Nationalcircus auf den Spuren der SeidenstraßeCHINA

Nationalcircus auf den Spuren der Seidenstraße

Nationalcircus auf den Spuren der Seidenstraße

Die Seidenstraße quer durch Eurasien fasziniert die Menschen in Ost und West seit Jahrtausenden und regt ihre Phantasie an. „Seidenstraße“ nennt der „Chinesische Nationalcircus“ seine neue Show, mit der er sich als offizieller Bestandteil des China Kulturjahres 2012 in Deutschland präsentiert.

Von Eberhart Wagenknecht

E ine tolle Marketingidee ist es allemal, eine Zirkusshow  nach dem legendären und geheimnisumwitterten Weg durch Länder und Zeiten zu nennen. Die Seidenstraße hat bis heute eine hohe Symbolkraft für die Einheit des eurasischen Kontinents und steht für die kulturelle Befruchtung seiner östlichen und westlichen Zonen und Kulturen.

Der Veranstalter führt dazu aus: „Getreu der alten Zen-Weisheit, dass ein Weg nur ein Weg wird, wenn einer ihn geht, haben ganze Scharen von Generationen diesen Weg genutzt, um Güter, Religionen, Kunst und Ideen von hier nach dort und dort nach hier zu transportieren.“

Und die neue Show des Chinesischen Nationalcircus nehme „so auch den Zuschauer mit auf eine Reise über diesen alten Karawanenstrom ins Reich der Mitte und biete“ eingebunden in  „Weltklasseakrobatik, die Ansicht von unbekannten Kulturen und Traditionen des Fernen Ostens mit einer neuen Perspektive“. Damit zeige sie seinerseits die interessanten Kulturunterschiede auf und unterstreiche andererseits gekonnt „Leidenschaft und Humor und die tiefen menschlichen Gemeinsamkeiten der Völker an diesem Weg.“

Der Status des Unglaublichen

In Szene gesetzt sieht das so aus: Eine Artistin jongliert fünf Teller an ihrer linken Hand und fünf Teller an ihrer rechten Hand während sie sich mit dem ganzen Körper um ihre eigene Achse dreht, um mit dem Mund eine Rose aufzuheben, die an ihrer Ferse liegt. Dieser außergewöhnliche Trick einer Akrobatin des Chinesischen Nationalcircus erscheint dem europäischen Zuschauer unerreichbar für einen normalen menschlichen Körper. Und doch wird diese Pose, wie auch weitere Darbietungen, die unsere Vorstellung von Schwerkraft aufheben, täglich mit einem Lächeln, graziös und fehlerfrei präsentiert. Diese Akrobaten überschreiten Grenzen und erreichen so einen Status des Unglaublichen.

Jahr für Jahr präsentiert der Chinesische Nationalcircus ein neues Bühnenspektakel, das dem Publikum faszinierende Einblicke in die fremde Kultur Chinas gewährt. Auch in der neuen Show „Seidenstraße – Akrobatik am Puls der Menschheit“ repräsentieren die phantastischen Artisten die vollkommene Einheit aus Geist, Körper, Seele und traditioneller Musik. – In der Vergangenheit hat der Chinesische Nationalcircus mehr als neun Millionen Besuchern eindrucksvoll bewiesen, dass eine solche Einheit von Körper, Geist und Seele möglich ist.  

In jeder Saison präsentiert der Chinesische Nationalcircus aufs Neue als offizieller Kulturbotschafter dem europäischen Publikum  komplett neue Shows, und das in mehr als 160 Städten. Im  Mittelpunkt stehen, quasi als geistiger Leitfaden, Geschichte und  Geschichten aus und über China, über chinesische Helden und deren spirituelle Fundamente, auf denen sie fußen. (Die Veranstaltungen beinhalten ca. zwei Stunden reines Programm, Tickets kosten etwa 30 bis 60 Euro).

Akrobaten – ausgebildet in tausend Zirkusschulen

China macht 2012 zum deutsch-chinesischen Kulturjahr. Anlass ist der 40. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und China. Die Idee eines deutsch-chinesischen Kulturjahres gründet auch auf den positiven Erfahrungen mit der deutschen Veranstaltungsreihe „Deutschland und China - Gemeinsam in Bewegung“. Der Chinesische Nationalcircus mit seiner neuen Produktion präsentiert sich als offizieller Bestandteil dieses Kulturjahres.

In ihren Veröffentlichungen streichen die Veranstalter heraus, „dass die chinesischen Akrobaten international einen uneingeschränkt guten Ruf genießen und sicherlich zu den Besten Ihrer Zunft weltweit gehören“. Das habe unter anderem damit zu tun, dass man bei der chinesischen Akrobatik auf eine 2000 jährige Geschichte zurückblicken kann und somit von diesem Erfahrungsvorsprung im technischen, mentalen und sogar spirituellen Bereich immer noch profitiere. In den über 1000 Circusschulen, die in der ganzen Volksrepublik verteilt sind, werde Akrobatik in höchster Vollendung gelehrt: „In diesen angesehenen Leistungszentren werden die angehenden Akrobaten in den verschiedensten Sparten ausgebildet bis sie nach zehn Jahren die Bühnenreife erlangt haben und dann als professionelle Artisten ein weltweites Publikum begeistern dürfen.“

Der „Chinesische Nationalcircus“ sei „kein physisch existenter Circus“. Es handele sich hierbei vielmehr um ein Qualitätssiegel und ein Label, welches verliehen werde „für außerordentlich gute, talentierte und erfolgreiche chinesische Akrobatiktruppen, die diese immerhin 2000 Jahre alte Kultur im westlichen Ausland präsentieren.“

Jahr für Jahr finden sich aus diesen Talentschmieden die Besten zu den neuen Programmen des Chinesischen Nationalcircus zusammen. Sie tun dies seit zehn Jahren unter der Obhut des deutschen Regisseurs und Produzenten Raoul Schoregge, der einst selbst als Clown Correggio in der Manege vieler bekannter Zirkusunternehmen auftrat.

Wurzeln in der Kriegsstrategie der Antike

„Zaji“ nennen die Chinesen die Kunst der Akrobaten, deren Ursprünge uralt sind. Sie haben zum Teil religiös- philosophische Wurzeln, die im Bereich der Spiritualität Chinas liegen, im Buddhismus, im Konfuzianismus und im Taoismus.  Die exzellente Darstellung der angestrebten Einheit von Körper, Geist und Seele durch die Akrobaten machen diese Kunstform zu einem idealen Medium hierfür.
 
Es gibt auch Wurzeln die in die Welt des Krieges und der Soldaten hineinreichen. „Wie schon so häufig in der Menschheitsgeschichte trifft es auch hier zu, dass der Vater vieler Dinge der Krieg ist“, heißt es in einem Text den die Veranstalter über den Nationalcircus verbreiten. „So benutzten die chinesischen Feldherren schon in grauer Vorzeit bei ihren gigantischen Heeresaufmärschen eine Art Vorhut, die aus Akrobaten bestand. Die Aufgabe dieser bestand darin durch eine virtuose Präsentation spektakulärer Sprünge, Menschenpyramiden, Handstände und Salti den Gegner einzuschüchtern.“

Etwas davon teilt sich auch dem modernen Zirkusbesucher  noch mit. So sind Gänsehaut und ein beschleunigter Puls und auch eine gewisse Bangigkeit durchaus auch unter der Zirkuskuppel noch Bestandteile des staunend erlebten Akrobatenzaubers.

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Weitere Informationen: www.chinesischer-nationalcircus.eu

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