
EM-INTERVIEW

Deutschland hat keine Anti-Terror-Strategie. Das führt dazu, dass viel zu viele Fehler in der Terrorbekämpfung passieren. Deshalb ist die Bundesrepublik verstärkt ins Visier der al-Qaida geraten. Der Islamwissenschaftler und Anti-Terror-Spezialist Guido Steinberg enthüllt im Gespräch mit dem Eurasischen Magazin die größten Mängel der deutschen Sicherheitspolitik. Er fordert die Reform des Bundessicherheitsrates und die Einrichtung eines im Kanzleramt angesiedelten Sicherheitsbeauftragten.

AFGHANISTAN
Es hat den Anschein, als hätte das US-Militär aus vergangenen Fehlern gelernt und den Kurs seiner Kriegsführung in Afghanistan korrigiert. Bei genauerer Betrachtung aber erkennt man bereits die ersten deutlichen Zeichen des Scheiterns der Operation. Denn wieder gibt es viel zu viele „Kollateralschäden“. Insgesamt entpuppen sich die Pläne der Londoner Konferenz vor allem als Glaube und Hoffnung.

OSTEUROPA

Zwanzig Jahre liegt der Epochenwandel von 1989 zurück – ein Zeitpunkt, um über den Paradigmenwechsel der Geopolitik im 20. Jahrhundert nachzudenken. Dieser lässt sich an den Eckdaten Erster Weltkrieg und Versailler Friedensordnung, Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg, schließlich Kalter Krieg und Blockbildung nachvollziehen. Welche Paradigmen kann man für die Zeit zwischen 1919 und 1989 ausmachen?

RUSSISCH
Der unaufhaltsame Bedeutungsverfall des Russischen. Der Niedergang des Imperiums setzt sich in seiner Sprache fort.

WAFFENEXPORTE
Mit steigenden Waffenexporten bekommt Russland nicht nur Geld, sondern verstärkt auch seinen Einfluss in Asien, Nordafrika und Lateinamerika.

RUSSLAND
Das russische Staatsfernsehen wagt sich an die Realität. Eine TV-Serie über die Zustände an Russlands Bildungsstätten sorgt für Aufregung und hitzige Diskussionen.

US-RAKETENPLÄNE
Auf die Pläne, US-Abwehrraketen in Südosteuropa zu stationieren, reagiert Moskau gereizt. Statt Polen und Tschechien soll nun offenbar das amerikanische Raketenarsenal auf dem Balkan stationiert werden.

AKW KALININGRAD
Russland beginnt mit dem Bau eines Atomkraftwerkes im Gebiet Kaliningrad. Die Bevölkerung ist dagegen. Ökologen warnen vor ungelösten Problemen mit den radioaktiven Abfällen.

EINWANDERUNG

Schicksal einer jungen Frau vom anderen Ende Eurasiens, die illegal nach Deutschland gekommen ist, und die nun mit einem Kind und vielen Schulden in Deutschland festsitzt.

POLEN

Immer mehr Deutsche entdecken die Kaschubische Schweiz als Wintersportparadies. Nirgendwo lässt es sich romantischer mit dem Pferdeschlitten durch verschneite Wälder fahren. Noch dazu sind die Preise dort moderat: Eine Schlittenfahrt kostet etwa sechs Euro pro Person – inklusive Imbiss und Glühwein.

TSCHECHIEN

In Tschechien kann man ab sofort auf den Spuren des „Weißen Goldes“ wandeln. Nach bayerischem Vorbild will auch Böhmen mit einer „Porzellanstraße“ Touristen anlocken. Sie verbindet acht Museen, Manufakturen und Klöster im Karlsbader Raum und präsentiert dabei in opulentem Rahmen Raritäten von Marken mit Weltruf. Zusammen mit dem bayerischen Teilstück bildet sie die erste internationale Porzellanstraße.

KAMTSCHATKA

Auf Tour im sibirischen Kamtschatka, dem bärenreichsten Gebiet der Erde. Am Kurilensee leben 1000 Braunbären in einem herrlichen Naturschutzgebiet, das bis vor einigen Jahren noch für Besucher unzugänglich war.

WESTTHRAKIEN

Das griechische Westthrakien ist vom türkischen Ostthrakien durch den Fluss Evros getrennt, so als stammte der Name ‚Europa’ von der östlichen Grenzlinie des griechischen Staates: Evropi, Aussicht vom Evros. 1923 sollte der Evros die Achse sein, entlang derer sich die Grundordnung der östlichen Seite auf die westliche spiegelt. Doch eine historische Verwerfung, die jungtürkische Gründung der Republik, ließ ihn zur Asymmetrieachse zwischen Ost- und Westthrakien werden.

ESKIMOS
Ein paar Haare und Knochenreste waren noch übrig. Weit weniger als vom Ötzi. Daraus haben Forscher nun das Erbgut eines über 4.000 Jahre alten Mannes aus dem Arktikeis entziffert. „Inuk“, wie der Ur-Grönländer genannt wird, hatte braune Augen, war Bauchträger und seine Ahnen kamen aus Sibirien.

AGA KHAN MUSEUM

„Schätze des Aga Khan Museums“ heißt eine Ausstellung, die vom 17. März und bis zum 6. Juni 2010 im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen sein wird. Gezeigt werden islamische Kunst aus 1000 Jahren Kulturgeschichte.

AUSSTELLUNG

Im 3. Jahrhundert nach Christus fielen Germanen plündernd in das zerrüttete Römische Reich ein. Sie erbeuteten Gold und Silber, Trinkgefäße und Kultgegenstände. Der vor 30 Jahren entdeckte „Barbarenschatz“ von Neupotz war im Rhein versunken und wird vom 20. März bis 30. November 2010 in einem Gemeinschaftsprojekt mit dem Urgeschichtemuseum Niederösterreich im MZM Museum Lebenswelt Weinviertel in Mistelbach ausgestellt.
Wandern ohne Gepäck auf dem Wasserscheideweg · Neues Bio-Logo für die Europäische Union · n-ost Reportagepreis 2010 · goEast-Festival vom 21. – 27. April 2010 · Migranten schickten 32 Milliarden Euro nach Hause · Nitratbelastung in den Gewässern der EU geht zurück · Globale Trinkwasserkrise spitzt sich zu · Trinkwasserressourcen in Entwicklungsländern bedroht · Ausbau der Fleischproduktion für Kasachstan eine Schlüsselfrage
Nein, eine „objektive“ Darstellung ist das nicht, weil es so etwas gar nicht gibt. Wer schreibt, der wertet, und wer wertet, sollte sich zu seiner wertenden Subjektivität bekennen. Das garantiert zumindest ein ehrliches Buch, das zum guten Buch wird, wenn sattelfeste Faktenkenntnis, kundiger Umgang mit Quellen, stimmige Gesamtschau von Prozessen, leserfreundlicher Stil und eine flüssige Darstellung hinzukommen.
Der Islamwissenschaftler und Mitarbeiter der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik, Guido Steinberg, bringt es auf den Punkt: „Erfolg in der Terrorismusbekämpfung bedeutet, dass niemand mehr auf Usama Bin Laden hört.“ Für eine solche Entwicklung zeigt er in seinem Buch Wege auf. Wie nötig und überfällig eine wirkliche Anti-Terror-Strategie ist, ergibt sich auch daraus, dass in Deutschland nicht weniger als 38 verschiedene Behörden mit der Terrorbekämpfung befasst sind.