EM-INTERVIEW
Die Welt wächst, Europa schrumpft. Seine einstige kulturelle und wirtschaftliche Dominanz hat Europa längst verloren. Eines Tages wird sich das Zentrum der Moderne möglicherweise in Südostasien befinden. Das Eurasische Magazin sprach mit Steffen Kröhnert über die Zukunft der europäischen Regionen. Er ist einer der Autoren einer neuen Untersuchung des Berlin-Instituts, die sich mit der europäischen Entwicklung befasst. Ab 2010 beginnt demnach die entscheidende Phase für den alten Kontinent. Dann könnte es sein, dass beispielsweise Italien gezielt Migranten aus Afrika anwerben muss, um nicht entvölkert zu werden.
EUROPA
Unter diesem Titel hat das Berliner Institut für Bevölkerung und Entwicklung im September 2008 eine Untersuchung über die Zukunftsfähigkeit von 285 europäischen Regionen vorgelegt. Diese erstmals in solcher Gründlichkeit durchgeführte Studie führt zu aufregenden Ergebnissen. Viele Stereotypen über fortschrittliche und zurückgebliebene Regionen sind längst obsolet. Das einstige Agrarland Oberbayern rangiert fast 100 Plätze vor der Rheinmetropole Köln, Island ist der Superstar und Niederschlesien bildet das Schlusslicht. Steffen Kröhnert, Iris Hoßman und Reiner Klingholz sind die Autoren des Buches über Europa, das im Sommer des Krisenjahrs 2008 abgeschlossen wurde. Kurz danach schlitterte Island in die Pleite. In ein paar Jahren wird sich zeigen, was die anderen Aussagen der Studie wert sind.
EURASISCHE SPIRITUALITÄT
„Zwölf Geheimnisse für ein starkes Leben“ sind das Vermächtnis des alten Uralers, der zwölfmal über den „Heidenpfad“ gewandert ist. Dieser Höhenstrom der alten Welt ist ein Landrücken, der von Spanien bis zum Ural reicht und die Lebenslinie des Kontinents bildet. Die Geheimnisse des Uralers sind auf einer ledernen Schriftrolle eingebrannt, die der ruhelose Wanderer zwischen Ost und West am Leib trägt und die er selbst den „Heidenschwanz“ nennt. Er ist der letzte eines tausend Jahre alten Geschlechts.
EM-INTERVIEW
Weder die oft unfreien Medien noch die gesellschaftlichen Kräfte sind derzeit in der Lage, einen vorurteilsfreien Dialog über die Zukunft der Religion in islamischen Ländern zu führen. Zu diesem Ergebnis kommt Prof. Udo Steinbach, bis zu seiner kürzlichen Pensionierung Direktor des GIGA-Instituts für Nahoststudien in Hamburg.
TRAGÖDIE
Vielleicht sind manchem Volkswirt oder Finanzfachmann, manchem Banker oder Anleger diese Zeilen im Strudel der weltweiten Krise wieder einmal durch den Kopf gegangen: „Habe nun, ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie durchaus studiert, mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! Und bin so klug als wie zuvor.“ Faust I. Vor 200 Jahren, 1808, ist der Titel „Faust“ erstmals im Druck erschienen. Wir haben also eine Art Faustjahr. Und nichts hat Johann Wolfgang von Goethe, dieser deutsche Dichter, eine der herausragendsten Persönlichkeiten der Weltliteratur, von seiner Aktualität verloren, auch wenn er nicht expressis verbis ein Master-Studium „Finance and Banking“ erwähnt.
ISLAM
EM-INTERVIEW
Seit acht Jahren findet der St. Petersburger Dialog statt. Beim kürzlich abgehaltenen Jahrestreffen 2008 fanden parallel zu den Diskussionen in Arbeitsgruppen und Vollversammlungen deutsch-russische Regierungskonsultationen statt. Trotz der Meinungsverschiedenheiten zum Georgien-Konflikt verlief das Treffen zwischen Angela Merkel, die mit sechs Ministern angereist war, und Kreml-Chef Dmitri Medwedjew entspannt. Alexander Rahr, Programmdirektor Russland/Eurasien der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), leitete die Arbeitsgruppe „Russland und Deutschland in der modernen Informationsgesellschaft“. Mit ihm sprach das Eurasische Magazin über seine Eindrücke vom derzeitigen deutsch-russischen Verhältnis.
LEBENSERWARTUNG IN OSTEUROPA
RUSSISCHE ARMEE
ZENTRALASIEN
Nach einem harten Winter und einem Sommer fast ohne Niederschläge sitzt Zentralasien auf dem Trockenen. Um die Verteilung der knappen Wasserressourcen wird ebenso gestritten wie über die Preise fossiler Brennstoffe. Die wasserreichen Länder Kirgisien und Tadschikistan verbrauchen das kostbare Gut zur Stromproduktion, während die energiereichen Länder Kasachstan und Turkmenistan Öl und Gas nur im Tausch gegen Süßwasser liefern wollen. Internationale Beobachter warnen vor einem Wiederaufflammen lokaler Konflikte.
KAUKASUS
AGENTUR N-OST
PREISGEKRÖNTE REPORTAGE
RUSSLAND