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„Der Anglizismen-Index - Anglizismen, Gewinn oder Zumutung?“ von Gerhard H. Junker, Hrsg.

Der Anglizismen-Index ist ein Verzeichnis von rund 7.300 englischen Wörtern und Wendungen, die in die deutsche Sprache eingedrungen sind. Dabei ist er jedoch weit mehr als ein reines Wörterbuch.

Von Barbara Gutmann
05.06.2011 Drucken Senden Kommentieren
„Der Anglizismen-Index - Anglizismen, Gewinn oder Zumutung?“ von Gerhard H. Junker, Hrsg.  
„Der Anglizismen-Index - Anglizismen, Gewinn oder Zumutung?“ von Gerhard H. Junker, Hrsg.  

A ls „ein Buch zum Nachschlagen. Ein Buch zum Schmökern. Ein Buch zum Bessermachen.“ ist dieser Index konzipiert. Alle drei dieser Versprechen erfüllt er.

Zum Beispiel Nachschlagen: Der Anglizismen-Index ist ein Verzeichnis von rund 7.300 englischen Wörtern und Wendungen, die in die deutsche Sprache eingedrungen sind. Manche fallen kaum noch auf. Zum Beispiel der im Vokabular der Sportreporter  gebräuchliche „Keeper“, für den es das schöne deutsche Wort „Torwart“ gibt. Oder der auch immer wieder auf dem Rasen gesichtete „Referee“ für den man – viel schöner und sofort durchschaubar  - „Schiedsrichter“ sagen könnte (oder „Schiri“, wenn man es flapsiger mag).  Oder einfach „Unparteiischer“.

Das sind dann schon Beispiele zum Bessermachen. Auch das allgegenwärtige „Ticket“ ist eigentlich längst fällig. Zur Verbesserung. Vorschläge im Index zeigen auf die Vielfalt, die im Deutschen gegeben ist: Fahrkarte, Eintrittskarte, Kinokarte, Flugkarte, Strafzettel usw.

Für das Sprachkauderwelsch der Wirtschaftsleute, der Börsianer und Manager (Führungskräfte, Leiter) sind auch eine Reihe von Verbesserungsvorschlägen aufgeführt.  Man höre und staune, der wichtigtuerisch klingende „break-even“ hat eine wohlklingende deutsche Entsprechung: „Gewinnschwelle“. Vielleicht würde manchem viel erspart, wenn er eher mal daran dächte, anstatt den „break“ im Munde zu führen. – Oder an die Maklergebühr, die fällig ist, auch wenn sie heute oft gedankenlos als „brokerage“ bezeichnet wird. Sie ist deshalb nicht harmloser. Und auch Erschöpfungserscheinungen sind eigentlich viel zu gefährlich, um sie mit dem anglizistischen Modebegriff „burnout“ abzutun.

„Es ist kurzweilig, erhellend, verblüffend und ermutigend, die  oft so naheliegenden deutschen Übersetzungen zu erfahren.“

 Ganz selten sehen sich die Autoren einmal nicht willens und in der Lage eine deutsche Übersetzung zu bieten. Beispiel „power“ in allen Variationen. „Frauenpower“ oder „Powerfrau“, „Powerpreise“ oder „Powersex“. Das ist auch gut so. Denn da will die deutsche Sprache einfach vielfältiger gebraucht werden. Je nach Situation. Starke Frauen kennen wir ja auch. Und guten Sex. Aber nicht alles und jedes ist „Power“.

Wobei wir beim Schmökern wären: Es ist kurzweilig, erhellend, verblüffend und ermutigend, die Anglizismen zu erkennen und ihre oft so naheliegenden deutschen Übersetzungen zu erfahren.

Im Klappentext des Verlags heißt es: „Der Untertitel ‚Gewinn oder Zumutung?‘  macht es deutlich: Der Anglizismen-Index ist nicht das Werk von Puristen, sondern von Menschen, die sich konstruktiv und tolerant mit der deutschen Sprache auseinandersetzen. So gibt es aus Sicht der Autoren nicht nur unwillkommene Anglizismen, sondern durchaus auch solche, die differenzierend und ergänzend das Deutsche bereichern. Der Anglizismen-Index bietet somit dem Leser Verstehenshilfen im Alltag wie auch Anregungen beim Abfassen eigener Texte. Kurzum: Ein Buch zum Nachschlagen. Ein Buch zum Schmökern. Ein Buch zum Bessermachen.“

*

Rezension zu: „Der Anglizismen-Index - Anglizismen, Gewinn oder Zumutung?“ von Gerhard H. Junker, Hrsg. Broschiert, 304 Seiten, Ifb Verlag (April 2011) 15,00 Euro, ISBN- -13: 978-3942409117.

Den „Anglizismen-Index“ gibt es auch im Netz: http://www.vds-ev.de/anglizismenindex/

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