Die Wirtschaft Chinas erreicht 2003 ein RekordwachstumASIEN

Die Wirtschaft Chinas erreicht 2003 ein Rekordwachstum

Erstmals uberstieg das Pro-Kopf-Einkommen die Tausend-Dollar-Marke

Von Johann von Arnsberg

EM – Die chinesische Wirtschaft ist im Jahr 2003 so starkgewachsen, wie schon seit sechs Jahren nicht mehr. Nach Angaben des nationalenStatistikbüros NBS lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2003 bei 11.670Milliarden Yuan (1.140 Milliarden Euro) und damit 9,1 Prozent über demVorjahreswert.

Der oberste Statistikchef des Landes, Li Deshui, verkündete diese Zahlenam 20. Januar 2004 in Peking. Die Werte waren eine Überraschung. Lis Behördehatte noch im Dezember 2003 lediglich ein Wachstum von 8,5 Prozent vorhergesagt.Offenbar hatten die Statistiker den Bauboom im dritten Quartal zunächstzu niedrig bewertet. Zudem zog das Wachstum vor allem im letzten Vierteljahrkräftig an.

Mit einem Nationalprodukt (dem früheren Sozialprodukt) von umgerechnet1400 Milliarden. Dollar, das sind 1090 Dollar pro Kopf, habe China im vergangenenJahr die magische Marke der „Tausend-Dollar-Grenze“ hinter sich lassen können,sagte Li. Das Land sei auf dem Weg zu einer Konsumgesellschaft mit sich entwickelndemWohlstand. Die Industrieproduktion wuchs um 12,5 Prozent. Der Dienstleistungssektor,der durch den Ausbruch der Lungenseuche Sars im letzten Frühjahr starkzurückgegangen war, legte um 6,7 Prozent zu.

Für 2004 ist ein neuer China-Boom zu erwarten

Im vierten Quartal des Jahres 2003 war das BIP der inzwischen sechstgrößtenVolkswirtschaft der Welt sogar um 9,9 Prozent gewachsen, nach 9,6 Prozent imdritten Quartal. Dies werten Analysten als deutlichen Hinweis auf ein Wachstumvon um die zehn Prozent in der ersten Jahreshälfte 2004.

Chinas Volkswirtschaft stehe mit ihrem Wachstum, einer Inflationsrate von1,2 Prozent und einem Rekorddevisenschatz von 403 Mrd. Dollar glänzendda, sagte der oberste Statistiker des Landes. „Wir haben 2003 alle Ziele erreicht.“ Lisprach von einem „Neujahrsgeschenk“ an die Nation unmittelbar vor dem am 22.Januar begonnen Frühlingsfest. Das neue Mondjahr steht nach alter Traditionim Zeichen des Affen, dem Klugheit und List, Erfindungsreichtum und Geschicklichkeitzugeschrieben werden. Der Mondzyklus scheint China also gewogen zu sein.

China kann seinen riesigen Energiebedarf kaum decken

Li wies allerdings auch auf Engpässe bei der Energie- und Rohstoffversorgunghin, die mit der überhöhten Nachfrage nicht mithalten konnten. Chinahabe letztes Jahr 30 000 Megawatt an neuer Stromleistung installiert, sagteLi, und müsse in diesem Jahr um weitere 30 000 Megawatt aufstocken.

Probleme zeigen sich auch im Bereich der Landwirtschaft. Die Getreideerntefiel im vergangenen Jahr von 450 Millionen Tonnen auf 430 Millionen Tonnen.Die Bauern verdienen pro Jahr 2620 Yuan (262 Euro) weniger als ein Drittelder Städter (8500 Yuan). Die Bauerneinkommen stiegen auch im vergangenenJahr nur halb so schnell wie die der Stadtbürger. Die Kluft vergrößertsich demnach. Mehr als 120 Millionen Bauern haben sich bereits als Wanderarbeiterin den Städten verdingt.

An positiven Entwicklungen nannte Li die stark gestiegene Zahl der Telefonkunden.112 Millionen Neuanschlüsse habe es 2003 gegeben. Damit sei die Gesamtzahlder Telefonanschlüsse auf 532 Millionen angewachsen.

Außerdem habe man rund 4.600 Kilometer neue Straßen gebaut. Daschinesische Straßennetz habe jetzt eine Länge von über 30.000Kilometer damit läge das Land weltweit an zweiter Stelle hinter den USA.

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