Eurasien-Ticker

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Neues Internetportal: Studium in Europa · China investiert 300 Milliarden Euro in Zukunftstechnologien · Fernsehreihe über Europa und die Europäer · Indien verhängt Rauchverbot in der Öffentlichkeit · Kasachische Truppen aus dem Irak abgezogen · Haben die USA das Nein der Iren zum EU-Vertrag finanziert? · Falscher Alarm · Putins Hund mit Satellitenüberwachung

Von EM Redaktion

Neues Internetportal: Studium in Europa

EM - Die Europäische Kommission hat das neue Internetportal „Study in Europe” eröffnet. Es soll Studierenden aus aller Welt die Attraktivität des europäischen Hochschulwesens näher bringen. Das Portal ist Teil einer umfassenden Kampagne, um die Zahl der nichteuropäischen Studenten in der EU zu steigern. Auf der Webseite finden sich Informationen zu Studienangeboten, Zulassungsverfahren, Kosten und Stipendien, aber auch praktische Tipps zu den Themen Wohnen und Leben in dem jeweiligen europäischen Land.

Weitere Informationen: www.study-in-europe.org

China investiert 300 Milliarden Euro in Zukunftstechnologien

EM - Der chinesische Fünfjahresplan 2006-2010 und das damit verbundene Investitionsprogramm eröffnen auch deutschen Unternehmen große Chancen. Allein für die Branchen Solarenergie, Windenergie, neue Materialien, Gesundheitswesen, Automobil, Hochgeschwindigkeitsschienenverkehr und verarbeitende Industrie beträgt das Marktvolumen rund 300 Milliarden Euro. Das geht aus einer aktuellen Studie der Top-Managementberatung A.T. Kearney über die Erfolgsfaktoren deutsch-chinesischer Technologiepartnerschaften hervor. Ausschöpfen können beide Länder dieses Potenzial jedoch nur, wenn es ihnen gelingt, sehr viel partnerschaftlicher als bisher zusammenzuarbeiten und die Verteilung der Wertschöpfungskette neu zu definieren.      

Für weitere Informationen: meike.fuhlrott@atkearney.com

Fernsehreihe über Europa und die Europäer

EM - Wie hat sich im Verlauf der vergangenen 600 Jahre in Europa eine gemeinsame Zivilisation entwickelt? Wie wurden die Europäer, was sie heute sind? Im Zentrum der Reihe „Wir Europäer!“ stehen die wichtigsten geistigen Strömungen einer Epoche, sowie die bedeutendsten Vertreter von Ideen, die Europa bis heute prägen. Schwerpunkt der ersten Folge „Europa beginnt zu denken“ ist das 15. Jahrhundert, das vor allem für „Individualismus und Rationalität“ stand. Weitere Themen sind unter anderem „Europa erfindet den Kapitalismus“, „Europa erringt den Frieden“ und „Europa erkämpft die Freiheit“. Arte sendet die ersten drei Folgen der sechsteiligen Serie am 19.11.2008, um 21.00 Uhr.

Für weitere Informationen: www.arte.tv

Indien verhängt Rauchverbot in der Öffentlichkeit

EM – Seit Anfang Oktober gibt es in Indien eines der strengsten Anti-Rauchergesetze: Das Rauchen in der Öffentlichkeit wird per Geldstrafe verboten. Der indische Gesundheitsminister Anbumani Ramadoss will mit dem Verbot die Zahl der rund 900.000 Todesopfer durch das Rauchen verringern, berichtet BBC-Online. Wer dem Gesetz zuwiderhandelt, muss mit einer Geldstrafe von rund drei Euro rechnen.  Ramadoss argumentiert, dass hunderttausende Nichtraucher die „Abgase“ der 120 Millionen Zigaretten und Bidis - typischen kleinen handgerollten Zigaretten - einatmen müssen. Bis 2010 erwartet der Gesundheitsminister den Anstieg der Todesopfer durch den Tabakkonsum auf eine Million jährlich.

Nun herrscht in Indien „in allen öffentlichen Gebäuden, Auditorien, Kinosälen, Bahnhöfen, Busstationen, Restaurants, Hotels, Bars, Pubs, Ämtern, Märkten, Shopping Malls, Flughäfen, Schulen, Diskotheken und Fun-Parks Rauchverbot", so der Minister. Die Regierung wird zudem auch eine lange Liste mit jenen Plätzen angeben, die als öffentlich gelten, berichtet BBC. Das Rauchen werde künftig nur noch in den eigenen vier Wänden und auf Freiflächen erlaubt sein.

Kasachische Truppen aus dem Irak abgezogen

EM - Kasachstans technische Entminungstruppe ist aus dem Irak heimgekehrt. Die Truppe beendete ihren Friedenseinsatz im Rahmen ihrer fünfjährigen Mission im Irak. Der Abzug steht im Einklang mit der  irakischen Regierung und ist  in Verbindung mit der maßgeblichen Stabilisierung der Lage im Irak zu sehen. Vergangene Woche traf eine kasachische Delegation angeführt vom stellvertretenden Verteidigungsminister, Leutnant General Bolat Sembinow mit dem Führer der multinationalen Einheit im Irak, General Raymond Odierno und hochrangigen Vertretern der irakischen Regierung zusammen. Insgesamt hatten 290 kasachische Soldaten an neun unterschiedlichen Übungen teilgenommen. Die Hauptaufgaben der kasachischen Einheiten waren der Entminungsdienst und die Entfernung von nicht explodierten Substanzen, sowie Wasserverteilung und medizinische Versorgung.

Seit Beginn des Einsatzes demontierten kasachische Einheiten mehr als vier Millionen Explosionskörper und bereiteten 6.718 Kubikmeter Wasser auf. Seit 2005 unterrichteten kasachische Ausbilder Kadetten der irakischen Militärakademie in Feldtechnik.

Haben die USA das Nein der Iren zum EU-Vertrag finanziert?

EM - Das Nein der Iren, die am 12. Juni mit 53,4 Prozent der Stimmen den „Lissabon- Vertrag“ abgelehnt hatten, blockiert seither dessen Ratifizierung. Jetzt sorgt die Finanzierung jener Organisation für Wirbel, die für die irische Anti-EU-Kampagne verantwortlich war. Das Europaparlament will Aufklärung über die Finanzierung der Kampagne, die bei einer Volksabstimmung in Irland zur Ablehnung des EU-Reformvertrags von Lissabon geführt hatte. Dies beschlossen die Fraktionsvorsitzenden bei einer Sondersitzung in Brüssel. Vor allem müsse die zuständige irische Behörde klären, woher das Geld stamme, mit dem der Gründer der gegen den Reform-Vertrag kämpfenden Organisation „Libertas“, Declan Ganley, die Kampagne finanzierte.

Ganley bestätigte der Zeitung „Irish Times“, er habe „Libertas“ ein „persönliches Darlehen“ in Höhe von 200.000 Euro gegeben. Außerdem habe er „für eine Darlehensmöglichkeit gesorgt“, auf die „Libertas" bei weiterem Bedarf hätte „zurückgreifen können, wenn sie sie benötigt hätte“. Seine Organisation habe etwa 800.000 Euro für den Kampf gegen den „Lissabon-Vertrag“ ausgegeben.

Ganley ist unter anderem Chef der US-Firma Rivada Networks, die besonders abgesicherte Kommunikationseinrichtungen herstellt. Größter Kunde sind die US-Streitkräfte. Gemäß irischem Recht dürfen Einzelpersonen pro Jahr höchstens 6348,69 Euro an Organisationen wie „Libertas“ spenden

Der Fraktionschef der Grünen, Daniel Cohn-Bendit erklärte, es stelle sich die Frage, woher das Geld stamme? Ganley sei ein Unternehmer „im militärisch- industriellen Komplex“. Es gebe durchaus Kreise in den USA, die ein stärkeres Europa verhindern wollten. Die CIA habe bereits im Irak- Krieg mit Desinformation gearbeitet. Auch in Irland habe es viele Falschinformationen über den „Lissabon-Vertrag“ gegeben.

Falscher Alarm

EM – Die Arktis habe in diesem Jahr besonders hohe Temperaturen verzeichnet, melden amerikanische Forscher. Daraufhin wurden massenhaft Meldungen verbreitet, dass die globale Erwärmung schneller voranschreite als bislang angenommen.

Dagegen melden Forschungseinrichtungen in Großbritannien, die auch Temperaturmessungen für den Welt-Klimarat vornehmen, das Jahr 2008 sei das dritte Jahr in Folge, in dem die globale Durchschnittstemperatur gefallen sei.

Der Streit unter den Klimaforschern geht damit in eine neue Runde, auch wenn zur Zeit die Alarmmeldungen durch Horrornachrichten aus der Finanzkrise häufig in den Schatten gestellt werden.

Putins Hund mit Satellitenüberwachung

Während die ESA mit dem System Galileo noch immer am Anfang der Entwicklung eines eigenen europäischen Navigationssystems steht, haben die Russen längst die Nase vorn. Das meldet die Tageszeitung „Die Welt“. Die Labradorhündin des russischen Premierministers Wladimir Putin trägt demnach als erster Hund der Welt ein Halsband, das vom neuen russischen Satellitenortungssystem Glonass aufgespürt werden kann. Nun kann der Regierungschef Koni in den Parkanlagen seiner Residenz in Nowo-Ogarjowo bei Moskau leichter finden.

Vizepremier Sergej Iwanow, in der Regierung für Militärtechnologie zuständig, schenkte das Halsband seinem Chef als Trostpflaster. Denn im Dezember 2007 hatte er dem damaligen Präsidenten Putin versprochen, im Sommer 2008 werde sich jeder so ein Halsband zulegen können, weil Glonass, das Pendant zum amerikanischen GPS- und dem europäischen Galileo-System, dann der Allgemeinheit zur Verfügung stehe. Der Termin ist verstrichen. Iwanow rapportierte vergangene Woche, dass zunächst 21 Satelliten zum Ende des Jahres die Navigation in Russland ermöglichen. Nach dem Start dreier weiterer „Sputniks“ soll das Netz Ende 2009 weltweit verfügbar sein.
Damit hat Russland dann ein dem amerikanischen GPS vergleichbares System. Zivile Nutzer von Glonass können ihre Position auf der Erde mit einer Abweichung von etwa 100 Metern bestimmen. Für das Militär existiert eine parallele Funktion, die die Abweichung in der Positionsbestimmung auf zehn bis 15 Meter reduziert. Das entspricht in etwa der Leistungsfähigkeit von GPS.

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