Eurasien-Ticker

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Gigantische Ausbaupläne bei der Russischen Staatsbahn · Die Republik Kasachstan hat ein neues Internet-Portal · Migranten schicken 26 Milliarden Euro nach Hause · Grünes Licht für Schengen-Erweiterung · Schlecht bezahlte Forscher in Europa · Kasachstans Öl erobert die Weltmärkte · Entwarnung für Kasachstans Finanzmarkt · RADIOROPA Berlin sendet jede Stunde Europanachrichten · Computerprogramme für Ultraschallgeräte vom Weltmarktführer aus Deutschland · Das neue EU-Programm für lebenslanges Lernen

Von EM Redaktion

Gigantische Ausbaupläne bei der Russischen Staatsbahn

EM - Der von der russischen Regierung im September verabschiedete Infrastrukturausbau sieht vor, den gesamten Fuhrpark bis zum Jahr 2030 zu erneuern. Dafür werden 23 400 neue Lokomotiven gebraucht, 30 000 Passagier- und rund ein Million neue Güterwaggons. Es locken Milliardenaufträge, auf die sich auch deutsche Konzerne Hoffnung machen.

So will vor allem der deutsche Industriekonzern Siemens in Russland groß einsteigen. Ende 2008 soll der erste von acht Siemens- Hochgeschwindigkeitszügen vom Typ Velaro RUS fertiggestellt sein. Mittelfristig ist geplant, auf der Strecke zwischen den Metropolen Moskau und St. Petersburg ein Tempo zwischen 160 und 250 Kilometern in der Stunde zu erreichen. (Siehe auch Eurasien-Ticker in EM 05-07 „Russlands Eisenbahn legt ein Modernisierungsprogramm von 300 Milliarden Euro auf“).

Vor vier Jahren wurde die russische Eisenbahn in die Staatsholding RZD umgewandelt mit dem Ziel, sich in das weltweite Transportsystem zu integrieren. "Unsere Interessen sind längst nicht mehr nur auf Russland beschränkt. Wir sind zu einem Global Player geworden", sagte der Leiter der Strategieabteilung, Anton Tschitschilimow, der Moskauer Zeitung „Kommersant“. Die RZD ist inzwischen auch in den Branchen Logistik, Tourismus, Bau und Telekommunikation auf Erfolgskurs

Siehe auch EM 11-06 „Güterverkehr Europa – Asien: Die Bahn erschließt den Kontinent“.

Die Republik Kasachstan hat ein neues Internet-Portal

EM - Seit 28. November ist  www.kazakhstanlive.com im Netz. Auf der Informationsseite findet man einen Überblick über das Land, Informationen zum politischen System und Kurzbiographien des Präsidenten und der wichtigsten Minister. Im Wirtschaftsteil gibt es aktuelle Daten zu Kasachstans Energiesektor und natürlichen Ressourcen. Beiträge zur Rettung des Aralsees und zu weiteren Umweltthemen sind in einer speziellen Rubrik zu finden.
 
Die Kulturseite bietet einen Überblick über Kasachstans historische Sehenswürdigkeiten, Aktuelles aus der boomenden Film- und Modewelt und einen speziellen Beitrag zu den Bauprojekten, die in Zukunft das Stadtbild der Hauptstadt Astana prägen werden.

Weitere Informationen sind: Fotogalerie, Beiträge aus der Presse und touristische Hinweise: Alles über Visabestimmungen, Fluggesellschaften und Unterkunft. Ein interaktiver Teil erlaubt es dem Nutzer, Kontakt mit den Gestaltern aufzunehmen und Meinungsäußerungen kundzutun.

Derzeit stehen außerdem drei Filme zur Verfügung, die ein umfangreiches Porträt des heutigen Kasachstans zeichnen und interessantes Bildmaterial bieten. Kopien in Sendequalität inklusive Rohmaterial zu den jeweiligen Themen sind auf Bestellung erhältlich.    

Für weitere Infos: Information Centre for Kazakhstan, Marston-Nicholson, Barbara Gähwiler              
b.gahwiler@group-ibc.com, Tel:  + 33 (0) 1 42 96 46 00, Fax: + 33 (0) 1 42 96 46 56.

Migranten schicken 26 Milliarden Euro nach Hause

EM - Arbeitsmigranten in den Mitgliedstaaten der EU haben im Jahre 2006 rund 26 Milliarden Euro in ihre Herkunftsländer überwiesen. Ein Jahr zuvor lagen die Rücküberweisungen bei 23 Milliarden Euro. Dabei machten die Mittel, die in andere EU-Mitgliedstaaten flossen mit sieben Milliarden Euro einen wesentlich geringeren Anteil aus als die Geldströme in Drittländer. 85 Prozent der transferierten Gelder stammten aus Spanien, Großbritannien, Italien, Deutschland und Frankreich.

Grünes Licht für Schengen-Erweiterung

EM - In neun der 2004 beigetretenen EU-Staaten ist ab Dezember 2007 das Reisen ohne Reisepass möglich. Durch die Erweiterung des so genannten Schengen-Raums werden die Kontrollen an den internen Land- und Seegrenzen abgeschafft. Die Restriktionen für Luftgrenzen werden im März 2008 aufgehoben. Die Entscheidung der EU Minister für Justiz und Inneres gilt für Estland, Ungarn, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowenien, die Slowakei und die Tschechische Republik. Bislang beteiligen sich 13 EU-Mitgliedstaaten sowie zwei nicht-EU-Länder (Norwegen und Island) vollständig am Schengen-System. Größtes Hindernis für eine Erweiterung des Schengen-Raums war die gemeinsame Nutzung des Schengen-Informationssystems (SIS), das vor der Erweiterung grundlegend erneuert werden sollte. Auf Initiative Portugals einigten sich jedoch alte und neue Schengen-Staaten vorübergehend auf eine überarbeitete Version des SIS.

Schlecht bezahlte Forscher in Europa

EM - Forscher verdienen in der EU weniger als in den USA, Australien, Japan und Indien. Einer Studie der Europäischen Kommission zufolge liegt das Durchschnittsjahresgehalt von Forschern in der EU um nahezu 23.000 Euro unter dem in den USA üblichen Niveau. Durchschnittlich erhalten Forscher in der EU 40.000 Euro. Die Studie weist eine enorme Schwankungsbreite innerhalb des Europäischen Forschungsraums aus (von 9.800 Euro in Bulgarien bis 59.900 Euro in der Schweiz) und zeigt, dass die Gehaltsunterschiede zwischen männlichen und weiblichen Forschern in manchen Staaten bis zu 35 Prozent betragen. Nur in Österreich, den Niederlanden und Luxemburg, sowie in Israel und der Schweiz werden vergleichbare Gehälter wie in den Vereinigten Staaten gezahlt. Die Untersuchung basiert auf rund 10 000 Antworten von Forschern verschiedener Karrierestufen.

Kasachstans Öl erobert die Weltmärkte

EM -  Mit der Burgas-Alexandroupolis-Pipeline kann künftig Öl aus dem Kaspischen Meer zu niedrigeren Transportkosten nach Europa und eventuell in die USA und nach Asien geliefert werden. Das Projekt ist die logische Fortsetzung der Erweiterung der CPC-Pipeline und ermöglicht es, den gefährlichen Engpass am Bosporus und den Dardanellen zu umgehen. Die Wirtschaftlichkeit der Pipeline hängt von der Ölproduktion des Zulieferers Kasachstan ab, welche im Jahre 2015 gemäß Schätzungen 120-130 Millionen Tonnen erreichen wird.

Das Projekt einer Transbalkan-Pipeline wurde 1993 begonnen, um eine kostengünstige, sichere und umweltverträgliche Alternative zu den bestehenden Transportwegen zu schaffen. Der Schifftransport durch den Bosporus, welcher wegen intensiver Nutzung ein Umweltrisiko darstellt, kann so in Zukunft reduziert werden. Die Pipeline beginnt am bulgarischen Hafen Burgas, wo die Öltanker entladen werden, und verläuft über Land durch flaches Terrain bis zum 300 Kilometer entfernten griechischen Hafen Alexandroupolis. Die Kapazität der Pipeline beträgt 35 Millionen Tonnen, kann jedoch bis auf 50 Millionen Tonnen pro Jahr erhöht werden. Die Kosten des Projektes werden auf rund 750 Millionen Euro geschätzt.  

Entwarnung für Kasachstans Finanzmarkt

EM - Kasachstans Regierung gibt sich zuversichtlich, dass die kasachische Wirtschaft trotz der Turbulenzen an den globalen Finanzmärkten weiterhin ein hohes Wachstum verzeichnen wird. Die kasachischen Banken funktionieren wie üblich: trotz Rückgang der Mittel würden weiter Kredite vergeben. In diesem Jahr seien bereits 53.8 Prozent mehr Kredite ausgehandelt worden als im Vorjahr. Die Bedingungen zur Kreditaufnahme habe man jedoch verschärft. Als kurzfristige Stabilisierungsmaßnahme stellt die Nationalbank jetzt zusätzliche Liquidität  zur Verfügung, womit die Banken ihren Verpflichtungen nachkommen können.

Die kasachische Regierung begegnet der Instabilität auf den internationalen Märkten mit spezifischen Maßnahmen. Bis Ende 2007 ist eine Milliarde US-Dollar dafür vorgesehen, mindestens drei Milliarden sollen es im Jahr 2008 sein. Diese Gelder stehen vor allem bereit für die Stabilisierung des Hypothekenmarktes.

Zur Bekämpfung der Inflation werde die Nationalbank ihre restriktive Geldpolitik fortsetzen, zudem verfolge die Regierung eine ausgeglichene Fiskalpolitik. Weitere Reformen zur Verbesserung des Investitionsklimas seien geplant. Ein besonderes Augenmerk gelte dabei der Verbesserung der Infrastruktur in den Bereichen Elektrizität, Transport und Kommunikation.

Kasachstans Bruttoinlandsprodukt BIP ist im Lauf des Jahres 2007 bereits um 9.7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen. Schätzungen der Regierung zufolge ist zu erwarten, dass trotz der aktuellen Umstände an den Finanzmärkten das Wachstum auch 2008 nicht unter fünf bis sieben Prozent fallen wird. Dies sei vor allem den hohen Preisen für Kasachstans Exportgüter Öl, Metalle, Getreide etc. zu verdanken.

RADIOROPA Berlin sendet jede Stunde Europanachrichten

EM – „Radioropa Berlin“ überträgt ab sofort ein neues Europaformat. Zu jeder Stunde um „Viertel nach“ sendet Berlin „Europa-Nachrichten“, rund um aktuelle Entscheidungen aus Brüssel, Straßburg und Luxemburg. Der Sender ist in der Hauptstadtregion digital über Antenne zu empfangen, europaweit über ASTRA digital und weltweit im Internet.
Weitere Informationen: www.radioropa.de

Computerprogramme für Ultraschallgeräte vom Weltmarktführer aus Deutschland

EM - Die 120 Mitarbeiter der TomTec Imaging Systems GmbH entwickeln und vertreiben Software für Ultraschallgeräte. Auf dem Gebiet der 4D-Ultraschallerfassung – das heißt, die Bilder werden in Echtzeit aufgezeichnet – gilt das Unternehmen mit Sitz in Unterschleißheim als Weltmarkführer. Mit Hilfe der Programme können Mediziner und Wissenschaftler die aufgezeichneten Bilder auswerten und bearbeiten. Die Geräte der größten Medizintechnikhersteller wie Philips, Siemens, Toshiba und GE Healthcare sind mit TomTec-Software ausgestattet.

Bei TomTec geht es international zu: Mitarbeiter, unter anderem aus China, der Ukraine, der Türkei, von den Philippinen und aus den USA tüfteln an immer besseren Computerprogrammen, die dazu beitragen, dass Patienten schneller und schonender untersucht werden können. Denn bei der Diagnose mit Ultraschall sind sie im Vergleich zur Computertomographie keiner Röntgenstrahlung ausgesetzt.

Auch Kliniken und Krankenkassen profitieren von den TomTec-Entwicklungen, weil Ultraschalluntersuchungen um ein Vielfaches günstiger sind als zum Beispiel Diagnosen mit einem Magnetresonanztomographen (MRT): „Während für eine Herzuntersuchung mit dem MRT je nach Versicherungsstatus rund 500-900 Euro anfallen, sind es bei einer Diagnose mit 3D-Ultraschall etwa 100-200 Euro“, sagt Geschäftsführer und Personalchef Ulrich Haupt. Zusammen mit Frank Schlau, Bernhard Mumm und dem Leiter der Geschäftsstelle in Fulda, Holger Frank, leitet er das 1990 gegründete Unternehmen.

Jüngster Knüller aus dem Hause TomTec ist die so genannte 4D RV-Function Software zur Untersuchung der rechten Herzkammer. Das Programm erkennt automatisch die Konturen, liefert erstmals neben dreidimensionalen Bildern die dazugehörigen Untersuchungsergebnisse und kann das schlagende Herz in Echtzeit darstellen. Zum Vergleich: Bei den ersten 3D-Ultraschallgeräten mussten die Mediziner den so genannten Schallkopf lange auf einer Stelle halten, während das Gerät Schicht für Schicht die gewünschten Aufnahmen erstellte. Die anschließende Berechnung und Auswertung der Bilder per Hand war aufwendig und dauerte mehrere Minuten. „Viel zu lange für den Einsatz im klinischen Alltag“, betont der Kardiologe Dr. Ralph Stephan von Bardeleben, Oberarzt an der Universitätsklinik in Mainz.

Ingesamt rund zwei Jahre dauerte die Entwicklung des Programms bis zur Marktreife. Inzwischen hält TomTec 48 Patente. Jedes Jahr kommen rund fünf weitere hinzu. Neben einem überdurchschnittlichen Gehalt und Zuzahlungen zur betrieblichen Altersvorsorge erwarten die Mitarbeiter dieses bayerischen Spitzenunternehmens zahlreiche Annehmlichkeiten, von denen der Otto-Normal-Angestellte wohl nur träumen kann. Dazu zählen Arbeitszeiten auf Vertrauenbasis und ein Firmenhandy, das auch für private Gespräche benutzt werden kann. Wer sich verspannt fühlt, kann sich außerdem durchkneten lassen. Denn regelmäßige Massagen am Arbeitsplatz gehören zum Verwöhnprogramm, das sich im Krankenstand niederschlägt. Der beträgt bei TomTec im Schnitt gerade mal 2,8 Tage im Jahr. Zum Vergleich: Der Bundesdurchschnitt liegt bei 9 Tagen.

Im vergangenen Jahr konnte TomTec bei einem Umsatz von 11,5 Millionen Euro einen Gewinn in Höhe von 1,5 Millionen Euro erzielen. In diesem Jahr  peilt die Firma 12,5 Millionen Euro Umsatz und einen Gewinn von 1,8 Millionen Euro an. Auch die Anzahl der Mitarbeiter wächst kontinuierlich, von 96 im Januar 2006 auf inzwischen 120. Das Stammkapital beträgt 728.440 Euro.

Weitere Informationen: www.tomtec.de

Das neue EU-Programm für lebenslanges Lernen

EM – Das EU-Bildungsprogramm umfasst eine Vielzahl an unterschiedlichen Angeboten. Da fällt es manchmal schwer, den Überblick zu behalten. Der neue gemeinsame Internetauftritt der nationalen Agenturen zum Programm „Lebenslanges Lernen“ soll hier Abhilfe schaffen. Er liefert eine übersichtliche Zusammenfassung der Einzelprogramme COMENIUS, ERASMUS, LEONARDO DA VINCI und GRUNDTVIG und informiert über programmübergreifende Aktionen oder das EU-Sprachensiegel.

Weitere Informationen: www.lebenslanges-lernen.eu

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