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„Seide und Sand“ von Helmuth Starrach

Die Seidenstraße eröffnet eurasische Dimensionen. Sie ist die älteste Handelsverbindung der Welt. Über ihre Pfade hat seit jeher ein reger Austausch von Gütern, Kulturen und Religionen stattgefunden, von Techniken und Kunststilen. Erste Verbindungen sind schon vor fünftausend oder sechstausend Jahren oder noch früher entstanden. Helmut Starrach ist ihnen gefolgt. Von Rom bis Peking. Was er entdeckt und dokumentiert hat, ist im besten Sinne Erlebnisbericht – mit dem Anspruch der Deutung und Einordnung in eurasische Epochen.

Von Hans Wagner

„Seide & Sand - Menschen auf der Seidenstraße von Rom nach Peking“ von Helmut Starrach  
„Seide & Sand  - Menschen auf der Seidenstraße von Rom nach Peking“ von Helmut Starrach  

M an schlägt das Buch auf, und sie liegt vor einem: die Seidenstraße, akribisch erarbeitet und nachgezeichnet. Vom Mittelmeer über Syrien, den Irak und Persien, über Turkmenistan, Usbekistan, Kirgisien, Tibet, die Mongolei bis ins ferne China am andern Ende Eurasiens.

Aus der flirrenden Weite der Geschichte tauchen sie auf, die Städte Antiocha, Aleppo, Damaskus, zwischen christlich abendländischem Kulturkreis und Islam. Der Weg führt über das geschundene Badgdad, über Isfahan, Ashgabat und Mashad, hinein nach Buchara und Samarkand. Von Kaschgar über das Tarimbecken geleitet uns der Autor nach Xian und lässt in Peking seine monumentale Reise ausklingen.

Synoptische Zeittafel und prachtvolle Fotos

Zur Einordnung hat Starrach für seine Leser eine synoptische Zeittafel erarbeitet, die vom 2. Jahrtausend vor Chr. bis ins 20. Jahrhundert die Entwicklungen in Zentralasien, Ostasien, West- und Südasien mit dem östlichen Mittelmeerraum verbindet.

Er berichtet von Umbruchsituationen in den bereisten Ländern, die er in den Jahren 2001 bis 2005 erlebte und registrierte. Über 100 Reisetage waren es, die der im Sudetenland geborene Autor auf den alten Wegen der Seidenstraße zubrachte, in sieben Abschnitte gegliedert. Damit ist Starrach wohl einer der exzellentesten Kenner der Verkehrswege auf der Seidenstraße. Auch wenn er selbst bescheiden anmerkt, ihm sei klar, dass er „nur einen oberflächlichen Eindruck gewinnen konnte.“ Angesichts der Dimensionen dieses eurasischen Schicksalswegs eine Aussage, die etwas von Demut hat.

Im letzten Herbst wurde eine Ausstellung über die „Ursprünge der Seidenstraße“ im Berliner Martin-Gropius-Bau gezeigt. Seit dem 09.02.08 bis zum 01.06.08 ist diese Ausstellung in den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim zu sehen.

Im umfangreichen Ausstellungskatalog sind zehn Fotos von Helmut Starrach veröffentlicht. und auch im Bericht des Eurasischen Magazins ist der Autor mit einer Aufnahme vertreten. (Siehe EM 10-07).

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Rezension zu: „Seide & Sand  - Menschen auf der Seidenstraße von Rom nach Peking“ von Helmut Starrach, verlegt von Helmut Starrach, helmut.starrach@web.de, hergestellt von Druck + Papier Meyer GmbH, Scheinfeld, 2007, 120 Seiten, 22,80 Euro, ISBN: ISBN-3-890-14267-2 .

Eurasien Okzident Rezension

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