Themen: Geschichte
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Banker, Visionäre, Mörder
Seit dem 18. Februar, dem Todestag der letzten ihres Geschlechtes, ist in den Frankfurter Reiss-Engelhorn-Museen die Ausstellung „Medici - Menschen, Macht und Leidenschaft“ zu sehen. Darin werden die über 350 Jahre dauernde Herrschaft der Dynastie und ihr Einfluss lebendig. Unvorstellbarer Reichtum, einmalige Kunstschätze und skrupellose Machtgier, die auch vor Verbrechen nicht zurückschreckte, haben dieses Geschlecht geformt und unsterblich gemacht.
Nachbarvölker erlebten die Kelten als geschäftstüchtige Händler und Kunsthandwerker. Aber wenn Feindschaft mit ihnen herrschte, waren sie als Krieger immens gefürchtet. Die Kelten sind geheimnisumwittert wie kaum ein anderes europäisches Volk. Ihren Priestern und Druiden wurden Weisheit und magische Fähigkeiten zugesprochen.
„Verbrannte Erde. Stalins Herrschaft der Gewalt von Jörg Baberowski
Stalin und der Stalinismus ist ein ewiges Leit- und Leidthema der russischen Geschichte, aber keineswegs nur dieser. Der Berliner Russlandhistoriker Jörg Baberowski hat in der Vergangenheit mehrfach zum Thema Stalinismus publiziert.
„Cro-Magnon: Das Ende der Eiszeit und die ersten Menschen“ von Brian Fagan
Die Geschichte von den neuen Menschen, die vor 50.000 Jahren begannen die Welt zu verändern, zu besiedeln und die den Grundstein für unsere Kultur legten.
Wie kommt ein in Inhalt, Sprache, Stil und Dramaturgie ausnehmendes Buch zu einem so dämlichen Titel, der in keinem Zusammenhang zu seinen Aussagen steht? Das etwa war mein erster Gedanke bei der Lektüre, den ich aber bald korrigierte: Der Titel hat sehr wohl engsten Konnex zum Inhalt – er ist dessen kürzeste Kurzfassung!
„Attil und Krimkilte. Das tschuwaschische Epos zum Sagenkreis der Nibelungen“ - übersetzt und herausgegeben von Kai Ehlers - in Zusammenarbeit mit Mario Bauch und Christoph Sträßner
Attilas unglückliche Liebe. Ein neu entdecktes Epos aus dem Sagenkreis der Nibelungen wirft Fragen über unsere Geschichte auf .
„Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2010“ - Landesamt für Denkmalpflege, Archäologisches Landesmuseum, Förderkreis Archäologie (Hrsg.)
Neue Funde und moderne archäologische Untersuchungsmethoden stellt das großzügig bebilderte Jahrbuch vor. Es enthält 66 Beiträge aus allen Bereichen der Landesarchäologie und zeigt wieder einmal die reichhaltige Kultur der frühen Besiedlung des Landes.
„Siebenbürgen – rund um Kronstadt, Schäßburg und Hermannstadt“ von Birgitta Gabriela Hannover Moser.
Im Karpatenbogen vermischen sich seit Jahrhunderten rumänische, deutsche und ungarische Traditionen, was sich in der Fülle von pittoresken Städten und Dörfern zeigt. Vor allem die unzähligen Kirchenburgen und Burgruinen Siebenbürgens haben sich zu Touristenmagneten entwickelt.
„Sibirien: Vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart“ von Dittmar Dahlmann
In den letzten Jahren sind auf dem Buchmarkt eine Reihe von Monografien erschienen, die einen populären Ein- und Überblick in die Geschichte Sibiriens geben, so u.a. von Sabine Gladkov (Pustet Verlag 2003) und Gudrun Ziegler („Der achte Kontinent: Die Eroberung Sibiriens”, Ullstein Verlag 2005). Diese vermochten allerdings nicht zu überzeugen. Mit dem vorliegenden Buch von Dittmar Dahlmann sieht das anders aus.
Das Standardwerk über die Kelten ist in der Neuauflage um die Hälfte erweitert. Bisher auf Mitteleuropa beschränkt umfasst es nun die ganze Welt dieser sagenumwobenen Stämme bis zu den sanften Hügeln Irlands. Wie sie lebten, was sie glaubten, wie sie kämpften und untergingen.
Es geht Wolfgang Leonhard nicht darum, eine neue Stalin-Biografie auf den Markt zu werfen, vielmehr darum, das Wesen der Herrschaft des Stalinismus zu veranschaulichen.
Vom Atlantik bis zum Kaukasus, vom regnerischen Britannien bis in die flirrende Wüstenhitze Afrikas: römische Straßen führten in jede Provinz des Reichs. Über dieses riesige Wegenetz kontrollierten die Kaiser ihr Imperium. Über imposante, heute noch erhaltene Brücken, durch Tunnel, vorbei an quirligen Kneipen und protzigen Grabmälern. Roms Soldaten marschierten im Eiltempo bis in die entlegensten Winkel des Reichs. Dafür wurde ein Fernstraßennetz in gigantischen Ausmaßen geschaffen.
Er schrieb, wo immer er sich auch befand. Im Kaukasus, in Paris, in den Stahlgewittern der Front und dort, wo jeder Heroismus vergeht: in der tiefsten Scheiße, die niemand so total erlebt, wie Soldaten. Blut, Exkremente, Gedärme, Hirn, aufgerissene Bäuche, gebrochene Augen und zerborstene Knochen. In der Beziehung hat sich in den 90 Jahren, die seit dem I. Weltkrieg vergangen sind, wenig geändert. Noch immer zerfetzen Granaten Menschen. In Afghanistan, im Irak, im Kaukasus. Aber authentischer beschrieben hat es noch keiner als der junge deutsche Offizier Ernst Jünger.
Reiseführer über Rom gibt es wie Steine an der Via Appia. Eine „Zeitreise in die Antike“ bietet kaum einer. Wer nach Sehenswürdigkeiten aus der alten Zeit sucht, wird oft mit oberflächlichen Bemerkungen gelangweilt. Die antike Metropole erschließt sich dadurch aber nicht.
„Ich bin auf Reisen immer wieder gerne in keltische Länder wie Irland oder Schottland gefahren“, sagt Rüdiger Sünner im Eingangstext zu seiner dem Buch beiliegenden DVD. Dort hätte ihn nicht nur die Landschaft angezogen, sondern auch das unverkrampfte Verhältnis der Menschen zu ihren Mythen, Sagen und Kultstätten. Sünner analysiert, wovon die Verkrampfung gegenüber den Mythen in germanischen Ländern herrührt. Er kommt zu dem Ergebnis: „Vom Missbrauch in Nationalsozialismus und rechter Esoterik“.
Es war eine kalte Welt in der sich gewaltige Gletscher bildeten von denen Reste noch heute zu sehen sind. Fellbekleidete Jäger jagten in den Weiten windgepeitschter Steppen das mächtige Mammut. Und in den Höhlen entstand Kultur.
Alexander der Große errichtete in kürzester Zeit ein Reich von unvorstellbaren Dimensionen: Von Griechenland bis an den Persischen Golf, von Nordafrika bis nach Indien reichte die Macht des wohl berühmtesten Feldherrn der Geschichte.
Die Länder der „zweiten Welt“ bilden jenen Schauplatz, auf dem Imperien über die Weltordnung der Zukunft entscheiden werden. Gleichzeitig seien es die nervösen „Wechselstaaten“ an der Schwelle von der dritter zur ersten Welt, die bestimmen würden, wie sich das Machtgleichgewicht zwischen den drei größten Imperien – den USA, der Europäischen Union und China – im 21. Jahrhundert gestaltet.
Die Jahre 1848/49 sind für uns Mittel- und Westeuropäer keine Unbekannte. Während sich hier die Monarchen mit dem aufstrebendem Bürgertum, den entflammenden Freiheitsgedanken und somit den Aufständen auseinander setzten mussten, strebte das Zarenreich Russland auf, die Steppengebiete der turanischen Niederung unter sein Joch zu bannen.
Spanisch-Deutsch fürs Kinderzimmer – eine wunderschöne Märchen-Sammlung von der iberischen Halbinsel und dem spanischsprechenden Lateinamerika. Die Lust an der Sprache wird durch Spannung, durch Illustrationen und die kindgerechte Auswahl geweckt.
Ein Stoff zum Schwärmen, handelnd von Liebe, Treue, List, Macht und Reichtum, von blutigem Tod und gleißendem Gold. Die Leidenschaft im Kampf um Troja und die Verklärung dieser Geschichte hat ganze Generationen von Historikern, Geschichtslehrern und Schülern verzückt. Hunderte von Büchern sind darüber geschrieben worden. Schliemann hat das antike Troja mit seinen sagenhaften Goldschätzen ausgegraben. Aber gab es den Trojanischen Krieg um die schöne Helena wirklich und hat das berühmte hölzerne Pferd den Ausschlag gegeben? Es ist lohnend, sich von Barry Strauss durch die bronzezeitlichen Ereignisse führen zu lassen, die dem griechischen Dichter Homer zufolge vor über 3.000 Jahren an den berühmt-berüchtigten Dardanellen stattgefunden haben, an der innereurasischen Grenze zwischen dem Marmarameer und der Ägäis.
Eine Retrospektive zum Schaffen des russischen Fotografen Jewgeni Chaldej
Eurasien entwickelt sich, wenn auch nicht so, wie sich das die Theoretiker diverser eurasischer Vorstellungen in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts vorgestellt hatten. Während ihre Denkgebäude in Büchern wie dem von Stefan Wiederkehr noch einmal aufleben, entstehen weitgehend pragmatische eurasische Strukturen in der praktischen Politik von Ländern wie Russland, Kasachstan, China und Indien.
„Töchter des griechischen Kriegsgottes Ares“ werden sie genannt: die Amazonen. Es sind legendäre Gestalten wie Penthesilea und Tomyris, heldenhafte Kämpferinnen, die sich auch gegen männliche Krieger behaupten konnten. Von der Archäologie wurde ihre Existenz bislang nicht bestätigt. Aber der Mythos lebt, wie Fornasier in dem prachtvoll aufgemachten Bildband aufzeigen kann.
Gilgamesch ist König von Uruk. Gemeinsam mit seinem Freund Enkidu besteht er gefährliche Abenteuer. Nach Enkidus plötzlichem Tod zutiefst erschüttert, begibt er sich auf eine weite Reise. Doch während seiner Suche nach ewigem Leben erhält er immer wieder dieselbe Antwort: „Das Leben, das du suchst, wirst du nicht finden. Als die Götter den Menschen erschufen, bestimmten sie für ihn auch den Tod.“
In Russland wird gegenwärtig vieles wiederentdeckt, was mit der Sowjetunion untergegangen schien. Russlands Präsident Putin lässt die Hymne spielen, die schon unter Stalin den Ruhm der Sowjetunion besang. Im russischen Fernsehen läuft gar eine Seifenoper in 40 Folgen, die den Diktator als gütigen und weisen Vater des Sowjetvolkes zeichnet und zum Heilsbringer stilisiert. Da mit der „Archivrevolution“ in Russland viele bislang unbekannte Dokumente über Stalins Wesen und Wirken ans Tageslicht kommen, bleibt es nicht aus, dass nun auch die Frage aufgeworfen wird, was es Neues gibt über Stalin und die Deutschen.
Gründlicher und umfassender wurde über Eurasien noch nie berichtet – jedenfalls was den östlichen Teil betrifft, das Gebiet zwischen Ural und Pazifik. Hermann Parzinger, der Präsident des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) hat akribisch auf über 1000 Seiten die frühe Siedlungsgeschichte dieses riesigen Raumes dargestellt.
Fünf Geschwister werden zur Zeit der russischen Oktoberrevolution zu Vollwaisen. Um im neuen Regime unter den Kommunisten nicht getrennt zu werden, fassen sie einen abenteuerlichen Plan und fliehen aus ihrem warmen Zuhause hinaus in das große, unsichere und gefährliche Russland.
Russlanddeutsche polarisieren. Sie gelten als besonders kriminell und schwer integrierbar. Das Buch von Sabine Ibsen-Peitzmeier und Markus Kaiser beleuchtet die Hintergründe und die Probleme, die einheimische Deutsche und Spätaussiedler miteinander haben.
Das Buch von Dr. Klaus Schmidt ist der sensationelle Forschungsbericht über eines der größten Menschheitsrätsel. Der Autor schildert in packenden Worten und Bildern das riesige Bergheiligtum eiszeitlicher Jäger auf dem Göbekli Tepe in Anatolien. Bei dem, was er gefunden hat, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um die Darstellung der ersten Götter der Menschheitsgeschichte. Und der Autor selbst, Prähistoriker vom Deutschen Archäologischen Institut (DAI), ist von Ehrfurcht, Erstaunen und Respekt erfüllt, wie er bekennt.
Die dramatische Geschichte des Verkaufs von Russisch Alaska an die Vereinigten Staaten von Amerika. Das erste Buch das dazu in deutscher Sprache erschienen ist, wartet mit einer Reihe neuer Dokumente und Erkenntnisse auf und kommt zu dem Schluß: es war eine Schmieren-Affäre.
Was hat uns geprägt – uns Europäer und unsere Sicht der Welt? Dieser Frage widmet sich eine Buchreihe mit dem Titel „Mythen Europas“. Sie beginnt mit dem Band zur Antike und wird mit weiteren sechs Bänden zu den folgenden Epochen bis zur Neuzeit fortgesetzt. Es geht darum, welche „Schlüsselfiguren“ der einzelnen Epochen, welche Sehnsüchte, Ängste und Hoffnungen verkörpern und was an den uralten Mythen, die sich um sie ranken, bis heute fasziniert.
National Geographic, Hamburg 2002, 304 Seiten, Bild-/Textband, Format 23 x 31cm, 200 Farbfotos, 30 Karten, 49,00 Euro, ISBN 3-934-38585-0.
EURASIEN-TICKER
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