Eurasien-Ticker

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E-Mail-Versand jetzt auch in chinesischen Schriftzeichen möglich · Deutsch-chinesische Großklinik für Schanghai · Chinesische Luxuskarossen sollen den Westen erobern · Die Deutsche Bahn will kräftig expandieren · Russlands Eisenbahn legt ein Modernisierungsprogramm von 300 Milliarden Euro auf · Das indische Unternehmen Suzlon übernimmt den Windanlagenbauer Repower · Malta und Zypern führen nächstes Jahr den Euro ein

Von EM Redaktion

E-Mail-Versand jetzt auch in chinesischen Schriftzeichen möglich

EM – Mit „Chinglish.com“ steht jetzt das weltweit erste chinesisch-englische E-Mail-Portal im Netz zur Verfügung. Durch das im holländischen Culemborg angesiedelte Unternehmen wird es möglich, auf Chinesisch zu schreiben und das Geschriebene auf Englisch zu verschicken oder umgekehrt. Auf diese Weise kann jetzt die Sprachbarriere zwischen dem Reich der Mitte und dem Westen überbrückt werden. Das Programm wurde entwickelt, um den zunehmenden Kommunikationsbedarf zwischen international tätigen Firmen, Geschäftsleuten, Chinesisch lernenden Ausländern und chinesischen Studenten im Ausland zu befriedigen. Das zweisprachige E-Mail-Programm wird außerdem für den Tourismus eine große Hilfe sein und Chinesen im Ausland und Ausländern in China die Verständigung erleichtern.

Botschaften können mit dem Programm in Echtzeit vom Chinesischen ins Englische und umgekehrt übersetzt werden. Mithilfe des in die Webmail-Anwendung integrierten Übersetzungssystems und des chinesischen IME-Editors (Input Method Editor), überwindet Chinglish.com die China und den Westen voneinander trennende Kommunikationsbarriere.

Chinesisch und Englisch gelten als die wichtigsten Sprachen der Zukunft. Derzeit lernen 300 Millionen Chinesen Englisch und 30 Millionen nicht Chinesisch sprechende Menschen auf der Welt versuchen sich Chinesisch anzueignen. Da das Internet eine Erfindung der westlichen Welt ist, war das E-Mail Protokoll ursprünglich für das Alphabet entwickelt worden. Bis heute konnten Chinas 150 Millionen Internetnutzer für den E-Mail Verkehr nicht ihren eigenen Namen in ihrer eigenen Sprache benutzen.

Weitere Info: http://www.chinglish.com

Deutsch-chinesische Großklinik für Schanghai

EM – In Schanghai wird ein gemeinsam betriebenes deutsch-chinesisches Großkrankenhaus gebaut. Vertreter der Siemens AG, der deutschen Asklepios-Kliniken und der Tongji-Universität in Schanghai unterzeichneten in Anwesenheit von Bundespräsident Horst Köhler und Chinas Staatspräsident Hu Jintao die Vereinbarung. Die Partner investieren 130 Millionen Euro in das als Joint Venture betriebene „Sino-German Friendship-Hospital“. Die Tongij-Universität war vor 100 Jahren von dem aus Niedersachsen stammenden Arzt als Medizinschule gegründet worden.

Die neue Schanghaier Großklinik soll der vor Weltausstellung Expo 2010 in Betrieb gehen, die von der China-Metropole ausgerichtet wird. An dem Gemeinschaftskrankenhaus hält die Tongji-Universität 46 Prozent. Der Anteil der Siemens-Finanzdienste liegt bei 40 Prozent. 14 Prozent besitzen die privatwirtschaftlich weltweit operierenden Aesklepios-Kliniken. Die Vereinbarung sieht den Aufbau einer 500-Betten-Großklinik vor, die mit modernster Technik, Labor- und Patientendiensten internationalen Ansprüchen an die medizinische Gesundheitsvorsorge entspricht.

Chinesische Luxuskarossen sollen den Westen erobern

EM – Sie sehen dem 7er BMW ähnlich und das ist sicher kein Zufall. Die Bayerischen Motorenwerke haben in Schanghai 2004 gemeinsam mit dem dortigen Autohersteller Brillance eine Fabrik gebaut, in der seither verschiedene BMW-Modelle vom Band laufen.
Jetzt liefert das chinesische Unternehmen Brillance eine Mittelklasse-Limousine nach Deutschland, die im Stil den Edelkarossen der Bayern nachempfunden ist. Das Modell Brilliance BS 6 2.0 Deluxe hat 122 PS und kostet 23.000 Euro. In diesem Frühjahr wurden die ersten 500 Exemplare vom chinesischen Hafen Dalian nach Bremerhaven verschifft.

Vor Jahren hatte China schon einmal versucht, Autos in den Westen zu exportieren. Doch das erste Importauto aus China war in Deutschland ein völliger Flop.  Damals hatte der Wettbewerber von Brillance, das Unternehmen Jiangling, versucht seinen Geländewagen „Landwind“ in Deutschland auf den Markt zu bringen. Doch er war beim ADAC-Crashtest mit Pauken und Trompeten durchgefallen.

Jetzt wagt der Hersteller Brilliance einen Versuch. Inzwischen haben die Autobauer im Reich der Mitte enorme Fortschritte gemacht und rechnen sich weit bessere Chancen aus. Brillance will seine Autos flächendeckend in Deutschland verkaufen. Das vor zwei Jahren gescheiterte Experiment schreckt den Autobauer aus Fernost nicht.

Die Deutsche Bahn will kräftig expandieren

EM – Die Deutsche Bahn AG (DB) steht unmittelbar vor einer Investition im ausländischen Güterverkehr in der Höhe von rund 500 Millionen Euro. Das berichtete die „Financial Times Deutschland“ (FTD) am 30. Mai. Demnach will der Berliner Transport- und Logistikkonzern zwei Güterbahnen in Großbritannien und Spanien übernehmen. Kaufkandidaten seien die britische EWS, Marktführer im Eisenbahn-Gütertransport, sowie die spanische Transfesa, die vor allem für die Automobilindustrie den Logistikverkehr bedient.

Mit diesem Schritt will die Gesellschaft vor allem ihre Position im Schienengütertransport zwischen Südwesteuropa und Osteuropa deutlich ausbauen. „Die Warenströme fließen zwischen Spanien, Frankreich, Deutschland und Osteuropa“, zitiert die Zeitung Bahnkreise. Ganz im Sinne dieser Entwicklung will die Deutsche Bahn sich auch an dem Privatisierungsprozess der staatlichen Güterbahnen in Tschechien und Ungarn beteiligen. Die DB-Güterverkehrstochter Railion Prüft ein solches Engagement gegenwärtig noch.

Railion hat bisher schon sein internationales Netzwerk mit kleineren Übernahmen und durch strategische Partnerschaften ausgebaut. In der Schweiz konnte das Unternehmen die kleine Eisenbahngesellschaft Brunner Railway Services erwerben. Unter dem Namen Railion Schweiz wird die DB nun mit der dortigen Staatsbahn SBB Cargo konkurrieren, vor allem im Raum Basel.

In Polen hat sich Railion mit 70 Prozent an East West Railways beteiligt. Der Eisenbahnbetreiber mit Sitz in Breslau soll Ende 2007 starten und schwerpunktmäßig die südpolnische Industrieregion mit Deutschland verbinden. Auf diese Weise sollen mehr Güter auf die Schienenstrecken zwischen Russland und Deutschland von der Straße auf die Schiene gebracht werden. Die von der DB mit gegründete Eurasia Rail Logistics soll ebenfalls an dieser Strategie beteiligt werden und vor allem administrative Hindernisse in Polen und Weißrussland beseitigen helfen.

Im Personenverkehr hat die DB mit der Eröffnung der schnellen Verbindung Frankfurt- Paris eine „Initialzündung für weitere schnelle grenzüberschreitende Verbindungen“ getätigt, wie Bahnchef Hartmut Mehdorn sagte. Der ICE solle demnächst auch von Hamburg nach Kopenhagen, von München nach Wien und von Berlin nach Warschau fahren.

Russlands Eisenbahn legt ein Modernisierungsprogramm von 300 Milliarden Euro auf

EM – Umgerechnet 300 Milliarden Euro soll das Modernisierungsprogramm der russischen Eisenbahn AG kosten. Die Hälfte des Geldes will die Bahn selbst finanzieren, den Rest der Summe sollen Staat und Privatanleger beisteuern. Das Programm ist für einen Zeitraum bis 2030 ausgearbeitet. Bis dahin soll die Russische Eisenbahn (RZD) nicht wieder zu erkennen sein. Während man bis 2015 vor allem Geld für die Modernisierung der bestehenden Infrastruktur ausgeben will, soll danach das Streckennetz deutlich erweitert werden. Pro Jahr will der Monopolist über 230 Milliarden Rubel (6,8 Milliarden Euro) investieren, zudem hofft RZD-Präsident Wladimir Jakunin auf weitere 200 Milliarden Rubel (5,9 Milliarden Euro) von Staat und Privatanlegern.

Russlands Präsident Wladimir Putin sagte auf einer Sitzung zur Entwicklung des russischen Eisenbahnsektors bereits staatliche Gelder zu. „Wir müssen die Infrastruktur, den Fuhr- und Lokomotivpark, die Werkstätten sowie die Betreiber- und Terminaldienstleistungen entwickeln und modernisieren“, forderte Putin. Nach Angaben Jakunins hat der Präsident praktisch alle seine Vorschläge zur Modernisierung der Eisenbahn angenommen.

So ist geplant die großen Städte Russlands und die wichtigen Lagerstätten allesamt an Schnellstrecken anzuschließen. Die Strecke Moskau – St. Petersburg soll bereits zwischen 2012 und 2014 in Betrieb genommen werden. Bis 2015 ist möglicherweise auch die Strecke Moskau – Sotschi fertiggestellt, meinte der Eisenbahnchef.

Später werden dann auch die großen Zentren im Ural, in Sibirien und im russischen Fernen Osten an das Schnelltrassennetz angeschlossen. Auf den Strecken Moskau – Nischni Nowgorod, Jekaterinburg – Tscheljabinsk und Nowosibirsk – Omsk sollen die Züge in Zukunft bis zu 160 Stundenkilometern schnell fahren. Selbst die bislang abgelegene Industriestadt Norilsk in der Tundra mit ihren großen Buntmetallvorkommen (vor allem Nickel) wird an das gesamtrussische Eisenbahnnetz angeschlossen. Insgesamt sollen bis zu 22.000 Kilometer Schiene neu verlegt werden. Die russische Eisenbahn ist das größte Transportunternehmen der Welt. Im vergangenen Jahr transportierte sie 1,35 Milliarden Menschen und 1,3 Milliarden Tonnen Fracht.

Das indische Unternehmen Suzlon übernimmt den Windanlagenbauer Repower

EM – Nach einer langen und schweren Übernahmeschlacht um den Hamburger Windkraftanlagen-Produzenten Repower Systems AG sind die Würfel zugunsten der Inder gefallen. Nachdem der französische Staatskonzern Areva zuletzt 140 Euro je Aktie und der Anfang Februar in den Bieterwettbewerb eingestiegene indische Suzlon-Konzern 150 Euro geboten hatte, haben die beiden jetzt ein Kooperationsabkommen geschlossen. Damit werden die beiden Interessenten Repower künftig gemeinsam führen. Diese Alternative hatten die Inder bereits zuvor angeboten. Die Franzosen hatten jedoch abgelehnt.

Nach der Vereinbarung hat Areva auf die Ausübung seiner Stimmrechte zugunsten von Suzlon verzichtet. Die Inder kontrollieren damit über 60 Prozent der Repower-Aktien. Im Gegenzug bekommen die Franzosen eine Verkaufs-Option auf ihre Anteile am Hamburger Unternehmen. Die Option kann erstmalig nach einem Jahr ausgeübt werden.

Der Vorstandschef von Suzlon, Tulsi Tanti, sagte, er sei mit dem Ergebnis der Verhandlungen sehr zufrieden. „Die Produktpalette von Repower wird vollständig in das Angebot von Suzlon integriert.“ Tanti kündigte an, in den Aufsichtsrat des Windradbauers einziehen und dessen Vorsitz übernehmen zu wollen.

Auch für Repower selbst ist das Geschäft laut Tanti zukunftsgerichtet. So bekommen die Deutschen Zugang zu den Nachschublieferungen aus Indien. Die Inder sind nach eigenen Angaben in Sachen Windkraftanlagenbau die Nummer eins in Asien und liegen weltweit auf Platz fünf hinter Marktführer Vestas Wind Systems aus Dänemark, General Electric, der deutschen Enercon und der spanischen Gamesa Tecnológica.Suzlon. Das Repower-Geschäft ist die größte Übernahme eines deutschen Unternehmens durch eine indische Firma

Malta und Zypern führen nächstes Jahr den Euro ein

EM – Malta und Zypern können der Euro-Zone beitreten und den Euro zum 1. Januar 2008 als gesetzliches Zahlungsmittel einführen. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die EU-Kommission gaben grünes Licht für die Aufnahme der beiden Inselrepubliken im Mittelmeer in den Währungsraum. Im Juli werden dann die EU-Finanzminister die letzten Wechselkursraten des zyprischen Pfundes und der maltesischen Lira zum Euro festlegen.

Mit Malta und Zypern werden 15 der 27 EU-Länder zur Euro-Zone gehören, in der 318 Millionen Menschen leben. Die Bedeutung der beiden vornehmlich vom Tourismus lebenden Inseln für die Euro-Zone ist aber relativ gering: Auf Malta und Zypern leben zusammen 1,5 Millionen Menschen, die 0,2 Prozentpunkte zur Wirtschaftsleistung der Euro-Zone von acht Billionen Euro beitragen werden. Zypern ist geteilt. Der griechisch sprechende Teil der Insel trat 2004 der EU bei. Die Regierung im türkisch-sprachigen Nord-Zypern ist international isoliert und wird nur von der Türkei anerkannt.

Von den übrigen EU-Ländern außerhalb der Euro-Zone haben nur die Slowakei und Rumänien bereits feste Zieldaten für den Beitritt. Die Slowaken wollen ihre Währung 2009 gegen den Euro eintauschen, die Rumänen peilen dafür das Jahr 2014 an. Die drei baltischen Republiken Estland, Lettland und Litauen haben wegen ihres starken Wirtschaftswachstums mit hohen Inflationsraten zu kämpfen. Die drei größeren Volkswirtschaften Polen, Ungarn und Tschechien haben ebenfalls keinen festen Termin mehr im Blick. Bulgarien hält einen Beitritt zu Beginn des kommenden Jahrzehnts für möglich.

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