Eurasien-Ticker

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Neuer Elitestudiengang Osteuropastudien · Siemens übernimmt die Führung bei wichtigem russischen Technologiekonzern · Neues Triebwerk für europäische Flugzeuge · Aufsichtsbehörde für das Galileo-Programm beschlossen · Eine europäische Armee soll die SFOR-Truppen der Nato in Bosnien-Herzegowina ablösen · Wichtiger Schritt zu einem einheitlichen Luftraum für die EU · Kostenlose Faltkarte „Unterwegs in Europa“

Von EM Redaktion

Neuer Elitestudiengang Osteuropastudien

EM – Die Ludwig-Maximilians-Universität München bietet ab dem Wintersemester 2004/05 gemeinsam mit der Universität Regensburg und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg den „Elitestudiengang Osteuropastudien/East European Studies“ an. Interessenten haben noch bis zum 31. Juli Zeit, um sich für das kommende Semester zu bewerben. Die Auswahl der „Elite-Studenten“ erfolgt durch die beteiligten Universitäten.

Der viersemestrige Studiengang „ Osteuropastudien“ richtet sich an Studenten, die bereits einen ersten berufsqualifizierenden Studienabschluß (z.B. Bachelor of Arts) vorweisen können. Ziel des Studiengangs ist es, Kenntnisse zu den Regionen Ostmittel-, Südost- und Osteuropa zu vermitteln.

In dem interdisziplinären Masterstudiengang werden folgende sieben Disziplinen gelehrt: Geschichte, Slawistik, Europäische Ethnologie/ Interkulturelle Kommunikation, Politologie, Soziologie, Rechtswissenschaften und Volkswirtschaftslehre. Die Studenten sollen befähigt werden, Entwicklungen in Osteuropa zu analysieren und in ihre Zusammenhänge einzuordnen. Mögliche Arbeitsfelder der Studiengangsabsolventen sind die Bereiche Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft. Mehr Informationen hier.

Siemens übernimmt die Führung bei wichtigem russischen Technologiekonzern

EM – Das Münchner Technologie-Unternehmen Siemens baut seine Beteiligung beim größten Hersteller für Kraftwerkstechnik in Rußland, dem Unternehmen Silowye Maschiny aus. Im internationalen Verkehr tritt das Unternehmen als Power Machines auf. Siemens hielt daran bislang schon 4,4 Prozent. Jetzt haben das deutsche und das russische Unternehmen vereinbart, ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) zu gründen, das künftig 71 Prozent von Silowye Maschiny besitzt.

Die Power Machines-Gruppe ist Rußlands führender Hersteller von Ausrüstung für Wasser-, Dampf-, Gas und Atomkraftwerke. Zu der Gruppe gehören unter anderem die Firmen Leningradsky Metallischesky Sawod, Electrosila, Turbine Blades, Kaluga Turbine Works und NPO CKTI.

Die Verantwortung für das Management des gemeinsamen Unternehmens soll bei Siemens liegen. Zweck sei die „strategische Weiterentwicklung“ von Power Machines. Der Münchner Elektronikkonzern will dazu in den kommenden drei bis fünf Jahren rund 200 Mio. Dollar in die Entwicklung und Modernisierung von Silowye Maschiny investieren. Während dieser Zeit habe Siemens das Recht, seine Anteile an dem Joint Venture weiter zu erhöhen.

Neues Triebwerk für europäische Flugzeuge

EM – Mehrere europäische Hersteller entwickeln heute schon die nächste und die übernächste Generation von Flugzeugturbinen. Sie werden leiser, sparsamer und leichter sein als heutige Triebwerke. Das berichtet die „Financial Times Deutschland“ (FTD) in ihrer Ausgabe vom 23. Juli 2004. Damit solle unter anderem den zunehmenden Lärmbeschränkungen auf internationalen Flughäfen Rechnung getragen und die Kosten durch geringeren Kerosinverbrauch gesenkt werden.

Die Ingenieure von MTU Aero Engines, dem führenden Triebwerkshersteller Deutschlands, tüfteln demnach an Turbinenschaufeln aus Titan-Aluminid. Dieser Werkstoff sei leicht wie Aluminium und halte trotzdem die große Hitze aus, die in einem Flugzeugtriebwerk entsteht. Für ein europäisches Testtriebwerk unter der Bezeichnung „Clean“ liefert MTU eine neuartige Niederdruckturbine und einen Wärmetauscher, wie er bislang noch in keinem Flugzeugantrieb verwendet werde. Über das Prinzip heißt es in der FTD: „Er erwärmt mit der Triebwerksabwärme die Luft vor der Brennkammer, wodurch das Triebwerk mit weniger Kerosin auskommt.“ Vom französischen Hersteller Snecma Moteurs stamme ein Hochdruckverdichter, die gestufte Brennkammer komme ebenfalls von Snecma. Volvo Aero steuere eine Turbinendüse bei. Das Triebwerk soll im Herbst am Institut für Luftfahrtantriebe der Universität Stuttgart zum erstenmal gezündet werden.

Der Treibstoffverbrauch und der Kohlendioxid-Ausstoß sollen FTD zufolge mit der neuen Technik um 20 Prozent abgesenkt werden. Der Prototyp des neuen Triebwerks koste 50 Millionen Euro und solle im Februar 2005 fertig sein. Bis zur Serienfertigung könnten dann allerdings noch einmal zehn Jahre vergehen.

Aufsichtsbehörde für das Galileo-Programm beschlossen

EM –Dem europäischen Satellitennavigationssystem Galileo wird von der EU große strategische Bedeutung beigemessen. Um einen möglichst reibungslosen Start im Jahr 2008 zu gewährleisten, übernimmt nun eine neue Behörde die Aufsicht über die Entwicklung des ehrgeizigen Programms. Dies geht aus einer Verordnung des Rates vom 12. Juli hervor. Wichtigste Aufgabe ist die Überwachung der Finanzmittel. Wie im Weißbuch der Europäischen Kommission über die Verkehrspolitik für 2010 betont wird, braucht die Europäische Union ein unabhängiges Satellitennavigationssystem. Galileo ist der Beitrag Europas zu einer globalen Infrastruktur der Satellitennavigation. D ie neue Behörde soll in der Errichtungs-und Betriebsphase mit dem Betreiberkonsortium einen Konzessionsvertrag abschließen und selbst Konzessionen zur Nutzung der Satelliten-Navigation vergeben. Außerdem ist sie für die Sicherheitsanforderungen verantwortlich. (Über Galileo hat das EM bislang in den Ausgaben 05/03, 09/03, 10/03, 11/03 und 02/04 berichtet).

Wichtiger Schritt zu einem einheitlichen Luftraum für die EU

EM – Künftig soll es eine EU-weite Zulassung für Fluglotsen geben. Dafür will die Brüsseler Kommission ein einheitliches Qualifikationsniveau vorschreiben. Der Vorstoß ist indes nicht nur als Schritt zur Erhöhung der Mobilität der Lotsen gedacht, die dadurch in Zukunft grenzüberschreitend eingesetzt werden können. Für mindestens genau so wichtig wie die flexible Organisation der Lotsendienste wird von der Kommission die damit verbundene Schaffung eines gemeinschaftlichen europäischen Luftraums erachtet. Bereits im September 2001 hatte es in einer Mitteilung des Ratspräsidenten der EU über die Schaffung eines einheitlichen europäischen Luftraums geheißen: „Die Kommission beabsichtigt, ausführliche Vorschläge vorzulegen, damit bis 2004 ein einheitlicher Luftraum geschaffen werden kann.“

Angesichts zunehmender Verspätungen im europäischen Luftverkehr - derzeit ist jeder fünfte Flug im Durchschnitt um 20 Minuten überfällig - forderte auch die Kommission, bis 2005 die Voraussetzungen für einen einheitlichen Luftraum zu schaffen. Dabei sollte vor allem der starken Zersplitterung im Bereich der Flugsicherung und der Rechtsvorschriften ein Ende gesetzt werden. Nur durch eine gemeinsame Koordinierung sei die schon jetzt miserable Lage zu verbessern. Die EU-weite Fluglotsenzulassung ist ein wichtiger Schritt dorthin.

Kostenlose Faltkarte „Unterwegs in Europa“

EM – Die übersichtliche Broschüre „Unterwegs in Europa“ enthält neben einer Übersichtskarte eine Fülle an Informationen für Reisende im neuen, großen Europa. Zum Beispiel über Führerschein und Kfz-Versicherung, Geschwindigkeitsbeschränkungen und Straßenbenutzungsgebühren, über Reisepaß, Personalausweis und Visum, über Sprachen, Geld und Wechselkurse. Aber auch über Höchstmengen bei Einkäufen, die noch als „persönlicher Bedarf“ gelten, über die Mitnahme von Haustieren, den Anspruch auf ärztliche Versorgung und wichtige Notfallnummern wird informiert. Im Netz ist die Broschüre hier zu finden.

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