Russische Energie für NordeuropaERDGAS

Russische Energie für Nordeuropa

Eine Gas-Pipeline durch die Ostsee, soll Deutschland, Holland und England versorgen

Von Johann von Arnsberg

EM - Russland plant, seine Gaslieferungen nach Westeuropa erheblich auszubauen. Von Grjasowjez in der Nähe der nordrussischen Stadt Wologda aus will der russische Staatsmonopolist Gazprom eine Pipeline verlegen, die im Endausbau bis nach Großbritannien führen könnte. Dies teilte Mitte Dezember der Vorstandsvorsitzende des größten Erdgaslieferanten der Welt, Alexej Miller mit. Die Leitung würde an die westsibirischen Erdgaslager bei Nadyme angeschlossen werden. Ihre Route solle von Wologda zum Finnischen Meerbusen bei Wyborg an der russisch-finnischen Grenze führen. Geplant sei, Skandinavien sowie die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad (Königsberg) von dort aus zu beliefern.

In Wyborg soll dann nach den Worten Millers der Unterwasserabschnitt beginnen. Über 1 189 Kilometer würden die Transportröhren auf dem Grunde der Ostsee verlegt. Bei Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern sollten sie wieder das Festland erreichen. Der Leitungsdurchmesser betrage etwas mehr als einen Meter.

Die Menge des zu transportierenden Erdgases hängt laut Miller davon ab, ob die Briten sich tatsächlich entschließen, russisches Erdgas zu kaufen. Die Entscheidung soll im Februar 2003 fallen. Wenn Großbritannien russisches Erdgas abnnehme, würden rund 30 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr nach Westen strömen. Ohne Belieferung der Briten sei eine Gesamtmenge von 20 Milliarden Kubikmeter kalkuliert. Als Termin für den Baubeginn der Pipeline sei das erste Halbjahr 2004 vorgesehen.

Die Kosten des Mammutprojektes sollen rund zehn Milliarden Euro betragen. 6,2 Milliarden will der Konzern Gazprom investieren. Den Rest sollen die Europäischen Investitionsbank und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) bereitstellen. Entsprechende Finazierungsverhandlungen laufen nach den Worten Millers auf Hochtouren. In der zweiten Januarhälfte 2003 sollen sie abgeschlossen sein.

Außerdem würden Gespräche mit den deutschen Unternehmen Ruhrgas und Wintershall über eine Beteiligung an dem Großprojekt geführt. Miller stellte in Aussicht, daß 2007 mit den ersten Lieferungen begonnen werden könnte. Die volle Kapazität werde man dann im Jahr 2009 erreichen.

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