
INTERNATIONALE WÄHRUNGSKRISE
In den USA werden dem Wirtschafts-Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz zufolge bald Millionen Menschen obdachlos sein, weil sie ihre Häuser und Wohnungen verkaufen müssen. Das Land des Dollars lebt seit Jahrzehnten über seine Verhältnisse. Weltweit werden Bankenpleiten aus Dollargeschäften nur mühsam durch Milliarden-Geldspritzen von staatlichen Rettungsfonds verhindert. China und einige arabische Staaten, die bis vor kurzem noch als Entwicklungsländer eingestuft wurden, treten mit ihren Devisenreserven als Helfer in der Not auf und kaufen sich weltweit in immer mehr Firmen ein. Eurasiens Zukunftstechnologie leidet so vehement unter dem Dollarabsturz, dass jetzt schon Produktionsverlagerungen in die USA erwogen werden, weil dort anscheinend billiger produziert werden kann. Die Stimmung für den Dollar sinkt von Tag zu Tag. Ob es mit ihm als Leitwährung endgültig zu Ende geht, ist umstritten. Aber Tatsache ist, dass immer mehr Staaten auf den Euro setzen, dass sogar Hollywoodgrößen und andere Starverdiener ihre Verträge bereits in Euro aushandeln.

AIRBUS

Airbus-Betriebsratsvorsitzender Rüdiger Lütjen hat den Konzern aufgefordert, seine Flugzeuge künftig teurer zu verkaufen, anstatt Arbeitsplätze zur Kostensenkung abzubauen. Er und einige Gewerkschaftskollegen wollen, dass Airbus künftig die Rechnungen nicht mehr in Dollar ausstellt, sondern sie in Euro präsentiert. Hintergrund ist der rapide Verfall der US-Währung, die in wenigen Jahren um nahezu 50 Prozent an Wert verlor. Da die Kosten für Airbus im Euro-Raum anfallen, würden die Maschinen gegen Dollar viel zu billig abgegeben, meinen die Gewerkschafter. Eine schlüssige Rechnung? Das Eurasische Magazin fragte Dr. Klaus-Heiner Röhl, der beim Institut der deutschen Wirtschaft für Mittelstands- und Regionalpolitik zuständig ist.

AIRBUS

Wird der Airbuskonzern Teile seiner Produktion künftig noch weiter aufsplittern und in den Dollar-Raum verlagern, wo sie kostengünstiger ist? Wäre dies eine realistische Möglichkeit, das Kostenproblem in den Griff zu bekommen? Prof. Dr. Henning Klodt vom Kieler Institut für Weltwirtschaft ist nicht dieser Meinung. Im Gespräch mit dem Eurasischen Magazin vertritt er die Auffassung, dass entsprechende Äußerungen des Managements lediglich als Drohung gemeint seien. Es wolle damit erreichen, dass die Airbus-Produktion in Europa endlich viel stärker konzentriert wird.

ENERGIE

Die „Energiewaffe“ ist eine reine Fiktion, die auf Vorurteilen gegenüber Russland beruht. Einen Plan, Europa den Hahn zuzudrehen, gibt es nicht. Russland selbst würde wirtschaftlich am meisten verlieren – und es würde weltweit sein Vertrauenskapital aufs Spiel setzen.

WLADIMIR PUTIN
Darf man so über Putin schreiben? Zugegeben, es gibt Gründe zu zögern, aber Tatsachen müssen Tatsachen bleiben, gerade dann, wenn versucht wird sie zu vernebeln und zu verdrehen wie beispielsweise kürzlich in „Spiegel online“. Das Medium berichtete unter der Schlagzeile: „Wie Putin, Chavez und die Scheichs den Ölpreis hochtreiben“, über die steigenden Öl-Preise und die vermeintlich Schuldigen.

GESCHICHTE DER TÜRKEI
Die deutsch-türkischen Beziehungen entwickelten sich in der Ära von Sultan Abdülhamid II. (1876-1909) im Allgemeinen sehr positiv. Nach der jungtürkischen Revolution von 1908 traten die Beziehungen zwischen beiden Ländern in eine neue Phase, in der Deutschland seine Machtposition in Istanbul dank der Tätigkeit seiner in den türkischen Diensten stehenden Offiziere ausbauen konnte. Der Staatsstreich vom 23. Januar 1913 brachte germanophile Offiziere wie Mahmut Sevket Pascha an die Macht, was den deutschen Einfluss in der türkischen Hauptstadt festigte.

TUWA

Tuwa ist schwer zu erreichen. Naja, sagen wir mal so, man kommt sicher bis nach Moskau, dort kann man dann Inlandsflüge buchen entweder nach Tomsk oder Omsk oder Novosibirsk – und dann fehlen bis Tuwa nur noch einige Flugstunden. Mit einem Pauschalangebot ist Tuwa nicht zu erreichen. Wer es aber schafft, den erwartet: „Tuwa all inclusive!“

RUSSLANDS GEHEIMDIENSTE
70 Prozent der staatlichen Schlüsselpositionen in Russland sind heute von Geheimdienstlern besetzt. Doch Kremlchef Wladimir Putin hat keineswegs die volle Kontrolle über sie.

RUSSLANDS LIBERALE
Dass westlich orientierte Liberale in Russland nicht Fuß fassen, liegt keineswegs nur an Medien-Kontrolle und Polizeiknüppel. Die liberale Politikerin Irina Chakamada erklärt, was wirklich vor sich geht.

EURASIEN

Thomas Heinze (28) und Nico Dünkel (29) aus Rudolstadt in Thüringen haben in vier Monaten die imaginäre Linie zwischen Asien und Europa bereist, die man in der Neuzeit als „Grenze“ bezeichnet. Die Route führte sie entlang des Uralgebirges und des Uralflusses bis zum Kaspischen Meer, von dort weiter durch den Kaukasus und am Schwarzen Meer vorbei bis in die Türkei. Mitte September fand die Reise in der türkischen Metropole Istanbul ihr Ende. Sie liegt am Bosporus und damit sowohl in Europa als auch in Asien. Nach ihrem mehrere tausend Kilometer langem „Abstecher“ quer durch Zentralasien (vergangene Ausgabe) berichten sie dieses Mal von ihren Erlebnissen im Kaukasus - einer der wohl abenteuerlichsten und geheimnisvollsten Regionen der Welt.

RUSSLAND

Russland lässt sich ein neues Denkmal bauen. Der Wolkenkratzer „Föderation“, der in Moskau mit gewaltigem Tempo in die Höhe gezogen wird, soll Symbol sein für wirtschaftlichen Erfolg, neuen Reichtum und alte Stärke. Er wird 345 Meter über der russischen Hauptstadt aufragen. Mit Antenne sind es 420 Meter. Damit ist er Europas höchstes Gebäude. Die verspiegelten Doppel-Türme, von denen sich der erste bereits in Fertigstellung befindet, haben zwei deutsche Architekten entworfen. Bei der Planung mussten sie eine politische Vorgabe beachten: Der Wolkenkratzer muss der höchste in Europa werden.

BALTIKUM
Im Baltikum boomt die Wirtschaft, in vielen Orten herrscht nahezu Vollbeschäftigung. Doch die Zeitungen quellen immer noch über vor Stellenangeboten, in vielen Branchen fehlen inzwischen sogar Arbeitskräfte. Die Balten selbst zieht es ins westliche Ausland. Und Arbeiter aus der nahen Ukraine machen in Estland, Lettland und Litauen allenfalls Station, um nach Skandinavien weiterzuziehen. Also werben baltische Unternehmer jetzt Chinesen an – und diskutieren schon über IT-Mitarbeiter aus Indien oder Näherinnen aus Pakistan und Bangladesch.

THAILAND

„In der globalen Welt, wird die Kluft zwischen ethnischer und zeitgenössischer Kunst immer schmaler“. So formulierte Peter Weibel im Katalogtext zur Ausstellung „Neue Asiatische Kunst, Thermocline of Art“, die noch für wenige Tage im Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe zu sehen ist. Fast zeitgleich konnte man in Bangkok, anhand eines Abrisses der letzten zwanzig Jahre thailändischer Medienkunst diese schmale Kluft sehen. Der Titel der Schau dort: „From Message to the Media“. Er bezieht sich auf das Werk des Medientheoretikers McLuhan „Das Medium ist die Botschaft“ und ist eine Präsentation zehn bekannter thailändischer Positionen zeitgenössischer Kunst.
Made in Teheran · Die Stunde Null · Im Auftrag der Shogune · Preußen in Ägypten · Ägyptens versunkene Schätze · Königsgräber der Skythen
Gigantische Ausbaupläne bei der Russischen Staatsbahn · Die Republik Kasachstan hat ein neues Internet-Portal · Migranten schicken 26 Milliarden Euro nach Hause · Grünes Licht für Schengen-Erweiterung · Schlecht bezahlte Forscher in Europa · Kasachstans Öl erobert die Weltmärkte · Entwarnung für Kasachstans Finanzmarkt · RADIOROPA Berlin sendet jede Stunde Europanachrichten · Computerprogramme für Ultraschallgeräte vom Weltmarktführer aus Deutschland · Das neue EU-Programm für lebenslanges Lernen
„Töchter des griechischen Kriegsgottes Ares“ werden sie genannt: die Amazonen. Es sind legendäre Gestalten wie Penthesilea und Tomyris, heldenhafte Kämpferinnen, die sich auch gegen männliche Krieger behaupten konnten. Von der Archäologie wurde ihre Existenz bislang nicht bestätigt. Aber der Mythos lebt, wie Fornasier in dem prachtvoll aufgemachten Bildband aufzeigen kann.
Erkenntnistheorie und Management stehen prinzipiell vor den gleichen Aufgaben: Möglichst sichere Erkenntnisse erzielen und dazu Verknüpfungen bilden und Synergien herstellen. So der Autor des Buches. „Wir brauchen mehr Kant in der Wirtschaft“ fordert Bernd Niquet und untermauert dies mit teils überraschenden Erkenntnissen aus dem philosophischen Werk seines Königsberger Kronzeugen.
Ein Film von Joanna Maxellon und Harald Jantschke