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April 2012

Von EM Redaktion
EM 04-12 · Drucken Senden Kommentieren

Liebe Leserinnen und Leser des Eurasischen Magazins,

E in amerikanischer GI ermordet bestialisch 17 afghanische Zivilisten, vor allem Frauen und Kinder. Ein afghanischer Dorfpolizist erschießt neun seiner Kollegen im Schlaf. NATO-Berater Prof. Rob de Wijk erklärt: „Der Krieg ist für das westliche Bündnis verloren“. - Drei Meldungen aus allerjüngster Zeit. „Nichts wie raus aus Afghanistan“, ist der letzte Schrei des Westens. Was das heißt, hat ein Team der Agentur Reuters vorgerechnet: 50 Nationen müssen fast 130.000 Soldaten sowie Tausende Tonnen Waffen und Material halbwegs geordnet bis Ende 2014 aus Afghanistan herausbringen. Dabei wurde Afghanistan vor zehn Jahren schon für befreit erklärt. Über die Wirklichkeit hatte das Eurasische Magazin damals berichtet – und seither immer wieder. Wir bringen eine Chronik unter dem durchaus ironisch bis sarkastisch gemeinten Titel: „Afghanistan – ‚Nachrichten aus einem befreiten Land“.

Weiter im Südosten Asiens wird die neue Supermacht China zum geopolitischen Gegenspieler der USA. Auch das Verhältnis zwischen China und Indien ist nicht konfliktfrei. Beide Rivalen konkurrieren um Ressourcen und geostrategischen Einfluss am Indischen Ozean. Dort bestimmen brisante politische Krisen Eurasiens Peripherie.  Darüber berichtet Wilfried Arz in seinem Beitrag: Geopolitik in Asien - Krisenregion Indischer Ozean“.                                                       

Geopolitik ist überall: Russland sei „ohne Frage unser geopolitischer Feind Nr. 1“, erklärte der republikanische Multimillionär und Obama-Herausforderer Mitt Romney in den USA. Der Republikaner aus Detroit reagierte damit fast im Stil von George W. Bushs „Achse des Bösen“. Moskau unterstütze die „schlimmsten Regime“ wie den Iran, Nord-Korea und Syrien. Romneys Äußerung war die Reaktion auf eine vertrauliche Unterhaltung zwischen den beiden Noch-Präsidenten Obama und Medwedjew  beim Nukleargipfel im Millennium Seoul Hilton Hotel. Irgendwer hatte die Mikrofone eingeschaltet, so dass die ganze Weltpresse mithören konnte und mitbekam, was vertraulich sein sollte. Ulrich Heyden berichtet darüber in seinem Beitrag „Medwedjew hofft auf Obama“.

Neues aus Griechenland weiß Gerd Höhler zu berichten. Wer sich schon immer gefragt hat, was das eigentlich ist, diese „Griechische Wirtschaft“, die auf keinen grünen Zweig kommt, findet hier einige Mosaikteile. Der n-ost-Korrespondent berichtet von Zakynthos , der „Insel der Gesetzlosen“, wo zehntausende Bewohner seit Jahren Abgaben in Millionenhöhe hinterzogen haben. Ein findiger Bürgermeister kam den Betrügern jetzt auf die Schliche. Unter anderem galt Zakynthos als „Insel der Blinden“. Von den 35.000 Bewohnern kassierten fast 700 eine Blindenrente. Auch ein Taxifahrer. Auf der Insel lebten demnach zehn Mal so viele Erblindete wie im EU-Durchschnitt. Das konnten eigentlich nur Blinde übersehen.

Das EM-Team wünscht allen Lesern viel Freude und Gewinn beim Lesen der Beiträge und eine gute Zeit bis zur nächsten Ausgabe.  

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