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Deutscher Entwicklungsdienst sucht Fachkraft für Tadschikistan · Studie im Tsunami-Gebiet zeigt: Erdbeben haben Grenzen · Eon bietet für Juschno Russkoje Gazprom-Aktien · Russland lernt Deutsch · 3500 Masken aus aller Welt in Diedorf bei Augsburg

Von EM Redaktion

Deutscher Entwicklungsdienst sucht Fachkraft für Tadschikistan

EM – Der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) sucht eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter für seine Arbeit in Tadschikistan. Die deutsche Fachkraft soll mit der Partnerorganisation Azal zusammenarbeiten, um deren Fähigkeit zur Wirtschaftsförderung zu stärken. Gesucht wird ein Agraringenieur oder eine Agraringenieurin die bereits über Erfahrungen in der Beratung von Organisation verfügen. Russische und englische Sprachkenntnisse sind Voraussetzung. (Weitere Informationen: Siehe DED-Anzeige in den kommenden Ausgaben des Eurasischen Magazins).

Studie im Tsunami-Gebiet zeigt: Erdbeben haben Grenzen

EM - Eine neue Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) beweist, dass die Erdbeben-Gefahr im Tsunami-Gebiet vor Sumatra künftig besser eingeschätzt werden kann. Bei marinen geophysikalischen Messungen vor der Küste Indonesiens entdeckten die BGR-Wissenschaftler einen von Sandablagerungen verdeckten unterseeischen Bergrücken. „Diese Erhebung ragt 1000 bis 3000 Meter über die ozeanische Kruste hinaus und bildet eine Barriere, die ein weiteres Ausbreiten der Erdbeben sowohl 2004 als auch 2005 vor Sumatra verhindert hat“, erklärt Dieter Franke, Geophysiker der BGR und Mitautor der Studie, die jetzt in der angesehenen Fachzeitschrift Earth Planetary Science Letters veröffentlicht wurde.

Das Erdbeben im Dezember 2004 mit einer Magnitude von 9.2 hatte den verheerenden Tsunami im Indischen Ozean ausgelöst. Südlich davon, in direkter Nachbarschaft ereignete sich im März 2005 ein weiteres Erdbeben mit einer Stärke von 8.4. In beiden Fällen führte die fortlaufende Verschiebung der Platte des indischen Ozeans gegen die Erdkruste Sumatras dazu, dass sich die aufgestauten Spannungen durch das großräumige Zerbrechen der Erde in einem Starkbeben entluden. „Bei beiden Beben ist die Erdkruste über Hunderte von Kilometern zerbrochen. Die von uns in fast 10.000 Meter Tiefe entdeckte Rückenstruktur stoppte jedoch eine weitere Ausbreitung der Beben“, erläutert Franke. Während sich das Erdbeben im Dezember 2004 von der Barriere weg nach Norden fortsetzte, verhinderte der Bergrücken im März 2005 ein weiteres Zerbrechen der Erdkruste in Richtung Norden und damit eine Verstärkung des Bebens. „Deshalb hatte dieses Ereignis wahrscheinlich nicht das Ausmaß des Tsunami-Bebens von 2004“, so Franke. Aus Sicht der BGR-Wissenschaftler sind weitere Untersuchungen zur Begrenzung möglicher Bruchflächen entlang der Erdbeben-Zone Indonesiens, aber auch in anderen Regionen der Welt mit aktiven Kontinenträndern notwendig.
Weitere Inforamtionen: http://www.geozentrum-hannover.de

Eon bietet für Juschno Russkoje Gazprom-Aktien

EM - Der deutsche Energieversorger Eon hat für die angestrebte Beteiligung am sibirischen Gasfeld Juschno Russkoje einen Teil seiner Gazprom-Aktien angeboten. Eon sei bereit, für einen Anteil von 25 Prozent minus einer Aktie an der Betreibergesellschaft des Gasfelds Juschno Russkoje Gazprom-Aktien im Wert von sieben Milliarden US-Dollar abzugeben. Das berichtete die russische Tageszeitung „Kommersant“ am Mittwoch unter Berufung auf Informanten der beiden Unternehmen. Dem Blatt zufolge liegt Gazprom die Offerte schriftlich vor.

Eon bemüht sich seit Jahren um einen Einstieg bei Juschno Russkoje, an dem über die Tochter Wintershall auch der Chemiekonzern BASF beteiligt ist. Das Feld soll mindestens 30 Jahre lang Erdgas für Russland und Europa liefern.

Russland lernt Deutsch

EM – „Die Sprache Goethes wird im Riesenreich wieder attraktiv - trotz Englisch und Globalisierung. Russland ist einsame Spitze - was die Zahl der Deutschlerner angeht.“ Das berichtet Ulrich Ammon, Professor für Germanistische Linguistik an der Universität Duisburg-Essen in einem Beitrag für DIE WELT am 18. Juni 2008.

Kein anderes Land könne sich mit Russland messen, was die Zahl der Menschen anlangt, die sich für die deutsche Sprache interessieren. Und dennoch seien die Germanistikprofessoren und Deutschlehrer besorgt. „Wir werden die deutsche Sprache mit Klauen und Zähnen verteidigen“, kommentiert Professorin Galina Voroshina, Dekanin der Deutschabteilung an der Moscow State Linguistic University, dem Autor zufolge die Lage. Ammon: „Trotz der Ironie in Formulierung und Tonfall meint sie es in der Sache ernst. Schon die für den internationalen Gebrauch offizielle Benennung ihrer renommierten Hochschule („Moskauer Staatliche Linguistische Universität“ wird nur informell von Germanisten verwendet) oder die Schreibweise ihres eigenen Namens (nicht „Woroschina“) verraten, wogegen sich die Verteidigung von Deutsch hauptsächlich richtet. Auch in Russland ist Englisch mit der Einbindung des Landes in die Globalisierung schnell zur vorherrschenden Lingua franca aufgestiegen. Zwar erschallen in den Supermärkten gelegentlich deutsche Lieder, wie Nenas "99 Luftballons", aber nur als Treibgut auf dem weiten Meer englischsprachiger Popmusik. Auch in der "sprachlichen Landschaft" der Großstädte sprießen die Anglizismen. Und an den Schulen und Hochschulen des Landes ist Englisch unangefochten die meist gelernte Fremdsprache.“

Dennoch seien die äußeren Eindrücke entmutigender als die Befunde genauerer Analysen. Ein Beispiel für diese Diskrepanz böten die unter der Regie des Goethe-Instituts regelmäßig ermittelten Daten zum Aufspüren von Veränderungen, die einen schockierenden Schwund von Deutschlernern an den russischen Schulen anzeigten: von vier Millionen im Jahr 2000 auf 2,6 Millionen 2005. Jedoch halten die Zahlen einer kritischen Prüfung nicht stand: Die Datenerhebung für das Jahr 2000 war oberflächlich, die älteren Zahlen sind übertrieben; der tatsächliche Schwund dürfte weit geringer sein.

Mehr unter: http://www.welt.de/welt_print/article2116977/Russland_lernt_Deutsch.html

3500 Masken aus aller Welt in Diedorf bei Augsburg

EM – Im privaten internationalen Maskenmuseum in Diedorf bei Augsburg wird zurzeit eine Ausstellung von fast 1000 alten und authentischen Masken aus Asien und Ozeanien gezeigt. Insgesamt beherbergt das Museum 3.500 Masken, die auf über 200 Quadratmetern Ausstellungsfläche gezeigt werden.
Geöffnet ist das Maskenmuseum jeweils Sonntag bis Mittwoch von 17.00 bis 22.00 Eine Besichtigung ist nach telefonischer Anmeldung kurzfristig möglich.
Weitere Informationen: http://www.maskenmuseum.de/

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