Virtueller Titel: EM05-07 vom 31.05.2007
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Titelbild Eurasisches Magazin 05-07

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INTERVIEW
Niemandem sonst als ihrem Präsidenten Wladimir Putin trauen die Russen wirklich zu, dass er das Land weiter in eine gute Zukunft führt. Sobald ein paar Oppositionelle auf die Straße gehen, wird in den Machteliten gefordert, Putin müsse noch einmal antreten, ansonsten sei diese Zukunft Russlands in Gefahr. Wenn Bevölkerung und Staatsmacht unisono „Putin“ rufen, kann er sich kaum verweigern, noch einmal als Präsident zu kandidieren. Die Verfassung entsprechend zu ändern, ist nach Ansicht von Prof. Eberhard Schneider, Advisory Board Member of the EU-Russia Centre in Brüssel, kein Problem. Und er hat auch den Mann ausgemacht, der das Unternehmen „Putin III“ organisiert: Igor Setschin, stellvertretender Leiter der Präsidialadministration im Kreml und Putins Kanzleichef.
RUSSLANDDEUTSCHE
Die verlorene Heimat wollten sie hier finden und gute Arbeit. Viele wurden enttäuscht, weil die Vorstellungen von Deutschland nicht der Wirklichkeit standhielten. Deshalb zieht es nun seit etwa zwei Jahren immer mehr Russlanddeutsche zurück in den Osten. Vor einem Jahr wurde die erste Beratungsstelle für rückkehrwillige Spätaussiedler in Bielefeld gegründet. Auch Olga und Vladimir Funk aus dem süddeutschen Göppingen haben sich schon an sie gewandt: Sie wollen nach elf Jahren so bald wie möglich „nach Hause.“
OPPOSITION IN RUSSLAND
Wenn von der Opposition in Russland die Rede ist, berichten die Medien im Westen vor allem über Straßenproteste. Doch das ist nur der unbedeutende Popanz. Die Opposition in Russland hat viele Gesichter, aber wenig Chancen.
EUROPÄISCHE UNION
In Wahrheit ist an der Wolga das große Dilemma der EU zutage getreten: die neuen Länder im Osten fürchten zwischen den Interessen der alten EU-Länder und Russland ins Hintertreffen zu geraten. Nichts ist ausgestanden – die Zeichen stehen auf Sturm.
EURASIEN ÖKOLOGISCH
Waschmittelallergien sind weit verbreitet. Die Suche nach antiallergischen Rohstoffen für die Waschmittelproduktion ist deshalb besonders wichtig. Einer kleinen Schwarzwaldfirma ist es gelungen, aus indischen Seifennüssen chemiefreie, natürliche Produkte herzustellen. Die nachwachsenden Rohstoffe liegen ganz im ökologischen Trend. In einem Spezialverfahren werden daraus Wasch- und Spülmittel in flüssiger Form produziert. Reformhäuser und Supermärkte reißen sich darum. Auch Handelsketten haben sie schon in ihren Regalen stehen.
GOLFSTAATEN
Die Europäische Union steht nach langen und überaus zähen Verhandlungen vor dem Abschluss eines Abkommens für eine strategische Partnerschaft mit den Ländern des Golfkooperationsrats. Allerdings gibt es noch immer keine klare europäische Strategie für diese Region. Die Golfstaaten beginnen deshalb den Blick nach Asien zu wenden.
MONTENEGRO
Am 21. Mai 2006 hatte sich eine knappe Mehrheit der Bevölkerung in Montenegro für die Abspaltung von Serbien ausgesprochen. Wenige Tage später, am 3. Juni, schlug die Geburtsstunde für Europas jüngsten Staat. Die Bilanz nach einem Jahr: Der Weg in die Selbstständigkeit verlief friedlich und Montenegro konnte sich international etablieren. Die Gräben in der Gesellschaft aber haben sich weiter vertieft und traten bei den Parlamentswahlen und der Diskussion um die neue Verfassung vehement zu Tage. Montenegro ist friedlich, aber tief gespalten.
EX-JUGOSLAWIEN
Keinem anderen in der Geschichte Jugoslawiens gelang das kokette Spiel zwischen Ost und West so wie Marschall Josip Broz Tito. Er überwarf sich mit der Sowjetunion, hypnotisierte mit seinem Charisma die bunte Völkergemeinschaft Jugoslawiens, aber auch die internationalen politischen Größen. Am 7. Mai 1892 wurde Tito geboren - nur drei Tage vor seinem 88. Geburtstag verstarb er, am 4. Mai 1980. Seit einigen Jahren erlebt der Personenkult um Tito eine Renaissance, die ihresgleichen sucht.
ESTLAND
Es geht in Estland nicht nur um die Verlegung eines russischen Kriegerdenkmals, sondern um viel tiefer liegende Probleme. Ein Drittel der Bevölkerung sind Russen. Bis heute ist es nicht gelungen sie in den neuen Staat zu integrieren. 130.000 Russen haben nur den sogenannten „grauen Pass“. Bei den Parlamentswahlen haben sie kein Stimmrecht.
VERSÖHNUNG
In Russland wurde der 9. Mai auch in diesem Jahr wieder als „Tag des Sieges“ über den Faschismus gefeiert. Zur Frage, was dieser Tag für deutsche und russische Jugendliche heute bedeutet, sprach das Eurasische Magazin mit Ute Weinmann. Sie betreut seit acht Jahren Jugendliche aus Deutschland, die in Russland einen „Freiwilligendienst“ ableisten.
MOSKAU
„Verjagt die Missgeburten“, schrieen rechte Schläger als Schwule und Lesben sich vor dem Moskauer Rathaus versammelten. Der Grüne Volker Beck aus Deutschland wurde von der Polizei verhaftet, zu seinem Schutz, wie es hieß.
LESETIP
Atlantische Allianz? Das wäre dann nur noch eine Erinnerung, und Russland gewinnt, was der Sowjetunion versagt blieb, das große Spiel um Europa. – So Michael Stürmer in einer Kolumne in der WELT vom 23.05.07.
GELESEN
Der Autor hat als Korrespondent Asien und den Mittleren Osten, Afrika und Lateinamerika bereist. Dabei kam er den Menschen so nah wie kaum ein anderer, weil er sie nicht nur beobachtete, sondern eine Zeitlang mit ihnen lebte. Heute gilt Kapuscinski vielen als einer der bedeutendsten Reporter des 20. Jahrhunderts.
GELESEN
Dieses Buch ist als Klassiker der Weltreligionen unübertroffen. Die Grundlagen der wichtigsten Welt-Anschauungen sind zwischen den beiden Buchtiteln auf knapp 500 Seiten erklärt: Hinduismus, Buddhismus, Chinesischer Universalismus, Christentum und Islam.
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