
BERLIN-KRIM-BERLIN

Juliane Inozemtsev ist freie Journalistin und Buchautorin aus Berlin. 2012 erschien im Lübbe Verlag ihr Buch „Werft die Gläser an die Wand - meine russische Familie und ich“. Die studierte Slawistin lebt mit ihrem Mann und den beiden Kindern hauptsächlich in Berlin, aber auch einige Monate im Jahr auf der Krim, in Sewastopol, der Heimatstadt ihres Mannes. Im EM schreibt sie darüber, was sie dort alles erfährt und erlebt. Die Namen der handelnden Personen sind zum Schutz der Privatsphäre geändert.

BERLIN-KRIM-BERLIN

Juliane Inozemtsev ist freie Journalistin und Buchautorin aus Berlin. 2012 erschien im Lübbe Verlag ihr Buch „Werft die Gläser an die Wand - meine russische Familie und ich“. Darin erzählt sie, wie sie ihren russisch-ukrainischen Mann kennen- und lieben lernte und welche kulturellen und sprachlichen Missverständnisse den gemeinsamen Weg pflasterten (Rezension in EM 04-2012). Heute lebt die studierte Slawistin mit ihrem Mann und den beiden Kindern hauptsächlich in Berlin, jedes Jahr aber auch einige Monate auf der Krim, in Sewastopol, der Heimatstadt ihres Mannes. Ab sofort wird sie regelmäßig im EM darüber schreiben, was sie dort so alles erfährt und erlebt. Die Namen der handelnden Personen sind zum Schutz der Privatsphäre geändert.

WIRTSCHAFT

Russland sei eine große Chance gerade für ostdeutsche Unternehmen, meint die Ministerpräsidentin von Thüringen, Christine Lieberknecht, welche in Begleitung von Unternehmern und Landtagsabgeordneten Mitte Oktober Moskau und Uljanowsk besuchte.

EM-INTERVIEW

Das EM hat im Zusammenhang mit der Recherche zum Artikel "Im Weinberg des Herrn" versucht, Margot Käßmann zu interviewen.

EVANGELISCHE KIRCHE

Als sie noch EKD-Ratsvorsitzende und Bischöfin in Hannover war, hat Margot Käßmann bedauert, dass es in ihrer Kirche keinen Weinberg gibt. Aber Hannover ist nun mal für den Rebenanbau nicht sonderlich geeignet. Andere Landeskirchen hätten eigene Weinlagen, beklagte die bekannteste Kirchenfrau Deutschlands. Das Eurasische Magazin ist der Frage nachgegangen, wie es um die Weinberge des Herrn wirklich bestellt ist.

ROSENHEIM

Elena Weingärtner inszeniert die Schneekönigin in der Theaterinsel Rosenheim. Schon mit den Aufführungen von „Der Schweinehirt“ und „Die Kugelfische“ konnte die russische Regisseurin ihr Publikum begeistern.

DEUTSCH-RUSSISCHE BEZIEHUNGEN
Der gemeinsame Auftritt von Putin und Gauck bei der Eröffnung des Deutschland-Jahres in Moskau wurde abgeblasen. Angeblich war Putin schuld.

EM-INTERVIEW

Ende Juni startete das „Deutschlandjahr in Russland“. Die fast 1.000 Veranstaltungen seien Anlass, sich auch über schwierige Fragen auszutauschen, meint Wolf Iro, Programmleiter des Goethe-Instituts, im Interview mit dem Eurasischen Magazin.

ZEITGESCHICHTE

Zwei Jahre bevor Hitler an die Macht kam, siedelte Waltraut Schälike mit ihren Eltern, die überzeugte Kommunisten waren, nach Moskau über. Im Hotel Lux erlebte sie, wie Menschen verschwanden. Später wurde sie selbst Opfer des Stalin-Terrors. Nach dem Krieg kehrten die Eltern nach Deutschland zurück. Ihr Vater, Fritz Schälike, war 1946 Mitgründer der Sächsischen Zeitung.

VÖLKERSCHLACHT

Die islamische Ruhestätte bei Kleinbeucha erinnert an den Offizier Mustafa, der in den Napoleonischen Kriegen zur Befreiung Europas sein Leben gelassen hat.

DEUTSCH-RUSSISCHE BEZIEHUNGEN
Der außenpolitische Sprecher der Partei Die Linke, Wolfgang Gehrcke, wirbt in Moskau für die Visafreiheit zwischen Deutschland und Russland. Beide Länder müssen sich bewegen, meint der Abgeordnete.

FUSSBALL

Im nächsten Jahr sind Polen und die Ukraine EM-Austragungsland. Und in welchem der beiden Länder fand das historisch erste Fußballspiel statt? Das will man jetzt wissen. Unbestritten ist nur eins: 1894 fand im Stryjski-Park in Lemberg (damals Österreich-Ungarn, heute Lviv, Ukraine) ein Fußballspiel gegen eine Auswahl aus Krakau statt. Doch wer sich dieses „Eröffnungsspiel“ zwischen beiden Ländern auf seine Fahnen schreiben darf, ist in dem aktuellen EM-Austragungsort weniger als ein Jahr vor dem Turnier umstritten: war es das erste polnische Fußballspiel? Oder das erste ukrainische? Der bizarre Geschichtsstreit führt ein in die komplizierte Geschichte einer Stadt, die im Laufe des 20. Jahrhunderts fünf verschiedenen Herrschaftsgebieten angehörte.

BERLIN-MOSKAU
Dass die offiziellen Stellen in Berlin und Moskau zu einem angeblichen russischen Agenten-Paar aus Hessen schweigen, ist nach Meinung russischer Medien ein Zeichen dafür, dass an den Vorwürfen etwas dran ist.

POLEN

Bundestrainer Joachim Löw hat sich für die bevorstehende Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine die polnische Hafenstadt Danzig als Quartier ausgesucht. Das Team wird ein nobles Fünf-Sterne-Hotel beziehen, in dem sich die Nationalelf mit Blick in den Wald entspannen kann. Auch der Trainingsort steht fest: Der Danziger Fußballclub Lechia stellt den Deutschen sein Stadion zur Verfügung.

WOLGADEUTSCHE

Fast 400.000 Wolgadeutsche wurden zwischen dem 3. und 20. September 1941 in Güterzügen nach Sibirien und Kasachstan zwangsumgesiedelt. Die Sowjetmacht verdächtigte sie, ihr im Krieg gegen Deutschland in den Rücken zu fallen. 70 Jahre später kehrten jetzt einige von ihnen erstmals zurück. Heimatgefühle wollten bei den meisten aber nicht aufkommen. Vertrautes erblickten sie in den Dörfern und Städten kaum.

BERLINER SCHNITZER
Eine Balkan-Reise, die den deutschen Regierungschef an Bosnien und Makedonien vorbeilotst, ist pure Geldverschwendung! Warum es dennoch so läuft, untersucht dieser Bericht.

KRIMTATAREN

Der erste Deutsch-Krimtatarische Dialog fand in Berlin statt. Nicht zufällig eine Analogie zum deutsch-russischen oder Petersburger Dialog, denn die Probleme der Krimtataren sind mannigfaltig und erdrückend: Schnell könnte ein weiteres Ignorieren zu gefährlichen Situationen in der Ukraine führen. Spätestens dann hätte dieses scheinbar regionale Problem eine internationale Dimension. Das professionelle und umsichtige strikt gewaltfreie Agieren der krimtatarischen Führung hat damit zwei Seiten. Einerseits kam es bisher nie zu großen Konflikten auf der Krim, andererseits schaut EU-Europa scheinbar nur dorthin wo es brennt, die Krimtataren fühlen sich allein gelassen.

ZEITGESCHICHTE

Eine Berliner Zeitzeugin erzählt vom Mai 1945. Die Karlshorster mussten ihre Wohnungen für die siegreichen Russen räumen. „Die Zeit war ein ständiges Wechselbad der Gefühle“, erinnert sie sich. Letztlich aber habe sie in den Russen trotz aller Übergriffe und Schikanen doch mehr die Befreier als die Besatzer gesehen.

EINWANDERUNG

Von Importbräuten und geschäftstüchtigen Moschee-Betrieben, von türkischer Opfermythologie und der Macht der Familien. Ein Vortragsabend der Publizistin Dr. Necla Kelek.

OSZE

Auf den ersten Blick scheint sich die OSZE in einer Sackgasse zu befinden. Gegründet, um die Sicherheit in Europa zu gewährleisten, kann sie heute wenig greifbare Erfolge bei der Lösung regionaler Konflikte vorweisen. Und auch in ihrer humanitären Dimension, bei der Förderung von Demokratie und Menschenrechten, sind die Fortschritte in einer Reihe von Mitgliedsstaaten begrenzt geblieben.

EHRUNG

Ulrich Heyden, den Lesern des Eurasischen Magazins durch rund 200 Beiträge bekannt, wurde im Dezember in Moskau für seine Arbeit geehrt.

VERLAGE
Mit Unterhaltungs- und Freizeit-Magazinen verdienen deutsche Verleger in Russland gutes Geld. Die politische Publizistik lassen sie links liegen.

TSCHECHIEN-DEUTSCHLAND
Manisch fixiert sind Tschechen auf Deutsche und Deutsches – Deutsche haben für den Nachbarn hinterm Böhmerwald nur weitgehendes Desinteresse übrig, das durch Vorliebe für Pilsner Bier und vage Kenntnis des braven Soldaten Schwejk marginal aufgelockert wird. Grotesk dabei ist, dass alljährlich über anderthalb Millionen Deutsche als Touristen nach Tschechien kommen, was aber ohne nachbarschaftlichen Lerneffekt bleibt.

EURASISCHE SPRICHWÖRTER
Moment mal! Heißt es nicht „Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach“? Heißt es auch, im Deutschen zumindest. Doch was im Deutschen der Spatz bzw. die Taube ist, sind im Russischen Meise und Kranich. Willkommen in der faszinierenden Welt der Sprichwörter und ihrer eurasischen Ausprägungen.

RUMÄNIEN
Rumänien sucht angesichts der Wirtschaftskrise nach Möglichkeiten, den maroden Staatshaushalt zu sanieren. Die rumänischen Medien diskutieren derzeit über eine riesige Summe, die Deutschland möglicherweise dem Land schuldet. Es geht um 18 Milliarden Euro, fast so viel, wie der IWF Rumänien derzeit als Kredit gewährt hat. Die Schulden gehen auf einen Vertrag zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und dem Königreich Rumänien zurück. Die rumänische Regierung vermeidet bisher eine offizielle Stellungnahme. Nun hat die Links-Fraktion im Deutschen Bundestag eine Anfrage zu dem Thema gestellt.

AFGHANISTAN
Thomas Kochert und Mike Rubel, 29 und 27 Jahre alt und Oberfeldwebel der Bundeswehr, waren am 6. März 2002 die ersten deutschen Soldaten, die in dem sinnlo¬sen Krieg in Afghanistan ihr Leben verloren. Bis zum 15. April 2010 folgten ihnen 41 Soldaten und drei Polizisten in den Tod. Im Einsatz der ISAF (Interna¬ti¬onal Security Assistance Force) sind vom 22. Dezember 2001 bis zum 24. November 2009 1.267 Soldaten gefallen.

FRAUENFUßBALL

Fatmire „Lira“ Bajramaj ist der Superstar des deutschen Frauenfußballs. Die Muslima aus dem Kosovo schoss im aktuellen Sportstudio in Pumps auf die Torwand, geht geschminkt auf den Fußballplatz und engagiert sich für Integration. Ein Porträt der ungewöhnlichen Sportlerin.

POLEN

Eine neue Philharmonie, neue Hochschulen, ein schicker Yachthafen – die polnische Großstadt Stettin will sich zusammen mit den umliegenden Gemeinden zu einer Metropolregion entwickeln. Dazu gehören auch einige deutsche Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern, in denen wegen der günstigen Miet- und Kaufpreise bereits viele Polen leben und die auch von den Investitionen Stettins profitieren sollen. Allerdings werden sie formal nicht zur Metropolregion gehören können. Denn für Warschau endet die Metropolregion an der polnischen Grenze. Das könnte jedoch Stettin um den angestrebten Status bringen.

EINWANDERUNG

Schicksal einer jungen Frau vom anderen Ende Eurasiens, die illegal nach Deutschland gekommen ist, und die nun mit einem Kind und vielen Schulden in Deutschland festsitzt.

EM-INTERVIEW

Deutschland hat keine Anti-Terror-Strategie. Das führt dazu, dass viel zu viele Fehler in der Terrorbekämpfung passieren. Deshalb ist die Bundesrepublik verstärkt ins Visier der al-Qaida geraten. Der Islamwissenschaftler und Anti-Terror-Spezialist Guido Steinberg enthüllt im Gespräch mit dem Eurasischen Magazin die größten Mängel der deutschen Sicherheitspolitik. Er fordert die Reform des Bundessicherheitsrates und die Einrichtung eines im Kanzleramt angesiedelten Sicherheitsbeauftragten.

POLEN

Das polnische Tochterunternehmen der Deutschen Bahn hat bei der Warschauer Transportbehörde eine Lizenzierung beantragt, um künftig Personen zu befördern. Das macht die von der EU verordnete Liberalisierung des Eisenbahnmarktes möglich. Sowohl polnische Fahrgäste als auch die polnische Staatsbahn PKP freuen sich auf das deutsche Engagement. Die PKP sieht in der Bahn keine Konkurrenz, polnische Zugreisende erwarten künftig höheren Komfort und „deutsche Pünktlichkeit“ auf der Schiene. Dass die Deutsche Bahn in ihrer Heimat durch das Berliner S-Bahn-Chaos heftig in der Kritik steht, spielt keine Rolle.

EX-DDR
Viel war im letzten Jahr nach 20 Jahren der Mauerbeseitigung noch einmal von der alten DDR die Rede. Von ihren Gesängen eigentlich kaum. Und an jene ein Jahrzehnt vor dem Zusammenkrachen des Arbeiter- und Bauernstaates entstandene Sachsenhymne hat schon gar keiner mehr erinnert. Das wollen wir hier nachholen. Und auch gleich noch einiger weiterer sächsischer Hymnen gedenken.

KULTUR

In den deutsch-russischen Kindergärten des Vereins Mitra werden nicht nur zwei Sprachen gesprochen, sondern zwei Kulturen gelebt.

EM-INTERVIEW

Der türkische Generalkonsul in Düsseldorf, Firat Sunel, ist der Ansicht, dass eine aktive Beteiligung der türkischstämmigen Menschen am gesellschaftlichen und politischen Leben in Deutschland nur durch bessere Bildungschancen möglich ist. Hülya Sancak hat mit Sunel über das Thema gesprochen.

DEUTSCHE AUßENPOLITIK
Der Chef der deutschen Liberalen gilt in Russland als „pro-amerikanisch“. Moskauer Experten gehen jedoch nicht von einem Kurswechsel in den deutsch-russischen Beziehungen aus.

EM-INTERVIEW

Die Amerikaner werden sich in den kommenden Jahren auf sich selbst zurückziehen wie nach dem ersten Weltkrieg und nicht mehr den Beschützer Europas spielen. Da die EU nicht nur die Rohstoffe Russlands braucht, sondern auch seine zivilisatorische Kraft, werden die Europäer um Russland kämpfen müssen. Das sagt der Russlandexperte Alexander Rahr voraus.

ERINNERUNGEN
Im Spätsommer 1989 sammelten sich Tausende ausreisewillige DDR-Bürger in der Prager Botschaft, nachdem bereits im Sommer Tausende Bürger über Ungarn und Österreich in die BRD geflüchtet waren. Unter abenteuerlichen Umständen lebten bis zu 4.000 Flüchtlinge zeitgleich auf dem Gelände der Botschaft, während über ihr Schicksal verhandelt wurde. Am 30.9.1989 verkündete der damalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher die Zustimmung der Regierung der DDR zur Ausreise.

SPRACHE
Es bewegt sich was in Deutschland: Der Überdruss an albernem oder unverständlichem Englisch in Werbung, Wirtschaft, Wissenschaft wächst, und die Aktion „Lebendiges Deutsch“ leistet seit Februar 2006 einen Beitrag dazu.

AUTOINDUSTRIE
GM und Sperbank feilschen um das desolate Unternehmen. General Motors stellt neue Forderungen gegenüber dem russisch-kanadischen Bieter-Konsortium und hält weiter Kontakt zu Bietern in China und den USA.

AFGHANISTAN

Vor kurzem ist durch die Medien bekannt geworden, dass innerhalb der NATO eine Direktive existiert, die vorsieht, mit militärischen Mitteln gegen so genannte Kriminelle in Afghanistan vorzugehen. Gemeint sind zum Beispiel Beteiligte am Drogengeschäft. Es wurde jedoch einmal mehr klar, in welch einer Sackgasse sich die Afghanistan-Mission befindet. Vor der Öffentlichkeit und vor politischen Entscheidungsträgern sollte sogar verheimlicht werden, welche konkreten Maßnahmen denn nun geplant sind.

TRAGÖDIE

Vielleicht sind manchem Volkswirt oder Finanzfachmann, manchem Banker oder Anleger diese Zeilen im Strudel der weltweiten Krise wieder einmal durch den Kopf gegangen: „Habe nun, ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie durchaus studiert, mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! Und bin so klug als wie zuvor.“ Faust I. Vor 200 Jahren, 1808, ist der Titel „Faust“ erstmals im Druck erschienen. Wir haben also eine Art Faustjahr. Und nichts hat Johann Wolfgang von Goethe, dieser deutsche Dichter, eine der herausragendsten Persönlichkeiten der Weltliteratur, von seiner Aktualität verloren, auch wenn er nicht expressis verbis ein Master-Studium „Finance and Banking“ erwähnt.
Betr.: Kampagne gegen die Chinaberichterstattung der Deutschen Welle

MUSLIME
Deutschland erweist sich heute in vieler Hinsicht als vorbildlich für das Zusammenleben von Menschen der verschiedensten Weltanschauungen und kulturellen Hintergründe. Die deutsche Zivilgesellschaft ist in der Lage, die unterschiedlichsten Sichtweisen und Wertvorstellungen zu integrieren und unter gemeinsamer nationaler Identität zu einen.

MEDIEN-ANALYSE 2
Selbstkritisches von deutschen Osteuropa-Korrespondenten zur „Orangen Revolution“

MEDIEN-ANALYSE 1

Ein kritischer Rückblick auf die deutsche Berichterstattung über die Orange Revolution

POLEN

Auch sechs Monate nach der Schengen-Erweiterung gibt es die Kontrollen an der deutsch-polnischen Grenze noch – es merkt nur kaum mehr jemand.

EURASIEN

Auf einer internationalen Eisenbahnkonferenz in Sotschi stellte die russische Bahn grandiose Modernisierungspläne vor. Auch von einer Beteiligung bei der Deutschen Bahn ist die Rede. Die Absicht stößt auf Gegenliebe: Der deutsche Bahnchef Mehdorn will ebenfalls seit langem eine Zusammenarbeit mit Russland.

SCHLESWIG-HOLSTEIN FESTSPIELE
Unter dem Motto „russisch gestimmt“ bringt das 23. Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) vom 12. Juli bis zum 31. August 2008 die große russische Musiktradition in all ihren Facetten nach Norddeutschland. Klassische Musik auf höchstem Niveau, Künstler von Weltrang und das einmalige Ambiente der schönsten Spielorte in Schleswig-Holstein machen das SHMF auch im Sommer 2008 zu dem, was es seit seiner Gründung ist: zum bedeutendsten Flächenfestival für klassische Musik in Europa.

TÜRKEI

Solange Franca Landau denken kann, fühlt sie sich als Ausländerin. Die ersten sieben Jahre ihres Lebens verbrachte die Türkdeutsche im Iran. In der Grundschule lernte sie Deutsch und vom Kindermädchen ein wenig Persisch. Später zog ihre Familie in die Türkei, die Kinder gingen auf ein englisches Elitegymnasium – heraus kam ein wirres sprachliches Kauderwelsch. Heute sieht Franca Landau ihr Leben zwischen den Welten als Privileg an. Und hat es damit oft leichter als ihr türkischer Freund Cem, der in Deutschland aufgewachsen ist.

RUSSLAND

Putin warnte vor falschen Erwartungen hinsichtlich seines Nachfolgers. Medwedjew werde die russischen Interessen „aktiv“ auf der internationalen Bühne vertreten.

RITTERS RÜCKZUG

Quadratisch ja, praktisch und gut keineswegs – so fiel das Schlusszeugnis aus, das „Ritter Sport“ am Produktionsstandort Moskau zur Beendigung seines Joint Ventures veranlasste. Schlechte Rohstoffe und hohe Importzölle zwangen das weltbekannte Unternehmen zur Einstellung der Produktion am Rande der russischen Hauptstadt.

EURASISCHE LEBENSWEISHEITEN
Es ist ein Phänomen – nicht leicht erklärbar: Russen und Deutsche zitieren zu Hunderten die gleichen Sprichwörter. Dass man sich nicht selbst den Ast absägen sollte, auf dem man sitzt, ist Russen und Deutschen gleichermaßen einsichtig. Und „einen zur Brust nehmen“ kennen beide Völker recht gut. Ebenso, dass man die Beine in die Hand nimmt, wenn es eilt. Leben und leben lassen, Luftschlösser bauen, jemand den Kopf waschen, gegen den Strom schwimmen oder alle Brücken hinter sich abbrechen – auch das sind Russen und Deutschen sehr geläufige Wendungen. Allerdings gibt es auch Unterschiede: Schwein haben oder bei Wasser und Brot sitzen werden in beiden Sprachen anders gedeutet. Tatjana Balzer hat über 600 Redensarten aus Russland und Deutschland gesammelt. Jetzt sucht sie einen Verlag, der ihren Schatz hebt, und die Sammlung veröffentlicht.

EURASISCHER LUFTVERKEHR

Trotz der zum Jahresende 2007 eingetretenen schwierigen Situation um den Flughafen Parchim (EM 12-07) sieht der Autor durchaus Möglichkeiten der positiven Weiterentwicklung. Und zwar nicht nur auf dem Hauptgebiet der Luftfracht von China über Parchim nach Afrika, sondern auch in der Anwendung der bestehenden Verbindungen für eine Förderung des chinesischen Regionaljets ARJ21-700 in Europa und Afrika.

RUSSLAND-GESCHÄFTE
Deutsche Unternehmen erwarten für das nächste Jahr weiter ein positives Geschäftsklima in Russland. Der Chef des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft, Klaus Mangold, sagt voraus, dass es unter Putin-Nachfolger Medwedjew wahrscheinlich nur „in Nuancen“ anders laufen wird.

PUTIN-NACHFOLGE
Ein Kommentar

RUSSLAND

Russland lässt sich ein neues Denkmal bauen. Der Wolkenkratzer „Föderation“, der in Moskau mit gewaltigem Tempo in die Höhe gezogen wird, soll Symbol sein für wirtschaftlichen Erfolg, neuen Reichtum und alte Stärke. Er wird 345 Meter über der russischen Hauptstadt aufragen. Mit Antenne sind es 420 Meter. Damit ist er Europas höchstes Gebäude. Die verspiegelten Doppel-Türme, von denen sich der erste bereits in Fertigstellung befindet, haben zwei deutsche Architekten entworfen. Bei der Planung mussten sie eine politische Vorgabe beachten: Der Wolkenkratzer muss der höchste in Europa werden.

DEUTSCHLAND-CHINA

Das Eurasische Magazin sprach mit Klaus-Jürgen Iredi, Landrat des Kreises Parchim über Chancen und Weiterentwicklung des Flughafens, den im Sommer ein chinesischer Investor erworben hat.

EURASISCHES LUFTDREHKREUZ PARCHIM
Das Eurasische Magazin sprach mit Prof. Dr. Klaus Grützmacher, dem deutschen Berater des chinesischen Logistikunternehmens Link Global, das im Sommer den Flughafen Parchim erworben hat. Grützmacher wirbt dafür, dass sich auch andere Fluglinien des Parchimer Flughafens bedienen und dass sich verstärkt Hochtechnologiefirmen aus China auf dem Areal um das Luftdrehkreuz ansiedeln.

EURASISCHER LUFTVERKEHR

Eine Luftbrücke verbindet seit wenigen Tagen Parchim in Mecklenburg-Vorpommern mit Zhengzhou in Zentralchina und Urumuchi an der Nordwestgrenze des Riesenreiches. Eurasien hat damit eine erste direkte Fluglinie. Sie soll in Kürze wie eine Nabelschnur zwei Industrie-Zentren verbinden, die rund um die beiden Endflughäfen in Deutschland und China entstehen sollen. Möglich machte dies der chinesische Investor Jonathan Pang Yuliang, der den Parchimer Flugplatz mit seiner wechselvollen Geschichte kürzlich gekauft hat.

POLEN

Die polnische Gemeinde Radlów, Wojewodschaft Opole (Oppeln) im Süden Polens, hat als erste im Land entschieden, neben polnischen auch deutsche Ortschilder aufstellen zu wollen. Die Mehrheit der knapp 5000 Einwohner zählenden Gemeinde stimmte dafür, dass Radlów künftig auch Radlau heißen soll. Entsprechendes gilt auch für acht andere Dörfer der Gemeinde. Auch das polnische Innenministerium hat den Antrag positiv beschieden. In Radlau wartet man jetzt auf entsprechende Staatsgelder.

HEIMAT IN DEUTSCHLAND

Sie kommen aus ganz Eurasien in die Bundesrepublik Deutschland. Zwar gibt es in der Bevölkerung noch immer Angst, die Zuzügler könnten Einheimischen die Arbeitsplätze wegnehmen. Aber nicht wenige Migranten schaffen inzwischen selbst Arbeitsplätze. Laut Statistischem Bundesamt leben in Deutschland mehr als eine halbe Million Unternehmerinnen und Unternehmer mit Migrationshintergrund. Sie bringen als besondere Qualifikation Mehrsprachigkeit, internationale Kontakte, Flexibilität und die Kenntnis anderer Kulturen mit. Tatjana Balzer stellt fünf Erfolgsgeschichten von eurasischen Einwanderern vor. Vier von ihnen sind Unternehmer.

SIBIRIEN

Als der damalige Aussiedlerbeauftragte Helmut Kohls, Horst Waffenschmidt, 1994 die Deutschstämmigen aus dem Osten gezielt anwarb, ahnte noch niemand, dass das einen Umsiedlerstrom hunderttausender Russlanddeutscher auslösen würde. Nicht nur nach Deutschland machten sich zwei Millionen auf den Weg: Zwischenstation vieler Umzügler war vorerst ein kleines Gebiet im Süden Russlands in der Nähe der Stadt Omsk. Dort hatte sich Anfang der 90er Jahre ein deutsch-nationaler Rayon gegründet. Dieser Bezirk der Russlanddeutschen in Sibirien wird jetzt 15 Jahre alt. Deutschland hat ihn mit 200 Millionen D-Mark subventioniert.

ASERBAIDSCHAN

Helenendorf, das heutige Chanlar in Aserbaidschan, war zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine der größten deutschen Kolonien im Kaukasus. Das Ende kam 1941, als Stalin die Deutschen aus Aserbaidschan deportieren ließ. Doch wer sich heute auf den Weg nach Chanlar macht, begegnet immer noch der deutschen Vergangenheit. Eine „Deutsche Weinroute“ soll diese nun wieder beleben und damit deutsche Touristen anziehen.

VERSÖHNUNG

In Russland wurde der 9. Mai auch in diesem Jahr wieder als „Tag des Sieges“ über den Faschismus gefeiert. Zur Frage, was dieser Tag für deutsche und russische Jugendliche heute bedeutet, sprach das Eurasische Magazin mit Ute Weinmann. Sie betreut seit acht Jahren Jugendliche aus Deutschland, die in Russland einen „Freiwilligendienst“ ableisten.

RUSSLANDDEUTSCHE

Die verlorene Heimat wollten sie hier finden und gute Arbeit. Viele wurden enttäuscht, weil die Vorstellungen von Deutschland nicht der Wirklichkeit standhielten. Deshalb zieht es nun seit etwa zwei Jahren immer mehr Russlanddeutsche zurück in den Osten. Vor einem Jahr wurde die erste Beratungsstelle für rückkehrwillige Spätaussiedler in Bielefeld gegründet. Auch Olga und Vladimir Funk aus dem süddeutschen Göppingen haben sich schon an sie gewandt: Sie wollen nach elf Jahren so bald wie möglich „nach Hause.“

SERBIEN
Auf welche Art und Weise ein deutscher Botschafter sein Gastland Serbien beflegelte. Wie er dabei zwölf derart dürftige Behauptungen aufstellte, dass sie geeignet sind, den Glauben an die Fähigkeit von Vertretern des Deutschen Auswärtigen Dienstes zu erschüttern. Und was jetzt mit ihm geschieht.

RUSSLANDDEUTSCHE

Ein deutsches Dorf an der Wolga bezahlt pünktlich seine Stromrechnung – und zwar regelmäßig. Offenbar keine Selbstverständlichkeit, weshalb die russische Agentur Itar-Tass dem Fall eigens eine Meldung widmete. Das Dorf wurde zum Medienereignis. Scharen von Journalisten machten sich auf den Weg, um Licht in das seltsame Gebaren der Dörfler zu bringen. Sie trafen auf eine Handvoll Deutscher aus Kasachstan, die einst mit großen Hoffnungen an die Wolga gezogen waren. - Eine Ortsbesichtigung.

NAHER OSTEN

Mit der Eröffnung privater Banken, mit Investitionen und dem Rat von Sachverständigen, will Deutschland das sozialistische Syrien beim Aufbau eines modernen Wirtschafts- und Gesellschaftssystems helfen. Trotz der Abstempelung Syriens zum „Schurkenstaat“ bahnt sich ein neuer „Damaszener Frühling“ an.

NEUE OSTPOLITIK
Wenige Tage vor Weihnachten ist der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier nach Moskau geflogen, wo er mit Präsident Wladimir Putin und seinem Außenministerkollegen Sergej Lawrow zusammentraf. Es ging um die Vereinbarung einer neuen Ostpolitik, die Steinmeiers Planungsbüro unter dem Motto „Wandel durch Verflechtung“ ausgearbeitet hat. Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2007 gibt Gelegenheit, die neue politische Strategie auf den Weg zu bringen.

RUSSLAND-EUROPA

Die Zusammenarbeit der eurasischen Flugzeugbauer und Rüstungskonzerne wird enger. Moskau hat die Gunst der Stunde erkannt und ist mit einem Milliarden-Euro-Betrag bei Europas größtem Luft- und Raumfahrtkonzern EADS eingestiegen. Weitere direkte Investitionen und Überkreuzbeteiligungen sind vorgesehen. In Moskauer Kommentaren heißt es: Die russische Beteiligung am EADS-Konzern und die enger werdende russisch-europäische Zusammenarbeit in der Luft- und Raumfahrt seien Gebote der Zeit.

PUTIN-BESUCH

So lautet das Fazit, das Staatsminister Gernot Erler im Interview mit dem EURASISCHEN MAGAZIN zieht. Das Gespräch fand statt aus Anlass des bevorstehenden Deutschland-Besuchs des Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin. Wir sprachen mit Gernot Erler über die Zusammenarbeit in der Luft- und Raumfahrt zwischen Russland und der EADS, über Fragen der Energielieferungen und über die Konflikte zwischen USA und Russland im Kaukasus.

SORBEN

Die Sorben haben einen großen Sohn verloren. Ihr Dichter Jurij Brezan ist im März gestorben. Er war einst prominenter Teil des DDR-Literaturbetriebs. Vor allem aber war er leidenschaftlicher Sorbe. Zum Tod des slawischen Nestors zweier Literaturen in Deutschland.

RUSSISCH-DEUTSCHE KULTUR

Erinnerungen an das „Russisch-Deutsche Theater Der Blaue Vogel“ in Berlin. „Der Blaue Vogel ist das Herrlichste, was man hier in der Welt sehen kann“, schwärmte Else Lasker-Schüler, und mit dieser Begeisterung stand sie nicht allein.

RUSSISCHES ERDGAS
Der russische Konzern Gasprom will seine Lieferpreise anheben und sorgt so für einen heftigen Streit zwischen Rußland und der Ukraine. Unterdessen wurden im russischen Wyborg die Arbeiten an der Ostsee-Pipeline begonnen.

AUßENPOLITIK IN DER ÄRA SCHRÖDER

Sieben Jahre lang hat die rot-grüne Bundesregierung die deutsche Außenpolitik bestimmt. Der Politikwissenschaftler Dr. Reinhard Mutz analysiert im Gespräch mit dem Eurasischen Magazin die rot-grüne Außenpolitik im Kosovo-, Afghanistan- und im Irak-Konflikt.

POLEN

Volker Schlöndorff verfilmt das Leben der ehemaligen Kranführerin Anna Walentynowicz. Ihre Entlassung auf der Lenin-Werft in Danzig führte 1980 zum Streik der Arbeiter und schließlich zur Gründung der Gewerkschaft Solidarnosc. Doch die frühere Werftarbeiterin kritisiert den Film „Vergessene Heldin“ vehement, sie will gegen Schlöndorff vor Gericht ziehen.

KREUZZÜGE

Trutzige Burgen künden noch heute von 200 Jahren Kreuzfahrerzeit im Nahen Osten. Herausragendes Symbol ist der Krak des Chevaliers in Syrien. Er ist auch Mittelpunkt einer Ausstellung, die unter dem Titel „Burgen und Basare der Kreuzfahrerzeit“ im Archäologischen Museum Frankfurt zu sehen ist.

RUßLAND
Politik ist in Rußland eine Männer-Domäne. Daß mit Angela Merkel jetzt eine Frau an der Spitze des bewunderten Nachbarlandes stehen soll, ist für die Russen gewöhnungsbedürftig. Zumal Kanzler Schröder höchstes Ansehen genießt.

STRATEGIEDEBATTE
Nico Lange setzt sich kritisch mit den bisherigen Beiträgen von Oschlies, Ehlers und Rahr auseinander. Er bedauert das Fehlen öffentlicher Debatten in Deutschland und in Europa. Weder über die Zukunft Europas noch über das künftige Verhältnis zwischen der EU und Rußland werde hinreichend diskutiert.

STRATEGIEDEBATTE
Anmerkungen zum Beitrag von Alexander Rahr und der Zukunftswerkstatt des Petersburger Dialogs zu den Perspektiven deutsch-russischer Politik.

STRATEGIEDEBATTE

In dieser Ausgabe setzen wir unsere Strategiedebatte um das künftige europäisch-russische Verhältnis fort. Die Diskutanten dieser Ausgabe sind der Transformationsforscher Kai Ehlers und der Politikwissenschaftler Nico Lange aus St. Petersburg.

KAUKASUS
Nahe der kaukasischen Stadt Apscheronsk wurde einer der größten deutschen Soldatenfriedhöfe auf russischem Boden eingeweiht. 3.000 Gebeine wurden allein in den letzten beiden Jahren exhumiert.

RUßLANDPOLITIK
Werden sich unter einer neue Bundesregierung die Beziehungen Deutschlands zu Rußland verändern? Wie stark sind beide Länder aufeinander angewiesen? Können Sie mit ihren demographischen Problemen fertig werden und wie wird es in der Ukraine und in Weißrußland weitergehen?

KROATIEN

In einem kroatischen Arbeitslager starben nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges tausend Menschen – da sie deutsche Vorfahren hatten. Ihr Leidensweg war fast ein halbes Jahrhundert ein Tabuthema, bis heute wissen die meisten Kroaten nichts über das traurige Nachkriegsschicksal der Donauschwaben in Slawonien.

EURASISCHE ENERGIEPOLITIK
Es ist das ehrgeizigste Projekt des russischen Energieriesen Gazprom. Seine Realisierung soll 4,6 Milliarden Euro kosten. Am 8. September kommt Putin zur Vertragsunterzeichnung nach Berlin. Zusammen mit Bundeskanzler Schröder und deutschen Wirtschaftsführern soll das gigantische Unternehmen besiegelt werden.

DSCHINGIS KHAN

Das Abendland war schockiert aber auch fasziniert, von der urplötzlich auftauchenden Macht der mongolischen Steppenreiter unter Dschingis Khan und seinen Nachfolgern. Gut vier Jahrzehnte nach der Wahl des Großkhans und der Unterwerfung riesiger Landstriche, erreichte eine päpstliche Abordnung die mongolische Hauptstadt Karakorum. Ein Poker um Macht und Einfluß auf Erden begann, bei dem man noch heute geneigt ist, den Atem anzuhalten.

LENIN WAR NUR DER ANFANG

Nicht das Bernsteinzimmer, aber dennoch eine deutsch-russische Geschichte und mit fast genauso viel Mühe zusammengestückelt: das Zeitungszimmer. Noch ganz versteckt im thüringischen Schlöben bei Jena.

EU-KULTURHAUPTSTADT

Görlitz konkurriert mit Essen um den Titel der europäischen Kulturhauptstadt 2010.

ZWEITER WELTKRIEG

Anmerkungen zum Gedenken am 60. Jahrestag des Kriegsendes in Rußland und Deutschland.

POLEN

Der starke Zloty hält die deutsche Kundschaft von polnischen Grenzmärkten fern. Die Händler bangen um ihre Existenz.

MAGNETSCHWEBEBAHN

Auch wenn im Erfinderland Deutschland noch immer keine Transrapid-Strecke in Sicht ist, in anderen eurasischen Ländern hat die Magnetschwebebahn offenbar neue Chancen.

SIBIRIEN

Am 9. Mai 2005 wird im russischen Nowosibirsk der größte Theaterbau Eurasiens nach 16jähriger Restaurierung eingeweiht – pünktlich zu seinem 60. Geburtstag und dem 60. Jahrestag des Sieges der russischen Armee. Die Männer einer Dresdner Bühnentechnikfirma arbeiten seit Sommer 2004 an der traditionsreichen Kulturstätte in Sibirien mit.

POLEN

Gesine Schwan ist seit Jahresbeginn die Polen-Beauftragte der Bundesregierung. Die Politikwissenschaftlerin und Präsidentin der Europa-Universität in Frankfurt/Oder hat zwar die Wahl zum Amt des Bundespräsidenten verloren, sie hinterließ jedoch einen so überzeugenden Eindruck auf der politischen Bühne, daß die Regierung Schröder fortan nicht mehr auf ihre Dienste verzichten wollte. Mit der Amtseinführung von Prof. Dr. Schwan erfährt das deutsch-polnische Verhältnis eine merkliche Aufwertung, einen eigenständigen Beauftragten ernannte die Bundesregierung bislang nur für die USA, Rußland und Frankreich.

TSCHETSCHENIEN-KONFLIKT
Das Schicksal tschetschenischer Flüchtlinge bleibt in der deutschen Politik ein vernachlässigtes Thema

OSTEUROPA

Der sozialistische Ostblock ist längst Geschichte. Bis heute aber ist zeitgenössische Musik aus Osteuropa hierzulande nur einem Kreis von Eingeweihten bekannt. Musikalisch orientieren sich die meisten Menschen streng gen Westen. Die neue Berliner Plattenfirma Eastblok Music will hier gegensteuern.

MENTALITÄT AUF REISEN
Welch unterschiedliche Ansprüche und Eigenheiten Europäer und Asiaten auf Reisen haben, worauf sie beim Aufenthalt in Hotels und Restaurants Wert legen und wie man dadurch viel von ihren Kulturen kennenlernen kann.

SCHICKSALSJAHR 89

Am 27. Juni 1989 durchschnitt der ungarische Außenminister Gyula Horn, assistiert von seinem österreichischen Kollegen Alois Mock, den Stacheldraht an der ungarischen Westgrenze bei Sopron. Dieser symbolische Akt war der Anfang vom Ende des Eisernen Vorhangs. Immer mehr Menschen aus der DDR reisten danach in den „Bruderstaat“ Ungarn ein, um von hier nach Österreich und damit in den Westen zu entkommen. Im August 89 flohen bereits Tausende über die ungarisch-österreichische Grenze. Einer von ihnen war Lars Krüger aus Zerbst bei Magdeburg. Der Reporter Johann v. Arnsberg ließ seinen westdeutschen Paß bei einem Kollegen in Ungarn zurück und flüchtete mit dem jungen Mann aus der DDR über die Grenze nach Österreich. Seine Reportage ist damit nach dem Wissensstand der EM-Redaktion die einzige authentische Schilderung der Flucht eines DDR-Bürgers über Ungarn in den Westen.

CHINA

Wachwechsel in der diplomatischen Vertretung Deutschlands bei der Volksrepublik China. Mitte September tritt Volker Stanzel die Nachfolge von Joachim Broudré-Gröger an. Hier die wichtigsten Informationen über den neuen Botschafter. Im Interview mit dem
Eurasischen Magazin erklärt Volker Stanzel: „Ich hätte nichts dagegen, wenn die Berliner Love Parade einen Ableger in Peking bekäme.“

FOTOAUSSTELLUNG

Unsere Fotoausstellung „Was bleibt?“ zeigt Bilder aus den einstigen Standorten der sowjetischen Streitkräfte im Osten Deutschlands. Der Fotograf Heiko Krause hat ein Jahrzehnt nach dem Abzug der Roten Armee ihre Hinterlassenschaft in packenden Bildern eingefangen.

MIGRATION
Im Mittelpunkt der 6. Potsdamer Begegnungen stand die Situation von Minderheiten in Deutschland und der Russischen Föderation.

MEDIEN UND INSTITUTIONEN
Zwei neue Publikationen weisen den Weg durch die deutschsprachige Medien-
und Institutionenlandschaft im Osten Europas.

LOGISTIK
Nirgends wachsen die Geschäfte der Logistik-Unternehmen derzeit schneller
als in Asien. Mit Milliarden-Investitionen steigen vor allem Deutsche und Amerikaner
in den lukrativen Markt ein. Die Deutsche Post wird im Jahr 2004 erstmals mehr
Geschäfte im Ausland abwickeln als auf dem heimischen Markt. Schwerpunkt
ist China.

MOTORISIERUNG IN ASIEN

In der Volksrepublik China hat das Geschäft mit Autos gerade so richtig
begonnen. Die bayerische Edelmarke BMW eröffnete jetzt in Shenyang an
der Grenze zu Nordkorea ihr erstes Werk. Die Konkurrenz der westlichen Autoproduzenten
auf dem chinesischen Markt nimmt rasch zu. Schon rechnen Fachleute mit harten
Preiskämpfen.

HANDEL IN EURASIEN

Eurasien, das ist auch ein riesiger Markt, der vor Jahrhunderten
schon einmal durch die Seidenstraße weitgehend erschlossen war. In
unserer Zeit wird das Handelsnetz auf dem eurasischen Kontinent neu geknupft.
Zum Beispiel von Metro.

BAUSPAREN IM REICH DER MITTE
Chinesen lieben das eigene Heim. Und sie erreichen mit 35 Prozent weltweit
die höchste Sparquote. Was liegt näher, als sie nun auch mit dem
Gedanken des Bausparens vertraut zu machen. Die größte deutsche
Bausparkasse Schwäbisch Hall ist in den riesigen China-Markt eingestiegen.

HAMBURG – BAIKALSEE
Eine Hamburger Initiative bemuht sich seit Jahren darum, die Urvölker Ostsibiriens beim Erhalt ihres Brauchtums zu unterstutzen. Jetzt endlich, im Sommer 2004, soll unweit des Baikalsees der Grundstein fur ein Ausbildungs- und Kulturzentrum gelegt werden.

DEUTSCHLAND-CHINA

Investoren aus der Volksrepublik China helfen dem Regionalflugzeug Do 728
wieder in die Lufte – uber 500 Neueinstellungen sind dafur bei
Fairchild Dornier geplant – Bauteile sollen verstärkt aus Asien kommen – das
Unternehmen rechnet mit Bestellungen aus dem Fluglinien-Netzwerk Star Alliance.

AFGHANISTAN
Dr. Matin Baraki uber Verfassung und Regierungssystem im „neuen“ Afghanistan, uber
die Instrumentalisierung des 11. Septembers durch die USA, die US-Strategie
im ‚eurasischen Balkan' und die imperialistische Großmachtpolitik Deutschlands.
Matin Baraki wurde 1947 in Afghanistan geboren. Er ist Lehrbeauftragter fur
Internationale Politik an den Universitäten Marburg und Kassel und forscht
seit Jahrzehnten zur politischen Entwicklung Afghanistans.

EUROPÄISCHE ZUSAMMENARBEIT
Die Universität Mannheim und ihre französische Partnerhochschule ESSEC wollen in Lehre und Forschung noch enger kooperieren - Airbus-Projekt als Vorbild

DEUTSCHER FUßBALL-BUND
Die herbe Kritik an dem mit unverständlichen Anglizismen vollgestopften Texten des DFB-Fanartikel-Katalogs 02/03 hat Wirkung gezeigt. Präsident Mayer-Vorfelder hat einen mutigen Schritt getan und seine Werbestrategen dazu gebracht, den neuen „Fan-Corner 03/04“ wieder weitgehend in deutscher Sprache erscheinen zu lassen.
Wortschöpfungen wie Kiddy Jogger oder Reversible Top im „DFB-Fan-Corner“ haben den Verein Deutsche Sprache veranlaßt den DFB-Präsidenten Mayer-Vorfelder zum „Sprachpanscher 2003“ zu wählen.

EU-ERWEITERUNG
Deutschland und Osterreich wollen Einschränkungen der Arbeitnehmerfreizugigkeit.
Doch die Fristen könnten sich als Schuß nach hinten erweisen

SHOW-BUSINESS ENTDECKT EURASIEN
Was dem legendären Kaiser der Mongolen und seinen Söhnen nie gelungen
ist, hat der Entertainer aus Nurtingen vollbracht: Eurasien zu einem populären
Thema zu machen.

IRAK-KRIEG
Was eint die beiden Staaten bei ihrer Ablehnung eines neuerlichen Irak-Krieges? Die gemeinsame europäische Währung ist ein möglicher Erklärungsansatz.
Einladung als politisches Signal - Deutsches PEN-Zentrum fordert „kontrastierendes Begleitprogramm“
Offener Brief an Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder zeigt Wirkung – wieder deutsche Bezeichnungen für Nationaltrikot und Kinder-Sportanzug?

EURASISCHE BEGEGNUNGEN
Feierliche Eröffnung in Berlin – russische Künstler sitzen auf gepackten Koffern
Endlich weht ein neuer Wind im DFB. Die Gestaltung des Fanartikel-Kataloges „DFB Fan-Corner 02/03“ hat das Image des deutschen Fußballs einen großen Schritt in die richtige Richtung gebracht.
In den beiden kommenden Jahren wird der intensivste Kulturaustausch zwischen Deutschland und Rußland stattfinden, den es seit dem Zweiten Weltkrieg gegeben hat. Er wurde beim zweiten „Petersburger Dialog“ vereinbart, der im Frühjahr 2002 in Weimar stattgefunden hat.
Die einstige Zarenresidenz und Hauptstadt des Russischen Rei-ches St. Petersburg, feiert im Jahr 2003 ihr 300jähriges Bestehen. Als Regierungszentrale der mächtigen russischen Herrscher, die den größten Staat auf dem Kontinent geschaffen haben, ist ihre Geschichte eng mit der Europas, ja ganz Eurasiens verbunden.

EURASISCHE BEGEGNUNGEN
Die „Deutsch-Russischen Kulturbegegnungen 2003/2004“ wurden beim zweiten „Petersburger Dialog“ vereinbart, der im Frühjahr 2002 in Weimar stattgefunden hat.

EURASIEN ELEKTRONISCH
Am 17. September eröffnete Bundespräsident Johannes Rau in seinem Berliner Amtssitz Schloß Bellevue die unabhängige und nichtkommerzielle Netzseite Deutschlands: www.deutschland.de
Wie kommt ein in Inhalt, Sprache, Stil und Dramaturgie ausnehmendes Buch zu einem so dämlichen Titel, der in keinem Zusammenhang zu seinen Aussagen steht? Das etwa war mein erster Gedanke bei der Lektüre, den ich aber bald korrigierte: Der Titel hat sehr wohl engsten Konnex zum Inhalt – er ist dessen kürzeste Kurzfassung!
Mischehen sind ein Wagnis? Fremde Kulturen passen nicht zusammen? Und speziell die Russen – das weiß man doch, wie die sind. Auch noch ein Seemann, muss das denn sein? Die meisten dieser Klischees können Sie vergessen, wenn Juliane Inozemtsev von ihrer russischen Familie erzählt, von ihrem Ehemann aus Sewastopol und wie das alles gekommen ist. Spannend wird es auf jeden Fall, verlassen Sie sich darauf! Und was Sie über Deutsche und Russen erfahren, beschert Ihnen mit Sicherheit viele Aha-Erlebnisse.
Dieser Trescher Stadtführer ist der ideale Schlüssel, um sich die Hauptstadt zu erschließen: kompetent geschrieben, durchdacht angelegt und praktisch in der Handhabung. Außerdem reich bebildert, benutzerfreundlich gegliedert und mit sage und schreibe 80 Seiten Berlin-Informationen extra, von Anreise und Aktivitäten für Kinder, über Biergärten und Museen bis Stadtführungen, Übernachten und Veranstaltungen.
Dreiundzwanzig Jahre alt ist die kurdisch-stämmige Deutsche Hatun Sürücü, als sie von ihrem eigenen Bruder erschossen wird. Sie starb, weil sie ein selbstbestimmtes Leben führen wollte.
Er schrieb, wo immer er sich auch befand. Im Kaukasus, in Paris, in den Stahlgewittern der Front und dort, wo jeder Heroismus vergeht: in der tiefsten Scheiße, die niemand so total erlebt, wie Soldaten. Blut, Exkremente, Gedärme, Hirn, aufgerissene Bäuche, gebrochene Augen und zerborstene Knochen. In der Beziehung hat sich in den 90 Jahren, die seit dem I. Weltkrieg vergangen sind, wenig geändert. Noch immer zerfetzen Granaten Menschen. In Afghanistan, im Irak, im Kaukasus. Aber authentischer beschrieben hat es noch keiner als der junge deutsche Offizier Ernst Jünger.
Der Islamwissenschaftler und Mitarbeiter der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik, Guido Steinberg, bringt es auf den Punkt: „Erfolg in der Terrorismusbekämpfung bedeutet, dass niemand mehr auf Usama Bin Laden hört.“ Für eine solche Entwicklung zeigt er in seinem Buch Wege auf. Wie nötig und überfällig eine wirkliche Anti-Terror-Strategie ist, ergibt sich auch daraus, dass in Deutschland nicht weniger als 38 verschiedene Behörden mit der Terrorbekämpfung befasst sind.
Nein, eine „objektive“ Darstellung ist das nicht, weil es so etwas gar nicht gibt. Wer schreibt, der wertet, und wer wertet, sollte sich zu seiner wertenden Subjektivität bekennen. Das garantiert zumindest ein ehrliches Buch, das zum guten Buch wird, wenn sattelfeste Faktenkenntnis, kundiger Umgang mit Quellen, stimmige Gesamtschau von Prozessen, leserfreundlicher Stil und eine flüssige Darstellung hinzukommen.
Das Grundgesetz als gemeinsamer Identitätsstifter der pluralistischen Gesellschaft in Deutschland - Repräsentanten des öffentlichen Lebens, auch solche mit Migrationshintergrund, erläutern ihren persönlichen Stellenwert der garantierten Grundrechte.
2009 soll für die Beziehungen Deutschlands und Kasachstans besonders fruchtbar werden. Nach dem Auftaktbesuch von Kasachstans Präsident Nursultan Nasarbajew ist ein ganzes Jahr mit Veranstaltungen geplant. Die ersten Termine stehen.
Eine Retrospektive zum Schaffen des russischen Fotografen Jewgeni Chaldej
Erstmalig ist ein Wanderführer erschienen, der alle traditionsreichen Weitwanderwege kreuz und quer durch und über die Alpen vorstellt.
Russlanddeutsche polarisieren. Sie gelten als besonders kriminell und schwer integrierbar. Das Buch von Sabine Ibsen-Peitzmeier und Markus Kaiser beleuchtet die Hintergründe und die Probleme, die einheimische Deutsche und Spätaussiedler miteinander haben.
Die Idee einer iranischen Atomindustrie wurde in Washington geboren. Drei Jahrzehnte später wollen die USA sie nun verhindern. Darin zeigt sich eine Konstante ihrer Außenpolitik: Sie verfolgen, was ihnen nützt, betreiben eine knallharte Interessenpolitik, und dafür gehen sie buchstäblich über Leichen.
Studieren auf Deutsch, leben in einer Fremdsprache: Der neu aufgelegte Studienführer der IMH zeigt Ihnen, wie das geht.
Diederichs Verlag, München 2004, 320 Seiten, 19,95 Euro, ISBN 3-7205-2525-2.
Dort, wo sich einst Dissidenten trafen, drängen sich heute Jung-Hipsters durchs urig authentische Ambiente. Ostalgie, Prollkultur plus Szene-Chic – im Cafe Burger hängt der Filz nicht nur an den Wänden. Elektro-Nächte, Lesungen und Kleinkunst satt gehören zum täglich wechselnden Programm. Darunter auch Kaminers 'Russische Zelle’ und 'Russendisco’ –