
NAHER OSTEN
Stabilität um jeden Preis ist der kategorische Imperativ Saudi-Arabiens. Saudi-Arabiens politische Maxime ist die Stabilität der Petrodollar-Monarchie. Alles andere ist für die Machteliten in Riad zweitrangig. Doch solange der Wahhabismus als Staatsideologie uneingeschränkt gilt, kann es keine echte Einheit der saudi-arabischen Nation geben – und auch keine echte Stabilität.

SAUDI-ARABIEN
Die bolivianisch-deutsche Journalistin Gabriela Keseberg Dávalos berichtet von ihrer Reise ins abgeschottete und patriarchalische Saudi-Arabien, wo eine neue Generation von selbstbewussten Frauen heranwächst und eine andere Form von Umbruch möglich scheint.

ÄGYPTEN
Ziad al-Alimi, einer der bedeutendsten Aktivisten der revolutionären ägyptischen Jugendbewegung, macht in seinem Essay deutlich, dass für viele Ägypter die Wahl des Muslimbruders Mohamed Mursi zum neuen Präsidenten aus taktischem Kalkül erfolgte, um die Rückkehr zum Mubarak-System zu verhindern. Das Wahlergebnis signalisiere nicht das Ende, sondern den Auftakt für einen demokratischen Durchbruch am Nil.

EM-INTERVIEW

Ägypten hat gewählt, aber der Kampf um die Freiheit ist noch nicht gewonnen. Die ägyptische Schriftstellerin und Aktivistin Ahdaf Soueif ist zuversichtlich, dass die Revolution noch zum Erfolg führen kann – vorausgesetzt, das Militär gibt die Macht vollständig ab. Im Gespräch mit Ihr, ein Jahr nach dem Beginn des Aufstands gegen Präsident Mubarak, spricht sie über die Voraussetzungen für eine siegreiche Revolution.

SYRIEN
Mit der Ausweitung der Proteste in Syrien stellt sich immer mehr die Frage, wer hinter dem Widerstand gegen das Assad-Regime steckt und welche Rolle die syrische Opposition hierbei spielt.

ARABISCHE EMIRATE

Selbstbewusst und bestens ausgebildet wächst eine neue Generation von Frauen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (V.A.R.) heran. Jung, ehrgeizig, zielstrebig. Anders als ihre Mütter und Großmütter absolvieren sie ein Studium, starten eine berufliche Karriere und werden unabhängiger von ihren Männern. Vom 12.-14. März 2006 trafen sich im exklusiven Ambiente des Emirates Palace Hotel in Abu Dhabi 1.200 Studentinnen und Dozentinnen aus 87 Nationen zur „Women as Global Leaders Conference“. Die Konferenz, die dieses Jahr zum zweiten Mal in der Golfregion abgehalten wurde, stand unter dem Motto „Communities in Transition“.

EXPERTENINTERVIEW

Arafat gestorben, Brachialgewalt im Irak und in Afghanistan, Verhandlungen über Nuklearwaffen im Iran – viel wird derzeit geschrieben über die islamische Welt. Im Vordergrund stehen dabei meist große Politik und millionenschwere Wirtschaftsbeziehungen. Dr. Michael Lüders weiß um die kulturellen Besonderheiten der Region, er kennt den Großteil der islamischen Länder aus eigener Erfahrung.

PALÄSTINA-KONFLIKT

Seit Jahrzehnten wird der Nahe Osten von blutigen Auseinandersetzungen zwischen Juden und Palästinensern beherrscht. Täglich sterben Menschen. Das
Eurasische Magazin fragte Abdallah Frangi welche Lösungsmöglichkeiten er fur diesen Konfliktherd sieht. Frangi wurde 1943 in Beersheba, Palästina, geboren und vertritt seit den sechziger Jahren palästinensische Interessen in Deutschland. Seit 1993 ist er Generaldelegierter Palästinas in Deutschland
und seit 1998 Mitglied des Zentralrats der PLO.
Der Heidelberger Politikwissenschaftler Prof. Dr. Wolfgang Merkel sprach im Rahmen des Uni-Forums 2003 des Sudwestrundfunks zum Thema „The Clash of Civilizations – Der‚ Westen' und die ‚islamische Welt'“. Das Eurasische Magazin dokumentiert Auszuge aus seinem Vortrag. Merkel stellt darin die These auf, Islam und Demokratie ließen sich deshalb so schwer vereinbaren, weil die islamistische Welt nicht an der Aufklärung teilgenommen habe und daher keine Trennung zwischen Staat, Gesetz und Religion kenne.

IRAN
Die beiden im Iran geborenen Experten Dr. Ashgar Schirazi und Dr. Ebrahim Towfig
nehmen im Interview mit dem Eurasischen Magazin Stellung zu den wichtigsten
Fragen

EURASIEN IM NETZ
Bundeszentrale fur politische Bildung, Deutsche Welle, Goethe-Institut
Inter Nationes und das Institut fur Auslandsbeziehungen geben dem Dialog
mit der islamischen Welt eine Plattform.

EURASISCHE KUCHE
Ob in Damaskus, Istanbul oder Kairo, auf Santorini, in Kirkuk oder in Teheran – Mähschi gibt es auf jeder Speisekarte vom östlichen Mittelmeer bis nach Kurdistan, von den Cheops-Pyramiden in Ägypten bis in den Iran.

ANTIKE AUSGRABUNGEN
Die großartigen Zeugnisse des Altertums im Jordantal und in der Negev-Wuste
werden jedes Jahr von Millionen Touristen besucht – sie tragen uber
zwölf Prozent zum jordanischen Staatshaushalt bei.

EURASIEN HISTORISCH
Vom Alltag im „Glücklichen Arabien“ - Orientalisten der Uni Jena entziffern 600 in Holzstäbchen geritzte Texte
Einladung als politisches Signal - Deutsches PEN-Zentrum fordert „kontrastierendes Begleitprogramm“
Das Gesicht des verstorbenen Jassir Arafat war weltweit bekannt. Er hatte jahrzehntelang als Chef der Fatah-Organisation in den Palästinensergebieten Präsidialgewalt ausgeübt und sich als Gegenspieler diverser israelischer Regierungen profiliert. Bei der nötig gewordenen Parlamentswahl im Januar hat nun eine Partei gesiegt, deren Köpfe und Ziele außerhalb des Nahen Ostens kaum jemand kennt: die Hamas. Jetzt ist das erste Buch über diese Organisation in deutscher Sprache erschienen.
Der Band ist eine Einladung zum Schmökern – zum Schmökern in der Jahrtausende alten Kultur- und Menschheitsgeschichte des Landes am Persischen Golf, das heute tagtäglich mit Todesmeldungen die Schlagzeilen füllt.
Arabien und Südosteuropa – zwei Regionen Eurasiens, die immer wieder im Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit stehen. Zwei Nachschlagewerke haben sich dieser Regionen an der Südflanke der EU angenommen.
Herder-Verlag, Freiburg i.B. 2004, 224 Seiten, ISBN 3-451-28347-6.
Arche Verlag 2003, Zurich-Hamburg, 178 Seiten ISBN 3-7160-2321-3.
(Originaltitel: „The Crisis of Islam“) Campus Verlag, Frankfurt/ New York 2003, 192 Seiten, ISBN 3-593-37343-2.
Rowohlt-Verlag, 6. Aufl., Reinbek 2003, 286 Seiten, ISBN 3-498-04487-7.
Wien 2002, 239 Seiten mit 33 Berichten aus zwei Jahrtausenden, 17,90 Euro, Promedia Druck- und Verlagsgesellschaft Wien, ISBN 3-85371-193-6.