Dubrovnik ist wieder ein verlockendes ZielFERIEN AN DER ADRIA

Dubrovnik ist wieder ein verlockendes Ziel

Knapp acht Jahre nach dem Ende des Balkankrieges erstrahlt die weiße Stadt am Meer in neuem Glanz – das „Weltkulturerbe“ ist weitgehend wiederhergestellt.

Von Barbara Gutmann

 
Die Hauptstraße der Altstadt wird „Stradun“ genannt. (Foto: pervan.de) 

EM – „Dubrovnik, Perle der Adria“ - vor allem Reiseveranstalter werden nicht müde in solchen Superlativen von der kroatischen Küstenstadt zu schwärmen. Aber diese Elogen sind beileibe keine Erfindung der modernen Touristikbranche, sondern haben eine lange Tradition. Schon zu Zeiten des Römischen Reiches hatte die Handelsmetropole einen Ruf eines eleganten und erholsamen Refugiums. Der irische Dichter George Bernard Shaw (1856 - 1950) sagte im vergangenen Jahrhundert über die Stadt: „Wer das Paradies auf Erden sehen will, muß nach Dubrovnik kommen“.

Im Mittelalter war Dubrovnik bekannt als „freie Republik Ragusa“. Neben Venedig stellte sie die größte Seemacht im ganzen Mittelmeerraum dar. Seine Selbständigkeit als Handelsstadt konnte Dubrovnik 500 Jahre lang behaupten. Durch ihr Handelsmonopol mit den Türken prosperierte, blühte und gedieh sie aufs Prächtigste.

Die weiße Stadt erhebt sich wie eine Bilderbuchfestung aus den Wassern der Adria

Die Lage der Stadt an der Südspitze Dalmatiens ist einmalig. Wie eine Bilderbuchfestung erhebt sie sich aus dem Meer. Die Altstadt wird von einer zehn bis fünfzehn Meter starken Festungsmauer umgeben, die eine Gesamtlänge von etwa dreieinhalb Kilometern besitzt. Außerhalb dieser Mauern ist Dubrovnik ein reizvolles mediterranes Städtchen mit schmucken Häusern, steilen, kurvigen Straßen, die sich die Abhänge hinunter- und hinaufschlängeln. Viele Straßenränder sind gesäumt von Palmen.

 
 Dubrovnik, Bilderbuchfestung an der Südküste Dalmatiens. (Foto: Verkehrsamt)

Hinter der Stadtmauer erschließt sich eine völlig andere Welt. Enge Gassen, drei sehenswerte Klöster aus dem 13. und 14. Jahrhundert, ein barocker Dom, schmale Häuser und Türme drängen sich in der steinernen Enge der Altstadt zusammen. Im historischen Kern Dubrovniks ist wenig Platz für Grün. Es gibt nur die Blumenkübel an den vielen Straßencafés mit ihren Sonnenschirmen und Markisen. Und an manchen der schmalbrüstigen Häuser, die wie Schulter an Schulter stehen, rankt hie und da Wein hoch.

In den Gassen, die sich von der Küste heraufziehen, drängen sich im Sommer wahre Menschentrauben. Die Hauptstraße der Altstadt wird „Stradun“ genannt. Sie verläuft auf einem im 13. Jahrhundert zugeschütteten Meeresarm. Er hatte einst die Felseninsel, auf der Dubrovnik um 650 n. Chr. gegründet wurde, vom Festland getrennt.

Der Platz vor den Cafés duftet nach Obst und Gewürzen

Auf dem Marktplatz bieten morgens die Händler ihre Kostbarkeiten aus Gärten und Weinbergen an.. Danach, so ab Mittag, stellen die Straßencafés Tische und Stühle auf den Platz, der noch lange nach Gemüse, Obst und Gewürzen duftet.

Die UNESCO (Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation) nahm Dubrovnik mit seiner historischen Altstadt 1979 in die Liste für kulturelles und natürliches Welterbe auf. Das hat die Stadt jedoch nicht vor der Zerstörung durch die serbisch-montenegrinischen Armee im Balkankrieg der neunziger Jahre bewahrt. Im September 1991 erfolgte der erste Angriff. Von Oktober bis Dezember 1991 lag Dubrovnik unter schwerem Beschuß. Dann wurde es eingenommen, besetzt, geplündert und in Brand gesteckt. Bis Oktober 1992 dauerte die Besetzung an. Die Jugoslawische Bundesrepublik gab seinerzeit vor, die Stadt von Faschisten („Ustasi“) befreien zu wollen.

Der größte Teil der Schäden konnte in den Jahren bis1996 wieder repariert werden. Allerdings sind viele Steinmetzarbeiten an Kirchen und Klöstern des Mittelalters nun durch Nachbildungen ersetzt. Bis heute legen einige schadhafte Hausdächer als letzte Erinnerungen an den Krieg Zeugnis von der Zerstörung ab.

Von See her genießt man den eindrucksvollsten Blick auf die Altstadt

 
Die wundervolle Altstadt von Dubrovnik im Abendlicht. (Foto: pervan.de) 

Heute erstrahlt Dubrovnik in neuem Glanz. Die weißen Gebäude heben sich von den mildgrauen Karstbergen ab, die sich hinter der Hafenstadt erheben. Von See her genießt man den eindrucksvollsten Blick auf die Altstadt, die von hier aus wie ein Kollossalgemälde auf den Betrachter wirkt.

Dank seiner geographischen Lage verfügt Dubrovnik über das typische Mittelmeerklima mit milden und regnerischen Wintern und heißen trockenen Sommern. 220 wolkenlose Tage im Jahresdurchschnitt laden zu langen Abenden in schönen Gartenlokalen und Restaurants ein. Das Wasser der Adria vor Dubrovnik ist sauber und behält bis in den November hinein etwa 20 Grad.

Im Sommer ist Dubrovnik eine einzige Freilichtbühne für Künstler aus aller Welt

Die Sommerfestspiele von Dubrovnik mit weltbekannten Musikern, Schauspielern und Folklore-Ensembles sind das größte Kulturereignis in ganz Kroatien. Im Sommer verwandelt sich der gesamte mittelalterliche Stadtkern in eine einzige große Bühne unter freiem Himmel. Da kein Auto in die Altstadt fahren darf, kann man als Besucher dieses Freilichtmuseum unbeschwert von Lärm und Abgasen genießen.

Die Perle der Adria lebt vom Tourismus. Und sie ist dringend darauf angewiesen. Denn nur die Kapitalströme, die mit den Urlaubern aus aller Welt in die Stadt fließen, können das triste Bild der allgemeinen Wirtschaftslage in Kroatien aufhellen, das auch die Situation im Alltag von Dubrovnik bestimmt: Von den 47.000 Einwohnern sind 10.000 ohne Arbeit. Unübersehbar sind die vielen Kriegsinvaliden.Auch das Elend, das man nicht sofort sieht, ist bedrückend: Rentner, die oft lange auf die Auszahlungen ihrer Pensionen warten, eine verarmte Mittelschicht, Jugendliche ohne wirkliche Zukunftsperspektiven und ein paar wenige Neureiche.

Der größte Reichtum der Stadt ist die strahlende Schönheit seiner weißen Silhouette, die ihresgleichen sucht. Und die unwiderstehliche Atmosphäre seiner Gassen und Märkte. Die Stadt gilt nach den Kriegswirren inzwischen wieder als eines der schönsten Reiseziele des gesamten Mittelmeerraumes. „Wir möchten die schlimmen Zeiten, die hinter uns liegen, jetzt ganz schnell vergessen“, sagte Bürgermeisterin Dubravka Suica gegenüber dem Eurasischen Magazin. Dabei blickte sie auf das frische Rot der vielen neuen Ziegeldächer, die sie „symbolisch“ nannte, „für den Behauptungswillen unserer altehrwürdigen Stadt“.

Die hier veröffentlichten Fotos wurden uns freundlicherweise von „pervan.de -Treffpunkt für Weltenbummler“ zur Verfügung gestellt. Dort finden Sie viele weitere interessante Reiseinformationen aus aller Welt.

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