„Herrscher der Eisenzeit. Die Kelten – auf den Spuren einer geheimnisvollen Kultur“ von Ralph HauptmannGELESEN

„Herrscher der Eisenzeit. Die Kelten – auf den Spuren einer geheimnisvollen Kultur“ von Ralph Hauptmann

Nachbarvölker erlebten die Kelten als geschäftstüchtige Händler und Kunsthandwerker. Aber wenn Feindschaft mit ihnen herrschte, waren sie als Krieger immens gefürchtet. Die Kelten sind geheimnisumwittert wie kaum ein anderes europäisches Volk. Ihren Priestern und Druiden wurden Weisheit und magische Fähigkeiten zugesprochen.

Von Florian Nitsch

Die faszinierende Welt dieser Handelsherren, Krieger und Druiden schildert Ralph Hauptmann akribisch genau und dennoch lebendig und packend  erzählt. Die Kelten stammen, nach allem was über sie bekannt ist, keineswegs aus einer gemeinsamen ethnischen Wurzel. Sie bildeten auch niemals ein homogenes Staatsvolk. Und doch haben sie den Kontinent „aufgemischt“ wie sonst kaum eines der frühen Völkerschaften.

Vor mehr als 2000 Jahren waren keltische Stämme die bedeutendsten Bewohner des europäischen Kontinents nördlich der Alpen. Von Irland bis in die Türkei haben sie ihre Spuren hinterlassen. Kostbare Fundstücke, kunstvoll verzierte Schwerter, Bronzestatuen und Goldschmuck aus Grabungsorten wie der Heuneburg, La Tène oder Hallstatt geben uns ein Bild vom Reichtum der keltischen Herrscher. Sie lebten in enger Verflechtung mit ihren Naturgöttern. Viele Mythen ranken sich um sie: Mystische Kultplätze mit magischen Steinformationen und keltische Sagenwelten wie die von König Artus beflügeln bis heute unsere Fantasie. Doch was davon ist wirklich keltisch? Und wie viel von dem, was uns noch heute täglich umgibt, ist keltischen Ursprungs, ohne dass wir es wissen? Ralph Hauptmann schildert fesselnd Aufstieg und Untergang der Kelten – das ist Geschichte hautnah und spannend erzählt.

Auf den Spuren des Eisens

Der Autor versucht das Mythische und das Mystische in der Kultur der Kelten herauszuarbeiten.  Dabei erzählt er die Geschichte vom Eisen.  Der Leser  erlebt  die damit einhergehende Überlegenheit der Kelten, deren eiserne Schwerter selbst bei den Truppen des römischen Weltreiches begehrt waren. Und er erlebt schließlich ihren Untergang, den auch das Eisen nicht verhindern konnte.

Letztlich waren es Römer und Germanen, die ihre Kultur zerschlugen. Eine Kultur, die sich  im letzten vorchristlichen Jahrtausend über weite Teile Europas erstreckte. (Vgl. dazu EM 08-2010  „Der Staffelberg: Seine Steine raunen von Menosgada“). An der Peripherie ihres ehemals riesigen Verbreitungsgebietes – am nordwestlichen, ‚atlantischen‘ Rand Europas – konnten sie sich in der Abgeschiedenheit der Inselwelt kulturell z. T. bis heute behaupten. In Irland zum Beispiel. Einst jedoch hatten die großen keltischen Wanderungen die Stämme von Mitteleuropa, wo ihre Kultur den Ursprung hatte, nach Frankreich und Spanien (Keltiberer), nach Italien und bis  ins Schwarzmeergebiet geführt. Sie tauchten auch auf dem Balkan auf und besetzten sogar Rom.

Auf einer einführenden Karte sind die großen Schlachten der Kelten verzeichnet, von den Anfängen bis zum Tod des letzten keltischen Herrschers im Jahr 1057 in der Schlacht von Lumphanan (Schottland).

Ein ausführliches Orts-, Personen- und Sachregister macht das packende Buch auch zu einem griffigen Nachschlagewerk.

Ralph Hauptmann studierte Anglistik, Romanistik, Keltologie und vergleichende Sprachwissenschaft. Mittlerweile ist er als Unternehmensberater tätig, hat aber seine Beschäftigung mit den Kelten nie aufgegeben. Er gibt seit vielen Jahren Kelten-Seminare für interessierte Laien.

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Rezension zu: „„Herrscher der Eisenzeit. Die Kelten – auf den Spuren einer geheimnisvollen Kultur“ von Ralph Hauptmann, Heyne Verlag, München 2012, 544 Seiten, 26,99 Euro, ISBN-13: 978-3453120471.

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Im Eurasischen Magazin sind bereits zahlreiche Beiträge über die Kelten erschienen, die Sie in unserer Suchfunktion leicht aufspüren können. Auch über ein keltisches Oppidum haben wir berichtet. Titel: „EURASISCHE SPIRITUALITÄT - Der Staffelberg. Seine Steine raunen von Menosgada“ - Auf dem heiligen Berg der Franken stand einst das keltische Oppidum Menosgada, das der griechische Mathematiker und Geograph Ptolemäus vor knapp zwei Jahrtausenden in seiner Weltkarte verewigt hat. Noch heute wird von dieser Keltenburg und ihrer eindrucksvollen Vergangenheit gesungen (EM 08-2010).

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Zum großen Thema der Eurasischen Spiritualität siehe auch die folgenden Quellen und Veröffentlichungen im EURASISCHEN MAGAZIN:
 
EM 10-2008„Eurasische Spiritualität – vom Heidenpfad zum Heidenschwanz“
EM 04-2009 „Geomantikart von der Wasserscheide“
EM-05-2009 „Strahlen der Seele für ein starkes Leben“
EM 06-2009 „Geomantik-Art aus der Eiszeithöhle“
EM 06-2009 „Schamanismus auf der Schwäbischen Alb“
EM 08-2009 „Im Einklang mit der Erde wandeln“
EM 10-2009 „Auf dem Heidenpfad der Europäischen Wasserscheide über die Frankenhöhe“
EM 11-2009 „Von Vulkanschloten und heiligen Bergen“
EM 05-2010 „Maibaumtanz und Walpurgisnacht“
EM 08-2010 „Der Staffelberg – seine Steine raunen von Menosgada“
EM 10-2010 „Dnjeprmelodie – Flusskreuzfahrt auf dem Schicksalsstrom der Ukraine“

Geschichte Rezension

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