Eurasien-Ticker

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Russischer Flugzeugbauer übernimmt EADS-Anteile · Russland stellt erstes Passagierflugzeug seit dem Ende der Sowjetunion vor · Die Pflanzenwelt der Mongolei wird virtuell vorgestellt · Russisch ist Gastsprache auf der internationalen Messe für Sprachen und Kulturen · Investoren und Ölländer nehmen Abschied vom Dollar

Von EM Redaktion

Russischer Flugzeugbauer übernimmt EADS-Anteile

EM - Der russische Flugzeugbauer United Aircraft Corp (UAC) kann sich mit 5 Prozent an der European Aeronautic Defense and Space Co NV (EADS) beteiligen. Dies hat der russische  Industrie- und Energieminister Viktor Khristenko mitgeteilt. Der fragliche EADS-Anteil wird derzeit vom russischen Finanzkonzern Wneschtorgbank (WTB) gehalten. Die Bank hatte kürzlich erklärt, den Anteil verkaufen zu wollen. Für eine Aussage, wann ein Transfer des EADS-Anteils vonstatten gehen könne, sei es aber noch zu früh, so der Minister weiter. Ob die Papiere nun verkauft oder einfach an UAC abgetreten würden, sei letztlich eine technisch-finanzielle Sache. Aber in jedem Fall müsse klar sein, dass die Bank Werte nicht einfach weggebe, zitiert die Agentur Itar-Tass das Regierungsmitglied.

Russland stellt erstes Passagierflugzeug seit dem Ende der Sowjetunion vor

EM - Mit einem neuen Passagierflugzeug will Russland wieder in die internationale Liga der Flugzeugproduzenten aufsteigen. Vor kurzem wurde die in den Nationalfarben lackierte Maschine vom Typ „Superjet 100“ im fernen Osten des Landes, in Komsomolsk-on-Amur, geladenen Gästen aus Industrie und Finanzwelt vorgestellt.

Der „Superjet“, der rund 28 Millionen Dollar kosten soll, tritt gegen die etablierte Konkurrenz von Embraer (Brasilien) und Bombardier  (Kanada) an. Er bietet Platz für 78 bis 98 Passagiere und wurde von der russischen Firma Suchoi in Kooperation mit einstigen Gegnern aus dem Kalten Krieg gebaut, etwa dem US-Konzern Boeing. Die Triebwerke stammen vom französischen Produzenten Snecma Motors, die Belüftung und die Flugsteuerung von der deutschen Firma Liebherr. Den Aufbau eines globalen Service- und Vertriebsnetzes soll die italienische Alenia Aeronautica übernehmen. Der Erstflug des Jets wird noch für dieses Jahr erwartet, die Zulassung durch europäische und US-Behörden im nächsten Jahr.

Die Pflanzenwelt der Mongolei wird virtuell vorgestellt

EM - Mit der Schaffung einer virtuellen Flora der Mongolei beschäftigen sich Wissenschaftler der Universität Greifswald ab dem 1. Oktober 2007 im Rahmen des Gemeinschaftsprojektes „Flora GREIF“. Das Vorhaben unter dem Titel „Greifswalder digitale Bibliothek zur Flora in der Mongolei“ ermöglicht die Darstellung von raumbezogenen Informationen zu Artnachweisen für Blütenpflanzen der Mongolei, die auch mit Aufnahmen von lebenden Pflanzen verknüpft werden sollen. Unter der Leitung von Prof. Reinhard Zölitz-Möller, Institut für Geographie und Geologie, Prof. Martin Schnittler, Institut für Botanik und Landschaftsökologie und Dr. Jürgen Formella vom Universitätsrechenzentrum, entsteht ein Informationspool für biogeographische Daten.

„Flora GREIF“ wird bis 2010 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit Mitteln in Höhe von 220.000 Euro unterstützt. Geplant ist eine Ausweitung des Startprojekts auf die angrenzenden Regionen Zentralasiens ohne zeitliche Begrenzung. Einen ersten Eindruck über das

Weitere Infos: http://floragreif.uni-greifswald.de.

Russisch ist Gastsprache auf der internationalen Messe für Sprachen und Kulturen

EM – Die diesjährige Gastsprache auf der EXPOLINGUA Berlin 2007, der 20. Internationalen Messe für Sprachen und Kulturen, ist Russisch. Die Messe findet vom 16. - 18. November in Berlin statt (www.expolingua.com). Auf der EXPOLINGUA Berlin erhalten russische Bildungseinrichtungen ein Forum, um auf ihre individuellen Vorzüge aufmerksam zu machen. All jene, die ein Studium in Russland in Betracht ziehen, können sich auf der Messe eingehend über die verschiedenen Studienprogramme informieren und sich persönlich beraten lassen.

Die EXPOLINGUA Berlin ist die einzige internationale Messe für Sprachen und Kulturen im deutschsprachigen Raum. Jährlich präsentieren mehr als 150 Aussteller aus über 25 Ländern einen umfassenden Überblick über Möglichkeiten des Fremdsprachenlehrens und -lernens. Die Messe wird von einem umfangreichen Fachprogramm begleitet, das allen Besuchern offen steht.
Vorgestellt werden unter anderem Sprachtests, Austauschprogramme sowie Studienmöglichkeiten und Praktika im Ausland. Zudem werden Mini-Sprachkurse angeboten. Abgerundet wird die Messe durch ein vielseitiges Kulturprogramm.
Die Messe richtet sich an Schüler, Studenten, Auszubildende und Berufstätige mit Interesse an sprachlicher Weiterbildung, sowie an Lehrer, Dozenten, Dolmetscher, Übersetzer und alle weiteren Sprach- und Kulturinteressierten.

Weitere Infos: http://www.expolingua.com/expolingua_berlin/de/presse_logo.php

Investoren und Ölländer nehmen Abschied vom Dollar

EM - Der US-Währung droht ein dramatischer Kursverfall. Wie ernst es um den Dollar steht, schildert die FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND (FTD) in ihrer Ausgabe vom 24. September. Demnach deutet das, „was derzeit in den USA passiert, auf einen radikalen Bruch in der weltwirtschaftlichen Entwicklung“ hin. Nicht nur die Krise am US-Hypothekenmarkt beschädige „weltweit das Vertrauen in den Finanzstandort USA“. Dieses habe bereits gelitten „durch die übertrieben harte Reaktion der Behörden auf die Bilanzskandale im Jahr 2002 und den hemmungslosen Einsatz der Finanzmarkt- und Währungspolitik für geostrategische Zwecke.“ (Irakkrieg). Und: „Maßnahmen wie das Ausspähen von Kontodaten oder der Druck auf Banken, die im Irangeschäft tätig sind, haben gerade in den Schwellenländern die Lust auf Transaktionen im Dollar-Raum stark gemindert. Die Exzesse am Immobilienmarkt lassen nun auch Investoren in Europa an der Qualität des institutionellen Rahmens in den Vereinigten Staaten zweifeln. Ausländische Direktinvestitionen lassen bereits deutlich nach. Die größte Gefahr für den Greenback seien jedoch nach wie vor die enormen Dollar-Reserven, die die Schwellenländer in Asien und die Ölstaaten angehäuft haben. „Diese Vorräte verlieren jetzt dramatisch an Wert, die Währungsbehörden müssen mit gewaltigen Abschreibungen rechnen.“  Weil sie ihre eigene Währung stützen und gegenüber dem  Dollar niedrig halten wollen, um so den Export in die USA anzukurbeln, kauften sie jahrelang Unsummen an Greenbacks auf. „Doch wenn die Vereinigten Staaten als Absatzmarkt unwichtiger werden, sinkt auch der Anreiz, unter hohen Kosten die eigene Währung zu manipulieren – zumal viele Länder Asiens dazu übergehen, verstärkt den heimischen Konsum statt die Exportwirtschaft zu fördern.“

Die Golfstaaten, so die FTD, „nehmen bereits Abschied vom Dollar: Kuwait hat die Kopplung seiner Währung an den Greenback gelöst. Anders als früher steht den Dollar-Pessimisten mit dem Euro eine Alternative zur Verfügung. Europas Währung ist etabliert, die einst zersplitterten Finanzmärkte wachsen zusammen, der Kontinent ist wirtschaftlich in einem erheblich besseren Zustand als die USA.“

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