Im Archiv befinden sich 178 Artikel von Ulrich Heyden.

RUSSLAND
Wegen der Hitzewelle in Zentralrussland sind Getreidefeldern mit einer Gesamtfläche so groß wie Portugal verdorrt. Ministerpräsident Putin ziert sich bei den Entschädigungen für die Bauern. Kreml-Berater bestreitet Zusammenhang mit Klima-Wandel.

AGENTEN
Der russische Ministerpräsident sagt Anna Chapman und Co eine glänzende Zukunft voraus. Der elfköpfige russische Agentenring in den USA sei durch Verrat aufgedeckt worden.

NORDKAUKASUS
Dmitri Medwedew will den Nordkaukasus auch mit verstärkter Wirtschaftsförderung voranbringen. Bisher jedoch ohne sichtbaren Erfolg.

KRIEGSPROPAGANDA
Die Russen sind wieder einmarschiert nach Georgien. Das suggerierte im März ein Film in der Nachrichtensendung des georgischen Fernsehkanals Imedi. Inhalt: Russische Truppen sind wie im August 2008 in das Land eingefallen. Der georgische Präsident Michail Saakaschwili wurde getötet. Moskaus Truppen installierten eine prorussische Regierung unter Leitung der Oppositionsführerin Nina Burdschanadse, die eine „Volksregierung“ ausrief. In Moskau stieß die Propagandasendung auf entschiedenen Protest.

US-RAKETENPLÄNE
Auf die Pläne, US-Abwehrraketen in Südosteuropa zu stationieren, reagiert Moskau gereizt. Statt Polen und Tschechien soll nun offenbar das amerikanische Raketenarsenal auf dem Balkan stationiert werden.

WAFFENEXPORTE
Mit steigenden Waffenexporten bekommt Russland nicht nur Geld, sondern verstärkt auch seinen Einfluss in Asien, Nordafrika und Lateinamerika.

RUSSLAND
Eine für die Videoüberwachung in Moskau zuständige Sicherheitsfirma übermittelte ein halbes Jahr lang veraltete Überwachungs-Videos von Straßen und Häusern an die Polizei und kassierte dafür 700.000 Euro.

RUSSLAND

Auch im südrussischen Rostow am Don hat die Finanzkrise Spuren hinterlassen. Doch die Menschen in der Provinz sind krisenerfahren.

FAST LEGAL IN RUSSLAND
Selbst auf Reisen braucht man eine Registrierungskarte, um zu einer Unterkunft zu gelangen. Soviel Zeit für soviel Bürokratie hat man wohl nur in Russland. Aber es hilft nichts, denn ansonsten ist man ganz schnell ein Illegaler.

RUSSLAND
Nur mühsam verdeckt der Kreml seine Nervosität nach dem Bombenanschlag auf den Schnellzug Moskau - St. Petersburg. Unter den Toten waren auch hohe Beamte. Radikale Islamisten oder Rechtsradikale werden als Täter vermutet.

URANAUFBEREITUNG
Weil die russischen Wiederaufbereitungsanlagen mit Aufträgen aus dem Inland ausgelastet sind, will der Konzern Rosatom keinen Atommüll aus dem Ausland mehr importieren.

TECHNOLOGIETRANSFER
Noch glauben die meisten Russen nicht so recht, dass aus dem Opel-Kauf wirklich etwas wird. In Nischni Nowgorod, wo Russlands älteste Autofabrik GAZ ihren Sitz hat, demonstriert man jedoch Optimismus. Dort sollen Opel-Modelle vom Band laufen.

WELTRAUM-EXPERIMENT
Mitte Juli öffnete sich in Moskau eine Isolations-Kammer für sechs junge Testpersonen, die 105 Tage abgeschirmt von der Außenwelt gelebt hatten. Sie führten ein notwendiges Vorbereitungs-Experiment für einen Flug zum Mars durch.

WODKA
Nach einem Bericht der russischen Gesellschaftskammer stirbt jeder vierte Russen an den Folgen des übermäßigen Wodka-Konsums.

AUTOINDUSTRIE
GM und Sperbank feilschen um das desolate Unternehmen. General Motors stellt neue Forderungen gegenüber dem russisch-kanadischen Bieter-Konsortium und hält weiter Kontakt zu Bietern in China und den USA.

GEORGIEN
In Georgien, durch das eine für den Westen wichtige Öl-Pipeline verläuft, nehmen die Spannungen zu. Nach wochenlangen Massen-Demonstrationen der Opposition gegen den Präsidenten Michail Saakaschwili wurde jetzt nach einem Feuergefecht der Anführer einer angeblichen Meuterei im Militär verhaftet und ein anderer Meuterer getötet.

BLUTIGER GEBURTSTAG
Schwer betrunken schießt der Leiter eines Polizei-Bezirks in einem Supermarkt mehrere Menschen nieder. Kreml-Chef Dmitri Medwedew entlässt Moskauer Polizei-Chef.

MUMIE
In der Finanzkrise wird auch das Geld für die Aufbewahrung des mumifizierten Leichnams des toten Revolutionsführers knapp.

GASSTREIT
Weil die EU Kiew bei der Modernisierung seiner Pipelines helfen will und Russland nicht mit einbezogen wurde, gibt es Protest aus dem Kreml.

MUSIKWETTBEWERB

Russland setzt beim Eurovision-Song-Contest nicht auf nackte Haut sondern auf Ausdruck und lässt dafür sogar eine Nichtrussin antreten.

RUSSISCHE WIRTSCHAFT
Präsident Dmitri Medwedew entlässt vier Gouverneure und spricht jetzt offener über die wirtschaftlichen und finanziellen Probleme des Landes

MEDIEN
Mit dem Kauf des „Evening Standard“ will der russische Bankier und London-Fan, Aleksandr Lebedew, offenbar die unterkühlten britisch-russischen Beziehungen auflockern.

RECHTSRADIKALE RUSSEN
Für 20 Morde wurden die Anführer einer Moskauer Skinhead-Bande mit zehn Jahren Arbeitslager bestraft. Bei der Urteilsverkündigung wurde getuschelt und gelacht.

RUSSISCHE ARMEE
Nach dem Georgien-Krieg startet Russland einen erneuten Anlauf zur Modernisierung der Streitkräfte. „Vertragssoldaten“, auf Russisch „Kontraktniki“ werden Eingestellt. Damit setzt Russland auf Modernisierung und Erhöhung der Kampfmoral durch Berufssoldaten.

RUSSLAND

Energie- und Rohstoffhunger belebt alte Verkehrs-Projekte im russischen Fernen Osten. Verbindungen zwischen Japan, Alaska und Europa sind in Planung.

EM-INTERVIEW

Der georgische Oppositionsführer Georgi Chaindrawa war unter Saakaschwili Minister für die Konfliktregelung mit den abtrünnigen Provinzen, wurde 2006 aber entlassen, weil er militärische Abenteuer zur Rückgewinnung dieser Gebiete ablehnte. Er ist ehemaliger Filmregisseur und einer der herausragenden Köpfe der georgischen Opposition. Im Gegensatz zu den meisten Oppositionsführern, die den georgischen Präsidenten nicht kritisieren wollen, solange russische Truppen in Georgien sind, nimmt Chaindrawa auch heute kein Blatt vor den Mund. Das Eurasische Magazin interviewte ihn zur aktuellen Lage.

GEOPOLITIK
Beide Kammern des russischen Parlaments haben für die Unabhängigkeit der beiden abtrünnigen georgischen Provinzen Südossetien und Abchasien votiert. Kremlchef Präsident Dmitri Medwedjew hat den Antrag unterzeichnet und damit die beiden Länder als selbstständig anerkannt. Was treibt Russland zu dieser Politik?

KRIEGSVERBRECHEN
Nicht überall auf der Welt ist man erfreut über die Festnahme des ehemaligen Führers der bosnischen Serben, Radovan Karadzic. In Moskau ist man eher besorgt.

RUSSLAND
In Russland häufen sich die Fälle von Sklavenarbeit. Wie die Einwanderungsbehörde erklärt, gibt es in Russland fünf bis sieben Millionen illegale Gastarbeiter aus Zentralasien, dem Kaukasus und Moldawien, davon sind nach Einschätzung von Menschenrechtlern Tausende gehalten wie Sklaven, eine Rückkehr der Leibeigenschaft.

FUßBALLKULT

Sie sind erst einige Tage alt, sind aber bereits mit Russlands bei der Europameisterschaft erworbenen neuen Fußball-Ruhm geweiht.

EM-INTERVIEW

Interview mit Sergej Bagapsch, dem Präsidenten der international nicht anerkannten abtrünnigen georgischen Provinz Abchasien.

RUSSLAND
Der neue Premier lässt den Großteil der Minister weiterarbeiten, feuert aber drei hohe Beamte aus den Sicherheitsstrukturen.

WERKTÄTIGE
In ihren russischen Werken unterlaufen europäische Automobilfirmen EU-Standards. Bei Renault Moskau müssen die Arbeiter ihr Essbesteck von zuhause mitbringen. Volkswagen startet sein Werk in Kaluga mit Leiharbeitern.

KREMLASTROLOGIE

Es wäre so schön gewesen. Endlich sollte es auch im Kreml so zugehen, wie in westlichen Regierungspalästen. Der moderne männliche Staatsführer möchte heutzutage eine junge Frau mit Model-Qualitäten an der Seite haben. Auch der Kreml-Chef? Leider konnte die Zeitung aus Moskau, die von Putins angeblicher Liebesaffäre und sogar von Heiratsabsichten berichtete, keine Fakten liefern und entschuldigte sich schließlich bei Russlands Präsidenten. Doch das war noch nicht alles: Der Herausgeber, Millionär und Kreml-Kritiker Aleksandr Lebedew, warf den Journalisten Unprofessionalität vor und stellte die Zeitung ein.

RUSSLAND

Putin warnte vor falschen Erwartungen hinsichtlich seines Nachfolgers. Medwedjew werde die russischen Interessen „aktiv“ auf der internationalen Bühne vertreten.

DER NEUE IM KREML

Kronprinz Medwedjew feilt an seinem liberalen Image. Auf einem Wirtschaftsforum im sibirischen Krasnojarsk setzte Thron-Anwärter und Vizepremier Dmitri Medwedjew kurz vor der Wahl neue Akzente.

LEBENSERWARTUNG IN RUSSLAND
Russland ist heute Mitglied der G8, der Gruppe führenden Industriestaaten. Doch die Lebenserwartung seiner Bevölkerung liegt nach Angaben der russischen Statistik-Behörde auf „vorrevolutionärem Niveau“.

RUSSLAND
Nach Meinungsumfragen ist der Sieg von Putins Kronprinz Dmitri Medwedjew bei den Präsidentschaftswahlen am 2. März sicher. Die wichtigste Stütze für den Kandidaten ist das russische Fernsehen. Medwedjew ist neben Putin die Hauptperson in den Nachrichten.

RUSSLAND-GESCHÄFTE
Deutsche Unternehmen erwarten für das nächste Jahr weiter ein positives Geschäftsklima in Russland. Der Chef des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft, Klaus Mangold, sagt voraus, dass es unter Putin-Nachfolger Medwedjew wahrscheinlich nur „in Nuancen“ anders laufen wird.

RUSSLANDS GEHEIMDIENSTE
70 Prozent der staatlichen Schlüsselpositionen in Russland sind heute von Geheimdienstlern besetzt. Doch Kremlchef Wladimir Putin hat keineswegs die volle Kontrolle über sie.

IRAN
Kreml-Chef Wladimir Putin reiste nach Teheran, um mit den fünf Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres über eine verstärkte wirtschaftliche Zusammenarbeit zu beraten. Ein weiterer Schritt soll eine Wirtschaftskonferenz der Länder am Kaspischen Meer nächstes Jahr in Moskau sein. Der Kremlchef berichtete außerdem, die Kaspi-Anrainer hätten sich auf die Nichtverbreitung von Atomwaffen geeinigt.

RUSSLAND
Der neue russische Ministerpräsident Viktor Subkow ist der Älteste in der russischen Regierung. Eine Kandidatur zum Amt des Präsidenten schließt er nicht aus. Wenn Subkow Präsident wird, könnte er aus Altersgründen 2012 wieder ausscheiden und einem Nachrücker – zum Beispiel Wladimir Putin - Platz machen.

SIBIRIEN
Im Morgengrauen fielen maskierte Rechtsradikale mit Druckluftgewehren und Eisenstangen über ein Zeltlager sibirischer Umweltaktivisten in der Nähe der Atomfabrik Angarsk her. Elf Verdächtige wurden festgenommen. Die Proteste der Umweltschützer gehen ungeachtet des Überfalls weiter.

UKRAINE
Die Phosphorwolke, die nach einem Eisenbahnunglück in der Westukraine entstand, ist offenbar gefährlicher als zunächst angenommen. Die Zahl der Menschen, die wegen Vergiftungen in Krankenhäusern behandelt werden mussten, stieg auf 164. Präsident Juschtschenko warf der Regierung schwere Versäumnisse vor. Die Öko-Krise in der Nähe der Grenze zu Polen wird durch den Machtkampf zwischen Juschtschenko und Regierungschef Janukowitsch weiter angeheizt.

RUSSLAND UND DIE WTO

Seit Beginn der 90er Jahre verhandelt Russland über einen Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO). Im November letzten Jahres unterzeichneten Russland und die USA ein Protokoll über den Beitritt. Doch der steht noch immer aus. Das EURASISCHE MAGAZIN sprach mit Maxim Medwedkow, dem Leiter der russischen WTO-Verhandlungsdelegation.

VERSÖHNUNG

In Russland wurde der 9. Mai auch in diesem Jahr wieder als „Tag des Sieges“ über den Faschismus gefeiert. Zur Frage, was dieser Tag für deutsche und russische Jugendliche heute bedeutet, sprach das Eurasische Magazin mit Ute Weinmann. Sie betreut seit acht Jahren Jugendliche aus Deutschland, die in Russland einen „Freiwilligendienst“ ableisten.

ESTLAND
Das unter Protesten der russischen Minderheit in Tallin demontierte Sowjet-Denkmal soll am 8. Mai an einen neuen Standort wieder eingeweiht werden.

ABCHASIEN
Am 4. März fand in der von Georgien abgefallenen Provinz Abchasien die erste Runde der Parlamentswahlen statt. Doch Abchasien kommt trotz russischer Friedenstruppen und einer Beobachterdelegation der Vereinten Nationen nicht zur Ruhe. In der Nacht auf den 12. März kam es nach georgischen Berichten zu einem Angriff von mysteriösen Hubschraubern auf den von Georgien kontrollierten Teil des Kodori-Tals. Nach Meinung der georgischen Regierung steckt Moskau hinter dem Angriff.

GEWERKSCHAFTEN

Es ist der größte Arbeitskampf seit Jahren. Die Bandarbeiter bei Ford in St. Petersburg fordern Lohnerhöhungen und Arbeitsplatzgarantien. Der Versuch, durch importierte Autos von Ford in Deutschland den Streik zu unterlaufen, scheiterte an der Solidarität der dortigen Gewerkschaften.

PUTIN-NACHFOLGE

Anstatt sich mit den Problemen der russischen Armee herumschlagen zu müssen, bekommt der ehemalige Verteidigungsminister Sergej Iwanow nun von Putin die Möglichkeit, sich für die Präsidentschaftswahlen 2008 in ein günstiges Licht zu setzen. Als erster stellvertretender Ministerpräsident ist er von den Alltagssorgen wegen nicht enden wollender Armeeskandale befreit.

REICHE RUSSEN

Einmal im Jahr treffen sich die reichen Russen im französischen Ski-Ort Courchevel. Diesmal ließ der französische Innenminister Polizei ausschwärmen. 26 Personen wurden wegen Verdacht auf Prostitution und Zuhälterei verhaftet.

KERNENERGIE
Kurz vor Weihnachten wurden 300 Kilo Uran mit dem Flugzeug von Dresden nach Russland transportiert. Es war Kernbrennstoff aus der ehemaligen Sowjetunion. Die atomare Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland wird immer enger – auch bei der Verschrottung der rostigen Armada ausgemusterter Atom-U.Boote arbeiten beide Länder zusammen.

BALKAN
Das Verhältnis Russlands zu Europa entscheidet sich auch auf dem Balkan und im Kaukasus. Wo die Konfliktlinien verlaufen und welche Lösungen sich abzeichnen, erläutert Sergej Karaganow. Er ist stellvertretender Direktor des Moskauer Europa-Instituts und Vorsitzender des „Unabhängigen Rates für Außen- und Verteidigungspolitik“. Das Gremium berät die russische Regierung bei der Erarbeitung außenpolitischer Strategien.

NICHTREGIERUNGSORGANISATIONEN
Fast hundert Nichtregierungsorganisationen müssen ihre Arbeit vorläufig einstellen. Aber auch für die zugelassenen wird es viel unangenehmer als bisher, in Russland zu arbeiten. Für sie hat quasi ein neues Zeitalter begonnen. Sie müssen künftig einen großen Teil ihrer Arbeitszeit für die Erstellung von Anträgen und Arbeitsplänen aufwenden.

RUSSLAND
Tausend Kilometer nördlich von Moskau haben Russen und Kaukasier sich eine blutige Straßenschlacht geliefert. Läden gingen in Flammen auf und es gab zwei Tote. In der Teilrepublik Karelien, zu der Kondopoga gehört, fordern Menschen die Ausweisung aller Kaukasier. Sicherheitskräfte befürchten eine Ausbreitung der gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Russen und Kaukasiern auf andere Städte.

LIBANON
Russische Pioniere sollen im Libanon Ponton-Brücken bauen, aber nicht unter UN-Kommando. Die Regierung in Beirut hat um praktische Unterstützung beim Wiederaufbau ihrer von Israel zerstörten Infrastruktur gebeten. In einen militärischen Konflikt will sich Moskau nicht hineinziehen lassen.

KREML-PLÄNE
Um den Kurs des Kremls auch für die Zukunft zu garantieren, wird an einem Stabilisierungsfaktor für die „Partei einiges Russland“ gebastelt. Es soll ein Bündnis aus mehreren Kleinparteien geben, das vor allem linke Wähler und das Protestpotential in der russischen Gesellschaft binden könnte.

TSCHETSCHENIEN

Russische Sicherheitskräfte haben den meistgesuchten tschetschenischen Separatistenführer Schamil Basajew getötet. Damit geht eine lange und grausame Terroristenkarriere zu Ende. Eine Garantie dafür, dass Tschetschenien jetzt befriedet wird, ist das Ereignis jedoch nicht.

RUSSLAND

Die Studie eines US-Unternehmensberaters bestätigte jetzt, was die Moskauer schon lange wissen und was jeder Besucher der russischen Hauptstadt am eignen Geldbeutel sofort spürt: Moskau ist wahnsinnig teuer, ist derzeit sogar die teuerste Stadt der Welt. Nach dem in New York veröffentlichtem Bericht von Mercer Human Resource Consulting löste die russische Hauptstadt Tokio als teuerste Stadt ab. Japans Hauptstadt liegt jetzt nach Seoul auf Platz drei. Die teuersten europäischen Städte nach Moskau und London (Platz fünf) sind Genf (Platz sieben) und Kopenhagen (Platz acht). Deutsche Städte sind nicht unter den ersten 50 auf der Liste.

MEDIEN

Der einstige Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, ist jetzt Miteigentümer der dem Kreml kritisch gegenüberstehenden Zeitung „Nowaja Gaseta“. Mit ihm ist der Milliardär Aleksandr Lebedew bei dem Blatt eingestiegen. Sie geben als Gründe an, die kritische und unabhängige Zeitung unterstützen zu wollen.

WEIßRUSSLAND
Moskau will seine Energiesubventionen für Weißrussland komplett streichen. Das träfe die Wirtschaft des Bruderlandes an empfindlicher Stelle. Nach Ansicht von Fachleuten in Moskau könnte eine schwere soziale Krise die Folge sein. Hintergrund für das Vorgehen Russlands scheint die Widerspenstigkeit von Lukaschenko bei den Konditionen zur geplanten Vereinigung mit Russland zu sein.

SIBIRIEN

In der sibirischen Stadt, in der das russisch- deutsche Gipfeltreffen von Ende April stattfand, haben sich Russland-Deutsche in höchste Positionen hochgearbeitet. In den Besuch von Angela Merkel haben Sie hohe Erwartungen gesetzt.

RUßLAND
In Sachen Gleichberechtigung fällt Russland weiter zurück, doch trotzdem können Feministinnen nicht Fuß fassen. Mit Frauenrechtlerinnen wie Clara Zetkin assoziieren die Frauen Russlands nicht Frauenbefreiung, sondern sowjetische Bürokratie und Entmündigung.

RUßLAND
Kreml-Chef Putin fordert eine Vollmitgliedschaft seines Landes in der G8. Aufgrund der eigenen Armut könne Rußland besser als andere G8-Staaten für arme Länder sprechen. Deutschland unterstützt Putins Vorschlag.

RUßLAND

Walenki gehören zu Rußland wie der Wodka oder die Matrjoschka. Jährlich kaufen die Russen fünf Millionen Paar der Filzstiefel. Soldaten und Eisenbahner tragen sie ebenso wie Ölarbeiter und Häftlinge.

AIDS IN RUßLAND
Jeden Tag infizieren sich in Rußland 100 Menschen an dem HIV-Virus. Präsident Putin will jetzt den Kampf gegen Aids forcieren: die finanziellen Mittel sollen um das 20fache erhöht werden.

ZENTRALASIEN
Taschkent hat den USA die Afghanistan-Nachschubbasis gekündigt und den Luftraum für die Nato gesperrt. Ob die Bundeswehr weiterhin den Luftwaffenstützpunkt in Termes nutzen kann, ist noch ungeklärt.

RUßLAND
Politik ist in Rußland eine Männer-Domäne. Daß mit Angela Merkel jetzt eine Frau an der Spitze des bewunderten Nachbarlandes stehen soll, ist für die Russen gewöhnungsbedürftig. Zumal Kanzler Schröder höchstes Ansehen genießt.

UKRAINE
Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko entläßt die Regierung und beendet damit den Machtkampf zwischen dem „Schokoladenkönig“ Petro Poroschenko und der Revolutions-Ikone Julia Timoschenko.

GROSNY
Weil der Kreml im Kampf gegen den Separatismus auf zwielichtige Figuren setzte, wachsen in Tschetschenien neue Probleme. Jetzt muß der Militärstaatsanwalt für den Nordkaukasus eingreifen.

RUßLAND
Die Anwältin der Bürger, Ljudmilla Schorowlja und ihr Sohn Konstantin wurden bei einem Anschlag in Workuta erschossen.

RUßLAND - JAPAN

In der Frage eines Friedensvertrages stehen Russland und Japan offenbar vor einem Durchbruch. Um die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu erleichtern, sollen alte Streitigkeiten beigelegt werden. Beide Länder planen eine gigantische Pipeline von Sibirien bis zum Pazifik.

INTEGRATION
Auf einem Gipfeltreffen in Moskau beschlossen Vertreter der EU und Rußlands einen konkreten Maßnahmenkatalog.

BESLAN
In Nord-Ossetien beginnt Mitte Mai der Prozeß gegen einen der Geiselnehmer von Beslan. Noch immer liegen die Umstände im dunkeln, die zur Erstürmung der „Schule Nummer 1“ führten.

GUS
Um den schwindenden Einfluß in Nachbarstaaten zu stoppen, will Moskau in Zukunft selbst als „Träger europäischer Werte“ auftreten.

MITTLERER OSTEN

Teheran will seine ersten Aufklärungssatelliten vom russischen Territorium aus in die Erdumlaufbahn schießen.

UKRAINE

Unmittelbar vor seiner Moskau-Reise ernannte der neue ukrainische Präsident die radikale Oppositionsführerin Julia Timoschenko zur Ministerpräsidentin.

NORDSIBIRIEN

Rentierzüchter Tichon hat Angst um seine Weideflächen. Die Gaskonzerne im nordsibirischen Jamal-Nenzen-Gebiet, „bohren auf den besten Plätzen.“

WEIßRUßLAND
In Minsk reißen die Protestaktionen gegen die Amtszeitverlängerung von Präsident Lukaschenko nicht ab. Mehrere Oppositionsführer sitzen in Haft. Die USA haben Wirtschaftssanktionen beschlossen.

NACH BESLAN
Um „die Einheit Rußlands zu festigen“, will der russische Präsident die Gouverneure zukünftig selbst bestimmen.

RUßLAND

Drei Millionen registrierte Autos gibt es in Moskau. Damit Geschäftsleute nicht wertvolle Zeit in Staus verlieren, sollen sie bald auf Hubschrauber umsteigen können.

STRAFVOLLZUG IN RUßLAND

Jahrzehntelang wurden in Rußland Menschen weggesperrt. Abschreckung schien das beste Mittel zur Verhütung neuer Straftaten. Doch nun quellen die Gefängnisse über.

KAUKASUS
Die tschetschenischen Präsidentschaftswahlen sind bereits anberaumt, während man in Grosny noch die Trummer wegräumt, die der tödliche Anschlag auf Achmed Kadyrow hinterließ.

KAUKASUS
Nach dem tödlichen Anschlag auf Ahmed Kadyrow fordern russische Politiker,
Präsident Putin solle Tschetschenien unter seine direkte Verwaltung stellen.

GUS
Die Annäherung der Ukraine an die Nato versucht Moskau mit wirtschaftlicher
Einbindung zu unterlaufen.

RUßLAND NACH DER WAHL
Wenn man der Bevölkerung die Schritte erkläre, stimme sie auch unpopulären Reformen zu, meint der Kreml-Chef. Rußland wolle weiter gute Beziehungen zum Westen und auf imperiale Gesten verzichten.

RUßLAND
Ministerpräsident Kasjanow ist ein Wahlkampfopfer. Mit seiner Entlassung ruhrt Kreml-Chef Putin die Trommel, damit sich wenigstens die Hälfte der Russen an den Präsidentschaftswahlen am 14. März beteiligen.

RUßLAND
Sergej Iwanow zeigt zunehmend öffentliche Präsenz. Will er 2008
Kreml-Chef werden?

ASERBAIDSCHAN
Im Leben des verstorbenen aserbaidschanischen Präsidenten Gajdar Alijews
spiegeln sich Niedergang und Neubeginn der ehemaligen Sowjetrepubliken.
Weil die meisten Arbeitsplätze nicht klimatisiert sind, empfiehlt Russlands Oberarzt Gennadi Onistschenko eine Siesta nach spanischem Vorbild. Doch die Arbeitgeber fürchten ein Ausufern der Disziplinlosigkeit.
Ein Moskauer Gelegenheitsmodell lockte bekannte Kreml-Kritiker in eine Wohnung, wo sie mit versteckten Kameras beim Sex abgefilmt wurden.
Kiew hofft auf verbilligte Gaslieferungen aus Russland und will Moskau den Zugang zu seinen Pipelines gewähren.
Russland beginnt mit dem Bau eines Atomkraftwerkes im Gebiet Kaliningrad. Die Bevölkerung ist dagegen. Ökologen warnen vor ungelösten Problemen mit den radioaktiven Abfällen.
Das russische Staatsfernsehen wagt sich an die Realität. Eine TV-Serie über die Zustände an Russlands Bildungsstätten sorgt für Aufregung und hitzige Diskussionen.
Der russische Präsident Dmitri Medwedew fordert von den russischen Gouverneuren und Beamten mehr Reformbereitschaft.
Der scheidende ukrainische Präsident ernannte überraschend Stepan Bandera zum „Held der Ukraine“. In Russland wertet man den Schritt als letzte verzweifelte Attacke des abgewählten Politikers gegen Moskau, um noch einmal Aufmerksamkeit zu erregen.
Der Diktator, unter dem Millionen Menschen starben, erfreut sich in Russland zunehmenden Respekts.
Ist es schon ein Vorgeplänkel auf die Präsidentenwahlen von 2012 oder ein Nachhall der Forderungen von Präsident Medwedjew, Russland müsse sich modernisieren? Polizisten proben den Aufstand, Politiker erklären, die Innenbehörde sei unreformierbar krank, man könne sie eigentlich nur auflösen. So etwas hat es in Russland bisher nicht gegeben.
Die Einflussnahme auf Journalisten zwischen Moskau und Wladiwostok bringt eine Studie von „Reporter ohne Grenzen“ ans Licht. Man unterscheidet zwischen „Helden und Handlangern“.
Der Chef der deutschen Liberalen gilt in Russland als „pro-amerikanisch“. Moskauer Experten gehen jedoch nicht von einem Kurswechsel in den deutsch-russischen Beziehungen aus.
Im russischen Volkswagen-Werk Kaluga bei Moskau gibt es immer noch Start-Schwierigkeiten. Wegen überhitzter Hallen unterbrachen die Beschäftigten die Arbeit. IG Metall-Chef Berthold Huber traf sich mit russischen VW-Arbeitern und fordert Maßnahmen gegen Lohn- und Rechts-Dumping in Russland.
Nach Mord-Vorwürfen kündigt der Präsident Tschetscheniens, Ramsan Kadyrow an, er werde gegen den Vorsitzenden der Menschenrechtsorganisation Memorial, Oleg Orlow, eine Verleumdungsklage führen. Darauf ließ dieser das Büro seiner Organisation in Grosny schließen.
Auf seiner Afrika-Reise vereinbarte Dmitri Medwedew milliardenschwere Investitionen und Kredite. Eine Gaspipeline soll das Niger-Delta mit Europa verbinden.
Die russische Fernost-Region Chabarowsk hat ein paar starke Industrie-Betriebe, die sich vom EU-Russland-Gipfel positive Impulse erhofften.
Bei den Bürgermeister-Wahlen in der Olympia-Stadt erreichte der Oppositionspolitiker Boris Nemzow 13,6 Prozent der Stimmen
Auf Anordnung von Kreml-Chef Dmitri Medwedew wurde das Anti-Terror-Regime für Tschetschenien aufgehoben. 20.000 russische Soldaten sollen abgezogen werden. Die Polizei und etwas wirtschaftliche Freiheit sollen nun das Land befrieden. Ein Zitter-Modell, das nicht zukunftsfähig sein dürfte.
Aktivisten der kremlnahen Jugendorganisation Naschi überschütten den Oppositions-Politiker Boris Nemzow mit einer Ammoniak-Lösung
Zur Einweihung von Russlands erster Flüssig-Gas-Fabrik kam das erste Mal nach dem Zweiten Weltkrieg ein japanischer Ministerpräsident auf die russische Insel Sachalin, deren Südteil von 1905 bis 1945 zu Japan gehörte.
Hunderte nahmen Abschied von den Opfern des Moskauer Doppel-Mords an Rechtsanwalt Stanislaw Markelow und der Journalistin Anastasija Baburowa.
Zu den Germanen fühlen sich die Russen unwiderstehlich hingezogen, denn sie sind stark, aber nicht übermächtig.
Russland habe kein Problem mit dem Anti-Amerikanismus, beteuert der russische Präsident. Doch Kurzstreckenraketen in Kaliningrad seien schon nötig, als Antwort auf den US-Raketenschirm.
Seit acht Jahren findet der St. Petersburger Dialog statt. Beim kürzlich abgehaltenen Jahrestreffen 2008 fanden parallel zu den Diskussionen in Arbeitsgruppen und Vollversammlungen deutsch-russische Regierungskonsultationen statt. Trotz der Meinungsverschiedenheiten zum Georgien-Konflikt verlief das Treffen zwischen Angela Merkel, die mit sechs Ministern angereist war, und Kreml-Chef Dmitri Medwedjew entspannt. Alexander Rahr, Programmdirektor Russland/Eurasien der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), leitete die Arbeitsgruppe „Russland und Deutschland in der modernen Informationsgesellschaft“. Mit ihm sprach das Eurasische Magazin über seine Eindrücke vom derzeitigen deutsch-russischen Verhältnis.
Moskau-Korrespondent Ulrich Heyden macht sich seine Gedanken über das Cui bono? – wem nutzt was? - in der Kaukasuspropaganda des Westens.
Die Menschen auf den Straßen von Tiflis machen sich keine Illusionen über ihre Lage und das Regime Saakaschwili. Viele sehen in ihm nur einen Erfüllungsgehilfen der USA, der das Land in den Bankrott geführt hat.
In den 2.000 Moskauer Wohnheimen, in denen Arbeiter aus der russischen Provinz, Studenten und Flüchtlinge untergebracht sind, geht die Angst um. Grundstücks-Makler wollen die Heime aufkaufen und in teure Immobilien umwandeln.
Russlands Regierungschef gibt dem Druck von russischen Umweltschützern und UNESCO nach und ordnet die Verlegung von Olympia-Bauten an.
Experten der UNESCO empfehlen die Verlegung einzelner Olympia-Projekte in ökologisch weniger gefährdete Gebiete.
Auf einer internationalen Eisenbahnkonferenz in Sotschi stellte die russische Bahn grandiose Modernisierungspläne vor. Auch von einer Beteiligung bei der Deutschen Bahn ist die Rede. Die Absicht stößt auf Gegenliebe: Der deutsche Bahnchef Mehdorn will ebenfalls seit langem eine Zusammenarbeit mit Russland.
Swetlana Medwedjewa, die Ehefrau des neuen russischen Präsidenten, hat das Zeug zur Zarin. Sie trägt schicke Kleider, geht gerne auf Partys und sorgt sich neuerdings auch um die „geistige Ertüchtigung“ der Jugend. Swetlana ist das Gegenstück ihrer beiden Vorgängerinnen Ljudmilla Putina und Naina Jelzina, die sich nur dann in der Öffentlichkeit zeigten, wenn das Protokoll es vorschrieb.
Mit Öl-Dollars hat Putin die russische Armee wieder aufgerüstet. Doch zur alten Größe fehlt es noch weit. Die wilden 90er Jahre wirken nach.
Beim Abschiedstreffen von Bush und Putin in Sotschi überschütteten sich die beiden Präsidenten mit Komplimenten, doch bei der umstrittenen Raketenabwehr kamen sie nicht weiter.
Kurz vor dem Amtsende von Wladimir Putin demonstriert die russische Generalstaatsanwaltschaft Aktivitität. Ein Sprecher erklärte vor wenigen Tagen, man habe den Namen des Mörders von Anna Politkowskaja ermittelt. Im Interesse der Ermittlungen wollte die Staatsanwaltschaft den Namen jedoch nicht der Öffentlichkeit bekannt geben.
Als Wladimir Putin in den Kreml kam, versprach er die „Diktatur des Gesetzes“. Sein Kronprinz gibt sich liberal und verspricht „die Entwicklung des menschlichen Potentials“. Hat der Professoren-Sohn aus St. Petersburg das Zeug für ein eigenes Profil?
Auf der letzten großen Pressekonferenz vor dem Ende seiner Präsidentschaft geizte Putin nicht mit Selbstlob. Der Kreml-Chef zeichnete das Bild eines stabilen Staates mit einer zufriedenen Bevölkerung. Russische Journalisten stellten nur vorsichtige Fragen.
Russlands Politiker sind im Westen unbekannter als Fußballlegionäre oder Tennisspielerinnen, als Schachspieler oder Eisläufer – mit Ausnahme von Putin, über den es vielgelesene Biographien im Westen gibt. Das Eurasische Magazin veröffentlicht nachstehend kurze Porträts der wichtigsten Bewerber um das Präsidentenamt bei der Wahl am 2. März 2008.
Russland geht zehn Tage in die kollektiven Neujahrsferien. Vorher zerschlug der kommunistische Alterspräsident der Duma noch ein Champagnerglas. Ein staatlich geduldeter Protest gegen die ungerechte Verteilung des Reichtums „auf der Welt“.
Dass westlich orientierte Liberale in Russland nicht Fuß fassen, liegt keineswegs nur an Medien-Kontrolle und Polizeiknüppel. Die liberale Politikerin Irina Chakamada erklärt, was wirklich vor sich geht.
Bei einem Aufstand in der Jugendstrafanstalt von Kirowgrad im Ural starben vier Menschen. Das Justizministerium sprach von geplanten Unruhen.
In Georgien überschlagen sich die Ereignisse. Zwischen den einstigen „Rosenrevolutionären“ ist ein erbitterter Streit ausgebrochen. Zwei Tage nachdem der ehemalige georgische Verteidigungsminister Irakli Okruaschwili dem Präsidenten Michail Saakaschwili Korruption und Mord-Pläne gegen politische Gegner vorgeworfen hatte, wurde er von der Polizei verhaftet.
Kaliningrad, das alte Königsberg, erlebt einen wirtschaftlichen Aufschwung und kommt Europa näher. Die russische Regierung lässt sich die Modernisierung der Stadt einiges kosten. Man will verstärkt Touristen aus Europa anlocken. Als Sonderwirtschaftszone bekommen Investoren in Russlands westlichstem Territorium Steuer- und Zollvergünstigungen.
Seit der Bürgermeister der nordrussischen Stadt Archangelsk erklärte, er wolle zu den Präsidentschaftswahlen kandidieren, hat er nur noch Ärger. Drei Strafverfahren wurden gegen ihn eröffnet.
In acht Monaten wird in Russland ein neuer Präsident gewählt. Bisher waren nur zwei Kandidaten für die Putin-Nachfolge bekannt: Dmitri Medwedjew und Sergej Iwanow, beide „stellvertretende erste Ministerpräsidenten“. Den Einen nennt man im Kreml „liberal“, der andere gefällt sich als „Hardliner“. Inzwischen werden weitere mögliche Kandidaten für die Putin-Nachfolge genannt.
„Verjagt die Missgeburten“, schrieen rechte Schläger als Schwule und Lesben sich vor dem Moskauer Rathaus versammelten. Der Grüne Volker Beck aus Deutschland wurde von der Polizei verhaftet, zu seinem Schutz, wie es hieß.
Es geht in Estland nicht nur um die Verlegung eines russischen Kriegerdenkmals, sondern um viel tiefer liegende Probleme. Ein Drittel der Bevölkerung sind Russen. Bis heute ist es nicht gelungen sie in den neuen Staat zu integrieren. 130.000 Russen haben nur den sogenannten „grauen Pass“. Bei den Parlamentswahlen haben sie kein Stimmrecht.
Er war der erste frei gewählte Präsident Russlands. Am 23. April 2007 ist er gestorben. Staatsführer aus aller Welt und einfache Russen nahmen Abschied von einem Mann, der Russland die Demokratie und die Oligarchen bescherte. Im Westen wurde er gern als „Zar Boris“ tituliert. Nun hat man ihn in Moskau zu Grabe getragen.
Russland will sein Monopol bei den Transportrouten für Öl und Gas nicht aufgeben. Mitte März wurde im Beisein von Putin ein Vertrag über die neue „Balkan-Ölpipeline“ via Bulgarien und Griechenland unterzeichnet. Der ungarische Premier liebäugelt unterdessen mit dem Projekt einer neuen russischen Gaspipeline und torpediert damit das Projekt der Nabucco-Gaspipeline, mit der sich die EU aus russischer Abhängigkeit befreien will.
Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier traf in Moskau seinen russischen Kollegen Lawrow. Die Gespräche verliefen wie das Wetter: kühl bis frostig. Keine Fortschritte bei strittigen Fragen. Außenminister Lawrow sorgt sich vor allem um die Bürgerrechte der Russen in den baltischen Republiken und will ein vereinfachtes EU-Visa-Regime für Bürger Russlands.
Nicht nur rund 70 Prozent der Deutschen haben in einer Umfrage Beifall für die Münchner Rede des russischen Präsidenten bekundet. Auch in den russischen Medien wird Putin gelobt, weil er den Menschen aus dem Herzen gesprochen und den „Volkszorn“ gegenüber den USA artikuliert habe.
Russland hofft auf Milliardenaufträge für Waffen und Atomkraftwerke. Die beiden Länder wollen außerdem gemeinsam Flugzeuge bauen, und Indien soll einen begrenzten Zugang zum russischen satellitengestützten Navigationssystem GLONASS bekommen.
Trotz eines Aufgebots von 8.500 Polizisten und Soldaten kamen die Anhänger der russischen Opposition zu einer Demonstration zusammen. Nach Ansicht des Moskauer Bürgermeisters ist der „Marsch der Unzufriedenen völlig in sich zusmmengebrochen“. Das Staatsfernsehen nannte die Demonstranten „Liberale und Faschisten“. In der Tat wirkte die bunte politische Palette aller Couleur nicht sehr schlagkräftig.
Sollte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen für das Kosovo einen unabhängigen Status durchzusetzen versuchen, könnte sich Moskau mit der Anerkennung von Abchasien und Ossetien revanchieren und damit Georgien in die Bredouille bringen. Auf dem kaukasischen Schachbrett spiegeln sich somit die Züge wider, die auf dem Balkan getätigt werden. Schach im Kosovo – Schach in Georgien. Wer Großmeister wird, ist offen.
In seiner alljährlichen Fernseh-Live-Show erklärte der Kreml-Chef, dass er nach dem Ende seiner Amtszeit politisch aktiv bleiben will. Zur Zeit wird in Russland darüber spekuliert, ob Wladimir Putin dann möglicherweise die Partei „Einiges Russland“ führen werde.
Mit dem Referendum in der selbsternannten Republik Transnistrien versuchte Präsident Igor Smirnow seine Machtposition zu festigen. Die Menschen glauben, dass es nun zur Vereinigung ihrer Republik mit Russland kommt. Doch Moskau hält sich zurück und mahnt den „gesunden Menschenverstand“ an.
Der Kreml-Chef will den Großteil der russischen Truppen aus Tschetschenien abziehen. Damit überlässt er dem 30-jährigen Ramsan Kadyrow die Macht, der 20.000 Polizisten und Soldaten des tschetschenischen Innenministeriums befehligt.
Russland soll nicht länger ausbluten. Mit einem Einwanderungsprogramm will der Kreml russischsprachige Arbeitskräfte aus den Nachbarländern anwerben. Unklar ist noch, wie es umgesetzt werden soll und ob Muslime auch „Landsleute“ sind.
Vom 15. bis zum 17. Juli fand in St. Petersburg der G8-Gipfel 2006 statt.
Russland führte in diesem Jahr erstmals den Vorsitz. Viele der Themen waren strittig, und es mussten alle diplomatischen Finessen aufgeboten werden, um wenigstens den einen oder anderen Kompromiss vorweisen zu können. Wo es keine Verständigung gab, versuchte Präsident Putin als Gastgeber den Dissens zu überspielen. Aus dem, was zwischen den Zeilen gesprochen wurde, waren die unterschiedlichen Positionen am besten zu erkennen.
Am südlichen Stadtrand von Moskau bauen Bürger Barrikaden, um den geplanten Abriss von Holzhäusern zu verhindern, in denen sie seit Jahrzehnten wohnen. Hier sollen neue Wohnblocks entstehen, für Bürger aus dem Stadtzentrum, denn dort müssen viele Wohnungen den Errungenschaften des modernen Moskaus weichen: Glaspalästen, Einkaufsstraßen, Nobelrestaurants.
Kremlchef Putin hat bei seinen Russen gewaltig an Sympathie gewonnen, nachdem er mit einem Federstrich den Baikal-See vor einer möglichen Ölkatastrophe bewahrt hat. Eine solche sahen Umweltschützer durch eine Ölpipeline gegeben, deren Route am Seeufer entlangführen sollte. Wladimir Putin hat bestimmt, dass die Leitung nun um 40 Kilometer weiter nach Norden verlegt wird. Dies sei man künftigen Generationen schuldig. Immerhin ist der Baikal das größte Trinkwasserreservoir der Erde.
Der Kremlchef will den Geburtenrückgang stoppen und die USA durch die Modernisierung der Armee beeindrucken. Außerdem hat er der Korruption den Kampf angesagt und entsprechende Strafverschärfungen angekündigt. Die Zusammenarbeit mit der Europäischen Union, China und Indien soll weiter fortgeführt werden.
Mit einer eigenen Sicherheitstruppe bekämpft der neu gewählte Ministerpräsident Tschetscheniens die Separatisten in der abtrünnigen Kaukasusrepublik. Immer öfter gelingt es der Truppe, die Untergrundkämpfer sogar zur Aufgabe zu überreden. Bei Kremlchef Wladimir Putin hat Kadyrow deshalb mehr als einen Stein im Brett.
Weil er in seiner Heimat totgeschwiegen wird, kam der weißrussische Oppositionskandidat Aleksandr Milinkewitsch nach Moskau. Er baut auf die Berichterstattung russischer Fernsehsender, die auch in Weißrußland zu empfangen sind.
Nach „Wächter der Nacht“ („Notschnoi Dosor") brachte Regisseur Timur Bekmambetow jetzt seinen neuen Fantasyfilm in die russischen Kinos: „Wächter des Tages“ („Dnjewnoi Dosor"). Auch er ist ein Kassenschlager. In den ersten zehn Tagen spielte er 20 Millionen Dollar ein.
Der russische Konzern Gasprom will seine Lieferpreise anheben und sorgt so für einen heftigen Streit zwischen Rußland und der Ukraine. Unterdessen wurden im russischen Wyborg die Arbeiten an der Ostsee-Pipeline begonnen.
Rußlands Reiche haben sich im Moskauer Umland eine Insel des Wohlstands errichtet. In der Rubljowo-Uspenskoje Chaussee reihen sich die teuersten Villen des Landes, hier stauen sich die Nobelkarossen der Neuen Russen.
Erstmals läuft in Rußlands Kinos eine aufwendig inszenierte Filmproduktion zum sowjetischen Afghanistan-Krieg. Die Geschichte über den frühen Tod sibirischer Soldaten im Hindukusch-Gebirge ist ein Kassenschlager.
In einer landesweiten Fernsehfragerunde konnten die Russen den Wissensstand von Wladimir Putin überprüfen. Der Staatspräsident zeigte sich umfassend informiert und ließ durchblicken, daß er sich zum Ende seiner Amtszeit nicht völlig aus der Politik zurückziehen werde.
Eine Homosexuellen-Parade in der russischen Hauptstadt würde die Nation schwächen. So denkt die Mehrheit der Moskauer. Bürgermeister Luschkow erntet wenig Widerspruch, wenn er geplante öffentliche Auftritte bekennender Schwuler und Lesben umgehend verbietet.
In einem Wutanfall löste der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko die wegen Korruption berüchtigte Verkehrspolizei des Landes auf.
Am 10. Juli sind Präsidentschaftswahlen in Kirgisien. Kurmanbek Bakijew, der Anführer der Tulpenrevolution vom März und geschäftsführende Präsident des Landes, hat gute Chancen sie zu gewinnen. Die Menschen im Land sind arm aber stolz. Auch auf ihre sich entwickelnde Demokratie.
Der russische Präsident gewährte Marina Denikina, der Tochter eines berühmten „weißen“ Generals, die russische Staatsbürgerschaft. Derweil wird in Rußland wieder einmal um den Besitz des Adels gerungen.
Der Staatenbund GUUAM will die russische Militärpräsenz in den Mitgliedsstaaten beenden. Der ukrainische Präsident Juschtschenko fordert die Regierung „Pridnjestrowiens“ auf, freie Wahlen abzuhalten und internationale Rüstungskontrolleure einreisen zu lassen.
Wegen des anhaltenden Bevölkerungsrückgangs ist das russische Wirtschaftswachstum bedroht.
Wegen der schlecht durchdachten Sozialreform sinkt die Popularität des Kreml-Chefs in ungeahnte Tiefen.
In eiskaltem Seewasser waschen die Russen ihre Sünden ab, kräftigen und beweisen sich.
Vor dem Moskauer Stadtgericht begann der Prozeß gegen eine 22jährige Tschetschenin, der man die Planung von Terroranschlägen zur Last legt.
Hinter den Demonstrationen in Kiew vermutet man in Moskau amerikanische und polnische Drahtzieher.
Moskau hofft auf Milliardeneinnahmen beim Handel mit Emissionsquoten.
Der berüchtigte tschetschenische Terrorist Schamil Basajew bekennt sich zu der Geiselnahme in Beslan.
Mitten in der Sommerpause will die russische Regierung einschneidende Sozialreformen durchsetzen.
Der ehemalige Yukos-Chef Chodorkowski steht vor Gericht – seine fruheren engsten Vertrauten gehen auf Distanz zu ihm und suchen den Schulterschluß mit dem Kreml.
Nach Angaben des Kreml-Chefs leben 30 Prozent der Russen unter dem
Existenzminimum - das Wirtschaftswachstum in Rußland soll sich bis
2010 verdoppeln
Der Graben zwischen Opposition und Macht wird immer tiefer. Präsident
Kotscharjan hat ein Demonstrationsverbot verhängt.
Nach dem Besuch des georgischen Präsidenten Saakaschwili in der abtrunnigen Provinz Adscharien hatte sich die Kriegsangst zunächst gelegt. Doch nun ist der Ton zwischen Tiflis und Batumi so rauh wie nie zuvor.
Die politischen Beziehungen zwischen Moskau und Washington kuhlen langsam ab.
Junge Wehrpflichtige mußten beim Transport in den russischen Fernen
Osten bei minus 25 Grad stundenlang auf Flugplätzen warten. Über
70 Soldaten wurden in Krankenhäuser eingeliefert, einer starb an einer
Lungenentzundung. Putin ordnete die Untersuchung des Falls an.
Während die meisten Kandidaten fur die Präsidentschaftswahl im März schon das Handtuch geworfen haben, hofft die Newcomerin Irina Chakamada auf einen Achtungserfolg gegen Putin.
Selbst die national gesinnten Oppositionsfuhrer wurdigten den Einsatz des russischen Außenministers Igor Iwanow, der eine Schlusselrolle bei der Lösung der georgischen Machtkrise spielte.