
KASACHISCHER FILM

Ein Leben in Staub, Sand und wärmenden Decken. Ein paar Quadratmeter für die Wohn-Koch-Schlafnische unter freiem Himmel. Daneben der wacklige Holzzaun für den Pferch der Tiere. Und die Steppe ist immer die Grenze. Weglaufen geht nicht. Sergei Dwortsevoj, der kasachische Meister-Regisseur hat mit seinem Spielfilm über eine nicht realisierte Liebe und ein dramatisches Zerbrechen der nomadischen Existenz viel Poesie und harte Realität unter dem weiten Himmel Kasachstans eingefangen. Zu sehen in deutschen Kinos ab 03. Dezember.

RUMÄNIEN

„Action!“ Diese Regie-Anweisung hören die zwölf Kinder der Familie Zainea aus Bukarest auch im Traum. Denn fast jede Woche sind sie am Set und spielen in Werbungen und Spielfilmen verschiedene Rollen. Die Komparserie ist das Haupteinkommen der Familie. Sie lebt in einer Dreizimmer-Wohnung zur Miete. Kindergeld und Sozialhilfe sind nicht besonders groß. Das rumänische Gesetz verbietet allerdings Kindern unter 15 Jahren die Arbeit.

DSCHINGIS KHAN

Auch wenn man die Geschichte Dschingis Khans kennt und selbst darüber geschrieben hat – in dem Augenblick, in dem er einem leibhaftig gegenübertritt, ist das Erlebnis überwältigend. Ab dem 7. August kommt er ins Kino. Pferdehufe prasseln, Rauch steigt auf am Horizont, mongolische Bogenschützen reiten durch Eurasien. Auch wenn der Streifen des russischen Meisterregisseurs Sergei Bodrov bisher noch keinen Oskar erhalten hat – man darf ihn nicht versäumen.

EM-INTERVIEW

Rubljovka ist wohl die meist überbewachte Straße der Welt. Es ist die Verkehrsader, die das Zentrum von Moskau mit der russischen Provinz verbindet. Die Gegend um die Rubljovka zog in allen Zeiten wie ein Magnet die herrschenden Eliten an: Zaren, Diktatoren, Präsidenten. Auch das heutige Staatsoberhaupt Putin wohnt hier. Die Spuren der Despoten und ihrer Prachtentfaltung bilden einen bizarren Mikrokosmos, den es sonst nirgendwo im russischen Riesenreich gibt. Die in Sibirien geborene Dokumentarfilmerin Irene Langemann hat darüber einen Film gedreht, der zurzeit mit Erfolg in den deutschen Kinos läuft: „Rubljovka – Straße zur Glückseligkeit“. Im Gespräch mit dem Eurasischen Magazin erläutert sie ihre Beweggründe für diese Arbeit und schildert ihre Erfahrungen, die sie als Russlanddeutsche seit 1990 in der Bundesrepublik gemacht hat.

UKRAINE

Sie gehören zu James Bond so wie sein Kürzel 007 - die Rede ist von den Bond-Girls, die dem Agenten ihrer Majestät regelmäßig den Kopf verdrehen. Im 22. Agentenabenteuer wird diese Aufgabe von der ukrainischen Schauspielerin Olga Kurilenko übernommen, die in Deutschland zuletzt in dem Action-Film „Hitman“ und dem Episodenfilm „Paris je t’aime“ zu sehen war. Kurilenko tritt mit ihrer Rolle in die Fußstapfen von Berühmtheiten wie Ursula Andress, Britt Ekland, Kim Basinger oder Halle Berry. Der neue James Bond wird im November 2008 in die Kinos kommen – und Olga Kurilenko einem Millionenpublikum weltweit bekannt machen. Noch ist das Ex-Model kaum jemandem ein Begriff - selbst in ihrer Heimat kennt sie fast niemand.

RUSSISCHES KINO

Nach „Wächter der Nacht“ („Notschnoi Dosor") brachte Regisseur Timur Bekmambetow jetzt seinen neuen Fantasyfilm in die russischen Kinos: „Wächter des Tages“ („Dnjewnoi Dosor"). Auch er ist ein Kassenschlager. In den ersten zehn Tagen spielte er 20 Millionen Dollar ein.

POLEN

Volker Schlöndorff verfilmt das Leben der ehemaligen Kranführerin Anna Walentynowicz. Ihre Entlassung auf der Lenin-Werft in Danzig führte 1980 zum Streik der Arbeiter und schließlich zur Gründung der Gewerkschaft Solidarnosc. Doch die frühere Werftarbeiterin kritisiert den Film „Vergessene Heldin“ vehement, sie will gegen Schlöndorff vor Gericht ziehen.

RUSSISCHES KINO

Erstmals läuft in Rußlands Kinos eine aufwendig inszenierte Filmproduktion zum sowjetischen Afghanistan-Krieg. Die Geschichte über den frühen Tod sibirischer Soldaten im Hindukusch-Gebirge ist ein Kassenschlager.

SARAJEVO

Das elfte Internationale Filmfestival in Sarajevo zeigte, wie präsent der Krieg bis heute in Bosnien-Herzegowina ist. Dennoch setzten die Filmbeiträge ein Zeichen des Aufbruchs. Eine Rückschau.

TSCHECHIEN

Das Karlsbader Filmfestival öffnet zum 40. Mal seine Pforten. Nach der langjährigen politischen Vereinnahmung durch die Kommunisten träumt man in dem tschechischen Kurort davon, mit Cannes, Berlin oder Venedig gleichzuziehen.

GOEAST

Bereits zum fünften Mal lud das goEast-Festival nach Wiesbaden, um Kino und Kultur aus Osteuropa und Zentralasien zu präsentieren. Filme aus bekannter Regiehand erhielten ebenso eine Bühne wie unbeschwerte Produktionen junger Nachwuchskünstler. Das Filmfestival bot eine einzigartige Möglichkeit, Stimmungen aus Ost und West einzufangen und just ein Jahr nach der EU-Osterweiterung über den Tellerrand der aktuellen Berichterstattung zu schauen.

FOTOAUSSTELLUNG

Vom 1. Mai an wird das geeinte Europa ein gutes Stück größer werden. Eine Gruppe von neun Fotografen nahm dieses historische Ereignis zum Anlaß, um Stimmungen und Eindrücke „Im Osten“ Europas einzufangen.

INTERVIEW
Tillmann Allmer, Mitveranstalter der Grenzland-Filmtage in Selb (24. bis 27.
April), uber das Interesse am osteuropäischen Film, die Auswirkungen
der EU-Osterweiterung auf das osteuropäische Filmschaffen, uber den
Film „Good bye Lenin“ und naturlich uber die Grenzland-Filmtage.

EURASIEN ENTDECKEN
Diagonale 2003 – Festival des österreichischen Films in Graz
Go East – Festival des mittel- und osteuropäischen Films in Wiesbaden
Japanische Filmfestivals in Frankfurt/Main und Hamburg
Internationale Grenzland-Filmtage in Selb

INTERVIEW
Roland Rust, Direktor des Cottbuser Festivals des Osteuropäischen Films (Siehe Eurasien-Ticker), über den diesjährigen Festivalschwerpunkt Polen, die Filmbranche in Osteuropa und der GUS, die Gründe der Dominanz von Hollywoodfilmen in westeuropäischen Kinos, das westliche Interesse am osteuropäischen Film und die Ziele des Cottbuser Festivals.

INDIENS FILMINDUSTRIE
„Du kannst Dich kaum mit ihr unterhalten. Sie liegt Dir auf der Tasche. Sie ist eine kambodschanische Ex-Prostituierte und wird an AIDS sterben.“ So steht es um ein eurasisches Liebespaar, dessen Schicksal auf einer wahren Begebenheit beruhen soll. Die Frage lautet: „Bist Du mit Anfang zwanzig bereit für die Liebe Deines Lebens“? – Same Same But Different – die Kinoromanze startet am 21. Januar.
Ein Film von Joanna Maxellon und Harald Jantschke
Der Fantasyfilm von Timur Bekmambetov fesselte in Rußland fast 5 Millionen Zuschauer vor der Leinwand. Weit mehr als die aufwendigen Hollywood-Streifen „Herr der Ringe“ und „Matrix“. „Wächter der Nacht“ bietet eine hierzulande ungewohnte Form des Horrorfilms.
Schwertgeklirr und Liebesgeflüster sind die Zutaten eines richtigen Ritterepos. „El Cid“ hat von beidem reichlich. Der Zeichentrickfilm erhielt 2003 den renommiertesten spanischen Filmpreis – „los Premios Goya”.
Neues aus Dänemark. Eine chaotische Gangsterbande versetzt das Land in Angst und Schrecken – der Pate liegt im Sterbebett und diktiert seine letzten Wünsche.
Über den rauhen Alltag der Fahrkartenkontrolleure in den Waggonketten der Budapester U-Bahn. Ein exzentrischer Cocktail aus Klamauk und Thriller des ungarischen Nachwuchsregisseurs Nimród Antal.
Der begnadete Thaiboxer Ting kämpft in Bangkok gegen einen Antiquitäten- und Drogenschmugglerring.
Die Sängerin Lolita ist unzufrieden – mit ihren überschüssigen Pfunden und ihrem selbstsüchtigen Vater. Und auch ihre Mitmenschen hadern mit dem Schicksal.
Fünfzehn Jahre mußte Dae-su in Einzelhaft verbringen – ohne zu wissen warum. Der südkoreanische Regisseur Park erzählt eine düstere Geschichte.
Zwei Metzgerburschen gehen über Leichen – und wecken im Land des Smörrebröds eine neue Vorliebe für „Hühnchenfleisch“
Von der Trostlosigkeit im Afghanistan der Nach-Taliban-Ära. Ein Plädoyer für mehr Gleichberechtigung von der iranischen Regisseurin Makhmalbaf.
Zatoichi, der Rächer der Geknechteten, gegen die Meuchelmörder der Ginzo-Gang. Ein Schwertkampf-Kracher fur Liebhaber scharfer Klingen.
Drei Kurzfilme über das Schicksal dreier Frauen innerhalb der strengen islamischen Traditionen des Irans.
Ein Vater, zu stolz, seinen Söhnen die Minimaldosis an Zuneigung
zu schenken, will sie auf einer Abenteuerreise fur die Widrigkeiten
des Erwachsenenlebens stählen.
Er gilt als der erste afghanische Spielfilm nach dem Sturz der Taliban-Herrschaft. Nach einer Tournee durch Filmfestivals auf dem ganzen Globus läuft er jetzt in den Kinos.
Bewegendes Drama uber das Schicksal einer zur Prostitution gezwungenen
Schulerin aus der Ex-Sowjetunion.
Von den Fluchtversuchen eines pubertierenden Isländers aus dem monotonen Alltag eines kleinen Hafenstädtchens
Zhang Yimous „Hero“ handelt von einer
schon oft verfilmten Legende. Die Legende vom ersten Kaiser Chinas, der sieben
Reiche zu einem einzigen großen Kaiserreich einte und damit zum Grunder
Chinas wurde. Ferner schildert „Hero“ einen der vielen Attentatsversuche
auf Qin, wie sich der erste chinesische Kaiser nannte.
Das Donnern tieffliegender Kampfflugzeuge durchzieht
den Film bis in den Abspann hinein. Immer wieder fährt der Zuschauer zusammen
in der Erwartung, gleich wurde die Szene in einem vernichtenden Bombenhagel
ihr Ende finden. Ganz anders die Menschen auf der Leinwand.
„O Simdi Asker“ ist eine Komödie über den Kurz-Wehrdienst türkischer Rekruten. Der Film spielt in der türkischen Hafenstadt Canakkale am Ostufer der Dardanellen, unweit des antiken Trojas. In der Türkei ist der Film ein großer Erfolg. In Deutschland hat er den Durchbruch noch nicht geschafft, wenngleich er in vielen Kinos gezeigt wird.
Indiens teuerster Film läuft seit dem 10. April in deutschen Kinos
Ein Heimatfilm von Ute Badura.