
EM-INTERVIEW

Ende Juni startete das „Deutschlandjahr in Russland“. Die fast 1.000 Veranstaltungen seien Anlass, sich auch über schwierige Fragen auszutauschen, meint Wolf Iro, Programmleiter des Goethe-Instituts, im Interview mit dem Eurasischen Magazin.

RUSSLAND
Moskaus transatlantische Beziehungen werden von Dissonanzen, Spannungen und Konfrontation bestimmt. In Asien bieten sich Russland neue Perspektiven - für Energieexporte und geopolitischen Einfluss. Auch Amerikas militärische Präsenz veranlasst Moskau zu einem verstärkten Engagement in Asien-Pazifik.

DEUTSCH-RUSSISCHE BEZIEHUNGEN
Der gemeinsame Auftritt von Putin und Gauck bei der Eröffnung des Deutschland-Jahres in Moskau wurde abgeblasen. Angeblich war Putin schuld.

MOSKAU
Der russische Chef-Ermittler drohte einem Journalisten der Novaya Gazeta mit dem Tod. Dann entschuldigte er sich unter dem Druck der kritischen Öffentlichkeit.

KINDER IN OSTEUROPA
Die Familien Berindea in Rumänien und Malarski in Polen teilen das gleiche Schicksal: Wenn die Eltern in einem westlichen EU-Land Geld verdienen, bleiben ihre Kinder zu Hause zurück. Diese „Eurowaisen“ sind eine der Negativseiten eines geeinten Europas.

UKRAINE

Bei der Weltaids-Konferenz Ende Juli in Washington war auch die Ukraine ein Thema. Das Land hat die höchste HIV-Neuinfektionsrate in Europa. Odessa, die Perle am Schwarzen Meer, gilt als Aids-Hauptstadt des Kontinents. Unterstützung organisieren sich die Betroffenen meist selbst.

LETTLAND
Das Baltikum hat die Finanzkrise in Europa am besten gemeistert. Beispiel Lettland: Nach einem rasanten Absturz wächst dort die Wirtschaft bereits wieder, die Staatsverschuldung ist niedrig. Der Aufschwung liegt auch am Optimismus der Letten, die trotz niedriger Löhne und schwieriger Lebensbedingungen nach vorne schauen.

RUMÄNIEN-BULGARIEN

Rumänien und Bulgarien müssen sich weiterhin einer besonderen Rechtsstaats- Kontrolle durch die EU-Kommission stellen. Alle EU-Staaten müssten garantieren, dass innerhalb ihrer Grenzen Recht und Gesetz respektiert werden, machte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso klar.

ÄGYPTEN
Ziad al-Alimi, einer der bedeutendsten Aktivisten der revolutionären ägyptischen Jugendbewegung, macht in seinem Essay deutlich, dass für viele Ägypter die Wahl des Muslimbruders Mohamed Mursi zum neuen Präsidenten aus taktischem Kalkül erfolgte, um die Rückkehr zum Mubarak-System zu verhindern. Das Wahlergebnis signalisiere nicht das Ende, sondern den Auftakt für einen demokratischen Durchbruch am Nil.

SAUDI-ARABIEN
Die bolivianisch-deutsche Journalistin Gabriela Keseberg Dávalos berichtet von ihrer Reise ins abgeschottete und patriarchalische Saudi-Arabien, wo eine neue Generation von selbstbewussten Frauen heranwächst und eine andere Form von Umbruch möglich scheint.

BUKAREST-BIENNALE

In Bukarest ging Ende Juli die fünfte Biennale für Moderne Kunst zu Ende. Sie stand unter dem Leitmotiv „Tactics For The Here and Now“ der Kuratorin Anne Barlow.

ROSENHEIM

Elena Weingärtner inszeniert die Schneekönigin in der Theaterinsel Rosenheim. Schon mit den Aufführungen von „Der Schweinehirt“ und „Die Kugelfische“ konnte die russische Regisseurin ihr Publikum begeistern.