Themen: Baltikum
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Das Baltikum hat die Finanzkrise in Europa am besten gemeistert. Beispiel Lettland: Nach einem rasanten Absturz wächst dort die Wirtschaft bereits wieder, die Staatsverschuldung ist niedrig. Der Aufschwung liegt auch am Optimismus der Letten, die trotz niedriger Löhne und schwieriger Lebensbedingungen nach vorne schauen.
E-Stonia offline – der Kater nach der Party
Nach Jahren des Booms mit zweistelligen Wachstumsraten hat die Krise nun auch den baltischen Tiger Estland fest im Griff. Doch die Probleme sind hausgemacht, zu lange setzte die kleinste der drei baltischen Republiken nur auf Konsum, ohne echte wirtschaftliche Substanz zu schaffen. Die Immobilienblase platzte bereits vor der globalen Krise, die dem Land jetzt noch den Rest gibt. Fünf Jahre nach dem EU-Beitritt steht Estland, das ob seiner Technik- und Internet-Begeisterung schnell die Etikette „E-Stonia“ verpasst bekam, eine lange Durststrecke bevor. Eesti, wie Estonia in der Heimatsprache heißt, ist auf dem Boden der Tatsachen angekommen und quasi wieder weitgehend offline.
Vaterlandsverräter oder Staatsbürger?
Seit Litauen 1991 unabhängig wurde, genießen seine Bürger Reisefreiheit, und davon machen sie auch regen Gebrauch. In den letzten 18 Jahren haben ungefähr 400.000 Litauer das Land verlassen. Eine beträchtliche Zahl, wenn man berücksichtigt, dass die baltische Republik derzeit gerade mal 3,3 Millionen Einwohner zählt. Die meisten der litauischen Auswanderer haben in Großbritannien, Irland und in den USA eine neue Heimat gefunden.
Es geht in Estland nicht nur um die Verlegung eines russischen Kriegerdenkmals, sondern um viel tiefer liegende Probleme. Ein Drittel der Bevölkerung sind Russen. Bis heute ist es nicht gelungen sie in den neuen Staat zu integrieren. 130.000 Russen haben nur den sogenannten „grauen Pass“. Bei den Parlamentswahlen haben sie kein Stimmrecht.
Kleines Land, großes Museum
Vor einem Jahr öffnete das größte Museum des Baltikums, das Kunstmuseum „Kumu“ in Estlands Hauptstadt Tallinn. 200.000 Besucher aus aller Welt schauten sich den futuristischen Bau bereits an. Ausländern hat es dabei vor allem die Abteilung mit Bildern aus der Sowjetzeit im Stile des Sozialistischen Realismus angetan.
Angst vor Moskau
In der litauischen Politik hallt die Sowjetzeit vernehmlich nach. Die Furcht des kleinen baltischen Landes, erneut unter die Kontrolle des mächtigen Nachbarn Russland zu geraten, ist groß. Premier Algirdas Brazauskas musste kürzlich sogar zurücktreten, weil sein Koalitionspartner Verbindungen zu Russland unterhalten haben soll. Mit Andrius Kubilius gilt nun ein Mann als Favorit für die Nachfolge, der sich mit Warnungen vor dem Einfluss Moskaus profiliert.
Narwa - die östlichste Stadt der EU
Direkt hinter seinem Wahrzeichen, der Hermannsburg, verläuft in der alten Stadt Narwa die Grenze zu Rußland. Das ist so, seit Estland 1991 seine Selbständigkeit durchsetzen konnte und sich von Moskau lossagte. Seit dem Beitritt Estlands zur Europäischen Union im Mai 2004 ist diese Grenze auch die EU-Außengrenze. Doch noch immer liegt die Stadt tief im Osten. Jetzt soll Tourismus ihr etwas Wohlstand bescheren.
Sprotten mit Hakenkreuz?
Zwischen Rußland und Lettland schwelt ein Konflikt über den Umgang mit der Geschichte lettischer SS-Kämpfer. Das russische Revolverblatt „Komsomolskaja Pravda“ hat nun seine Leser zum Boykott lettischer Lebensmittel aufgefordert. 
Die Litauer haben sich ihre ganz eigenen Weihnachtstraditionen bewahrt
Am 14. September entscheiden die Esten uber ihre Zukunft in der Europäischen Union. Trotz demokratischer Stabilität und aller ökonomischen Erfolge sind sie die größten Skeptiker unter den neuen Beitrittsländern.
EURASIEN-TICKER
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