
EURASISCHER LUFTVERKEHR

Eine Luftbrücke verbindet seit wenigen Tagen Parchim in Mecklenburg-Vorpommern mit Zhengzhou in Zentralchina und Urumuchi an der Nordwestgrenze des Riesenreiches. Eurasien hat damit eine erste direkte Fluglinie. Sie soll in Kürze wie eine Nabelschnur zwei Industrie-Zentren verbinden, die rund um die beiden Endflughäfen in Deutschland und China entstehen sollen. Möglich machte dies der chinesische Investor Jonathan Pang Yuliang, der den Parchimer Flugplatz mit seiner wechselvollen Geschichte kürzlich gekauft hat.

EURASISCHES LUFTDREHKREUZ PARCHIM
Das Eurasische Magazin sprach mit Prof. Dr. Klaus Grützmacher, dem deutschen Berater des chinesischen Logistikunternehmens Link Global, das im Sommer den Flughafen Parchim erworben hat. Grützmacher wirbt dafür, dass sich auch andere Fluglinien des Parchimer Flughafens bedienen und dass sich verstärkt Hochtechnologiefirmen aus China auf dem Areal um das Luftdrehkreuz ansiedeln.

DEUTSCHLAND-CHINA

Das Eurasische Magazin sprach mit Klaus-Jürgen Iredi, Landrat des Kreises Parchim über Chancen und Weiterentwicklung des Flughafens, den im Sommer ein chinesischer Investor erworben hat.

INTERVIEW

Alan Posener hat ein neues Buch geschrieben mit dem Titel „Imperium der Zukunft – warum Europa Weltmacht werden muss.“ Das Eurasische Magazin hat nachgefragt. Die Gedanken und Argumente, die der Kommentarchef der WELT AM SONNTAG hier ausbreitet, sind eine Kostprobe.

EURASIEN
Nach der Veröffentlichung der Europäischen Sicherheitsstrategie im Jahr 2003 waren die Erwartungen in China gegenüber der EU hoch, sowohl in Bezug auf die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) und die internationale Rolle Europas wie auch die bilateralen Beziehungen. Angesichts der Probleme der EU, Erweiterung und Vertiefung gleichzeitig voranzubringen, hat sich unter chinesischen Beobachtern mittlerweile Ernüchterung eingestellt. Wenn Europa in der wissenschaftlichen Debatte in chinesischen Fachzeitschriften auch kein so prominentes Thema ist wie die USA, so werden doch die Entwicklungen der Europäischen Union sehr aufmerksam verfolgt.

ASIATISCHES DENKEN
Die phonetische Übersetzung für Siemens lautet im Chinesischen „Tor zum Westen“. BMW bedeutet „kostbares Pferd“. Aber es gibt auch absolut negative Übersetzungsbeispiele für Marken und Unternehmen. So hört sich Coca Cola im Chinesischen an wie „Ke-kou-ke-la“, und das bedeutet „beiße die Wachs-Kaulquappe“. Schwitzende Sportler lösen keine positiven Assoziationen beim chinesischen Publikum aus und wenn farbige US-Basket-Ballstars einen Cartoon-Kung-Fu Meister und mehrere Drachen ausdribbeln, finden das die Menschen in Peking und Schanghai gar nicht lustig. Diese Beispiele zeigen, dass Asiaten einfach anders ticken. Wer erfolgreich sein will in Asien, sollte dies wissen. Die noch weithin unbekannte Disziplin des Neuromarketings kann hier weiterhelfen.

KREML-NACHFOLGE

MONGOLEI

Wie sich die nomadische Mongolei zu einem konsumorientierten Land verändert hat, in dem westliche Lebensart mehr zählt als die alten Tugenden. Und warum daran auch der Kult um Dschingis Khan nichts ändert.

RUMÄNIEN
Der Reiz im Lande zu investieren, ist ungebrochen. Allerdings sind es längst nicht mehr allein die niedrigen Lohnkosten, die namhafte Firmen aus dem Ausland anlocken. Heute werden vor allem qualifizierte Arbeitskräfte nachgefragt. Außerdem entwickelt sich das Land zu einem Absatzmarkt, in dem Autos, Elektrogeräte und Medien erfolgreich sind.

RUSSLAND-ARMENIEN
Die Beziehungen zwischen Russland und Armenien werden in Moskau von Experten als die wichtigsten im postsowjetischen Raum betrachtet. Russland und Armenien sind durch Energieströme und durch Waffenbrüderschaft verbunden. Auch die USA buhlen um den Kaukasusstaat. Doch nicht nur in der Hauptstadt Eriwan wird befürchtet, ein „Seitenwechsel“ könnte einem politischen Selbstmord gleichkommen.

KROATIEN

Wanderer, kommst Du nach Pula, frage nie einen Einheimischen nach dem Weg! Es sei denn, Du willst mit dem Auto an Dein Ziel kommen. Für Fußmärsche sind die Menschen auf der istrischen Halbinsel denkbar schlechte Auskunftspersonen. Und Wandern nach dem Prospekt des Tourismusverbands ist eine echte Herausforderung.

EURASIEN

Thomas Heinze (28) und Nico Dünkel (29) aus Rudolstadt in Thüringen haben in vier Monaten die imaginäre Linie zwischen Asien und Europa bereist, die man in der Neuzeit als „Grenze“ bezeichnet. Die Route führte sie entlang des Uralgebirges und des Uralflusses bis zum Kaspischen Meer, von dort weiter durch den Kaukasus und über das Schwarze Meer bis in die Türkei. Vom Kaspischen Meer aus unternahmen sie einen „Abstecher“ nach Zentralasien. Mitte September fand die Reise in der türkischen Metropole Istanbul ihr Ende. Sie liegt am Bosporus und damit sowohl in Europa als auch in Asien. Im Eurasischen Magazin berichten sie von der abenteuerlichen Tour. Dieses Mal: Der südliche Ural und Kasachstan.

JOE DAKAR

EM-Lesern ist Motorrad-Abenteurer Joe Dakar bestens bekannt. Schon als er sich noch bürgerlich Jochen Stather nannte, hat er durch seine Geschichte „Mit dem Moped nach Sibirien“ die Leser begeistert. Diesmal ging es nach Kroatien, auf die Insel Krk, zum Nationalpark Paklenica und nach Opatia, dem ehemaligen Sankt Jakobi an der Kvarner Bucht. Dazu Dakar: „Geführte Touren passen ja so gar nicht in meine Vorstellung von Motorrad Reisen, aber wenn die Zeitschrift „ReiseMotorrad“ zur jährlichen „Kroatien Rallye“ ruft, bin ich natürlich wieder dabei, denn bei dieser Veranstaltung ist Spaß vorprogrammiert! Und um den ging es bei dieser Tour vor allem.

KALININGRAD
Kaliningrad, das alte Königsberg, erlebt einen wirtschaftlichen Aufschwung und kommt Europa näher. Die russische Regierung lässt sich die Modernisierung der Stadt einiges kosten. Man will verstärkt Touristen aus Europa anlocken. Als Sonderwirtschaftszone bekommen Investoren in Russlands westlichstem Territorium Steuer- und Zollvergünstigungen.

RUSSLAND
Der neue russische Ministerpräsident Viktor Subkow ist der Älteste in der russischen Regierung. Eine Kandidatur zum Amt des Präsidenten schließt er nicht aus. Wenn Subkow Präsident wird, könnte er aus Altersgründen 2012 wieder ausscheiden und einem Nachrücker – zum Beispiel Wladimir Putin - Platz machen.

GEORGIEN
In Georgien überschlagen sich die Ereignisse. Zwischen den einstigen „Rosenrevolutionären“ ist ein erbitterter Streit ausgebrochen. Zwei Tage nachdem der ehemalige georgische Verteidigungsminister Irakli Okruaschwili dem Präsidenten Michail Saakaschwili Korruption und Mord-Pläne gegen politische Gegner vorgeworfen hatte, wurde er von der Polizei verhaftet.

KROATIEN
Kroatien plant den Bau eines gigantischen Kanals, der die Flüsse Save und Donau miteinander verbinden soll. 600 Millionen Euro sind für das Großprojekt eingeplant, das der kriegsgeschädigten Provinz Slawonien den wirtschaftlichen Aufschwung bescheren soll. Der Erdaushub wird auf eine Menge geschätzt, mit der 18 Cheops-Pyramiden gebaut werden könnten. Umweltschützer kritisieren, dass dadurch große Flächen trocken gelegt werden und die Zukunft wertvoller Eichenwälder gefährdet sein könnte. Kritik kommt auch von deutscher Seite. Das Projekt gefährde den Hochwasserschutz an der Donau und würde zu mehr Überschwemmungen führen.

KOSOVO

Die Roma sind die vergessenen Opfer und Verlierer des Kosovo-Konflikts. Während die albanischen Dörfer nach dem Krieg 1999 mit internationaler Hilfe schnell wieder aufgebaut wurden, leben die Roma teilweise heute noch in provisorischen Flüchtlingslagern. Auch bei den Verhandlungen um den zukünftigen Status der serbischen Provinz fanden die Forderungen der Roma kein Gehör. UN-Vermittler Martti Ahtisaari hat sich über die gesamte Verhandlungsdauer hartnäckig geweigert, auch nur eine Delegation ihrer Vertreter zu empfangen.

ISTANBUL

Eurasiens Metropole Istanbul ist als einzige Stadt der Welt auf zwei Kontinenten gebaut. In ihr verbinden sich östliche und westliche Lebenskultur. Tradition und Moderne leben in den Kontrasten und Widersprüchen der an Geschichte und Geschichten reichen Millionenstadt fort.
Ausstellungen · Filmfest „17. Festival des osteuropäischen Films“ · Filmfestival „49. Nordische Filmtage“
Russischer Flugzeugbauer übernimmt EADS-Anteile · Russland stellt erstes Passagierflugzeug seit dem Ende der Sowjetunion vor · Die Pflanzenwelt der Mongolei wird virtuell vorgestellt · Russisch ist Gastsprache auf der internationalen Messe für Sprachen und Kulturen · Investoren und Ölländer nehmen Abschied vom Dollar
Mehr als 50 Reiseführer sind schon zum Thema Russland erschienen. Da fällt es nicht leicht, den Überblick zu behalten und das passende Werk auszuwählen. Seit Juni dieses Jahres gibt es nun noch einen mehr. Und der ist auf jeden Fall zu empfehlen.
Alan Posener hat ein neues Buch geschrieben. Seit Mitte September stellt er es vor. Aber alles, was er über sein Werk sagt und alles was darüber geschrieben wird, kann niemals die Lektüre dieses Universalkompendiums ersetzen, das so engagiert, belesen und pointiert daherkommt, wie es Sachbücher nur selten sind.
Moderne Literatur aus Tibet macht sich rar. Wie der Rezensent schon in einer anderen Besprechung (Roter Mohn … EM 04-05) deutlich gemacht hat, liegt dies nicht zuletzt daran, dass eine von religiösen Traktaten und geschichtlichen Annalen unabhängige schriftliche Erzählliteratur in Tibet überhaupt erst seit wenigen Jahrzehnten existiert. Junge tibetische Schriftsteller werden außerhalb Chinas zumeist nur als Exoten wahrgenommen und haben daher wenig Chancen auf Deutsch oder Englisch verlegt zu werden. Aus diesem Grund ist es um so erfreulicher, dass einige dieser Autoren – angeleitet und unterstützt von zwei für den ganzen tibetischen Raum sehr wichtigen amerikanischen Englischlehrern – die Herausgeberschaft selbst in die Hand genommen haben. Von diesen bei lulu.com erschienenen Büchern (siehe unten) sei hier nun stellvertretend das jüngst Erschienene vorgestellt.