Arid Uka, der Killer aus dem KosovoATTENTAT

Arid Uka, der Killer aus dem Kosovo

Er hat zwei US-Soldaten erschossen und mehrere verletzt: der Kosovare Arid Uka, Mörder vom Frankfurter Flughafen. Die soziologischen und politischen Hintergründe seiner Tat, die Verstrickungen in Al-Quaida-Kreise und die Einschätzung seitens der Amerikaner analysiert unser Autor.

Von Wolf Oschlies

Am Flughafen Frankfurt am Main, 2. März 2011, 15.20 Uhr. Eine Gruppe junger Männer strebt einem Bus zu, amerikanische Militärpolizisten, nicht als solche auszumachen, da in Zivil und unbewaffnet. Ein junger Mitarbeiter des Internationalen Postzentrums (IPZ) drängt sich zwischen sie, bettelt um Zigaretten und erfährt, dass die Amerikaner auf dem Weg zur US-Basis Ramstein sind, von wo sie nach Afghanistan weiterreisen werden. Der neugierige Zigarettenschnorrer ist mit zwei Messern und einer 9-Millimeter-Pistole bewaffnet, mit der er umgehend die beiden „Airmen“ Nick Alden (25 Jahre alt) und Zachary Cuddeback (21) erschießt und zwei weitere schwer verwundet, dabei mehrfach „Allahu akbar“ (Allah ist groß) rufend. Erst beim fünften Opfer versagt die Waffe, der Schütze flüchtet in die Flughafenhalle, wohin ihn ein Amerikaner verfolgt und ihn mit Unterstützung deutscher Polizisten dingfest macht.

Als Briefesortierer schwerbewaffnet am Arbeitsplatz

Diese und weitere Details der Tat wurden rasch bekannt. Bilder vom Geschehen gibt es nicht, da die Videoüberwachung am gesamten Flughafen defekt war. Warum und wie lange schon, konnte niemand sagen. Auch war nicht mehr feststellbar, wie ein Briefesortierer schwerbewaffnet an seinem Arbeitsplatz werkeln konnte.

Zum Täter selber gab es in verblüffender Schnelligkeit Informationen. Die deutsche Polizei und der Innenminister der sogenannten „Republik Kosova“, Bajram Rexhepi, bekundeten übereinstimmend, es handele sich um einen Albaner, den 21-jährigen Arif (oder Arid) Uka. Seine Familie ist seit  rund 20 Jahren in Deutschland ansässig und lebt seit 1997 in der Toni-Sender-Straße in Frankfurts westlichem Stadtteil Sossenheim. Dort stöberten deutsche  Medien Vater Murat und Bruder Hastrid Uka auf, die das bekannte Betroffenheitsgefasel von sich gaben: Wie konnte das nur geschehen, da Uka doch „ein fröhlicher, netter, hilfsbereiter Junge“ ist, man könne sich den Vorfall nicht erklären.
 
Man kann sich den Vorfall sehr wohl erklären, wenn man denn will. Den Mörder umgehend als „Einzeltäter“ hinzustellen und ihm eine islamistische Indoktrination zuzuschreiben, ist doppelter Unsinn: Albaner sind niemals „Einzeltäter“, dazu sind sie viel zu sehr in ihre Clan-Strukturen eingebunden. Islamistische Terroristen sind erst recht keine „Einzeltäter“, vielmehr fest in internationale Netzwerke nach Art der Al-Quaida verstrickt. Aber schauen wir uns Hintergründe und Vorwände etwas genauer an, beginnend mit dem verblüffenden  Umstand, dass Arid Uka einen albanischen Vorläufer als Vorbild und Kopiervorlage hat.

Mörder in albanischer Heldengalerie

Arid Uka hatte bereits wenige Stunden nach seinem Anschlag im Internet eine „Solidaritätsgruppe“ von 192 Angehörigen hinter sich. Es ging ihm wie 1987 seinem albanischen Landsman Azis Keljmendi, der unter dem Beifall von Albanern gemordet hatte. „Er wird als Held gesehen werden und in Prizren ein Denkmal bekommen“, sagte der Kosovo-Albaner Riza Xhakli über Keljmendi. Ein Denkmal hat der Mörder von 1987 bislang noch nicht bekommen, wenigstens keins aus Stein. Arid Uka Auch hat man auch noch keines gesetzt. Aber Lieder können auch Denkmäler sein.

Keljmendi wurde am 15. Januar 1967 im kosovarischen Lipljan geboren und besuchte in Prizren die Schule. 1983 fasste man ihn bei dem Versuch, illegal die Grenze zu Albanien zu überqueren, was ihm 15 Tagen Arrest einbrachte. 1984 begann er ein Jurastudium an der Universität Prishtina. Nach dem Grundstudium, das er mit Durchschnittserfolg abschloss, wurde er zum Wehrdienst in der „Jugoslawischen Volksarmee“ einberufen. Die Grundausbildung absolvierte er in Leskovac, von wo er ins zentralserbische Paracin versetzt wurde.

Der Killer Keljmendi

Im Morgengrauen des 3. September 1987 lud Keljmendi sein Automatikgewehr und erschoss in der „Branko Krsmanovic“-Kaserne vier Kameraden, die Bosnier Safet Dudakovic und Hasim Dzenanovic, den Kroaten Goran Begic und den Belgrader Serben Srdjan Simic. Fünf weitere Soldaten wurden durch Querschläger schwer verwundet. Danach flüchtete Keljmendi in die umliegenden Berge, wo er von Verfolgern umzingelt wurde und sich gegen 8 Uhr selber erschoss.

Keljmendi hatte noch einen Monat Wehrdienst vor sich, und abgesehen von einer Anklage wegen Kameradendiebstahls war er disziplinarisch nie aufgefallen. Der Hauptzeuge für seine Bluttat war Riza Alibasic, ein Bosnier aus dem Kosovo, der kurze Zeit später als Mitglied einer Verschwörergruppe um Keljmendi entlarvt und zu 14 Jahren Haft verurteilt wurde. Mitverschwörer waren Islam Mahmuti, ein albanischer Rom aus dem Kosovo, der zu zwei Jahren verurteilt wurde, und sechs Kosovo-Albaner: Rizah Xhakli (20 Jahre), Abdilxhemil Alimani (20), Afrem Mehmeti (13), Pajazit Aliu (13), Shefqet Paqarizi (7) und Enver Beluli (5 ½).

Mit allen diesen hatte sich Kelmendi am Vorabend getroffen und ihnen seine Tat angekündigt. Vermutlich hätte aber der Kreis der Mitwisser, die man zur Rechenschaft ziehen sollte, noch erheblich größer sein müssen. Denn der 20jährige Riza Xhakli weckte am nächsten Morgen die Albaner in der Kaserne, damit sie sich erstens rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten und zweitens, damit sie zuvor noch ihre Munition bei Keljmendi ablieferten.

Der Killer Keljmendi ist nach wie vor eine albanische Lichtgestalt, vor allem weil er Serben tötete, was für Albaner offenkundig ein legitimes Unterfangen ist. 1936 hat der deutsche Wirtschaftsjournalist Louis Matzold eine Reise durch den Westbalkan unternommen und in seinem Buch den „Brandherd Balkan“ geschildert. Besonders intensiv hat sich der Autor bei Albanern umgeschaut. Von Erwachsenen wie von Kindern hörte er ständig, dass es ein Gebot albanischer „Ehre“ sei, Serben zu töten. Knapp 40 Jahre später hat Keljmendi das getan, und figuriert bis zur Gegenwart auf albanischen Internetseiten als „Held“, dem größter „Ruhm“ gebühre.

Keljmendis Opfern widmete der serbische Volkssänger Milomir Miljanic Miljan seine Ballade „Die Rekruten von Paracin“, die er veröffentlichen wollte, wofür er aber in Serbien und Bosnien keinen Verlag fand, der dazu bereit gewesen wäre. Erst in Slowenien gab es einen, der dann von dem Lied 200.000 Exemplare verkaufte. Die 1987 verurteilten Komplizen des Killers Keljmendi dürften längst wieder auf freiem Fuß sein, spätestens seit den späten 1990-er Jahren und aufgrund internationalen Lamentos um die „unschuldigen albanischen Opfer des terroristischen serbischen Milosevic-Regimes“.     

Arid Uka auf dem Weg zum Heldentum

Ein „würdiger“ Nachfolger des Mörders Azis Keljmendi ist derzeit Arid Uka. Dieser wurde am 8. Februar 1990 in dem Dorf Shabar bei Kosovska Mitrovica geboren und von seinen Eltern als vierjähriges Kind nach Deutschland gebracht. In deutschen Blättern fanden sich gelegentlich Behauptungen der Art, er sei in Deutschland geboren, habe einen deutschen Pass, sei gar „Deutsch-Kosovare“ (was immer das sein mag) und ähnlicher Nonsens mehr. Ukas Großvater war muslimischer „Führer“, der es nie zugelassen hätte, dass seine Sippe die deutsche Staatsbürgerschaft annahm. Also ist Uka alt-jugoslawischer Staatsbürger, weil die serbisch-montenegrinische Staatsbürgerschaft erst ab 1993, die kosovarische erst ab 2008 möglich waren.

In Deutschland lebte die Familie Uka bescheiden. Der Vater Murat Uka, ursprünglich ein Dachdecker, konnte „wegen Herzproblemen“ seinen Beruf nicht ausüben etc. Der ältere Bruder Hastrid, 27 Jahre alt, ist ebenfalls Dachdecker, ein jüngerer Bruder von zwölf Jahren geht noch zur Schule und wird von Mutter Fevzije (53) betreut. Auch Arid Uka ist hier zur Schule gegangen, aber sein einziger Erfolg war wohl, 2005 auf ein Schülerphoto zu gelangen, das seine Klasse mit dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder zeigt.

Laut seinem Onkel Rexhep Uka entwickelte Arid eine wachsende Neigung zu islamischer Religiosität: Er betete fünfmal am Tag, die restliche Zeit schaute er sich Gewaltvideos auf seiner Playstation an oder Comics wie „The Simpsons“ im Fernsehen. Unter solchen Umständen konnte sein Lebensplan, Ingenieur zu werden und beruflichen Erfolg zu haben, nicht weit gedeihen. 2007 hat er noch den Realschulabschluss an der Frankfurter Eduard-Spranger-Schule geschafft, aber an den nachfolgenden Gymnasien fiel er durch Schulschwänzen und schlechte schulische Leistungen auf. In der elften Klasse blieb er sitzen, in der zwölften drohte im dasselbe Los, weswegen er ohne Abitur oder Fachhochschulreife die Schule verließ.

Bei dem Frankfurt islamischen Sozialverband „Grüner Halbmond“ bewarb Arid Uka sich um einen Ausbildungsplatz, verließ den Dienst jedoch nach wenigen Monaten wieder. Sein „höherer Geldbedarf“ - angeblich wollte er seiner Mutter eine Pilgerreise nach Mekka finanzieren -  führte ihn zum Postzentrum im Frankfurter Flughafen, wo er dann Anfang März 2011 seine Bluttat beging.

„Undankbarer“ Arid Uka

Schadenfrohe Blogger, seriöse amerikanische Publizisten und andere fragen, wieso der Kosovo-Albaner Arid Uka ausgerechnet Amerikaner mordete oder lebensgefährlich verwundete. Allein durch seine Herkunft sei er doch ein „Opfer der Serben“ und müsse folglich Tag und Nacht Dankeshymnen an die USA anstimmen, die die kosovarischen Unschuldsengel von den serbischen Teufeln „befreit“ haben. Tatsächlich aber war er maximal undankbar. Das fiel selbst seinem Vater und seinem Bruder auf, die sich wortreich bei allen Amerikanern entschuldigten, denn „das amerikanische Volk ist der beste Freund der Albaner“.

Exakt so reagierten Albaner aus der US-Diaspora, aus dem „albanischen Schweden“ und anderswoher, die alle fürchteten, Ukas Bluttat könnte zumindest einen gesamtalbanischen Imageverlust bewirken, unter Umständen gar als Kollektivschuld aller Albaner aufgefasst werden.

Die „Regierung“ des Kosovo hielt noch am Unglückstag eine Sondersitzung ab, auf welcher sie den Anschlag „schärfstens verurteilte“: Ukas Tat sei „das Werk eines Einzeltäters, gerichtet gegen die Zivilisation und die traditionellen Werte des Volks des Kosovo, das den Vereinigten Staaten ewig für die machtvolle Unterstützung der Unabhängigkeit des Kosovo dankbar bleiben wird“. Am selben Abend versammelten sich vor dem Nationaltheater in Prishtina „ein paar Dutzende Studenten“ und zündeten Kerzen zum Gedenken der Opfer an. Zu dieser kleinen Gruppe stieß „Außenminister“ Enver Hoxhaj, um ein eigenartiges Statement abzugeben: „Der Verbrecher drückt nicht die große Achtung aus, die die Bürger des Landes Kosovo für die USA und ihre Soldaten empfinden. Die Bürger des Kosovo hegen eine große Ehrfurcht für die Bürger der USA, ihre Regierung und besonders ihre Soldaten, die den Hauptbeitrag für Freiheit, Frieden, Unabhängigkeit und Stabilität des Kosovo leisteten“.

„Ehre“ und „Gewalt“

Es dürfte den politischen Führern des Kosovo völlig einerlei sein, dass im deutschen Frankfurt US-Soldaten von einem Kosovaren ermordet oder schwer verletzt wurden. Es geht Ihnen nur um den Rückhalt beim großen Bruder. Wie in der DDR die Ulbricht & Honecker wussten, dass sie allein mit sowjetischem Rückhalt standen oder fielen, so sind sich im Kosovo ehemalige UCK-Terroristen darüber im Klaren, dass sie nur mit US-Billigung ihre Schmierenkomödie „unabhängiges Kosovo“ fortsetzen können. Ihre momentane Hauptangst geht dahin, dass die Schüsse des Kosovaren Arid Uka zu einem amerikanischen Umdenken über das Kosovo führen könnten.

Die aus Prishtina herübertönende ministerielle Kritik an Arid Uka ist daher unglaubwürdig und auch nicht ernst zu nehmen. Aufklärung vermittelt die Ethnologin Stephanie Schwandner-Sievers, die seit fast zwei Jahrzehnten die archaische Gewaltkultur bei Nord-Albanern, den Vettern Arid Ukas, untersucht. Bei denen ist Staatsgewalt unbekannt, weil nur partikularistische Gruppensolidarität in Clans und primitive Gewaltlegitimation à la Blutrache zählen. Die vorzivilisatorische „Moral“ der „bildungspolitisch vernachlässigten Bewohner“ dieser Regionen idealisiert Gewalt gegen alle, die nicht zur eigenen Verwandtschaft, Abstammung oder Territorialität gehören: Wer fremd ist, wird als Freiwild angesehen.

In einer Studie von 2009 spricht Stephanie Schwandner-Sievers von dem „Imageproblem“, das Albanien bei seinen EU-Ambitionen mit der kaum begrenzten Gewaltverherrlichung durch Albaner hat: Das althergebrachte Gewohnheitsrecht des „Kanun“ aus dem 15. Jahrhundert verpflichtet jeden Mann zur Verteidigung seiner „Ehre“, wobei es ihm überlassen bleibt, Anlass und Schwere einer Ehrverletzung zu ermessen. Das führt natürlich zu Willkür größten Ausmaßes, die von den Behörden damit beschönigt wird, dass man Opferzahlen fälscht und als verschwindend gering ausgibt, wo sie tatsächlich in die Abertausende gehen.

Kosovaren das Blaue vom Himmel vorgelogen

In diesem Zusammenhang kann und muss der Mörder Arid Uka als „echter“ Nord-Albaner angesehen werden. Er fühlt sich durch die Amerikaner in seiner „Ehre“ verletzt, denn die haben im Februar 2008 die einseitige Deklaration kosovarischer „Unabhängigkeit“ veranlasst und sich und den Kosovaren das Blaue vom Himmel vorgelogen: Die „Unabhängigkeit“ werde weltweit anerkannt werden, selbst die den USA unfreundlich gesonnenen islamischen Länder würden das Kosovo anerkennen, sogar in Dankbarkeit für die USA, ausländische Direktinvestitionen würden in einem Maße fließen, dass auch Serbien seinen Groll über die „Unabhängigkeit“ besänftigte und sich dem kosovarischen „Erfolg“ anhängte und endlos so weiter.

Was ist davon eingetroffen? Bis zum Februar 2011 haben 75 Staaten das Kosovo anerkannt, d.h. nicht einmal 40 Prozent der UN-Mitglieder. Von den 75 Anerkennern des islamischen Kosovo kommen ganze zehn aus der „Organisation der Islamischen Konferenz“ (OIC), die 57 Mitglieder zählt. Die Albaner, laut eigenen Heldenmärchen „das älteste Volk Südosteuropas“, wurden von den Amerikanern „am Boden zerstört“, wie es ihre schlimmsten Feinde nicht geschafft hätten: Sie sind weltpolitische Parias und ökonomische Bettler, nicht einmal die albanische Diaspora in den USA, in der Schweiz etc. investiert nennenswerte Beträge im Kosovo.

Wie kann dieses Kosovo jemals in die EU gelangen, wenn fünf EU-Länder die kosovarische „Unabhängigkeit“ nicht anerkannten? Wer ist daran schuld, dass das islamische Kosovo selbst von islamischen Brüdern geschnitten wird? Wieso hat 1999 Uranmunition aus US-Waffen „weite Bereiche des Kosovo verseucht“ (wie das Schweizer Fernsehen schon am 21. Januar 2001 rügte)? Warum bestehen im Kosovo eine Arbeitslosigkeit von ca. 80 Prozent und ein nahezu gleich hoher Analphabetismus? Auf diese und zahlreiche ähnliche Fragen mehr gibt es für simple Gemüter wie Arid Uka nur eine Antwort: Die Amerikaner haben uns getäuscht, betrogen, geschadet – auf sie mit Gebrüll!

Was tun die USA?

Anders als ihre deutschen Kollegen waren US-Strafverfolger niemals davon zu überzeugen, Arid Uka sei ein Einzeltäter gewesen. Ihre Hauptfrage lautet, wie groß, verzweigt und gefährlich das Netzwerk ist, in das Arid Uka verstrickt ist. Das ist die Stunde von serbischen Experten wie Darko Trifunovic, Marko Lopusina, Zoran Petrovic, Zoran Dragisic und anderen, die früher etwas von oben herab betrachtet wurden, deren neuere Erkenntnisse aber von BBC und weiteren international angesehenen Medien verbreitet werden.

Danach soll sich Arid Uka erst wenige Tage vor dem Anschlag den Kampfnamen Abu Reyyan zugelegt und Kontakt zu militanten Islamisten gesucht haben. Der britische „Guardian“ kommentierte, dass Uka noch ein terroristischer „Amateur“ sei – seine Waffe blockierte, anderenfalls hätte er noch mehr US-Soldaten erschossen -, aber generell das Alter und den familiären Hintergrund habe, der ihn für Organisationen wie „Al-Quaida“ interessant mache.

Davon sind auch serbische Sicherheitsexperten überzeugt, die Uka als „Schläfer“ der „weißen Al-Quaida“ ansehen, also der kosovarischen Untergruppe „Abu Bekir Sidik“. Diese hat ursprünglich ihr Unwesen in Bosnien getrieben, aber nach Proklamierung der kosovarischen „Unabhängigkeit“ ihren Schwerpunkt in diese südserbische Provinz verlegt.

„Unser Hurensohn“

Schon vorher hatten Al-Quaida-Emissäre wie Ekrem Avdiu, Nexhmedin Llausha, Shpend Kopriva etc. die terroristische UCK des Kosovo unterwandert. Dabei wurden sie von serbischen Behörden entdeckt und zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. 2001 musste man sie auf Druck der USA vorzeitig freilassen. Sie kehrten in ihre alten Positionen zurück, z.B. in das „Kosovo Islamic Bureau“, das 1998 mit Mitteln aus Saudi Arabien geschaffen wurde, um Gelder und „Rekruten“ für Al-Quaida in ganz Europa zu kanalisieren.

Einer der „Rekruten“, der einige Jahre als „Schläfer“ auf seinen Einsatz wartete, war Arid Uka. Wenn die Amerikaner jetzt beklagen, dass dieser Uka US-Soldaten ermordete, dann ist die Klage gewiss berechtigt. Sofern man vergisst, dass Al-Quaida und ihre Führer letztlich ein Produkt amerikanischer Planungen sind. Aber wie schon US-Präsident Franklin D. Roosevelt sagte: „Es ist zwar ein Hurensohn, aber ist unser Hurensohn!“

Albanien Balkan Kosovo

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