Die Wiege des abendländischen Minnesangs lag in IndienWEGE EURASISCHER MUSIK

Die Wiege des abendländischen Minnesangs lag in Indien

Von EM Redaktion

EM - Im Mittelalter waren manche der kulturellen Bindungen in Eurasien enger als heute. In bestimmter Weise haben sich die Kulturen unbeschwerter ausgetauscht als in späteren Zeiten mit ihren Königreichen und Nationalstaaten. Die „Seidenstraße“ war über zwei Jahrtausende hinweg die direkte Hauptschlagader zwischen Europa und China. Sie verband Eurasien vom Atlantik bis zum Pazifik. Über sie gelangten alle Güter des Geistes, der Wirtschaft und der Technik von einem Gestade des Kontinents zum anderen. Auch die Musik gehörte dazu.

Auf der Suche nach dem sagenumwobenen Reich des heiligen Thomas gelangte im 13. Jahrhundert der Minnesänger Heinrich von Morungen von der deutschen Wartburg über Prag, Istanbul und Jerusalem bis nach Indien. Von dort gelangten die "Lieder von der Liebe" als fertige musikalische Form zu den Minnesängern nach Europa.

Gut 800 Jahre später begab sich der renommierte Berliner Forscher, Autor und Musiker Peter Pannke auf die Spuren des Heinrich von Morungen. Seine Begleitung bei dieser Entdeckungsreise waren der türkische Roma-Klarinettist Barbaros Erköse, der französische Multiinstrumentalist Louis Soret, die indischen Vokalisten Premkumar und Anandkumar Mallik, und der syrische Lautenspieler Iyad Haimour.

Inspiriert von den Liedern des Minnesängers Heinrich von Morungen, der auf seinen Reisen die Begegnung mit dem Orient gesucht hatte, gründete Pannke1993 die „Troubadours United“, um mit Musikern aus Frankreich, der Türkei, Syrien, dem Iran und Indien Morungens flammende Minnepoesie neu zum Klingen zu bringen. Vor dem Hintergrund dieser unterschiedlichen Kulturkreise entstand eine Musik, in der mittelalterliche Töne, arabische Makams und indische Ragas wie verschiedene Facetten einer einzigen musikalischen Idee wirken. „Keine jener modischen Ethno-Fusionen, sondern die gelungene Umsetzung einer visionären Reise“ , schrieb die „Neue Musikzeitung“.

In einer prachtvollen Dokumentation von Elfi Mikesch, zeigten europäische TV-Anstalten (arte und ZDF) in diesem Sommer die „Straße der Troubadoure“, auf der Peter Pannke von Deutschland über die Türkei bis nach Indien gezogen war.

Dabei wurde wieder einmal deutlich, daß Indien auch ein Fest der Farben ist mit Morgendämmerungen vom zarten Flaumweiß bis zu lichten Ockertönen. Mit grellbunten Schleiern, unter denen die geheimnisvollen Augen der Bramahnin glimmen. Mit Tempeln aus weißem Marmor und Straßen, die so bunt sind wie nirgends sonst auf der Welt. Mit Kameltreibern im gelbgefärbten Licht der untergehenden Sonne, mit saftig grünen Landschaften in Himachal Pradesh. Mit Kindern vor tiefblau gefärbten Mauern in Jodhpur, und mit Erwachsenen in ihren safrangelben Saris.

Zur Einstimmung empfohlen:

„Indien. Die Frauen der Wüste Thar“. Der Fotograf Hans Sivester und die Schriftstellerin Catherine Clément haben die Faszination dieses Landes in einem einmalig schönen Bildband festgehalten. Eine Augenweide, die Harmonie und Exotik in einem vermittelt.

192 Seiten, 340 Farbfotografien, Format 28,5 x 29,5 cm. Bucher Verlag, München,
EUR 45,00, ISBN 3-7658-1292-7

Zur Reisevorbereitung empfohlen:

„Zeit für Indien – 30 Traumziele zum Wohlfühlen“. – Das Buch macht Lust auf Indien. Es enthält nicht nur sehr informative und unterhaltsame Texte, sowie ausgezeichnete Fotos, sondern ist auch als Reiseführer bestens geeignet.

208 Seiten, durchgehend farbig, 678 Fotos, Karten, Register. Format 21,8 x 26 cm. Bucher Verlag München, EUR 26,00, ISBN 3-7658-1288-9

Indien Musik

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