Eurasien-Ticker 03-10

Eurasien-Ticker 03-10

Wandern ohne Gepäck auf dem Wasserscheideweg · Neues Bio-Logo für die Europäische Union · n-ost Reportagepreis 2010 · goEast-Festival vom 21. – 27. April 2010 · Migranten schickten 32 Milliarden Euro nach Hause · Nitratbelastung in den Gewässern der EU geht zurück · Globale Trinkwasserkrise spitzt sich zu · Trinkwasserressourcen in Entwicklungsländern bedroht · Ausbau der Fleischproduktion für Kasachstan eine Schlüsselfrage 

Von EM Redaktion

Wandern ohne Gepäck auf dem Wasserscheideweg

EM – Alleinwandernde werden auf der Frankenhöhe erwartet. Ihr Gepäck reist voraus und wartet jeden Abend in einer gemütlichen und komfortablen Unterkunft. Und das Ganze auf einem wunderschönen Teilabschnitt der  Großen Europäischen Wasserscheide, die sich von Spanien über 10.000 Kilometer Gehweg bis zum Ural erstreckt. Wandern ohne Gepäck zwischen der mittelfränkischen Bezirkshauptstadt Ansbach und dem rund 100 Kilometer entfernten westlich gelegenen Schnelldorf werden im Mai, Juni und September angeboten.

Der erst vor zwei Jahren vom Deutschen Wanderverein mit dem Prädikat „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ zertifizierte Weg umfasst etwa ein Hundertstel der längsten Wanderstrecke Eurasiens. Er führt  durch die sanfte Mittelgebirgslandschaft des Naturparks Frankenhöhe. Und jeder, der hier geht, ist auf einem einmaligen geomantischen Höhenpfad unterwegs. Von Andalusien im Süden, über die Pyrenäen, den Jura, das Fichtelgebirge, die Karpaten, die Waldaihöhen und das Wolga-Quellgebiet bis zum Uralgebirge verläuft die nirgendwo unterbrochene Wasserscheide. Von hier aus fließen die Flüsse und Bäche entweder nach Süden, zur Donau, zum Mittelmeer, zum Schwarzen- und Kaspischen Meer, oder nach Norden, in den Atlantik, die Nord- und Ostsee und das nördliche Eismeer.

Herrliche Strecken durch Wald und Flur, die oftmals auf bloßen Pfaden, durch schmale Waldschneisen oder durch Wiesen verlaufen, begeistern Naturfreunde und Wanderer. Ruhige Wälder, blühende Wiesen, Trockenrasen und prächtige Aussichten von den Höhen der Juraberge sind eines jeden Tages Lohn. Burgen und Schlösser, wie Schillingsfürst und Colmberg grüßen und laden ein. Für die Unterbringung stehen Einzelzimmer in schmucken Landgasthöfen zur Verfügung.

Die 5-Tageswanderungen mit 4 Übernachtungen werden 2010 zu den folgenden Terminen angeboten: 11. - 15. Mai, 06. - 10. Juni, 15. - 19. September.

Buchung und Information: www.wasserscheideweg.de

Siehe dazu auch folgende Berichte und Reportagen im Eurasischen Magazin: EM 10-09,
EM 11-09, EM 12-09. Literatur: „Der Heidenschwanz – Zwölf Geheimnisse für ein starkes Leben, aufgezeichnet auf der Frankenhöhe im Wäldischen“ von Friedrich Georg Wick. Erhältlich bei www.starkesleben.de und im Buchhandel ISBN 13: 978-3-935162-03-6, sowie bei www.amazon.de.

Neues Bio-Logo für die Europäische Union

EM - Die EU-Kommission hat offiziell den Sieger des Wettbewerbs für das neue EU-Bio- Logo bekannt gegeben: Dušan Milenković, ein Design-Student aus Düsseldorf, hat das Gewinnerlogo mit dem „Euro-Blatt“ entworfen. Eine Jury hatte aus insgesamt 3.422 eingereichten Vorschlägen die drei aus ihrer Sicht besten ausgewählt. In den letzten beiden Monaten hatten über 130.000 Personen per Online- Abstimmung zwischen den drei Finalisten gewählt. Dabei stimmten über 63 Prozent für den Entwurf von Milenković.

Ab 1. Juli 2010 ist dieses EU-Bio-Logo für alle verpackten Bioprodukte, die in einem EU-Mitgliedstaat hergestellt wurden und die notwendigen Normen erfüllen, verbindlich vorgeschrieben. Mit dem neuen Siegel soll nun die Flut an Siegeln in der Biobranche beendet werden. Auch der dritte Preis ging an einen Studenten aus Deutschland: David Dwight Holly aus Mainz. Der Sieger sowie der zweite und dritte Preisträger werden im Juli 2010 bei der offiziellen Preisverleihung durch die Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung der EU-Kommission geehrt. Das Preisgeld beträgt 6.000 Euro, 3.500 Euro und 2.500 Euro.

Zum Logo: http://ec.europa.eu/agriculture/organic/logo/index.htm

n-ost Reportagepreis 2010

EM – Das Korrespondentennetzwerk n-ost zeichnet auch in diesem Jahr wieder Journalisten mit dem n-ost Reportagepreis aus, die genau beobachten, gründlich recherchieren und einfühlsam beschreiben. So fördert n-ost eine hochwertige Berichterstattung aus Osteuropa, die Stereotype durchbricht und Grenzen überwindet.

Prämiert werden inhaltlich und sprachlich herausragende Reportagen aus osteuropäischen Ländern, die zwischen dem 1. April 2009 und dem 31. März 2010 in deutschsprachigen Medien erschienen sind. Der Preis ist mit 2.000 Euro (1. Preis), 1.000 Euro (2. Preis) und 500 Euro (3. Preis) dotiert.  Die Preisträger nehmen im Oktober 2010 an der n-ost Medienkonferenz im ungarischen Pécs teil.

Einsendeschluss ist der 25. April 2010.
Teilnahmebedingungen unter reportagepreis@n-ost.de

goEast-Festival vom 21. – 27. April 2010

EM – Zum zehnten Mal feiert das goEast-Festival in diesem Jahr den mittel- und osteuropäischen Film. Es präsentiert vom 21. bis 27. April in Wiesbaden ein vielseitiges Jubiläumsprogramm.

Im Rahmen des Symposiums können sich Cineasten außerdem über humoristische Glanzstücke des mittel- und osteuropäischen Kinos freuen. goEast bietet in Wiesbaden zum zehnten Mal ein einzigartiges Forum für den Dialog zwischen Filmschaffenden, Experten, Gästen und Publikum aus Ost und West. Besonderer Gast des Jubiläumsfestivals wird der georgisch-französische Filmemacher Otar Iosseliani sein.

In einer Retrospektive zeigt das Festival alle Filme, die er in Georgien noch vor seiner Emigration 1982 gedreht hat. Außerdem sind einige der in Frankreich entstandenen Werke zu sehen, die seinen Ruf als Regiegröße des internationalen Films manifestiert haben. In unverwechselbarer Weise gelingt Iosseliani in seinen Filmen ein aufmerksam-ironischer Blick auf die Absurdität des vermeintlich „Normalen“. Mit der großen Bandbreite des „sozialistischen Lachens“ beschäftigt sich das filmwissenschaftliche Symposium.

Zehn Spiel- und sechs Dokumentarfilme wetteifern um Preise in unterschiedlichen Kategorien: Der Škoda-Preis „Die Goldene Lilie“ ist mit 10.000 Euro dotiert.

Migranten schickten 32 Milliarden Euro nach Hause

EM - Die so genannten Heimatüberweisungen von Migranten in den EU-Mitgliedsländern beliefen sich im Jahr 2008 auf rund 32 Milliarden Euro (2007: 31,3 Milliarden). Diese Zahlen umfassen sowohl Geldflüsse innerhalb der EUMitgliedstaaten als auch an Drittländer. Die Geldströme an Drittländer stiegen von 11,5 (2004) auf 22,5 Milliarden Euro (2008) an. Im Jahr 2008 stammten zwei Drittel der gesamten Heimatüberweisungen von Erwerbstätigen aus Spanien (7,8 Milliarden Euro oder 25 Prozent aller EU27- Heimatüberweisungen), Italien (6,4 Milliarden oder 20 Prozent), Frankreich (3,4 Milliarden oder 11 Prozent) und Deutschland (3,1 Milliarden oder 10 Prozent).

Nitratbelastung in den Gewässern der EU geht zurück

EM – Die Nitratwerte in den Gewässern in der EU gehen zurück. Das zeigt ein Bericht der EU-Kommission. Zwischen 2004 und 2007 sind die Nitratkonzentrationen in Oberflächengewässern (Flüsse, Seen und Kanäle) bei 70 Prozent der Überwachungsstationen stabil geblieben oder zurückgegangen. In der EU gibt es 31.000 Grundwassermessstationen und 27.000 Stationen für Oberflächengewässer. Dem Bericht zufolge greifen damit die europäischen Rechtsvorschriften, die die Verschmutzung von Gewässern durch Nitrate aus landwirtschaftlichen Quellen verhindern sollen.

Dennoch liegen in einigen Regionen die Nitratkonzentrationen immer noch über den Wasserqualitätsnormen der EU. Hohe Nitratwerte im Grundwasser sind unter anderem in Teilen Estlands, Belgien (Flandern) und Nordostspanien zu verzeichnen. Hier müssen die Landwirte noch mehr auf nachhaltigere Praktiken umstellen. EU-Umweltkommissar Janez Potočnik erklärte hierzu: „Der Schutz der Wasserqualität zählt zu den obersten Prioritäten der europäischen Umweltpolitik. Die Landwirte haben sich sehr um ein besseres Düngemanagement bemüht, das nun Ergebnisse zeigt.“

Globale Trinkwasserkrise spitzt sich zu

EM - Das Ziel der Vereinten Nationen (VN), bis 2015 die Zahl der Menschen ohne Zugang zu Trinkwasser zu halbieren, wird nicht erreichbar sein. Zu diesem Schluss kommt Zafar Adeel, Direktor des Instituts für Wasser, Umwelt und Gesundheit der University of the United Nations (http://www.inweh.unu.edu)  in einem pressetext-Interview. Anlass war die Konferenz der UNO-Wasserexperten (http://www.unwater.org)  im kanadischen Hamilton, deren Vorsitz Adeel innehat.

Die bessere Trinkwasserversorgung gehört zu den Entwicklungszielen, die sich die VN 2000 in der Millenniumserklärung gesetzt hat. Laut dieser sollten bis 2015 zumindest zwei statt wie bisher nur ein Drittel der Menschheit Zugang zu hygienisch einwandfreiem Trinkwasser besitzen. Zehn Jahre sind bisher vergangen, doch der UN-Experte versprüht kaum Optimismus, dass das Ziel innerhalb des Zeitlimits erreicht werden könnte. „Während die Versorgung in städtischen Slums teilweise voranschreitet, ist das besonders in ländlichen Gebieten sehr schwierig. Für das Ziel wären viele zusätzliche Mittel für Investitionen notwendig. Erreicht werden muss letztlich jedoch die Vollversorgung", so Adeel.

An mehreren Stellen des Planeten spitzt sich derzeit eine Wasserkrise zu. „Am stärksten betroffen sind große Teile des afrikanischen Kontinents, der mittlere Osten und Zentralasien. Vielerorts liegt hier die Verfügbarkeit von Wasser weit unter dem absolut nötigen Minimum, zudem auch die Qualität des Wassers. Das bedroht die Produktivität und häufig sogar das menschliche Überleben“, erklärt der VN-Experte. Es sei abzusehen, dass sich die Situation vor allem in diesen Regionen zukünftig weiter verschlimmern werde, falls keine nachhaltigen Gegenmaßnahmen in großem Stil eingeleitet werden.

Für eine Besserung der Situation sollten die Industriestaaten diesen Ländern Finanzmittel, technische Ausrüstung und Know-how zur Verfügung stellen. Zudem sei es wichtig, dass sie selbst zu beispielhaften Modellen würden, wie man in Zeiten des Klimawandels mit den schwindenden Wasserreserven umgeht. „Auch in reichen Staaten des Nordens wie etwa in Kanada oder Westeuropa wird die Wasserversorgung immer schwieriger und die Qualität sinkt trotz des vermeintlichen Wasserreichtums. Was den Umgang mit dieser Problematik und deren Verständnis betrifft, sind viele Industrieländer noch Entwicklungsländer.“

Die aktuelle Finanzkrise beinhalte laut Ansicht Adeels die Chance, die flächendeckende Wasserversorgung neu und effizienter zu gestalten. Das Thema Wasser müsse daher in internationalen Verträgen eine ebenso wichtige Rolle spielen wie die Ernährungssicherheit, Klimawandel, globaler Frieden und Stabilität.

Trinkwasserressourcen in Entwicklungsländern bedroht

EM - Das Jahr 2008 war von den Vereinten Nationen zum Internationalen Jahr der Sanitärversorgung erklärt worden. Am Weltwassertag, 22. März, soll auf die untragbare Situation von 2,6 Milliarden Menschen weltweit aufmerksam gemacht werden, die unter menschenunwürdigen sanitären Bedingungen leben. Wie dramatisch die Situation ist, zeigen auch Untersuchungen der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). „Wir beobachten seit mehr als 40 Jahren die Grundwassersituation in den Entwicklungsländern. Dabei haben wir festgestellt, dass die fehlende sanitäre Infrastruktur in zunehmendem Maße zu einer massiven Verschmutzung von wertvollem Grundwasser durch versickernde Abwässer führt“, erklärt Dr. Thomas Himmelsbach, bei der BGR zuständig für Grundwasserschutz. Eine Situation, die umso dramatischer sei, da Grundwasser in den trockenen Regionen der Welt häufig die einzige Ressource zur Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser darstelle.

Wird Grundwasser durch Fäkalien verunreinigt und dennoch als Trinkwasser genutzt, treten verstärkt Durchfallerkrankungen auf, die vor allem für Kinder oft tödlich enden. Jedes Jahr sterben 2,2 Millionen Menschen an den Folgen der sanitären Versorgungskrise. Insofern zeigen die Ergebnisse der BGR sehr deutlich, wie wichtig eine nachhaltige Sanitärversorgung für den Grundwasserschutz und damit auch für den Schutz der Trinkwasservorkommen sei.

Mehr:
http://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Wasser/Beschaffenheit/beschaffenheit__node.html
http://www.bgr.bund.de/EN/symposium2008

Ausbau der Fleischproduktion für Kasachstan eine Schlüsselfrage    

EM - Der kasachische Ministerpräsident Karim Massimow will sein Land zum Fleischexporteur entwickeln. Im Auf- und Ausbau einer leistungsfähigen Fleischwirtschaft sieht er die „Schlüsselfrage“ für die künftige Exportpolitik seines Landes. Dass Kasachstan von Staaten umgeben sei, in denen eine solide Basis für die Fleischerzeugung fehle, „ist unsere Chance“, erklärte Massimow kürzlich in Astana. Er räumte gleichzeitig ein, dass die heimische Land- und Ernährungswirtschaft noch Fortschritte machen müsse, damit Kasachstan zu einem Fleischexporteur werden könne. Erforderlich seien unter anderem der Ausbau des Vermarktungssystems und die Beseitigung von Defiziten im Veterinärwesen, „damit wir uns nicht selbst Barrieren für den Fleischexport“ schaffen, sagte der Regierungschef.

Landwirtschaftsminister Akylbek Kurischbajew forderte unterdessen unter Hinweis auf die Zollunion mit Russland und Weißrussland eine generelle Verbesserung der Leistungsfähigkeit der kasachischen Landwirtschaft. Die vordringlichste Aufgabe sei die technologische „Um- und Aufrüstung“ der Branche, um die Kosten zu senken und gleichzeitig die Produktqualität zu verbessern, erklärte Kurischbajew bei einem Treffen mit Beratern in Astana. Im Visier hat der Minister dabei die Getreide- und Ölsaatenerzeugung sowie die Fleisch-, Milch- und Feinwollschafproduktion. Außerdem forderte der Ressortchef eine Anhebung der Agrarsubventionen und Steuerermäßigungen auf den Umfang der Partnerstaaten.
 
Siehe dazu auch EM 01-2010 „Agrarwirtschaft – Nagel zu Russlands Sarg“

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