Eurasien-TickerNEUIGKEITEN AUS EURASIEN

Eurasien-Ticker

Von EM Redaktion

EM – Jedes Jahr kommen Zehntausende von Sprachschülern aus aller Welt in den Südwesten der iberischen Halbinsel, in die altkastilische Meseta, um die Landessprache Spanisch zu erlernen. Hier, am rechten Ufer des Tormes, an der Eisenbahnstrecke Paris-Lissabon wird sie anerkanntermaßen am besten gelehrt. In Salamanca steht die älteste Universität der iberischen Halbinsel. An ihr hat Helio Antonio Nebrija die erste Grammatik der spanischen Sprache niedergeschrieben. Es war in jenem Jahr 1492, als Christopher Columbus Amerika entdeckte. In Salamanca wird die Sprache von Nebrija und Columbus auch heute noch in Perfektion gesprochen und weitergegeben. Mehrere hundert Sprachlehrer unterrichten täglich Schüler aus rund 50 Ländern.

Die gesamte Altstadt mit der vielbestaunten Brücke aus dem 1. Jahrhundert nach Chr. sind von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden. Als Fremdenverkehrsmetropole hat auch das kulinarische Salamanca einiges zu bieten.

Informationen
Anreise: Mit dem Flugzeug nach Madrid oder Valladolid und von dort mit Überlandbussen nach Salamanca.
Preise: Ein zweiwöchiger Sprachkurs kostet etwa 250 Euro zuzüglich 160 Euro für Halbpension in einer Gastfamilie.
Kontakt: 0034-923 213 835

EU-Kommission – Datenbanken im Überblick

EM – Nach Themenbereichen gegliedert stellt die EU-Kommission neuerdings ihre umfangreiche Datensammlung zur Verfügung. Mit einem Klick sind 70 Datenbanken erreichbar.
Der Zugang erfolgt über: http://www.europa.eu.int/geninfo/info/guide/dbatoz/index_de.htm

Weitere nützliche Links der EU-Kommission:

Statistik: http://www.europa.eu.int/geninfo/info/guide/index_de.htm#stat

Überblick der Informationsquellen: http://www.europa.eu.int/geninfo/info-de.htm

Homepage der EU-Kommission: http://www.europa.eu.int/comm/index_de.htm

Afghanistan – Miethaie in Kabul

EM – In der von internationalen Truppen gesicherten Hauptstadt Afghanistans explodieren jetzt die Mieten. Als der Journalist Tim Reid von der Londoner Times eine Wohnung suchte, stieß er auf einen Markt, wie ihn sich nur Makler erträumen können. Nachdem die Bomben und Raketen der amerikanischen Invasionstruppen das Angebot an intakten vier Wänden drastisch verknappt haben, reißt sich jetzt alles um die aus Schutt und Asche ragenden Restimmobilien. Reid berichtet, ihm sei eine völlig heruntergekommene 5-Zimmer-Wohnung in der Nähe der deutschen Botschaft für satte 8 800 Euro Kaltmiete ohne Nebenkosten als besonders preiswertes Schnäppchen angeboten worden. Vor einem halben Jahr habe die Mietforderung für dieses Objekt noch 220 Euro betragen.
Spekulanten, auf nach Kabul! Reid zitiert den Makler Sadiq Khawary als Kronzeugen für diese Empfehlung: „Die Nachfrage ist der reine Wahnsinn. Ein Haus, das man früher für
50 000 Dollar hätte kaufen können, ist heute über eine Million Wert. Und die Preise steigen weiter.“

Normalerweise würden in Kabul 18 Monatsmieten im voraus verlangt, berichtet der Times-Korrespondent. Angeblich werde das Geld zur Instandsetzung verwendet. Doch auf diesem Gebiet herrsche in der Trümmerhauptstadt das Gesetz der ruhigen Hände.

Einen der lukrativsten Deals in diesem Sommer 2002 könnte ein Makler landen, der die Botschaft von Saudi Arabien als Interessenten an der Angel hat. Er bietet einen ehemaligen Militär- und Gefängniskomplex mit 60 Räumen für 33 000 Euro Miete im Monat an. Man kann das Objekt mit dem martialischen Ambiente auch käuflich erwerben. Es ist für 3,3 Millionen Euro im Angebot. Der bisherige Hausmeister Omar meint, die Saudis wären vielleicht die einzigen, die sich das noch leisten könnten. Makler in Kabul müßte man jetzt sein...

Himalaja – sechs Tibeter trotzten der Eiszeit

EM – Es geschah vor 20 000 Jahren. Vier Erwachsene und zwei Kinder machten sich in 4000 Metern Höhe auf den Weg zu einer heißen Quelle, vielleicht um sich zu waschen. Ihre Füße versanken in dem Schlamm, der um die Quelle herum aus Kohlendioxid und verschiedenen Mineralien entstanden war. Irgendwann trockneten diese Ablagerungen aus und es entstand ein poröser Kalkstein, wie man ihn auch in anderen Teilen Eurasiens antrifft. Er wird gemeinhin als „Travertin“ bezeichnet.

Jetzt sind die Fußabdrücke der sechs Ur-Tibeter berühmt. In der Fachzeitschrift „Geophysical Research“ berichten die Wissenschaftler David Zhang und S.H. Li von der Universtät Hongkong über sie. Mit Hilfe einer Methode, die man Thermolumineszenz nennt, hätten sie das Alter der Fußspuren bestimmt. Sie seien vor 20 000 Jahren in den Schlamm an der heißen Quelle getreten worden. Damals hatte die Eiszeit ihren Höhepunkt. Forscher gingen bisher davon aus, daß das Hochland von Tibet damals von einem tausend Meter dicken Gletscher bedeckt war und daß Menschen das Gebiet in eisiger Höhe erstmals vor 4000 Jahren betreten hätten.

Zumindest einige scheinen weitaus früher dagewesen zu sein, wie ihre Spuren belegen. Inzwischen hat man auch einen Feuerplatz gefunden, an dem sie es sich gemütlich machen konnten sowie Reste eines Ofens. Die Quelle lieferte heißes Wasser. So ließ es sich also vor 20 000 Jahren auch schon im Himalaja leben.

EU – Gemeinsames Polizeikorps für den Grenzschutz

EM – Es geht mühsam voran mit Europa. Auch auf dem Gebiet der Sicherheit gibt es ein zähes Ringen um jeden Millimeter nationaler Kompetenz. Der sogenannte Konvent, der gegenwärtig zur Reform der EU veranstaltet wird, hat nun für den Kampf gegen grenzüberschreitende Kriminalität ein neues Instrument vorgeschlagen. Liberale, konservative und sozialdemokratische Politiker aus Belgien, Deutschland, Spanien und Italien wollen ein gemeinsames Polizeikorps zur Stärkung der europäischen Polizeiorganisation Europol aufstellen. Außerdem soll es bald auch einen europäischen Staatsanwalt geben.

Der grüne Delegierte für den Konvent, Johannes Voggenhuber aus Deutschland, zeigte sich „sehr beeindruckt“. Die Debatte über solche gemeinsamen Einrichtungen sei die bisher „beste Debatte im gesamten Konvent“ gewesen. Immerhin – langsam, aber sicher...

Irland – woher die Rotschöpfe kommen

EM – Einer hat damit angefangen. Vor 50 000 Jahren ist es passiert, sagt der englische Forscher Jonathan Rees. Damals ist das Gen MCIR auf Chromosom 16 bei irgendeinem Ureinwohner in den Weiten Eurasiens mutiert. Von diesem ersten Rothaarigen des Kontinents und des Planeten habe sich die Haarfarbe dann vor allem über die nördlichen Regionen ausgebreitet.

Daß gerade der Norden von Rotschöpfen und Rotmähnen bevölkert wird, hat die Evolution durchgesetzt. Denn Rothaarige sind auch hellhäutig und damit in den sonnenheißen Breiten des Südens nur bedingt überlebensfähig. Nach Australien ausgewanderte Nordeuropäer mit roten Haaren weisen die höchste Hautkrebs-Rate in der australischen Bevölkerung auf.
Sechs bis acht Prozent der Iren haben rote Haare. Höher ist der Prozentsatz nur noch in Schottland. Irland hat oft bedeckten Himmel, Schottland noch öfter. Hier wachsen die Heldengestalten mit roten Bärten, wenn es sich um Männer handelt oder mit grünen Augen, durchscheinender Haut und feuerroter Mähne, wenn es Heldinnen sind. Natürlich ist das ein Klischee. Aber eines, das immer mal wieder von lebenden Exemplaren gestützt wird. In Irland und Schottland gibt es viele Rothaarige und manche sehen tatsächlich aus wie die Gestalten in dem von Mel Gibson verfilmten Heldenepos „Brave Heart“.

Ob rothaarige Frauen zu Recht überall auf der Welt die Phantasie von Männern ganz besonders anregen – oder ob das auch ein Klischee ist, kann nur jeder für sich selbst herausfinden. Eine andere Eigenschaft der Irinnen hat Sarah Ferguson angesprochen, als sie nach ihrer Scheidung von Prinz Andrew auf Fragen nach ihrem Wohlergehen sagte: “Ich bin rothaarig, ich bin Irin.“ Soll heißen: Ich pack das schon, ich bin unverwüstlich.
Dieser Mythos ist uralt. Schon die Kelten früherer Jahrtausende sollen ihre Haare zinnoberrot gefärbt haben, um besonders urwüchsig und vital zu wirken.

Rußland – Duma-Vorsitzender Selesnjow gründet eine neue Partei

EM – Nach eingehenden Beratungen mit Rußlands Präsident Wladimir Putin, schickt sich der Duma-Vorsitzende Gennadij Selesnjow an, eine neue Partei aus der Taufe zu heben. Sie soll den Namen „Rossija“ („Rußland“) tragen und „links von der Mitte“ stehen.
Selesnjow war früher Chefredakteur der Parteizeitung Prawda und bis vor kurzem Spitzenpolitiker der KPRF, der kommunistischen Partei Rußlands. Letztes Jahr besuchte er vier Tage lang Deutschland, führte Gespräche mit Abgeordneten aller Fraktionen. Außerdem traf er zu Gesprächen mit Bundespräsident Johannes Rau und Bundeskanzler Gerhard Schröder zusammen.

Selesnjow wurde im Frühjahr aus der KPRF ausgeschlossen, da er sich geweigert hatte, sein Amt des Parlamentspräsidenten niederzulegen. Die kommunistische Partei wollte damals mit einem solchen Schritt gegen die Machtpolitik des Kremls protestieren, der den Kommunisten alle Ausschussvorsitze in der Duma entzogen hatte. Deshalb drängte sie Selesnjow zum Rücktritt. Allerdings vergeblich. Wenn er nun mit seinen Anhängern eine eigenständige neue Partei gründet, bedeutet dies die Spaltung der Kommunisten.

Daß Putin den Dumavoritzenden in seinen Plänen bestärkt hat, wenn nicht mehr, ist leicht zu verstehen. Bei den letzten Wahlen haben die Kommunisten immerhin noch zwischen 25 und 30 Prozent der Stimmen geholt. Wenn Selesnjow sie jetzt spaltet, hat dies eine gewaltige Schwächung der altkommunistischen Partei von Gennadij Sjuganow zur Folge. Außerdem findet Putin in der neuen Partei Selesnjows ganz sicher Unterstützung. Der Parteigründer hat noch nie ein Wort der Kritik am russischen Präsidenten geäußert.

Interessant an Parteigründer Selesnjow ist auch seine Nähe zur eurasischen Bewegung von Alexander Dugin (siehe EM 02/02 „Eurasien-Partei in Moskau gegründet“). Noch im letzten Jahr wurde der damalige Parlamentsvorsitzende von Dugin beraten.

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