
EM-INTERVIEW

„Die US-Truppen kämpfen nicht gegen 1000 Al Kaida-Kämpfer, sondern gegen 130.000 Iraker im Widerstand“. Das berichtet Dr. Jürgen Todenhöfer, Bestsellerautor und Manager in einem der größten europäischen Medienunternehmen. Er war nicht als „embedded Autor“ im Irak, sondern erlangte seine Informationen ohne Kontrolle durch das US-Militär direkt aus der Bevölkerung. Im Interview mit dem Eurasischen Magazin enthüllt er, wie die amerikanische Regierung ihre eigene und die Weltöffentlichkeit an der Nase herumführt und warum sie bisher schon den Tod von einer Million Menschen verschuldet hat. Und er sagt auch, warum George W. Bush nicht längst auf der Anklagebank sitzt wie Saddam Hussein.

IRAK

20. März 2003: Die USA feuern die ersten Raketen auf Bagdad. Drei Jahre liegt der Beginn des Irak-Krieges heute zurück. Prof. Dr. Udo Steinbach, Direktor des Orientinstituts in Hamburg, zieht Resümee: Wie erfolgreich ist die Demokratisierung des Iraks? Kann der Irak-Konflikt noch politisch gelöst werden? Wie lange bleiben die US-Truppen noch im Land?

AUßENPOLITIK IN DER ÄRA SCHRÖDER

Sieben Jahre lang hat die rot-grüne Bundesregierung die deutsche Außenpolitik bestimmt. Der Politikwissenschaftler Dr. Reinhard Mutz analysiert im Gespräch mit dem Eurasischen Magazin die rot-grüne Außenpolitik im Kosovo-, Afghanistan- und im Irak-Konflikt.

IRAK

Der Irak-Experte des Deutschen Orient-Institutes, Henner Fürtig, über die neue Verfassung des Iraks und die Entwicklungsmöglichkeiten des Landes. Er analysiert die Fehler der US-Politik im Irak und die Kriegspläne des amerikanischen Generalstabes.

IRAK
Ungeachtet aller Durchhalteparolen von US-Präsident George W. Bush werden bei den Amerikanern und ihren Helfern im Irak konkrete Pläne für den Rückzug geschmiedet. Durch die Heimkehr der amerikanischen Soldaten solle vor allem die Selbständigkeit der irakischen Sicherheitskräfte gefördert werden, sagen ranghohe US-Militärs.

IRAK

Die Invasionstruppen der USA und Großbritanniens gaben vor, daß die Massenvernichtungswaffen des irakischen Diktators Saddam Hussein fur die Welt ein inakzeptables Sicherheitsrisiko darstellten. Auch elf Monate nach Kriegsbeginn wurden keine Massenvernichtungswaffen gefunden. Jetzt erschien allerdings in Russland ein Roman, als dessen Autor Saddam Hussein gilt. Der vermeintliche Weltenfeind scheint vom Diktator zum Literaten zu avancieren.
Anmerkungen zu einem Text von André Glucksmann
Das Olministerium in Bagdad wurde nach dem Einmarsch bewacht, die kulturellen
Schätze des Landes waren zur Plunderung freigegeben - an einem einzigen
Tag wurde das Erbe von Jahrtausenden gestohlen und zertrampelt –Experten
gehen von Plunderungen auf Bestellung aus

IRAK-KRIEG
Was eint die beiden Staaten bei ihrer Ablehnung eines neuerlichen Irak-Krieges? Die gemeinsame europäische Währung ist ein möglicher Erklärungsansatz.
Unipolar, multipolar, neue Achsen? Eine Analyse von Kai Ehlers.
Der Ölkrieg wird auch um die Vorherrschaft von Dollar und Euro geführt - Von Prof. Dr. Elmar Altvater
Wenn die USA die Vereinten Nationen zur Erzwingungsinstanz ihrer Politik machen und die Inspektionen in einer Form wieder aufgenommen werden, die ihr Scheitern fast schon garantiert, so heißt das nichts anderes, als dass die UN für die schmutzige Arbeit einer aggressiven Kriegspolitik rekrutiert werden.

KOMMENTAR
Unmittelbar nach dem verheerenden Bombenanschlag auf der indonesischen Ferieninsel Bali hatte George W. Bush die Zeichen der Zeit klar und deutlich erkannt: der Terrorismus hat erneut zugeschlagen. Nicht irgendeiner. Nein es war selbstredend der „Internationale Terrorismus“.
Dr. Jens Fischer, Lehrbeauftragter fur Internationale Politik an der Universität Dortmund und Autor des Buches „Eurasismus: eine Option russischer Außenpolitik?“ (Siehe EM 3/02) uber die russische Außenpolitik unter Putin, die Zukunft der GUS, die amerikanische Hegemonie, das Verhältnis der EU zu Rußland und den geplanten Krieg der USA gegen den Irak.

EURASISCHE FRÜHZEIT
Verkleidet als deutscher Arzt reiste Jürgen Todenhöfer auf abenteuerlichen Wegen von Damaskus nach Ramadi, einer Stadt in der irakischen Provinz Anbar. Er schildert das Leben von Bewohnern, die unter dem permanenten Ausnahmezustand der US-Besatzung leben. Einer von ihnen ist Zaid. Was er und seine Mitkämpfer aus dem irakischen Widerstand berichten, ist natürlich parteiisch. Aber es ist das nötige und lange vermisste Korrektiv zu den Behauptungen des US-Militärs über das Wesen ihres Krieges. Keiner außer Todenhöfer kam der Realität bisher so nahe.
Eine Gruppe renommierter „Spiegel“-Redakteure hat sich daran gemacht, die Geschichte des Irak-Krieges aufzuschreiben. Leider verstellt ihre Vorliebe für Einzelschicksale und Ausnahmesituationen den Blick auf den Irak-Krieg als Ganzes.
Bagdad kurz vor und nach dem Fall: In seiner literarischen Reportage schildert Jon Lee Anderson Alltag und Kriegsgeschehen in der „verwundeten Stadt“ durchwegs in Augenhöhe mit den direkt Betroffenen. Authentischeres über den Irak-Feldzug und seine Folgen wird man schwerlich finden.
Der Band ist eine Einladung zum Schmökern – zum Schmökern in der Jahrtausende alten Kultur- und Menschheitsgeschichte des Landes am Persischen Golf, das heute tagtäglich mit Todesmeldungen die Schlagzeilen füllt.
Tariq Ali: Bush in Babylon. Die Re-Kolonisierung des Irak. Heinrich Hugendubel
Verlag (Diederichs), Munchen 2003, 208 Seiten, 19,95 Euro.
Das Donnern tieffliegender Kampfflugzeuge durchzieht
den Film bis in den Abspann hinein. Immer wieder fährt der Zuschauer zusammen
in der Erwartung, gleich wurde die Szene in einem vernichtenden Bombenhagel
ihr Ende finden. Ganz anders die Menschen auf der Leinwand.