
RUSSLAND-EUROPA

Russland ist Teil Europas. Mit der Unterzeichnung der europäischen Menschenrechtskonvention hat der große Nachbar im Osten ausdrücklich die darin festgelegten gemeinsamen Werte anerkannt. Eine Ausgrenzung Russlands, wie von manchen angestrebt, ist deshalb unsinnig. Sie hat in der Vergangenheit stets geschadet und wäre auch in Zukunft falsch. So der Bundestagsabgeordnete der CSU und Vorsitzende des Unterausschusses „Auswärtige Kultur und Bildungspolitik“ im Deutschen Bundestag, Dr. Peter Gauweiler im Gespräch mit dem EURASISCHEN MAGAZIN.

HEIMAT IN DEUTSCHLAND

Sie kommen aus ganz Eurasien in die Bundesrepublik Deutschland. Zwar gibt es in der Bevölkerung noch immer Angst, die Zuzügler könnten Einheimischen die Arbeitsplätze wegnehmen. Aber nicht wenige Migranten schaffen inzwischen selbst Arbeitsplätze. Laut Statistischem Bundesamt leben in Deutschland mehr als eine halbe Million Unternehmerinnen und Unternehmer mit Migrationshintergrund. Sie bringen als besondere Qualifikation Mehrsprachigkeit, internationale Kontakte, Flexibilität und die Kenntnis anderer Kulturen mit. Tatjana Balzer stellt fünf Erfolgsgeschichten von eurasischen Einwanderern vor. Vier von ihnen sind Unternehmer.

EURASIEN

Die eurasische Strategie ist einer der Grundsteine kasachischer Außenpolitik. Was man darunter zu verstehen hat und wie diese Strategie in Zukunft aussehen soll, erläutert im Gespräch mit dem EURASISCHEN MAGAZIN Dr. Bulat Klichbajewitsch Sultanow. Er ist Direktor des Kasachischen Instituts für Strategische Studien, KISS.

TÜRKEI
Der klare Sieg der regierenden „Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung“ (AKP) widerlegt den Gegensatz zwischen Islam und Säkularismus und ist vor allem Ausdruck eines sozialen Wandels in der türkischen Gesellschaft.

TÜRKEI
Keine Privatisierung beschäftigte die türkische Öffentlichkeit bisher so intensiv wie die der türkischen petrochemischen Gesellschaft „Petkim“ im Juli 2007. Die Übernahme des 51-prozentigen Anteiles der Petkim für über zwei Milliarden US-Dollar durch das russisch-kasachische Konsortium „TransCentralAsia Petrochemical“ löste sowohl großes Aufsehen als auch heftige Empörung aus. Es wurde viel um die Identität der am Konsortium beteiligten Firmen spekuliert, wobei die türkischen Politiker im Wahlkampf versuchten, ein an sich rein wirtschaftliches Verfahren zu politisieren.

WEST-BALKAN

Was hat dazu geführt, dass das Kosovo zur Zeitbombe werden konnte, die heute kurz vor der Explosion steht? Die Vorgänge, die dazu führten, rekapituliert in gewohnt offener Sprache der deutsch-österreichische Unternehmer und Buchautor Kurt Köpruner. Er nimmt die Rolle der nationalistischen Terrorgruppen und der internationalen Gemeinschaft in der Krisenregion aufs Korn. Sein Beitrag ist höchst aktuell, denn im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen liegt ein neuer Resolutionsentwurf für die Zukunft des Kosovos auf dem Tisch, eingebracht von den USA und EU-Mitgliedern. Darin wird zwar auf eine automatische Unabhängigkeit des Kosovo verzichtet, falls sich die serbische und kosovarische Regierung nicht innerhalb von 120 Tagen über den Status der Provinz einigen. Russland hat aber vorsorglich bereits sein Veto angekündigt. Wann die Abstimmung über den Entwurf erfolgen soll, ist ungeklärt. „Null Chance auf Kosovo-Resolution“ titelten bereits österreichische Medien.

BERG-KARABACH
Wie die Friedenssuche zwischen Aserbaidschan und Armenien zwischen militanter Rhetorik und politischer Realität zerrieben wird. Und weshalb die Interessen Washingtons und Moskaus die Friedenssuche zusätzlich erschweren.

ASERBAIDSHAN
Noch stecken die Bemühungen um eine alternative Energieversorgung im Öl- und Gasland zwischen Kaukasus und Kaspischem Meer in den Kinderschuhen. Aber es gibt ehrgeizige Ziele, die mit dem Kapital ausländischer Investoren und technologischer Hilfe – vor allem aus Deutschland – schon bald erreicht werden sollen.

EURASIEN

Thomas Heinze und Nico Dünkel (beide 28) aus Rudolstadt in Thüringen wollen in vier Monaten die imaginäre Linie zwischen Asien und Europa bereisen, die man in der Neuzeit als „Grenze“ bezeichnet. Die Route führt sie entlang des Uralgebirges und des Uralflusses bis zum Kaspischen Meer, von dort weiter durch den Kaukasus und über das Schwarze Meer bis in die Türkei. Vom Kaspischen Meer aus ist ein Abstecher nach Zentralasien geplant. Mitte September soll die Reise in der türkischen Metropole Istanbul ihr Ende finden. Sie liegt am Bosporus und damit sowohl in Europa als auch in Asien. Im Eurasischen Magazin werden sie von der abenteuerlichen Tour berichten. Dieses Mal: Der nördliche Ural.

UKRAINE
Die Phosphorwolke, die nach einem Eisenbahnunglück in der Westukraine entstand, ist offenbar gefährlicher als zunächst angenommen. Die Zahl der Menschen, die wegen Vergiftungen in Krankenhäusern behandelt werden mussten, stieg auf 164. Präsident Juschtschenko warf der Regierung schwere Versäumnisse vor. Die Öko-Krise in der Nähe der Grenze zu Polen wird durch den Machtkampf zwischen Juschtschenko und Regierungschef Janukowitsch weiter angeheizt.

ARCHANGELSK
Seit der Bürgermeister der nordrussischen Stadt Archangelsk erklärte, er wolle zu den Präsidentschaftswahlen kandidieren, hat er nur noch Ärger. Drei Strafverfahren wurden gegen ihn eröffnet.

SIBIRIEN
Im Morgengrauen fielen maskierte Rechtsradikale mit Druckluftgewehren und Eisenstangen über ein Zeltlager sibirischer Umweltaktivisten in der Nähe der Atomfabrik Angarsk her. Elf Verdächtige wurden festgenommen. Die Proteste der Umweltschützer gehen ungeachtet des Überfalls weiter.

RUMÄNIEN
Ein Eisenbahnzug voll mit US-Soldaten und Ausrüstung, der Rumänien Richtung Serbien durchquert. Die Zugfahrt endet an einem Dorfbahnhof wegen fehlender Zollpapiere. Es ist Kosovokrise. Doch der Film geht tiefer, er durchmisst die ganze Tragik des rumänischen Lebens und den Zusammenprall der amerikanischen mit der osteuropäischen Kultur. Was passiert, wenn amerikanische Militärs in einem rumänischen Dorf unfreiwillig stranden? Was passiert, wenn zwei Kulturen, die miteinander selten in direkten Kontakt stehen, aufeinander treffen?

KROATIEN

Zagreb lockt mit Wiener Kaffeehaus-Tradition und südländischer Gelassenheit. Wer in Kroatien Urlaub macht, steuert allerdings meist die Adriaküste direkt an und lässt die gemütliche Altstadt von Zagreb links liegen. Zu Unrecht, denn Zagreb verströmt eine Mischung aus altem Habsburger Charme und südländischer Gelassenheit, zahlreichen Museen, gutem Essen und gastfreundlichen Menschen. Ein Streifzug durch die kroatische Metropole mit ihren gut 800.000 Einwohnern

POLEN

Die polnische Gemeinde Radlów, Wojewodschaft Opole (Oppeln) im Süden Polens, hat als erste im Land entschieden, neben polnischen auch deutsche Ortschilder aufstellen zu wollen. Die Mehrheit der knapp 5000 Einwohner zählenden Gemeinde stimmte dafür, dass Radlów künftig auch Radlau heißen soll. Entsprechendes gilt auch für acht andere Dörfer der Gemeinde. Auch das polnische Innenministerium hat den Antrag positiv beschieden. In Radlau wartet man jetzt auf entsprechende Staatsgelder.

DIE SKYTHEN

Staatsoberhäupter aus Ost und West erwiesen Ihnen die Ehre und kamen zur Eröffnung der großen Skythenausstellung in Berlin. München und Hamburg sind die nächsten Stationen. Insgesamt werden die Skythen und ihre Schätze ein Millionenpublikum in seinen Bann ziehen. Die frühen Reitervölker aus der eurasischen Steppe faszinieren als Krieger, Künstler und Erbauer von Grabhügeln. Ihre Hinterlassenschaften haben die Wissenschaftler überrascht. Gold, Pferdemumien und blonde Reiter, die einst Asien bevölkerten. Sie zeigen, dass die Siedlungsgeschichte Eurasiens noch voller Überraschungen steckt.

KONSTANTIN

Zehn Jahre lang wurde Westrom von der Moselstadt Trier aus regiert. Im Jahr 307 soll der römische Caesar Konstantin hier geheiratet haben. 1700 Jahre Erinnerung. Aber der später von Konstantinopel – dem heutigen Istanbul – aus regierende Kaiser hat nicht nur das Gesicht Triers geprägt, sondern auch das Europas und großer Teile Eurasiens. Die bislang größte Schau über den spätrömischen Kaiser (ca. 275 bis 337 n. Chr.) und seine Zeit ist seit 2. Juni und noch bis 4. November 2007 in Trier zu sehen.
Die vorliegende Ausgabe des EM ist als Doppelausgabe 07/08-07 konzipiert. Das nächste EM erscheint damit Ende September. Auf diese Weise haben wir die Möglichkeit, einige liegen gebliebenen technischen Probleme zu lösen. Wir hoffen auf Ihr Verständnis.
Ausstellungen · Ausstellung „Im Zeichen des Goldenen Greifen. Königsgräber der Skythen“ · Filmfestival „49. Nordische Filmtage“ · Filmfest „17. Festival des osteuropäischen Films“ · Nibelungenfestspiele ,,Die Nibelungen – Die letzten Tage von Burgund“
Neuwahlen in Kasachstan am 18. August · Wie China die Europäische Union sieht · Galileo und GPS im Gleichschritt? · Russen interessieren sich für Deutsche-Bahn-Aktie · Universität Wien: Internationale Konferenz zu Alter Musik · Go-Europameister in Villach gekürt
Autoren aus Belarus haben es schwer. Das gilt für den westlichen Buchmarkt in besonderer Weise. Nun hat mit Artur Klinau aber doch einmal einer den Sprung in deutsche Buchhandlungen geschafft, und er hat Überraschendes zu berichten von den blutigen Ufern der schlaflosen Njamiha, aus der Civitas Solis.
Gilgamesch ist König von Uruk. Gemeinsam mit seinem Freund Enkidu besteht er gefährliche Abenteuer. Nach Enkidus plötzlichem Tod zutiefst erschüttert, begibt er sich auf eine weite Reise. Doch während seiner Suche nach ewigem Leben erhält er immer wieder dieselbe Antwort: „Das Leben, das du suchst, wirst du nicht finden. Als die Götter den Menschen erschufen, bestimmten sie für ihn auch den Tod.“