ARCHIV: Artikel von Ulrich Heyden
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Weil die meisten Arbeitsplätze nicht klimatisiert sind, empfiehlt Russlands Oberarzt Gennadi Onistschenko eine Siesta nach spanischem Vorbild. Doch die Arbeitgeber fürchten ein Ausufern der Disziplinlosigkeit.
Ein Moskauer Gelegenheitsmodell lockte bekannte Kreml-Kritiker in eine Wohnung, wo sie mit versteckten Kameras beim Sex abgefilmt wurden.
Kiew hofft auf verbilligte Gaslieferungen aus Russland und will Moskau den Zugang zu seinen Pipelines gewähren.
Russland beginnt mit dem Bau eines Atomkraftwerkes im Gebiet Kaliningrad. Die Bevölkerung ist dagegen. Ökologen warnen vor ungelösten Problemen mit den radioaktiven Abfällen.
Das russische Staatsfernsehen wagt sich an die Realität. Eine TV-Serie über die Zustände an Russlands Bildungsstätten sorgt für Aufregung und hitzige Diskussionen.
Der russische Präsident Dmitri Medwedew fordert von den russischen Gouverneuren und Beamten mehr Reformbereitschaft.
Der scheidende ukrainische Präsident ernannte überraschend Stepan Bandera zum „Held der Ukraine“. In Russland wertet man den Schritt als letzte verzweifelte Attacke des abgewählten Politikers gegen Moskau, um noch einmal Aufmerksamkeit zu erregen.
Der Diktator, unter dem Millionen Menschen starben, erfreut sich in Russland zunehmenden Respekts.
Ist es schon ein Vorgeplänkel auf die Präsidentenwahlen von 2012 oder ein Nachhall der Forderungen von Präsident Medwedjew, Russland müsse sich modernisieren? Polizisten proben den Aufstand, Politiker erklären, die Innenbehörde sei unreformierbar krank, man könne sie eigentlich nur auflösen. So etwas hat es in Russland bisher nicht gegeben.
Die Einflussnahme auf Journalisten zwischen Moskau und Wladiwostok bringt eine Studie von „Reporter ohne Grenzen“ ans Licht. Man unterscheidet zwischen „Helden und Handlangern“.
Der Chef der deutschen Liberalen gilt in Russland als „pro-amerikanisch“. Moskauer Experten gehen jedoch nicht von einem Kurswechsel in den deutsch-russischen Beziehungen aus.
Im russischen Volkswagen-Werk Kaluga bei Moskau gibt es immer noch Start-Schwierigkeiten. Wegen überhitzter Hallen unterbrachen die Beschäftigten die Arbeit. IG Metall-Chef Berthold Huber traf sich mit russischen VW-Arbeitern und fordert Maßnahmen gegen Lohn- und Rechts-Dumping in Russland.
Nach Mord-Vorwürfen kündigt der Präsident Tschetscheniens, Ramsan Kadyrow an, er werde gegen den Vorsitzenden der Menschenrechtsorganisation Memorial, Oleg Orlow, eine Verleumdungsklage führen. Darauf ließ dieser das Büro seiner Organisation in Grosny schließen.
Auf seiner Afrika-Reise vereinbarte Dmitri Medwedew milliardenschwere Investitionen und Kredite. Eine Gaspipeline soll das Niger-Delta mit Europa verbinden.
Industrie-Aufschwung im fernen Osten
Die russische Fernost-Region Chabarowsk hat ein paar starke Industrie-Betriebe, die sich vom EU-Russland-Gipfel positive Impulse erhofften.
Bei den Bürgermeister-Wahlen in der Olympia-Stadt erreichte der Oppositionspolitiker Boris Nemzow 13,6 Prozent der Stimmen
Auf Anordnung von Kreml-Chef Dmitri Medwedew wurde das Anti-Terror-Regime für Tschetschenien aufgehoben. 20.000 russische Soldaten sollen abgezogen werden. Die Polizei und etwas wirtschaftliche Freiheit sollen nun das Land befrieden. Ein Zitter-Modell, das nicht zukunftsfähig sein dürfte.
Aktivisten der kremlnahen Jugendorganisation Naschi überschütten den Oppositions-Politiker Boris Nemzow mit einer Ammoniak-Lösung
Zur Einweihung von Russlands erster Flüssig-Gas-Fabrik kam das erste Mal nach dem Zweiten Weltkrieg ein japanischer Ministerpräsident auf die russische Insel Sachalin, deren Südteil von 1905 bis 1945 zu Japan gehörte. 
Die Angst aus der Seele verjagt
Hunderte nahmen Abschied von den Opfern des Moskauer Doppel-Mords an Rechtsanwalt Stanislaw Markelow und der Journalistin Anastasija Baburowa.
Zu den Germanen fühlen sich die Russen unwiderstehlich hingezogen, denn sie sind stark, aber nicht übermächtig.
Russland habe kein Problem mit dem Anti-Amerikanismus, beteuert der russische Präsident. Doch Kurzstreckenraketen in Kaliningrad seien schon nötig, als Antwort auf den US-Raketenschirm.
„Wir reden aneinander vorbei“
Seit acht Jahren findet der St. Petersburger Dialog statt. Beim kürzlich abgehaltenen Jahrestreffen 2008 fanden parallel zu den Diskussionen in Arbeitsgruppen und Vollversammlungen deutsch-russische Regierungskonsultationen statt. Trotz der Meinungsverschiedenheiten zum Georgien-Konflikt verlief das Treffen zwischen Angela Merkel, die mit sechs Ministern angereist war, und Kreml-Chef Dmitri Medwedjew entspannt. Alexander Rahr, Programmdirektor Russland/Eurasien der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), leitete die Arbeitsgruppe „Russland und Deutschland in der modernen Informationsgesellschaft“. Mit ihm sprach das Eurasische Magazin über seine Eindrücke vom derzeitigen deutsch-russischen Verhältnis.
Moskau-Korrespondent Ulrich Heyden macht sich seine Gedanken über das Cui bono? – wem nutzt was? - in der Kaukasuspropaganda des Westens.
Die Menschen auf den Straßen von Tiflis machen sich keine Illusionen über ihre Lage und das Regime Saakaschwili. Viele sehen in ihm nur einen Erfüllungsgehilfen der USA, der das Land in den Bankrott geführt hat.
In den 2.000 Moskauer Wohnheimen, in denen Arbeiter aus der russischen Provinz, Studenten und Flüchtlinge untergebracht sind, geht die Angst um. Grundstücks-Makler wollen die Heime aufkaufen und in teure Immobilien umwandeln.
Russlands Regierungschef gibt dem Druck von russischen Umweltschützern und UNESCO nach und ordnet die Verlegung von Olympia-Bauten an.
Experten der UNESCO empfehlen die Verlegung einzelner Olympia-Projekte in ökologisch weniger gefährdete Gebiete.
Wie die Schienenwege zwischen Deutschland und Russland verflochten werden
Auf einer internationalen Eisenbahnkonferenz in Sotschi stellte die russische Bahn grandiose Modernisierungspläne vor. Auch von einer Beteiligung bei der Deutschen Bahn ist die Rede. Die Absicht stößt auf Gegenliebe: Der deutsche Bahnchef Mehdorn will ebenfalls seit langem eine Zusammenarbeit mit Russland.
Von der Party-Maus zur neuen Zarin
Swetlana Medwedjewa, die Ehefrau des neuen russischen Präsidenten, hat das Zeug zur Zarin. Sie trägt schicke Kleider, geht gerne auf Partys und sorgt sich neuerdings auch um die „geistige Ertüchtigung“ der Jugend. Swetlana ist das Gegenstück ihrer beiden Vorgängerinnen Ljudmilla Putina und Naina Jelzina, die sich nur dann in der Öffentlichkeit zeigten, wenn das Protokoll es vorschrieb.
Mit Öl-Dollars hat Putin die russische Armee wieder aufgerüstet. Doch zur alten Größe fehlt es noch weit. Die wilden 90er Jahre wirken nach.
Kein Durchbruch in Sotschi
Beim Abschiedstreffen von Bush und Putin in Sotschi überschütteten sich die beiden Präsidenten mit Komplimenten, doch bei der umstrittenen Raketenabwehr kamen sie nicht weiter.
Politkowskaja-Mörder jetzt offiziell bekannt
Kurz vor dem Amtsende von Wladimir Putin demonstriert die russische Generalstaatsanwaltschaft Aktivitität. Ein Sprecher erklärte vor wenigen Tagen, man habe den Namen des Mörders von Anna Politkowskaja ermittelt. Im Interesse der Ermittlungen wollte die Staatsanwaltschaft den Namen jedoch nicht der Öffentlichkeit bekannt geben.
Wer ist Medwedjew?
Als Wladimir Putin in den Kreml kam, versprach er die „Diktatur des Gesetzes“. Sein Kronprinz gibt sich liberal und verspricht „die Entwicklung des menschlichen Potentials“. Hat der Professoren-Sohn aus St. Petersburg das Zeug für ein eigenes Profil?
„Gearbeitet wie ein Sklave auf einer Galeere“
Auf der letzten großen Pressekonferenz vor dem Ende seiner Präsidentschaft geizte Putin nicht mit Selbstlob. Der Kreml-Chef zeichnete das Bild eines stabilen Staates mit einer zufriedenen Bevölkerung. Russische Journalisten stellten nur vorsichtige Fragen.
Wer ist wer bei den Präsidentenwahlen in Russland?
Russlands Politiker sind im Westen unbekannter als Fußballlegionäre oder Tennisspielerinnen, als Schachspieler oder Eisläufer – mit Ausnahme von Putin, über den es vielgelesene Biographien im Westen gibt. Das Eurasische Magazin veröffentlicht nachstehend kurze Porträts der wichtigsten Bewerber um das Präsidentenamt bei der Wahl am 2. März 2008.
Champagnerglas in der Plastiktüte
Russland geht zehn Tage in die kollektiven Neujahrsferien. Vorher zerschlug der kommunistische Alterspräsident der Duma noch ein Champagnerglas. Ein staatlich geduldeter Protest gegen die ungerechte Verteilung des Reichtums „auf der Welt“.
Dass westlich orientierte Liberale in Russland nicht Fuß fassen, liegt keineswegs nur an Medien-Kontrolle und Polizeiknüppel. Die liberale Politikerin Irina Chakamada erklärt, was wirklich vor sich geht.
Bei einem Aufstand in der Jugendstrafanstalt von Kirowgrad im Ural starben vier Menschen. Das Justizministerium sprach von geplanten Unruhen.
In Georgien überschlagen sich die Ereignisse. Zwischen den einstigen „Rosenrevolutionären“ ist ein erbitterter Streit ausgebrochen. Zwei Tage nachdem der ehemalige georgische Verteidigungsminister Irakli Okruaschwili dem Präsidenten Michail Saakaschwili Korruption und Mord-Pläne gegen politische Gegner vorgeworfen hatte, wurde er von der Polizei verhaftet.
Kaliningrad, das alte Königsberg, erlebt einen wirtschaftlichen Aufschwung und kommt Europa näher. Die russische Regierung lässt sich die Modernisierung der Stadt einiges kosten. Man will verstärkt Touristen aus Europa anlocken. Als Sonderwirtschaftszone bekommen Investoren in Russlands westlichstem Territorium Steuer- und Zollvergünstigungen.
Seit der Bürgermeister der nordrussischen Stadt Archangelsk erklärte, er wolle zu den Präsidentschaftswahlen kandidieren, hat er nur noch Ärger. Drei Strafverfahren wurden gegen ihn eröffnet.
In acht Monaten wird in Russland ein neuer Präsident gewählt. Bisher waren nur zwei Kandidaten für die Putin-Nachfolge bekannt: Dmitri Medwedjew und Sergej Iwanow, beide „stellvertretende erste Ministerpräsidenten“. Den Einen nennt man im Kreml „liberal“, der andere gefällt sich als „Hardliner“. Inzwischen werden weitere mögliche Kandidaten für die Putin-Nachfolge genannt.
„Verjagt die Missgeburten“, schrieen rechte Schläger als Schwule und Lesben sich vor dem Moskauer Rathaus versammelten. Der Grüne Volker Beck aus Deutschland wurde von der Polizei verhaftet, zu seinem Schutz, wie es hieß.
Es geht in Estland nicht nur um die Verlegung eines russischen Kriegerdenkmals, sondern um viel tiefer liegende Probleme. Ein Drittel der Bevölkerung sind Russen. Bis heute ist es nicht gelungen sie in den neuen Staat zu integrieren. 130.000 Russen haben nur den sogenannten „grauen Pass“. Bei den Parlamentswahlen haben sie kein Stimmrecht.
Er war der erste frei gewählte Präsident Russlands. Am 23. April 2007 ist er gestorben. Staatsführer aus aller Welt und einfache Russen nahmen Abschied von einem Mann, der Russland die Demokratie und die Oligarchen bescherte. Im Westen wurde er gern als „Zar Boris“ tituliert. Nun hat man ihn in Moskau zu Grabe getragen.
Russland will sein Monopol bei den Transportrouten für Öl und Gas nicht aufgeben. Mitte März wurde im Beisein von Putin ein Vertrag über die neue „Balkan-Ölpipeline“ via Bulgarien und Griechenland unterzeichnet. Der ungarische Premier liebäugelt unterdessen mit dem Projekt einer neuen russischen Gaspipeline und torpediert damit das Projekt der Nabucco-Gaspipeline, mit der sich die EU aus russischer Abhängigkeit befreien will.
Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier traf in Moskau seinen russischen Kollegen Lawrow. Die Gespräche verliefen wie das Wetter: kühl bis frostig. Keine Fortschritte bei strittigen Fragen. Außenminister Lawrow sorgt sich vor allem um die Bürgerrechte der Russen in den baltischen Republiken und will ein vereinfachtes EU-Visa-Regime für Bürger Russlands.
Nicht nur rund 70 Prozent der Deutschen haben in einer Umfrage Beifall für die Münchner Rede des russischen Präsidenten bekundet. Auch in den russischen Medien wird Putin gelobt, weil er den Menschen aus dem Herzen gesprochen und den „Volkszorn“ gegenüber den USA artikuliert habe.
Putins Geschäfte in Indien
Russland hofft auf Milliardenaufträge für Waffen und Atomkraftwerke. Die beiden Länder wollen außerdem gemeinsam Flugzeuge bauen, und Indien soll einen begrenzten Zugang zum russischen satellitengestützten Navigationssystem GLONASS bekommen.
Kasparow-Demonstration – seine Schachfiguren wirkten matt
Trotz eines Aufgebots von 8.500 Polizisten und Soldaten kamen die Anhänger der russischen Opposition zu einer Demonstration zusammen. Nach Ansicht des Moskauer Bürgermeisters ist der „Marsch der Unzufriedenen völlig in sich zusmmengebrochen“. Das Staatsfernsehen nannte die Demonstranten „Liberale und Faschisten“. In der Tat wirkte die bunte politische Palette aller Couleur nicht sehr schlagkräftig.
Sollte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen für das Kosovo einen unabhängigen Status durchzusetzen versuchen, könnte sich Moskau mit der Anerkennung von Abchasien und Ossetien revanchieren und damit Georgien in die Bredouille bringen. Auf dem kaukasischen Schachbrett spiegeln sich somit die Züge wider, die auf dem Balkan getätigt werden. Schach im Kosovo – Schach in Georgien. Wer Großmeister wird, ist offen.
In seiner alljährlichen Fernseh-Live-Show erklärte der Kreml-Chef, dass er nach dem Ende seiner Amtszeit politisch aktiv bleiben will. Zur Zeit wird in Russland darüber spekuliert, ob Wladimir Putin dann möglicherweise die Partei „Einiges Russland“ führen werde.
Mit dem Referendum in der selbsternannten Republik Transnistrien versuchte Präsident Igor Smirnow seine Machtposition zu festigen. Die Menschen glauben, dass es nun zur Vereinigung ihrer Republik mit Russland kommt. Doch Moskau hält sich zurück und mahnt den „gesunden Menschenverstand“ an.
Der Kreml-Chef will den Großteil der russischen Truppen aus Tschetschenien abziehen. Damit überlässt er dem 30-jährigen Ramsan Kadyrow die Macht, der 20.000 Polizisten und Soldaten des tschetschenischen Innenministeriums befehligt.
Russland soll nicht länger ausbluten. Mit einem Einwanderungsprogramm will der Kreml russischsprachige Arbeitskräfte aus den Nachbarländern anwerben. Unklar ist noch, wie es umgesetzt werden soll und ob Muslime auch „Landsleute“ sind.
G8-Gipfel: Mühevolle Kompromisse und interessante Zwischentöne
Vom 15. bis zum 17. Juli fand in St. Petersburg der G8-Gipfel 2006 statt. Russland führte in diesem Jahr erstmals den Vorsitz. Viele der Themen waren strittig, und es mussten alle diplomatischen Finessen aufgeboten werden, um wenigstens den einen oder anderen Kompromiss vorweisen zu können. Wo es keine Verständigung gab, versuchte Präsident Putin als Gastgeber den Dissens zu überspielen. Aus dem, was zwischen den Zeilen gesprochen wurde, waren die unterschiedlichen Positionen am besten zu erkennen.
Schlacht um russische Holzhäuser
Am südlichen Stadtrand von Moskau bauen Bürger Barrikaden, um den geplanten Abriss von Holzhäusern zu verhindern, in denen sie seit Jahrzehnten wohnen. Hier sollen neue Wohnblocks entstehen, für Bürger aus dem Stadtzentrum, denn dort müssen viele Wohnungen den Errungenschaften des modernen Moskaus weichen: Glaspalästen, Einkaufsstraßen, Nobelrestaurants.
Die russische Ölpipeline nach China wird den Baikal-See weiträumig umgehen
Kremlchef Putin hat bei seinen Russen gewaltig an Sympathie gewonnen, nachdem er mit einem Federstrich den Baikal-See vor einer möglichen Ölkatastrophe bewahrt hat. Eine solche sahen Umweltschützer durch eine Ölpipeline gegeben, deren Route am Seeufer entlangführen sollte. Wladimir Putin hat bestimmt, dass die Leitung nun um 40 Kilometer weiter nach Norden verlegt wird. Dies sei man künftigen Generationen schuldig. Immerhin ist der Baikal das größte Trinkwasserreservoir der Erde.
Der Kremlchef will den Geburtenrückgang stoppen und die USA durch die Modernisierung der Armee beeindrucken. Außerdem hat er der Korruption den Kampf angesagt und entsprechende Strafverschärfungen angekündigt. Die Zusammenarbeit mit der Europäischen Union, China und Indien soll weiter fortgeführt werden.
Mit einer eigenen Sicherheitstruppe bekämpft der neu gewählte Ministerpräsident Tschetscheniens die Separatisten in der abtrünnigen Kaukasusrepublik. Immer öfter gelingt es der Truppe, die Untergrundkämpfer sogar zur Aufgabe zu überreden. Bei Kremlchef Wladimir Putin hat Kadyrow deshalb mehr als einen Stein im Brett.
Weil er in seiner Heimat totgeschwiegen wird, kam der weißrussische Oppositionskandidat Aleksandr Milinkewitsch nach Moskau. Er baut auf die Berichterstattung russischer Fernsehsender, die auch in Weißrußland zu empfangen sind.
Zauberkreide rettet Moskau
Nach „Wächter der Nacht“ („Notschnoi Dosor") brachte Regisseur Timur Bekmambetow jetzt seinen neuen Fantasyfilm in die russischen Kinos: „Wächter des Tages“ („Dnjewnoi Dosor"). Auch er ist ein Kassenschlager. In den ersten zehn Tagen spielte er 20 Millionen Dollar ein.
Der russische Konzern Gasprom will seine Lieferpreise anheben und sorgt so für einen heftigen Streit zwischen Rußland und der Ukraine. Unterdessen wurden im russischen Wyborg die Arbeiten an der Ostsee-Pipeline begonnen.
Eingeschlossen hinter hohen Mauern
Rußlands Reiche haben sich im Moskauer Umland eine Insel des Wohlstands errichtet. In der Rubljowo-Uspenskoje Chaussee reihen sich die teuersten Villen des Landes, hier stauen sich die Nobelkarossen der Neuen Russen.
Sinnloses Sterben am Hindukusch
Erstmals läuft in Rußlands Kinos eine aufwendig inszenierte Filmproduktion zum sowjetischen Afghanistan-Krieg. Die Geschichte über den frühen Tod sibirischer Soldaten im Hindukusch-Gebirge ist ein Kassenschlager.
In einer landesweiten Fernsehfragerunde konnten die Russen den Wissensstand von Wladimir Putin überprüfen. Der Staatspräsident zeigte sich umfassend informiert und ließ durchblicken, daß er sich zum Ende seiner Amtszeit nicht völlig aus der Politik zurückziehen werde.
Eine Homosexuellen-Parade in der russischen Hauptstadt würde die Nation schwächen. So denkt die Mehrheit der Moskauer. Bürgermeister Luschkow erntet wenig Widerspruch, wenn er geplante öffentliche Auftritte bekennender Schwuler und Lesben umgehend verbietet.
In einem Wutanfall löste der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko die wegen Korruption berüchtigte Verkehrspolizei des Landes auf.
Am 10. Juli sind Präsidentschaftswahlen in Kirgisien. Kurmanbek Bakijew, der Anführer der Tulpenrevolution vom März und geschäftsführende Präsident des Landes, hat gute Chancen sie zu gewinnen. Die Menschen im Land sind arm aber stolz. Auch auf ihre sich entwickelnde Demokratie.
Der russische Präsident gewährte Marina Denikina, der Tochter eines berühmten „weißen“ Generals, die russische Staatsbürgerschaft. Derweil wird in Rußland wieder einmal um den Besitz des Adels gerungen.
Der Staatenbund GUUAM will die russische Militärpräsenz in den Mitgliedsstaaten beenden. Der ukrainische Präsident Juschtschenko fordert die Regierung „Pridnjestrowiens“ auf, freie Wahlen abzuhalten und internationale Rüstungskontrolleure einreisen zu lassen.
Wegen des anhaltenden Bevölkerungsrückgangs ist das russische Wirtschaftswachstum bedroht.
Wegen der schlecht durchdachten Sozialreform sinkt die Popularität des Kreml-Chefs in ungeahnte Tiefen.
In eiskaltem Seewasser waschen die Russen ihre Sünden ab, kräftigen und beweisen sich.
Vor dem Moskauer Stadtgericht begann der Prozeß gegen eine 22jährige Tschetschenin, der man die Planung von Terroranschlägen zur Last legt.
Hinter den Demonstrationen in Kiew vermutet man in Moskau amerikanische und polnische Drahtzieher.
Moskau hofft auf Milliardeneinnahmen beim Handel mit Emissionsquoten.
Terrorist Basajew protzt und droht
Der berüchtigte tschetschenische Terrorist Schamil Basajew bekennt sich zu der Geiselnahme in Beslan.
Mitten in der Sommerpause will die russische Regierung einschneidende Sozialreformen durchsetzen.
Schauprozeß gegen eigenwilligen Oligarchen
Der ehemalige Yukos-Chef Chodorkowski steht vor Gericht – seine fruheren engsten Vertrauten gehen auf Distanz zu ihm und suchen den Schulterschluß mit dem Kreml.
Nach Angaben des Kreml-Chefs leben 30 Prozent der Russen unter dem Existenzminimum - das Wirtschaftswachstum in Rußland soll sich bis 2010 verdoppeln
Zarte Rosenknospen in Armenien
Der Graben zwischen Opposition und Macht wird immer tiefer. Präsident Kotscharjan hat ein Demonstrationsverbot verhängt.
Nach dem Besuch des georgischen Präsidenten Saakaschwili in der abtrunnigen Provinz Adscharien hatte sich die Kriegsangst zunächst gelegt. Doch nun ist der Ton zwischen Tiflis und Batumi so rauh wie nie zuvor.
Die politischen Beziehungen zwischen Moskau und Washington kuhlen langsam ab.
Härtetest mit tödlichem Ausgang
Junge Wehrpflichtige mußten beim Transport in den russischen Fernen Osten bei minus 25 Grad stundenlang auf Flugplätzen warten. Über 70 Soldaten wurden in Krankenhäuser eingeliefert, einer starb an einer Lungenentzundung. Putin ordnete die Untersuchung des Falls an.
Neue Machtspiele in Rußland
Während die meisten Kandidaten fur die Präsidentschaftswahl im März schon das Handtuch geworfen haben, hofft die Newcomerin Irina Chakamada auf einen Achtungserfolg gegen Putin.
Selbst die national gesinnten Oppositionsfuhrer wurdigten den Einsatz des russischen Außenministers Igor Iwanow, der eine Schlusselrolle bei der Lösung der georgischen Machtkrise spielte.
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