Eurasien-Ticker

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Hoffnung für Europas Amazonas? · 170 Millionen für europäische Verkehrsprojekte · Energiebranche wird internationaler · Alexander d. G. und Staufer lassen Besucher strömen · Neue Webseite für EU-Bürger im Ausland · Neue Energiestandards für Neubauten in China

Von EM Redaktion

Hoffnung für Europas Amazonas?

EM - Nägel mit Köpfen machten am 25. März die zuständigen Umweltminister der Länder Österreich, Kroatien, Ungarn, Serbien und Slowenien. Sie unterzeichneten in Budapest auf Einladung des EU-Ratspräsidenten Ungarn eine gemeinsame Absichtserklärung. Darin verankert ist das Ziel, das weltweit erste UNESCO-Biosphärenreservat zu schaffen, das über fünf Ländergrenzen hinweg reicht. Das neue Schutzgebiet am Grünen Band Europa soll die artenreichen und ursprünglichen Auen- und Flusslandschaften von Donau, Drau und Mur dauerhaft sichern. „An Drau und Mur können wir heute noch Auwälder erleben, wie sie vor 100 Jahren in Deutschland an Rhein oder Donau zu finden waren. Diese Flusslandschaften sind so etwas wie der Amazonas Europas“, sagt EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer.

Die Vision eines  Fünf-Länder-Biosphärenreservates zwischen Kroatien, Serbien, Slowenien, Österreich und Ungarn hatte EuroNatur gemeinsam mit dem WWF, der Drava Liga und zahlreichen Partnern vor über 15 Jahren entwickelt und über die Jahre am Leben erhalten. Doch lange hatten die einzelnen Länder nicht mitgezogen, und die Umsetzung der vielversprechenden Vision lag auf Eis. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung war das Signal, das Ungarn und Kroatien im Jahr 2009 setzten. Die Premierminister der beiden Länder unterschrieben eine Deklaration zur Schaffung eines grenzüberschreitenden Biosphärenreservates zwischen Ungarn und Kroatien.

Das neue, fünf Länder einschließende Auenschutzgebiet wäre 800.000 Hektar groß und damit das größte in ganz Europa. Der internationale Schutzstatus wird bei der Entwicklung eines naturverträglichen Tourismus und bei der Kooperation zwischen den Kulturstädten helfen.

170 Millionen für europäische Verkehrsprojekte

EM - Die längste Brücke der Welt könnte sich in wenigen Jahren zwischen Rostock und dem dänischen Gedser spannen. Die EU hat jetzt 24,5 Millionen Euro für den Bau der neuen „Meeresautobahn“ bereitgestellt. Das ist der größte Anteil von den 35 Millionen Euro, die für drei Infrastrukturprojekte mit deutscher Beteiligung bewilligt wurden. Unter Teilnahme von 24 Mitgliedstaaten hat die EU-Kommission 51 Vorhaben für Zuschüsse in Höhe von 170 Millionen aus dem Fonds für das transeuropäische Verkehrsnetz (TEN-V) ausgewählt.

Die Zuschüsse sollen helfen, Lücken im Verkehrsnetz zu schließen, Engpässe zu beseitigen und die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Schwerpunkte liegen dabei auf der Verknüpfung verschiedener Verkehrsträger, einer schnelleren Projektdurchführung und der Unterstützung von öffentlich-privaten Partnerschaften.

Weitere Info: http://europa.eu/agencies/executive_agencies/ten-t/index_de.htm

Energiebranche wird internationaler

EM - Das Finanzvolumen bei Übernahmen, Fusionen und Beteiligungen (Mergers and Acquisitions, kurz M&A) in der Energiebranche ist gegenüber 2009 weltweit um 19 Prozent gestiegen. Das ist das Ergebnis der Studie „Power Deals - Annual Review 2010“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) http://www.pwc.de.

Das M&A-Geschehen des Jahres 2010 habe stark im Zeichen der Konsolidierung auf nationaler Ebene gestanden. Für das laufende Jahr werde ebenfalls wieder verstärkt mit internationalen Transaktionen gerechnet, wobei vor allem asiatische Investoren auf der Käuferseite stehen dürften.

Zwar sei das Volumen der Übernahmen und Beteiligungen innerhalb der Asien-Pazifik-Region um zwei Prozent auf 15,7 Mrd. Dollar gesunken. Dennoch erhöhten sich die M&A-Ausgaben asiatischer Investoren um 35 Prozent auf 24,9 Mrd. Dollar. Zehn Mrd. Dollar flossen aus Asien insbesondere nach Europa.

Europäische Gesellschaften investierten weniger in M&A-Transaktionen als im Vorjahr (minus 14 Prozent auf 50,7 Mrd. Dollar). Viele europäische Energieunternehmen hätten ihr Portfolio im vergangenen Jahr bereinigt, um die Verkaufserlöse für die Expansion in neue Geschäftsfelder und Wachstumsmärkte nutzen zu können.

In Deutschland setze sich der Trend zur Re-Nationalisierung der Energieversorgung fort. Jüngstes Beispiel sei die Übernahme der EDF-Beteiligung am Stromkonzern EnBW für 6,4 Milliarden Dollar. Baden-Württemberg habe in diesem Fall eine mögliche Mehrheitsübernahme durch einen ausländischen Investor abwenden wollen.

Alexander d. G. und Staufer lassen Besucher strömen

EM - Die Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen (kurz: rem) waren auch im Jahr 2010 ein Besuchermagnet. Insgesamt 311.316 Kulturinteressierte besuchten die Ausstellungen. Damit übertrafen die rem nach 2007 und 2008 erneut die Marke von 300.000 Besuchern.

Zur positiven Bilanz trugen vor allem die beliebten Sonderausstellungen bei. Bis Februar 2010 stieß die Schau „Alexander der Große und die Öffnung der Welt“ auf reges Interesse und seit September 2010 verzeichnete die Ausstellung der Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen „Die Staufer und Italien“ sechsstellige Rekordwerte. Besucherbefragungen belegen die Anziehungskraft der Ausstellungen weit über die Stadt- und Metropolregionsgrenzen hinaus. Die beiden kulturhistorischen Präsentationen lockten zahlreiche Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland nach Mannheim.

Generaldirektor Prof. Alfried Wieczorek freut sich über den anhaltenden Besucherstrom und blickt optimistisch in die Zukunft. „Der Erfolg zeigt, dass wir mit unserer Strategie richtig liegen, Mannheim als Kulturreiseziel für Gäste von Außerhalb zu bewerben. Auch in den kommenden Jahren bieten wir den Besuchern ein spannendes und abwechslungsreiches Programm. Ab Mai präsentieren wir unter dem Titel „meisterhaft“ erstmals unsere hervorragende Gemäldesammlung, im Oktober startet die Ausstellung „Schädelkult“, 2012 entführen wir in die Welt der frühen Klöster und 2013 stehen mit den Wittelsbachern und den Medici gleich zwei wichtige Dynastien im Mittelpunkt.“
www.rem-mannheim.de

Siehe auch Ausstellungsbericht Alexander EM 10-09
Siehe auch Ausstellungsbericht Staufer EM 10-10

Neue Webseite für EU-Bürger im Ausland

EM - Wer hilft, wenn im Ausland keine deutsche Botschaft erreichbar ist? Wohin kann ich mich wenden? Viele Europäer wissen nicht, dass sie sich als EU-Bürger an das Konsulat oder die Botschaft jedes beliebigen EUStaats wenden können, wenn ihr Land in dem fraglichen Staat keine Vertretung hat.

Im Fall einer Krise wie in Libyen oder Japan sind die Konsulate oder Botschaften der EU-Länder verpflichtet, Bürgern anderer EU-Staaten zu helfen. Die EU-Kommission hat jetzt eine Webseite mit ausführlichen Informationen dazu eingerichtet.

Jährlich reisen mehr als 90 Millionen Europäer in Drittländer und rund 30 Millionen leben ständig dort. Doch nur in den USA, China und Russland sind alle 27 Mitgliedstaaten vertreten.

Information: http://ec.europa.eu/consularprotection/index.action

Neue Energiestandards für Neubauten in China

EM - China kann mit neuen Standards den Energieverbrauch in Neubauten im Vergleich zur bisherigen Norm um bis zu 80 Prozent senken. Das zeigt eine Studie, die die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) in Zusammenarbeit mit dem Bundesbauministerium und dem chinesischen Bauministerium (MoHURD) erstellt und heute auf der führenden Fachmesse für Gebäudeenergieeffizienz in China präsentiert hat.

Zentrales Ergebnis der dena-Studie: Bei den untersuchten Gebäudetypen könnte die meiste Energie durch den Einbau von Lüftungs- und Sonnenschutzsystemen eingespart werden. Weitere wichtige Maßnahmen sind bessere Standards für Gebäudedämmung und der Einbau von effizienter Heiz- und Kühltechnik. Die in der Studie definierten Effizienzstandards orientieren sich an den Klimazonen Peking und Schanghai, sowie an den Gebäudetypen Wohnhaus und Bürohaus. Die von der dena vorgeschlagenen Standards geben einen Energieverbrauch vor, der zwischen 40 und 80 Prozent unter dem chinesischen Mindeststandard liegt. Damit hat die dena realistische Zielvorgaben erstellt, die dazu beitragen sollen, die chinesischen Energie- und Klimaschutzziele zu erreichen. Gleichzeitig können die neuen Standards als Bewertungsskala für ein Zertifizierungsverfahren der energetischen Gebäudequalität im chinesischen Markt genutzt werden.

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