Offener Brief an den DFB-Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder

Offener Brief an den DFB-Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder

Endlich weht ein neuer Wind im DFB. Die Gestaltung des Fanartikel-Kataloges „DFB Fan-Corner 02/03“ hat das Image des deutschen Fußballs einen großen Schritt in die richtige Richtung gebracht.

Von Rotraut Carrasco

herzlichen Glückwunsch! Endlich weht ein neuer Wind im DFB. Die Gestaltung des Fanartikel-Kataloges „DFB Fan-Corner 02/03“ hat das Image des deutschen Fußballs einen großen Schritt in die richtige Richtung gebracht. Wo man früher noch phantasielose, angestaubte Begriffe, wie Fan-Schal oder Auswärts-Trikot verwendet hat, findet man jetzt den Scarf und das Away Shirt im Angebot. Aus den Heimspiel-Socken wurden Home Socks und statt der Kinderhose „Heimspiel“ bestellt man jetzt die Home Short Kids. Dieser internationale Flair hat dem DFB bisher einfach gefehlt. Gut, dass Sie das erkannt haben. Warum auf dem DFB-Scarf allerdings immer noch Deutschland steht, ist uns nicht klar. Germany ist allgemein verständlich und hört sich ganz einfach besser an. Und bei der Gelegenheit könnte man aus DFB auch gleich GSA machen – German Soccer Association. Warum nicht? Dann wüsste man weltweit sofort worum es geht.

Auch wenn manche Artikel ohne Abbildung kaum noch verständlich sind, so z. B. der Mesh Bucket auf Seite elf - die Fans werden schon lernen, dass es dabei um einen Hut geht. Auch was ein Gymbag ist, bringen Sie den deutschen Fans sicher spielerisch bei. Der Kinder-Sportanzug hat nun endlich ausgedient, jetzt gibt’s nur noch die Kiddy Jogger. Aus dem Unterschriften-Trikot wird das Signature Shirt und aus der Wendejacke das Reversible Top. Es gibt eigentlich kaum noch etwas auszusetzen.

Nur die Diskussionen über die „Amtssprache“ in den Bundesliga-Mannschaften, die kann man sich in Zukunft eigentlich sparen. Dass Lizarazu nach sechs Jahren bei den Bayern noch kein Deutsch spricht, sollte künftig kein Thema mehr sein, denn offensichtlich macht es sowieso mehr Sinn gleich direkt Englisch zu lernen. Und warum Huub Stevens, der Trainer von Hertha BSC als „Amtssprache“ für seine Spieler Deutsch festlegen will, ist angesichts der Internationalisierungsmaßnahmen im DFB auch fraglich. Sollten wir nicht alle an einem Strang ziehen? Während den Fans im Fan Corner Englisch beigebracht wird, sollen die Spieler Deutsch lernen?

Schluß mit diesem Muff aus hundert Jahren!

Wenn es uns die Österreicher schon vormachen, warum sollten wir das nicht auch hinkriegen. Dort spricht man z. B. schon längst nicht mehr von Ecke, Elfmeter oder Schiri. Dort heißt es schlicht Corner, Penalty und Referee.

Keep on going!
Mit freundlichen Grüßen,

EURASISCHES MAGAZIN
Text: Rotraut Carrasco

Deutschland Sprache

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