölkerungen hat und sowohl von Georgien als auch von Russland umworben wird. Ein Bericht aus einem Land, das eigentlich unvorstellbar ist, aber genau so seit Jahr und Tag existiert.

RUSSLAND

Alle Geschichten im Zirkus Upsala erzählen von kleinen und großen Wundern. Die Artisten sind ehemalige Straßenkinder, die sich in den Hinterhöfen St. Petersburgs mit Betteln durchschlugen, bis ihnen der Zirkus – ein deutsch-russisches Projekt – einen Ausweg aufgezeigt hat. Jedes Jahr ist der Zirkus auch in Deutschland auf Tournee. Die Idee zu dem Projekt, das vor sechs Jahren begann, hatte die Berlinerin Astrid Schorn.

SLOWENIEN
Die Verwendung einer englischen Überschrift könnte dem Chefredakteur der slowenischen Zeitschrift „Finance“ bis zu 30 Tage Haft einbringen. Denn das kleine Slowenien verteidigt seine Sprache gegen die Globalisierungfolge „Anglizismen“ ganz konsequent. Slowenien hat seit drei Jahren eines der strengsten Sprachgesetze Europas und wacht mit Argusaugen darüber. Für ausländische Firmen wie „Apple“ könnte das kuriose Konsequenzen haben. Auch in Deutschland träumt man von strengeren Sprachregeln.

ENERGIEVERSORGUNG
Russland will sein Monopol bei den Transportrouten für Öl und Gas nicht aufgeben. Mitte März wurde im Beisein von Putin ein Vertrag über die neue „Balkan-Ölpipeline“ via Bulgarien und Griechenland unterzeichnet. Der ungarische Premier liebäugelt unterdessen mit dem Projekt einer neuen russischen Gaspipeline und torpediert damit das Projekt der Nabucco-Gaspipeline, mit der sich die EU aus russischer Abhängigkeit befreien will.

ABCHASIEN
Am 4. März fand in der von Georgien abgefallenen Provinz Abchasien die erste Runde der Parlamentswahlen statt. Doch Abchasien kommt trotz russischer Friedenstruppen und einer Beobachterdelegation der Vereinten Nationen nicht zur Ruhe. In der Nacht auf den 12. März kam es nach georgischen Berichten zu einem Angriff von mysteriösen Hubschraubern auf den von Georgien kontrollierten Teil des Kodori-Tals. Nach Meinung der georgischen Regierung steckt Moskau hinter dem Angriff.
Ausstellungen · Grenzland-Filmtage · Filmfest Go-East
Dalai Lama bietet China Gespräche über Tibet an · Österreich bildet chinesische Offiziere für den Hochgebirgseinsatz aus · Russland baut mit am neuen Airbus A350 XWB · Eine Euro-Armee geistert wieder durch die Politik · China und Russland rücken näher zusammen
Tom möchte Mondflieger werden. Abend für Abend sitzt er an seinem Fenster und wartet auf den aufgehenden Mond. Er möchte endlich wissen, warum dieser jede Nacht anders aussieht. Doch was ihm sein Großvater dazu erzählt, überzeugt Tom nicht. Erwachsene machen einfach alles zu kompliziert. Dann trifft er im Traum auf Lule, die kleine Mondnase. Von ihr erfährt er, dass tatsächlich nicht alles so ist, wie es scheint.
Der Roman spielt im Kirgisien der heutigen Tage und erzählt davon, wie die Globalisierung das Leben jedes Einzelnen erreicht. Eigentlich geht es jedoch um viel mehr – man möchte fast sagen um alles, was unser Leben bestimmt und prägt: um Politik und Wirtschaft, um die Folgen der systematischen Umweltzerstörung, um menschlichen Verrat, die Suche nach Glück, um Fügung, Liebe und Hoffnung. Es ist ein großes Buch. Bei der Lesung des Autors am 20. März in Halle/Saale empfand das Publikum genau dies.