„Ong Bak“GESEHEN

„Ong Bak“

„Ong Bak“

Der begnadete Thaiboxer Ting kämpft in Bangkok gegen einen Antiquitäten- und Drogenschmugglerring.

Von Hartmut Wagner

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Tony Jaa – Auf der Suche nach dem Kopf des Buddha  
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ng Bak hat den Kopf verloren. Die Buddha-Statue im Provinznest Nong Pra-du wurde Opfer eines habgierigen Kriminellen aus dem Untergrund Bangkoks. Der möchte das steinerne Haupt verscherbeln. Ting (Tony Jaa) nimmt seine Verfolgung auf und reist dem Halunken hinterher in die thailändische Hauptstadt.

Ting ist ein Meister des Muay-Thai, besser bekannt als Thai-Boxen. Wie alle großen Kämpfer seiner Art ist er ein herzensguter Junge, der seine Schlagkunst nur widerwillig unter Beweis stellt. Doch, um den Kopf des Ong Bak zurückzubekommen und das einträchtige Dorfleben wiederherzustellen, verdrängt er all seine hehren Grundsätze. In den – selbstredend illegalen – Kampfclubs von Bangkok schickt er einen Gegner nach dem anderen auf die Bretter. „Die Legende aus Nong Pra-du“ kloppt und prügelt, drischt und verhaut – dem Götterhaupt des Ong Bak immer dicht auf der Spur.

Muay-Thai (dt. „freies Boxen“) ist Volkssport Nummer eins in Thailand. Im Gegensatz zum Kickboxen darf man beim Thaiboxen auch mit Knien, Schienbeinen und Ellbogen zuschlagen – gerade diese Schlagtechniken sind es, die Tony Jaa mit besonderer Vorliebe einsetzt. Muay-Thai gilt als eine der ältesten und härtesten Kampfsportarten Asiens. Gewöhnlich benutzen Thai-Boxer Handschuhe, in Bangkoks Unterwelt aber schnüren sich Tony Jaa und seine Gegner lediglich Hanfbandagen über ihre stählernen Fäuste.

Tony Jaa – Herausforderer der US-Stars

Die Dramaturgie von „Ong Bak“ erinnert stark an Streifen von Bruce Lee, Jackie Chan und Jet Li – die drei chinesischstämmigen Idole von Tony Jaa. Wie sie möchte der Thailänder künftig in den USA über die Leinwand toben und für Recht und Ordnung sorgen. Der deutsche Verleiher meint gar, Tony Jaa sei schon jetzt schneller, gefährlicher und waghalsiger als die berühmten Hollywoodstars. 1997 durfte Tony Jaa schon einmal eine kleine Rolle in einer US-Produktion übernehmen: In dem Film „Mortal Kombat 2“ doubelte er Robin Shou bei besonders riskanten Aktionsszenen.

Kampfkunst-Filme aus Thailand wie „Ong Bak“ schaffen es in hiesigen Gefilden ausgesprochen selten in die Kinos. Ein wirklich elementarer Unterschied zu anderen Werken dieses Genres ist auch nicht auszumachen. Tings Schlägertour durch Bangkok ist Meterware, die Handlung abgegriffen, die Dialoge allzu seicht. Herausragend ist einzig die Kampfkunst Tony Jaas, der seine Ellbogen und Knie mit erschreckender Präzision und Wucht dem Gegner in die Rippen hämmert. Mit Blutfontänen und Knochengeberste hielt sich Regisseur Pinkaew jedoch erstaunlich zurück. Ihm ist mehr an spektakulärer Kampfchoreographie und besonders gewagten Schlägen oder Tritten seiner Hauptdarsteller gelegen. Wer sich hierfür begeisterten kann, der sollte sich „Ong Bak“ nicht entgehen lassen.

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„Ong Bak“

Thailand 2003
108 Min.
Regie: Prachya Pinkaew
Darsteller: Tony Jaa, Petchthai Wongkamlao, Pumwaree Yodkamol, Rungrawee Borrijindakul
Der Film im Netz

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