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Älteste Ölmalereien der Welt in Afghanistan entdeckt · Radroute von Prag nach Paris eingeweiht · Internet-Grabsteine in Japan · Galileo-Finanzierung mit 3,4 Milliarden Euro abgesegnet · Die Zukunft des Flughafens Parchim scheint jetzt gesichert

Von EM Redaktion

Älteste Ölmalereien der Welt in Afghanistan entdeckt

EM – Afghanistan ist immer wieder für eine Überraschung gut. Wissenschaftler der European Synchrotron Radiation Facility (ESRF) haben jetzt die ältesten Ölmalereien der Welt im Land am Hindukusch entdeckt. Der Fund wurde in einer Höhle in der afghanischen Region Bamian entdeckt. Dort hatten Taliban zwei Buddhastatuen zerstört. In den dahinter liegenden Felsgrotten entdeckten die Wissenschaftler verschiedene Gemälde die auf das siebente nachchristliche Jahrhundert datiert wurden. Sie zeigen Buddhas in roten Gewändern, die mit überkreuzten Beinen zwischen Palmen und mythologischen Wesen sitzen. In den Felszeichnungen konnten die Forscher nun Reste von Ölfarben nachweisen. Als Erfinder der Ölmalerei galten bisher die Europäer, die diese Kunst im 15. Jahrhundert entdeckt haben sollen.

Radroute von Prag nach Paris eingeweiht

EM - Von der Karlsbrücke in Prag bis zum Pariser Ostbahnhof können Fahrradtouristen jetzt mit dem Rad fahren. Quer durch Tschechien, Süddeutschland und Nordfrankreich führt der Paneuropa-Radweg, der Mitte April in Nürnberg offiziell vorgestellt wurde und auf einer Strecke von 1.537 Kilometern internationale Besucher anziehen soll.

Die Idee zu einem länderübergreifenden Radweg war schon im Jahr 2001 entstanden. Eine still gelegte Bahntrasse in Grenznähe zu Tschechien wurde damals zu Bayerns längstem Bahntrassenradweg ausgebaut. Das war die Initialzündung für den heutigen Fernradweg. Die tschechischen Nachbarn machten begeistert mit und schlossen ihren Weg an.

Jede Gebietskörperschaft in Deutschland, in Frankreich und Tschechien führt nun ihren Abschnitt eigenverantwortlich. Aus Polen gibt es inzwischen ebenfalls Anfragen zum weiteren Ausbau des Paneuroparadweges.

Die Route des im April vorgestellten Weges führt von Prag über Pilsen, Nürnberg, Rothenburg ob der Tauber, Heilbronn, Heidelberg, Karlsruhe, Straßburg, Nancy und Châlons-en-Champagne bis zum Gare de l'Est in Paris.

Internet-Grabsteine in Japan

EM- Das japanische Beerdigungsunternehmen Ishinokoe hat spezielle Grabsteine im Programm, die über Strichcodes mit Mobiltelefonen kommunizieren können. Hintergrund des Angebots ist die Möglichkeit, dass Menschen vor Ort am Grab Informationen über einen Verstorbenen aufrufen können. Der Barcode dient dazu, den Link zu einer virtuellen Trauerseite im Netz auf das Handy zu übertragen. Fotos, Videos oder Geschichten, die an den Toten erinnern, können damit an seinem Bestattungsort online abgerufen werden.

Ishinokoe stellt mit dem Grabstein auch ein virtuelles Profil zur Verfügung. Neben den Erinnerungen an den Verstorbenen befinden sich dort beispielsweise auch Besucherlisten. Mit dem neuen Angebot will das Beerdigungsunternehmen den Friedhofsbesuch zeitgemäßer gestalten. Oft beschränke sich ein Friedhofsbesuch auf wenige Minuten, in denen Kerzen angezündet oder Blumen niedergelegt werden.

Galileo-Finanzierung mit 3,4 Milliarden Euro abgesegnet

EM - Die EU-Verkehrsminister stellen für das europäische Satellitennavigationssystem Galileo 3,4 Milliarden Euro aus der Unions-Kasse zur Verfügung. Nach der noch ausstehenden Billigung durch das Europäische Parlament könne die Galileo-Durchführungsverordnung in den nächsten Wochen in Kraft treten. Bis 2013 soll der Galileo-Aufbau abgeschlossen sein.

Damit sind nun auch die nötigen politischen Vorraussetzungen für Galileo festgelegt. Laut Plan soll die ESA im Juli mit den Ausschreibungen beginnen und noch 2008 die ersten Aufträge vergeben. Ende April ist der zweite Experimental-Satellit „Giove B“ ins All gestartet. Dieser Satellit hat erstmals jene Technologie an Bord, über die auch die künftigen Galileo-Satelliten verfügen. „Giove B ist mit einer Trägerrakete vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur gestartet. Der erste Testsatellit, „Giove A“, ist bereits seit 2005 im All.

Der weitere Fahrplan sieht nun vor, dass der Aufbau bis 2013 abgeschlossen sein soll. Dann wird das System aus insgesamt 30 Satelliten bestehen und soll um einiges genauer arbeiten als sein US-Pendant GPS. Das europäische Projekt liegt mittlerweile schon Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan. Anfänglich sollte die Finanzierung über ein Industrie-Konsortium erfolgen, diverse Verhandlungen blieben aber erfolglos.

Die Zukunft des Flughafens Parchim scheint jetzt gesichert

EM – Der chinesische Logistikunternehmer Jonathan Pang  hat einen Partner gefunden. Zusammen mit dem australischen Investor Goodman wird sein Unternehmen LinkGlobal den mecklenburgischen Flughafen Parchim Airport nun ausbauen. Durch den neuen Kompagnon, die australische Investorengruppe Goodman International, soll auch die Begleichung des Kaufpreises von 30 Millionen Euro gesichert sein (Siehe EM 09-07, EM 12-07 und EM 01-08).

Mit Goodman hat der chinesische Luft- und Seefrachtlogistiker LinkGlobal eine weltweite Partnerschaft vereinbart. Wenn auch die finanziellen Transaktionen wie geplant bis Ende des Jahres 2009 über die Bühne gehen, ist Parchim Airport der erste europäische Flughafen mit einem chinesischen Eigentümer.

Goodman hat laut Auskunft von Landkreissprecher Peter Müller vom chinesischen Investor Pang rund 50 Hektar Gewerbeflächen am Flughafen für zwölf Millionen Euro gekauft. Mit diesem Geld soll Pang eine erste Rate an den Landkreis überweisen. Die restlichen 18 Millionen Euro werden dann bis Ende 2009 fällig.

Müller: „Wir zweifeln nicht daran, dass dies so über die Bühne geht“. Bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe des EM war allerdings noch kein Geld beim Landkreis Parchim eingegangen.

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