
PUTIN-BESUCH

So lautet das Fazit, das Staatsminister Gernot Erler im Interview mit dem EURASISCHEN MAGAZIN zieht. Das Gespräch fand statt aus Anlass des bevorstehenden Deutschland-Besuchs des Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin. Wir sprachen mit Gernot Erler über die Zusammenarbeit in der Luft- und Raumfahrt zwischen Russland und der EADS, über Fragen der Energielieferungen und über die Konflikte zwischen USA und Russland im Kaukasus.

RUSSLAND-EUROPA

Die Zusammenarbeit der eurasischen Flugzeugbauer und Rüstungskonzerne wird enger. Moskau hat die Gunst der Stunde erkannt und ist mit einem Milliarden-Euro-Betrag bei Europas größtem Luft- und Raumfahrtkonzern EADS eingestiegen. Weitere direkte Investitionen und Überkreuzbeteiligungen sind vorgesehen. In Moskauer Kommentaren heißt es: Die russische Beteiligung am EADS-Konzern und die enger werdende russisch-europäische Zusammenarbeit in der Luft- und Raumfahrt seien Gebote der Zeit.

LIBANON
Russische Pioniere sollen im Libanon Ponton-Brücken bauen, aber nicht unter UN-Kommando. Die Regierung in Beirut hat um praktische Unterstützung beim Wiederaufbau ihrer von Israel zerstörten Infrastruktur gebeten. In einen militärischen Konflikt will sich Moskau nicht hineinziehen lassen.

TRANSNISTRIEN
Mit dem Referendum in der selbsternannten Republik Transnistrien versuchte Präsident Igor Smirnow seine Machtposition zu festigen. Die Menschen glauben, dass es nun zur Vereinigung ihrer Republik mit Russland kommt. Doch Moskau hält sich zurück und mahnt den „gesunden Menschenverstand“ an.

RUSSLAND
Tausend Kilometer nördlich von Moskau haben Russen und Kaukasier sich eine blutige Straßenschlacht geliefert. Läden gingen in Flammen auf und es gab zwei Tote. In der Teilrepublik Karelien, zu der Kondopoga gehört, fordern Menschen die Ausweisung aller Kaukasier. Sicherheitskräfte befürchten eine Ausbreitung der gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Russen und Kaukasiern auf andere Städte.

SIBIRIEN

Die Einheimischen nennen ihn das heilige Meer. Sie schwärmen von seinem reinen Wasser, der unheimlichen Tiefe und den unberechenbaren Winden, die immer wieder eine Herausforderung sind. Wer seine Kraft spüren will, muss verweilen, ihm zuhören und sich von seinen eiskalten Wellen tragen lassen.

KIRGISIEN & TADSCHIKISTAN

Der Pamir gilt zu Recht als „Dach der Welt”. Hier befinden sich nicht nur die höchsten Gipfel der ehemaligen Sowjetunion, sondern auch die gewaltigsten Bergmassive der Erde. Quer hindurch windet sich eine der großartigsten Gebirgsstraßen – die Trans-Pamir-Chaussee, von den Einheimischen nur die „Trasse“ genannt. In den 1940er Jahren fast ausschließlich in Handarbeit aus dem Fels gehauen, verbindet sie heute die zwei unabhängigen Staaten Kirgisien und Tadschikistan.

RUSSLAND
Tschetscheniens Präsident Alu Alkhanow hat einen ungewöhnlichen Vorschlag zur Konsolidierung des angeschlagenen Images seines Landes gemacht: Tschetschenien soll umbenannt werden. Nokchoi, der alte Name, soll wieder gut machen, was Terrorismus und Krieg dem zerschundenen Land an Schaden zufügten. Rebranding nennt man diesen Imagewechsel in der Werbebranche. Solchen auf Städte und Länder anzuwenden, ist eine gute Idee, die künftig Friedenversträge überflüssig macht und jedem langweiligen Kaff neuen Pep verleiht.

DAS ABGRÜNDIGE
Er sagte, er heiße Dima und kämpfe für Georgien. Um Abchasien, die ewige Heimat. Er sagte es beim ersten Zusammentreffen in einer Kaschemme – und immer wieder, wenn er meinen Zweifel spürte. Als er starb, war er nur noch eine verunsichernde Erinnerung.

MAKEDONIEN

Die junge Historikerin Violeta Atschkovska, Professorin an der Skopjer Universität Kyrill und Method, hat sich binnen kurzer Zeit zur führenden Zeitgeschichtlerin der Republik Makedonien hochgearbeitet. Zu ihren speziellen Interessen gehören die ethnischen Verhältnisse in Makedonien, worüber sie mehrere Dokumentationen und Monographien veröffentlichte. Seit den Kämpfen 2001/02 – angeblich Unruhen entrechteter Albaner, tatsächlich der Versuch albanischer Terroristen aus dem Kosovo, ihr Einflussgebiet bis nach Makedonien auszudehnen – haben die makedonisch-albanischen Beziehungen im souveränen Makedonien auch weit über das Land hinaus Augenmerk auf sich gezogen. Diesen Beziehungen galt ein Vortrag, den Frau Atschkovska vor internationalem Publikum hielt. Das Eurasische Magazin veröffentlicht eine leicht gekürzte deutsche Übersetzung, die unser Balkanexperte Wolf Oschlies aus dem Makedonischen anfertigte.

ESTLAND

Über die estnische Küche, die Sprache der Menschen und wie ungezwungen die Mädchen des Landes sich geben. Vom Hundertsten ins Tausendste – auf einer Reise durch Kneipen und über Land, Begegnungen mit Italienern und Reflexionen auf wenig psychoaktives deutsches Einheitsbier.

TIBET-AUSSTELLUNG

Tibet wie es kaum jemand im Westen kennt. Eine grandiose Ausstellung zeigt 150 Exponate aus dem Land des Buddhismus und seiner Klöster, die noch nie zuvor außerhalb Tibets gezeigt werden durften. Es ist die erste Großausstellung dieser Art in Europa.
Ausstellungen · Kulturtage · Filmfest · Indien-Ausstellung · Deutsch-Französisches Jahr
Europas zukunftsträchtiges Projekt Galileo gerät in Turbulenzen · Ukraine zögert mit Beitritt zur NATO · Gehören die US-Geheimdienste zur Achse des Bösen? · Deutschland bildet zu wenig Akademiker aus · Spanien will im eigenen Land verstärkt nach Öl bohren · Der Sender Al Dschasira bringt arabischen Kindern das Sandmännchen
Das Gesicht des verstorbenen Jassir Arafat war weltweit bekannt. Er hatte jahrzehntelang als Chef der Fatah-Organisation in den Palästinensergebieten Präsidialgewalt ausgeübt und sich als Gegenspieler diverser israelischer Regierungen profiliert. Bei der nötig gewordenen Parlamentswahl im Januar hat nun eine Partei gesiegt, deren Köpfe und Ziele außerhalb des Nahen Ostens kaum jemand kennt: die Hamas. Jetzt ist das erste Buch über diese Organisation in deutscher Sprache erschienen.