Eurasisches Magazin - Die Netzzeitschrift, die Europa und Asien zusammenbringt
EM: Aktuelle Ausgabe - Eurasien-Ticker - Archiv
eurasischesmagazin.de > Ausgabe 06-06 > Rehabilitiert Dracula! > Leserbriefe
RUMÄNIEN
Rehabilitiert Dracula!
Zur Ehrenrettung eines verkannten Staatsmannes. Sein Vater war Mitglied im „Drachenorden“, den Kaiser und ungarischer König Sigismund 1408 gestiftet hatte. Draculas Vater Vlad wurde 1431 Mitglied dieser höchst exklusiven Societas Draconis, musste sich folglich Dracul nennen - und von ihm kam der Titel auf den Sohn.
Leserbrief schreiben Leserbrief schreiben >

Maya Amerein schrieb:
Segr geehrter Herr Oschlies,
mit großer Freude las ich in Ihrer Ihren Artikel über Prinz Vlad.Endlich einmal ein Bericht, der bei den Tatsachen bleibt!

Über das Leben des Prinzen Vlad (Tepes) Draculea recherchiere ich bereits seit über 25 Jahren.
Das Ergebnis meiner Arbeit liegt zur Zeit beim Lektor eines kleinen Verlages.
Die Lebensgeschichte des Prinzen Vlad war noch weitaus interessanter als der Vampyrroman und als in vielen Berichten dargestellt.
Die Geschichte von seinen angeblichen Grausamkeiten stammt u. a. vom damaligen Ungarnkönig Matthias Corvinus, auch dem Drachenorden angehörig. Matthias Corvinus hielt sich nicht, wie Prinz Vlad, an die Statuten des Drachenordens und zog sich in vielen Situationen im Gegensatz zu Prinz Vlad feige aus der Affäre, unterschlug dem Prinzen Vlad Gelder vom Papst (heute mehrere Milliarden). Matthias Corvinus wollte Kaiser werden, worum er sich sehr bemühte, doch auch hier stand ihm Prinz Vlad im Weg, dessen Ruf als Held schon zu dessen Lebenszeiten zu Sagenentwicklung führte.Prinz Vlad war, wie von Ihnen geschildert, nicht grausamer als seine Zeitgenossen, statistisch gesehen gab es unter ihm erheblich weniger Hinrichtungen als unter anderen Herrschern seiner Zeit.
Corvinus verbreitete mit gezielten Fluschriften-Kampagnen üble Geschichte über den Prinzen, wobei ihm die neuartige Erfindung des Buchdruckes durch Gutenberg sehr hilfreich war.Das gleiche tat er auch gegen Kaiser Friedrich III., Corvinus wollte sich selbst gerne als künftigen Kaiser sehen, und Friedrich III. stand ihm hierbei, wie viele andere seiner Gegner , im Wege. Sehr wahrscheinlich ist, das König Matthias bei der Kampagne von den mächtigen Kaufleuten Siebenbürgens unterstützt wurde, deren Macht Prinz Vlad zugunsten des Volkes über eine strenge Gesetzgebung (u.a. Stapelrecht) beschnitt.
Prinz Vlad war ein sehr gläubiger und hochgebildeter Mann, dem später aufgrund seiner Kenntnisse sogar der Vorwurf der Hexerei gemacht wurde. Er kannte sich mit Astrologie und Astronomie aus, hatte acht Jahre die Welt bereist und beherrschte akzentfrei neun Sprachen sowie mehrere Dialekte. Das er mit Vorliebe türkische Soldaten (nach dem Tod) pfählen ließ, hatte ebenfalls eine besondere Bewandnis:
Prinz Vlad verbrachte in seiner Jugend viele Jahre als Geisel am Hof des türkischen Sultans Murad. Dessen Sohn hatte ein Auge auf den jüngeren Bruder Vlads geworfen, den er mit Gewalt in seinen Gemächern verköstigte. Dasselbe Schicksal erlitt Prinz Vlad, nachdem er seinen Bruder zu schützen versuchte, im Kerker. Erst durch Mourad konnte er den Tortouren entkommen. Auf Sexualstraftaten stand in der Türkei (damals osmanisches Reich) der Tod durch den Pfahl. Prinz Vlad wollte mit diesen Pfählungen den Sultanssohn erniedrigen, der für sich die Weltherrschaft beanspruchte.
Dies nur bruchstückweise, selbstverständlich verfüge ich über noch sehr viel mehr Informationen. Auf meiner Website www.prinzvlad.com habe ich ausführlicher berichtet, das Buch, das ich geschrieben habe erzählt die Lebensgeschichte des Prinzen in Romanform aus der Perspektive seiner zweiten Ehefrau Ilona von Szilagyi di Horoszeg, einer Cousine des Köngs Matthias Corvinus.
Gerne erkläre ich mich auch zu einem persönlichen Gespräch mit Ihnen bereit.

Liebe Grüße
Maya Amerein
www.amerein.de
mayaamerein@aol.com


© 2013 Eurasischer Verlag | Seitenanfang | Aktuelle Ausgabe | Archiv | Suche
Suchen: