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Erfolgsmeldungen von EADS · Wiederaufbau in Banda Aceh · Der Iran rechnet künftig seinen Außenhandel in Euro ab · Paris zieht überraschend Elitesoldaten aus Afghanistan ab

Von EM Redaktion

Erfolgsmeldungen von EADS

EM – Der zur Zeit an Negativ-Schlagzeilen gewohnte europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS ist auch jederzeit wieder für Erfolgsmeldungen gut. So hat die Fluggesellschaft Singapore Airlines vor wenigen Tagen offiziell weitere neun Maschinen des in Lieferschwierigkeiten geratenen Riesen-Airbus A 380 bestellt. Außerdem habe man sich Optionen für sechs zusätzliche A 380-Jets gesichert, teilte Singapore Airlines mit. Die Fluggesellschaft hat damit insgesamt 19 A 380-Maschinen geordert.

Die Raumfahrt-Sparte von EADS entwickelt und baut den neuen Fernseh- und Breitband-Satelliten Astra 3B. Der Satellit wird voraussichtlich Ende 2009 gestartet, teilten Auftraggeber SES Global und die EADS-Tochter Astrium kurz vor Weihnachten in einer gemeinsamen Erklärung mit. Es sei der dritte Astra-Satellit, der von Astrium gebaut werde. Er soll über 52 vermarktbare Kanäle verfügen.

Die Hubschrauber-Sparte von EADS, Eurocopter, rechnet für nächstes Jahr mit Umsätzen von 400 bis 500 Millionen Euro in Südostasien. Das sagte Eurocopter-Vizechef Philippe Harache in Malaysia. Asien steuert derzeit etwa ein Viertel zu den gesamten Erlösen der Sparte bei und dürfte wegen guter Perspektiven in Indien, China und Malaysia weiter an Gewicht gewinnen. Eurocopter ist der weltgrößte Hersteller zivil genutzter Helikopter.

EADS soll auch den weltweit ersten Satelliten zum Merkur schicken. Die Satellitenbauer von EADS-Astrium in Friedrichshafen planen, mit zwei aneinander gekoppelten Satelliten zum Planeten Merkur zu fliegen. Ende Januar 2007 falle im zuständigen Gremium die endgültige Entscheidung über den 300-Millionen-Euro-Auftrag, sagte der Leiter des Astrium-Standorts, Uwe Minne.

Merkur gibt den Astronomen immer noch Rätsel auf. So war lange unklar, warum der sonnennächste Planet für seine Größe so ungeheuer schwer ist. Eine mögliche Antwort lieferte vor Kurzem eine Computersimulation vom Astrophysiker Jonathan Horner von der Universität Bern: Durch Kollision mit einem Asteroiden könnte Merkur einen Großteil seiner leichteren Gesteinsschichten verloren haben und übrig geblieben sei vor allem der massive Metallkern.

Die EADS-Tochter Astrium ist insgesamt an acht Satellitengroßprojekten beteiligt. Darunter ist der 2007 startende deutsche Erdbeobachtungssatellit „TerraSAR-X“, sowie „TanDEM-X“, der ein Höhenmodell der Erde liefern soll.

Wiederaufbau in Banda Aceh

EM - Nach den akuten Hilfsmaßnahmen und Aufräumarbeiten der ersten Monate nach der Tsunami-Katastrophe vom 26. Dezember 2004 geht es derzeit in Indonesiens  Katastrophengebieten um die nachhaltige Rekonstruktion der gesamten Infrastruktur. Eine einzigartige nationale und internationale Hilfskampagne unterstützt den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete. 

Nirgendwo drohen den Menschen so viele Naturgefahren wie in Indonesien: Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche, Hangrutsche, Landsenkungen und Überschwemmungen gehören hier fast schon zum Alltag.

Mit Hilfe einer geophysikalischen Spezialapparatur, die vom hannoverschen Institut für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsaufgaben entwickelt wurde, werden künstlich erzeugte, schwache  Erdbebenwellen dazu benutzt, den Untergrund zu durchleuchten, um stabilen Baugrund zu finden.

 Eine weitere Aufgabe des Wiederaufbaus ist die Erschließung von hygienisch einwandfreien Trinkwasserressourcen. Oberflächennahes Grundwasser, welches aus flach gegrabenen Schachtbrunnen gewonnen wurde, bildete die traditionelle Trinkwasserversorgung in den Küstenregionen der Provinz Aceh. Durch den Tsunami wurden diese Brunnen auf einen Schlag weitflächig versalzen oder mit Schlamm, Geröll und Unrat verschüttet.

 Hydrogeologen aus Deutschland und Indonesien suchen daher gemeinsam nach sauberem Wasser aus tiefer gelegenen Schichten und weiter landeinwärts gelegenen Süßwasservorkommen. Neben den Feldarbeiten im Gelände war auch ein Helikopter der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) mit elektromagnetischem Messgerät im Einsatz, um die Ausdehnung von Süßwasservorkommen und Salzwasserkontaminationen im Untergrund zu kartieren. Mit Erfolg.

Der Iran rechnet künftig seinen Außenhandel in Euro ab

EM – Von März 2007 ab will Teheran statt US-Dollar den Euro als Verrechnungswährung im Außenhandelsgeschäft nutzen, teilte Regierungssprecher Gholam-Hossein Elham vor wenigen Tagen mit. „Wir wollen uns dadurch aus der Abhängigkeit von der amerikanischen Währung lösen“, betonte der Sprecher.

Im Haushalt 2007 -  im Iran beginnt das neue Jahr am 22. März - werden alle Deviseneinnahmen, darunter auch aus den Erdölexporten, in Euro berechnet, erklärte Elham. Öl wird bisher traditionell in Dollar gehandelt. Außerdem werden alle künftigen Devisenkonten der iranischen Regierung auf den Euro laufen.

Wiederholt schon hatten Ölförderländer die  in der Organisation OPEC zusammengeschlossen sind, vor allem Venezuela, in der Vergangenheit überlegt, angesichts des Dollarverfalls gegenüber dem Euro die US-Währung als „Ölwährung“ wenigstens teilweise abzusetzen. Der Dollar hat in diesem Jahr bisher knapp zehn Prozent gegenüber der europäischen Währung verloren und könnte im nächsten Jahr weiter nachgeben.

Vor kurzem wurde bekannt, dass Russland und China erwägen, den Warenverkehr zwischen ihren beiden Ländern künftig nicht mehr in amerikanischen Dollar, sondern in Rubel oder Yuan zu verrechnen. Der Umfang des Handels zwischen China und Russland werde von 20 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr voraussichtlich auf 30 Milliarden Dollar im Jahr 2010 anwachsen, sagte Russlands Finanzminister Aleksej Kudrin.. Das Abgehen vom Dollar als Verrechnungsbasis solle helfen, den Rubel als eine der internationalen Reservewährungen zu etablieren. Präsident Putin hatte dieses Ziel vor einigen Monaten vorgegeben, als er zur Beschleunigung bei der Einführung der vollen Konvertibilität des Rubels aufgerufen hatte.

Lesen Sie dazu auch  EM 03-06 „Die geplante Teheraner Ölbörse kann zum Startschuss für die Ablösung des Dollars als Weltleitwährung werden.“

Paris zieht überraschend Elitesoldaten aus Afghanistan ab  

EM - Frankreich wird im Januar 2007 seiner Elitesoldaten, die bisher in Jalalabad nahe der pakistanischen Grenze stationiert waren, abziehen. Sie haben bislang mit den amerikanisch geführten Koalitionstruppen zusammen gekämpft und sollen nun zur Überraschung der Amerikaner das Land verlassen. Dies gab Verteidigungsministerin Michele Alliot-Marie anlässlich eines Besuchs in Kabul bekannt.

Gleichzeitig kündigte die Ministerin an, dass die 1100 französischen Soldaten, die sich im Rahmen der Nato-geführten Internationalen Schutztruppe ISAF in Afghanistan befinden, künftig im ganzen Land zum Einsatz kommen könnten. Solche Einsätze seien freilich zeitlich beschränkt. In der Nato war zuletzt heftig umstritten, ob manche Länder - darunter Deutschland und Frankreich - den Afghanistan-Einsatz ihre Truppen mit strengen Restriktionen versehen dürften, so dass sie zum Beispiel nicht in den hart umkämpften Regionen des Südens eingesetzt werden könnten.

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