AFGHANISTAN
Verstöße gegen Sitten und Wertvorstellungen der Afghanen durch westliche Organisationen sind vor allem in Kabul an der Tagesordnung. Sie spielen den Taliban in die Hände und bringen neuen und unerwarteten Zulauf für die islamistischen Kämpfer. Das Land könnte für den Westen bereits verloren sein, befürchtet Dr. Conrad Schetter vom Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn. Mit ihm sprach das EURASISCHE MAGAZIN über die Lage in Afghanistan im fünften Jahr der westlichen Intervention.
AFGHANISTAN
MEDIEN
Der einstige Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, ist jetzt Miteigentümer der dem Kreml kritisch gegenüberstehenden Zeitung „Nowaja Gaseta“. Mit ihm ist der Milliardär Aleksandr Lebedew bei dem Blatt eingestiegen. Sie geben als Gründe an, die kritische und unabhängige Zeitung unterstützen zu wollen.
MOSKAU
Am südlichen Stadtrand von Moskau bauen Bürger Barrikaden, um den geplanten Abriss von Holzhäusern zu verhindern, in denen sie seit Jahrzehnten wohnen. Hier sollen neue Wohnblocks entstehen, für Bürger aus dem Stadtzentrum, denn dort müssen viele Wohnungen den Errungenschaften des modernen Moskaus weichen: Glaspalästen, Einkaufsstraßen, Nobelrestaurants.
RUSSLAND
Die Studie eines US-Unternehmensberaters bestätigte jetzt, was die Moskauer schon lange wissen und was jeder Besucher der russischen Hauptstadt am eignen Geldbeutel sofort spürt: Moskau ist wahnsinnig teuer, ist derzeit sogar die teuerste Stadt der Welt. Nach dem in New York veröffentlichtem Bericht von Mercer Human Resource Consulting löste die russische Hauptstadt Tokio als teuerste Stadt ab. Japans Hauptstadt liegt jetzt nach Seoul auf Platz drei. Die teuersten europäischen Städte nach Moskau und London (Platz fünf) sind Genf (Platz sieben) und Kopenhagen (Platz acht). Deutsche Städte sind nicht unter den ersten 50 auf der Liste.
LITAUEN
In der litauischen Politik hallt die Sowjetzeit vernehmlich nach. Die Furcht des kleinen baltischen Landes, erneut unter die Kontrolle des mächtigen Nachbarn Russland zu geraten, ist groß. Premier Algirdas Brazauskas musste kürzlich sogar zurücktreten, weil sein Koalitionspartner Verbindungen zu Russland unterhalten haben soll. Mit Andrius Kubilius gilt nun ein Mann als Favorit für die Nachfolge, der sich mit Warnungen vor dem Einfluss Moskaus profiliert.
MASUREN
Der Osterode – Elbing – Kanal, auch Oberländischer oder Elbinger Kanal genannt, bildet ein einzigartiges Wassersystem, das die Seen Westmasurens mit dem Frischen Haff verbindet. Das Besondere ist, dass der Wasserspiegel hier um 100 Meter differiert. Es gibt viele Schleusen und Rampen. Teilweise müssen die Schiffe zur Überbrückung auf Schienen über Land gezogen werden. Dieser einzigartige Zugmechanismus wird nur mit Wasserkraft angetrieben. Bis heute ist die Kanalschiffahrt eine der größten touristischen Attraktion in Masuren geblieben.
KLEINER KRIMKRIEG
Die Beitrittsbemühungen der Ukraine zur NATO haben zumindest einen vorübergehenden Rückschlag erlitten. Denn Behörden und Bürger der Krim, sorgten dafür, dass ein geplantes Seemanöver der Ukraine mit US-Truppen nicht stattfinden konnte. Das Zusammengehen Kiews mit dem Nordatlantikpakt wird laut Umfragen immer unpopulärer. Selbst die Regierungsbildung in der Ukraine war nach den Neuwahlen vom März von dieser Frage überschattet und hat sich drei Monate hingezogen.
UKRAINE
Wegen angeblicher Kollaboration mit den Deutschen hat der sowjetische Diktator am 18. Mai 1944 die Angehörigen des Volkes der Krimtataren auf Viehwaggons verladen und innerhalb von zwei Tagen nach Zentralasien deportieren lassen. Im November 1989 verurteilte der Oberste Sowjet dieses Verbrechen und erlaubte den Krimtataren die organisierte Rückkehr. Hunderttausende kamen seither wieder in ihre angestammte Heimat. Doch sie müssen unter erbärmlichen Verhältnissen leben und warten noch immer auf Wiedergutmachung - trotz „Orangener Revolution“ und Demokratisierung.
RUMÄNIEN
Zur Ehrenrettung eines verkannten Staatsmannes. Sein Vater war Mitglied im „Drachenorden“, den Kaiser und ungarischer König Sigismund 1408 gestiftet hatte. Draculas Vater Vlad wurde 1431 Mitglied dieser höchst exklusiven Societas Draconis, musste sich folglich Dracul nennen - und von ihm kam der Titel auf den Sohn.
WELTBANKSTUDIE