
MOSKAU

Moderne Kunst im Herzen der russischen Hauptstadt: ein altes Industriegelände am Rande der Metropole macht Furore mit kritischen Ausstellungen und wehrt sich gegen die Drangsalierung der Kunst.

RUSSLAND
300 Mitarbeiter des Bolschoi-Theaters bezweifeln die offizielle Version des Säure-Anschlags auf den Leiter der Ballett-Truppe von Russlands größter Bühne.

UKRAINE

Diese Stadt hat große Literaten hervorgebracht und war berühmt für ihre jüdische Kultur. Nun versucht das ukrainische Czernowitz, seine große k. u. k.-Tradition neu zu beleben. Eine Reise an Europas östlichen Rand in das „österreichische Jerusalem“.

TIBET

Nomaden leben in Zelten und ihr Kapital sind ihre Viehherden. Dies ist das Bild, das fern vom Geschehen weit verbreitet ist. Es entspricht einem Klischee, das längst nicht mehr standhält. Im nomadischen Kernland Osttibets sind seit Jahren schon gravierende Veränderungen zu beobachten: nicht mehr Schafe, Rinder und Ziegen sichern die Existenz der Bewohner des Hochlandes, sondern Pilze, die sie teuer in den Metropolen des Landes verkaufen und die sogar in den Export gehen.

ROSENHEIM

Elena Weingärtner inszeniert die Schneekönigin in der Theaterinsel Rosenheim. Schon mit den Aufführungen von „Der Schweinehirt“ und „Die Kugelfische“ konnte die russische Regisseurin ihr Publikum begeistern.

BUKAREST-BIENNALE

In Bukarest ging Ende Juli die fünfte Biennale für Moderne Kunst zu Ende. Sie stand unter dem Leitmotiv „Tactics For The Here and Now“ der Kuratorin Anne Barlow.

BOLSCHOI-THEATER

Gleich drei Preise heimste das Hamburger Ensemble beim Moskauer Wettbewerb „Prix Benois de la Danse“ ein. Paul McCartney ging mit seiner eingereichten Ballett-Komposition dagegen leer aus.

AUSSTELLUNG

Bis zum Bis 12. September läuft im Martin-Gropius-Bau in Berlin eine Ausstellung des Schweizer Fotografen Daniel Schwartz mit dem Titel „Schnee in Samarkand – Ansichten aus dem Hinterland der Kriege“.

ATZE, HAI-TAI-TAI…

Binnen eines Jahres wurde im Rahmen des Programms „Skopje 2014“ der relativ kleine „Platz Makedonien“ im Zentrum der Stadt mit so vielen Monumenten bestückt, dass man dort „keine Nadel mehr fallen lassen kann“, so die „Morgenzeitung“. Skopie stöhnt unter einer Flutwelle von Kitsch.

ASERBAIDSCHAN
Der Sieg beim Eurovision Song Contest löste in Kreisen der westlich orientierten Elite Aserbaidschans eine neue nationale Euphorie aus. Der Stolz wird zusätzlich dadurch beflügelt, dass das Land durch den Sieg das Recht erwarb, den Wettbewerb im kommenden Jahr auf heimischen Boden auszutragen. Der Erfolg wird von der Regimepropaganda im Dienste der Staatsraison präsentiert und als Ergebnis der staatlichen Jugend- und Kulturpolitik dargestellt.

AUSSTELLUNG

Das könnte ein Geheimtipp für den Sommerurlaub in der Alpenrepublik sein: Vom 2. April bis 30. November können sich die Besucher in den Bann von Hexen, Glauben an Zauberei und Magie ziehen lassen, wenn sie nach Niederösterreich kommen. Im Museumszentrum Mistelbach (MZM) und im Urgeschichtemuseum Niederösterreich in Asparn an der Zaya finden große Ausstellungen zu diesen Themen statt.

VERLAGE
Mit Unterhaltungs- und Freizeit-Magazinen verdienen deutsche Verleger in Russland gutes Geld. Die politische Publizistik lassen sie links liegen.

KULTUR

Vor 100 Jahren starb der große russische Schriftsteller Lew Tolstoj. Sein Vermächtnis ist mehr, als die Summe seiner Werke.

RUSSLAND

Viele Frauen fragen sich seit eh und je: Wie verliebe ich einen Mann in mich? Russinnen können nun in speziellen Kursen lernen wie das geht. Bei vielen sind die Ansprüche reichlich hoch: Ein geeigneter Mann muss mindestens eine Yacht oder ein Privatflugzeug besitzen. In Moskau gibt es zwar viele männliche Top-Verdiener. Doch der Wettbewerb ums männliche Geschlecht ist hart, denn laut Statistik kommen in Russland 1.147 Frauen auf nur 1.000 Männer.

AUSSTELLUNG IN BEVERN

Mitten im Weserbergland, fernab großer Städte, ist eine hochkarätige Präsentation zu bestaunen: Das Weserrenaissance-Schloss Bevern bietet nach den zuvor schon gezeigten spektakulären Ausstellungen über „Die Balten“, über „Schätze der Ostgoten“ und über „Die Vandalen“ nun einen weiteren Höhepunkt der archäologischen Forschung. Zu bestaunen sind die seltenen Exponate noch bis zum bis 24. Oktober 2010.

AUSSTELLUNG

Im 3. Jahrhundert nach Christus fielen Germanen plündernd in das zerrüttete Römische Reich ein. Sie erbeuteten Gold und Silber, Trinkgefäße und Kultgegenstände. Der vor 30 Jahren entdeckte „Barbarenschatz“ von Neupotz war im Rhein versunken und wird vom 20. März bis 30. November 2010 in einem Gemeinschaftsprojekt mit dem Urgeschichtemuseum Niederösterreich im MZM Museum Lebenswelt Weinviertel in Mistelbach ausgestellt.

AGA KHAN MUSEUM

„Schätze des Aga Khan Museums“ heißt eine Ausstellung, die vom 17. März und bis zum 6. Juni 2010 im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen sein wird. Gezeigt werden islamische Kunst aus 1000 Jahren Kulturgeschichte.

TSCHECHIEN

In Tschechien kann man ab sofort auf den Spuren des „Weißen Goldes“ wandeln. Nach bayerischem Vorbild will auch Böhmen mit einer „Porzellanstraße“ Touristen anlocken. Sie verbindet acht Museen, Manufakturen und Klöster im Karlsbader Raum und präsentiert dabei in opulentem Rahmen Raritäten von Marken mit Weltruf. Zusammen mit dem bayerischen Teilstück bildet sie die erste internationale Porzellanstraße.

RUSSISCH
Der unaufhaltsame Bedeutungsverfall des Russischen. Der Niedergang des Imperiums setzt sich in seiner Sprache fort.

EURASISCHE SPIRITUALITÄT
Gibt es eine genetische Veranlagung für bestimmte Formen von Magie? Haben wir angeborene Sensoren, die uns für gewisse Spielarten der Spiritualität empfänglicher machen als für andere? Besitzen wir tief in unserem Inneren so etwas wie ein magisches Heimatgefühl? Und was erlebt ein Autor und Filmemacher, wenn er sich auf die Suche danach macht?

ANTON-TSCHECHOW-GEDENKEN

Er war aus der Not geboren, der knappe Stil, für den Anton Tschechow heute weltberühmt ist. Um seine Familie durchzubringen, schickte der 20-Jährige humoristische Skizzen an Boulevardblätter – und wurde damit innerhalb weniger Jahre zum gefeierten Schriftsteller. Doch in der Literatur sah der angehende Arzt nur seine „Geliebte“, die er verlassen und zu seiner „Ehefrau“ zurückkehren würde, zur Medizin. Er hat es nicht geschafft. Stattdessen nahm er eine Schauspielerin zur Frau, die auf der Bühne in seinen Dramen brillierte. Anton Tschechow wäre am 29. Januar 150 Jahre alt geworden.

RUSSLAND

Das „Kinopanorama“ in Moskau ist das einzige Kino der Welt, das seit 50 Jahren Filme auf einer 360-Grad-Leinwand zeigt. Als ununterbrochener Streifen zieht sich die Leinwand in dem kreisrunden Saal an der Wand entlang – und der Zuschauer steht mittendrin. Parteichef Nikita Chruschtschow ließ das ungewöhnliche Haus 1959 erbauen, um das Disneyland in den USA zu übertreffen. Heute kommt meist nur noch eine Handvoll Zuschauer. Von 20-minütigen Kurzfilmen lassen sie sich in ein Land entführen, das es nicht mehr gibt – und manch einer ahnt, dass dem charmanten alten Kino vielleicht das gleiche Schicksal droht.

EURASISCHE SPIRITUALITÄT

Magische Erlebnisse und erholsame Touren auf neuartigen Wegen durch den Kontinent. Die vom Deutschen Wanderverband ausgezeichnete Route ist Teil des nirgendwo unterbrochenen geomantischen Höhenstroms Eurasiens zwischen Spanien und dem Ural.

SERBIEN

Der balkanische Burek hat das Zeug zur Döner-Karriere: Er ist gesünder als ein Burger, man kann ihn im Laufen essen und er kostet nicht viel. Doch einen Burek-Imbiss sucht man trotz 700.000 serbischer Immigranten in Deutschland vergeblich.

SPRACHE
Es bewegt sich was in Deutschland: Der Überdruss an albernem oder unverständlichem Englisch in Werbung, Wirtschaft, Wissenschaft wächst, und die Aktion „Lebendiges Deutsch“ leistet seit Februar 2006 einen Beitrag dazu.

EM-INTERVIEW

Die palästinensische Ärztin Jumana Odeh wurde 2008 für ihre Bemühungen zur Verbesserung der Lebensbedingungen behinderter Kinder mit dem „World of Children Health Award“ ausgezeichnet.

UKRAINE

Im westukrainischen Lviv (Lemberg) hält man die Amazonen nicht nur für einen Mythos, sondern ist überzeugt, dass diese zur ukrainischen Geschichte gehören. Die Sportwissenschaftlerin Kateryna Tarnovska hat eine Schule gegründet, in der junge Frauen mit Kampfsport und einer eigenen Philosophie zu modernen Amazonen erzogen werden sollen. Das schließt ein, dass sie sich auch in Haushaltsführung und Kindererziehung schulen lassen.

EURASISCHE SPIRITUALITÄT

Die menschliche Seele ist etwas Reales. Das hat die Wissenschaft erkannt. Und sie ist bei vielen Menschen oft verletzt. Durch spirituelle, meditative Musik bewirkt der Komponist Alexander Sojnikow eine „Gesundung durch Harmonie“, „Gesundung durch Liebe“ und „Gesundung durch geistige Reinigung“. Der Heiler Jewgeni Awerbuch verstärkt diese Wirkung durch biogenetische Aufladung. Was ein Bestseller-Autor der Quantenphysik dazu sagt und was in dem mystischen Erfolgsbuch „Der Heidenschwanz“ zu diesem Thema steht, lesen Sie hier.

TSCHECHIEN

Die Grenzöffnung nach der Samtenen Revolution hat Westböhmen zunächst nur in Verruf gebracht. Die Grenzregion machte mit Prostitution und billigen Asia-Märkten auf sich aufmerksam. Mit Fördermitteln aus Brüssel bemüht man sich seit dem EU-Beitritt, das Negativ-Image loszuwerden. Eger (Cheb) lockt mit der Restaurierung seines reichen Kulturerbes immer mehr Touristen an. In Asch direkt an der Grenze setzt man auf Partnerschaft und Verständigung mit den deutschen Nachbarn.

EM-INTERVIEW

Seit dem Urknall sind große Teile des Universums miteinander verschränkt. Was in fernen Galaxien geschieht, hat immer auch Auswirkungen auf uns. Gedanken, Bewusstsein, Geist und Seele sind so real wie Atome. Leben ist die am höchsten entwickelte Form der Materie. Der Wissenschaftsjournalist Dr. Rolf Froböse zeigt im Gespräch mit dem Eurasischen Magazin auf, wie die moderne Quantenphysik Wege zu einem ganzheitlichen Weltbild eröffnet.

EURASISCHE SPIRITUALITÄT

Wie man eine neue Beziehung zum Heimatplaneten Erde herstellt – was die Faszination der Geomantik ausmacht – welche neuen Möglichkeiten Bücher und Zeitschriften eröffnen – wie durch eine Geomantiklade ganz eigene Kraftorte in Haus und Wohnung entstehen – was es mit den Geheimnissen vom eurasischen Heidenpfad auf sich hat.

EM-INTERVIEW

Er heißt David Seibt, ist gebürtiger Berliner und lebt seit August in Tokio, um das in China erfundene, in Japan verehrte und inzwischen in ganz Eurasien verbreitete Brettspiel Go zu erlernen. Im Gespräch mit dem Eurasischen Magazin spricht der neunzehnjährige David über seine Beweggründe, seine Ziele und Hoffnungen.

TRAGÖDIE

Vielleicht sind manchem Volkswirt oder Finanzfachmann, manchem Banker oder Anleger diese Zeilen im Strudel der weltweiten Krise wieder einmal durch den Kopf gegangen: „Habe nun, ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie durchaus studiert, mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! Und bin so klug als wie zuvor.“ Faust I. Vor 200 Jahren, 1808, ist der Titel „Faust“ erstmals im Druck erschienen. Wir haben also eine Art Faustjahr. Und nichts hat Johann Wolfgang von Goethe, dieser deutsche Dichter, eine der herausragendsten Persönlichkeiten der Weltliteratur, von seiner Aktualität verloren, auch wenn er nicht expressis verbis ein Master-Studium „Finance and Banking“ erwähnt.

EURASISCHE SPIRITUALITÄT

„Zwölf Geheimnisse für ein starkes Leben“ sind das Vermächtnis des alten Uralers, der zwölfmal über den „Heidenpfad“ gewandert ist. Dieser Höhenstrom der alten Welt ist ein Landrücken, der von Spanien bis zum Ural reicht und die Lebenslinie des Kontinents bildet. Die Geheimnisse des Uralers sind auf einer ledernen Schriftrolle eingebrannt, die der ruhelose Wanderer zwischen Ost und West am Leib trägt und die er selbst den „Heidenschwanz“ nennt. Er ist der letzte eines tausend Jahre alten Geschlechts.

FUßBALLKULT

Sie sind erst einige Tage alt, sind aber bereits mit Russlands bei der Europameisterschaft erworbenen neuen Fußball-Ruhm geweiht.

USBEKISTAN

Eurasische Fußballbegeisterung: Im fernen Peking brachte die Hauptstadtzeitung „Xinjingbao“ am Morgen nach dem Sieg der deutschen Mannschaft über Portugal eine Sonderbeilage zur Fußball-EM mit Bastian Schweinsteiger auf dem Titel. In der usbekischen Wüstenstadt Chiwa trafen sich die Fans vor Großleinwänden oder gar im Hof einer märchenhaften alten Medrese. Besonders populär waren die Spiele der ehemaligen Bruderrepublik Russland, doch auch die deutsche Nationalmannschaft hatte hier wahre Fans.

FRAUEN IN CHINA

Chinas neue Frauen entsprechen nicht dem Ideal der deutschen Feministin Alice Schwarzer. Das brauchen sie auch nicht, denn ihr Selbstbewusstsein speist sich weder aus sexueller Verweigerung noch aus aggressiver Arroganz gegenüber dem Mann. Die Frauen in der Volksrepublik wissen ganz einfach noch, dass Männer leichte Beute sind, wenn man sie zu nehmen weiß.

SCHWULE IN CHINA

Sie suchen danach in Chaträumen und Online-Kontaktbörsen. In einem der speziellen Nachtclubs reicht manchmal schon ein Augenzwinkern oder ein Lächeln, dann verschwinden sie in die Nacht, in öffentliche Parks, Waschräume und Saunen. Sie wollen nur eins: schnellen Sex und Mama soll möglichst nichts davon erfahren.

EM-INTERVIEW

Der Erzbischof von Canterbury plädierte kürzlich dafür, Teile des islamischen Rechts in die Gesetzeswerke Großbritanniens zu übernehmen. Die Aufregung war nicht nur in London beträchtlich. Das Eurasische Magazin befragte den Juristen und Islamwissenschaftler Prof. Dr. Mathias Rohe zu seiner Einschätzung dieses Vorstoßes. Auch er vertritt die Auffassung, es sei höchste Zeit für die hier lebende muslimische Bevölkerung religiöse Grundlagen zu finden, die sich klar im Rahmen des säkularen Rechtsstaats bewegen. Sein Fazit: Integrative Islam-Interpretationen sind alternativlos.

ASTRONOMIE

Die erste konkrete Himmelsdarstellung der Menschheitsgeschichte wurde 1999 im Herzen Europas gefunden: bei Nebra in Sachsen-Anhalt. Sie ist ein Schatz aus Bronze und Gold, 3.600 Jahre alt und zeigt erstaunlich präzise den Kosmos, so wie er sich auch heute noch darstellt. Vom 08. März bis 01. Juni 2008 wird eine Kopie der geheimnisvollen „Himmelsscheibe von Nebra“ im Archäologischen Museum zu Frankfurt unter dem Titel „Ein Himmel auf Erden“ zu sehen sein. Sie hat weit reichende archäologische Bezüge und Berührungspunkte von Kleinasien bis nach Schottland und vom hohen Norden bis zum Mittelmeer.

EM-INTERVIEW

Rubljovka ist wohl die meist überbewachte Straße der Welt. Es ist die Verkehrsader, die das Zentrum von Moskau mit der russischen Provinz verbindet. Die Gegend um die Rubljovka zog in allen Zeiten wie ein Magnet die herrschenden Eliten an: Zaren, Diktatoren, Präsidenten. Auch das heutige Staatsoberhaupt Putin wohnt hier. Die Spuren der Despoten und ihrer Prachtentfaltung bilden einen bizarren Mikrokosmos, den es sonst nirgendwo im russischen Riesenreich gibt. Die in Sibirien geborene Dokumentarfilmerin Irene Langemann hat darüber einen Film gedreht, der zurzeit mit Erfolg in den deutschen Kinos läuft: „Rubljovka – Straße zur Glückseligkeit“. Im Gespräch mit dem Eurasischen Magazin erläutert sie ihre Beweggründe für diese Arbeit und schildert ihre Erfahrungen, die sie als Russlanddeutsche seit 1990 in der Bundesrepublik gemacht hat.

EURASISCHE LEBENSWEISHEITEN
Es ist ein Phänomen – nicht leicht erklärbar: Russen und Deutsche zitieren zu Hunderten die gleichen Sprichwörter. Dass man sich nicht selbst den Ast absägen sollte, auf dem man sitzt, ist Russen und Deutschen gleichermaßen einsichtig. Und „einen zur Brust nehmen“ kennen beide Völker recht gut. Ebenso, dass man die Beine in die Hand nimmt, wenn es eilt. Leben und leben lassen, Luftschlösser bauen, jemand den Kopf waschen, gegen den Strom schwimmen oder alle Brücken hinter sich abbrechen – auch das sind Russen und Deutschen sehr geläufige Wendungen. Allerdings gibt es auch Unterschiede: Schwein haben oder bei Wasser und Brot sitzen werden in beiden Sprachen anders gedeutet. Tatjana Balzer hat über 600 Redensarten aus Russland und Deutschland gesammelt. Jetzt sucht sie einen Verlag, der ihren Schatz hebt, und die Sammlung veröffentlicht.

KASACHSTAN

Wenn bei Minusgraden und Schneematsch schon wenige Minuten Wartezeit an der Haltestelle zur Herausforderung werden, haben es Almatys Straßenbahnpassagiere besonders schwer: Nur im Schritttempo quälen sich die oft dutzende Jahre alten Waggons übers marode Gleisbett. Doch besonders für den ein oder anderen deutschen Kasachstan-Touristen dürfte die Bahn ein netter Anblick sein: Mitten in Zentralasien, 5.000 Kilometer entfernt von Deutschland, fahren unter anderem Tatra-Bahnen aus Dresden, Schwerin und Berlin auf dem holprigen Schienennetz.

WEIHNACHTEN IN RUSSLAND

Russland geht zehn Tage in die kollektiven Neujahrsferien. Vorher zerschlug der kommunistische Alterspräsident der Duma noch ein Champagnerglas. Ein staatlich geduldeter Protest gegen die ungerechte Verteilung des Reichtums „auf der Welt“.

GEORGISCHE TÄNZE

Anfang Januar gastiert Georgiens staatliche Akademie für Tanz und Gesang am Deutschen Theater in München. Sie trägt den Namen „Erisoni“ und bringt die große Bühnenschau „Legends of the Storm“ zur Aufführung. Nach großen Erfolgen in aller Welt wartet das heimische Publikum gespannt auf das gefeierte Ensemble.

THAILAND

„In der globalen Welt, wird die Kluft zwischen ethnischer und zeitgenössischer Kunst immer schmaler“. So formulierte Peter Weibel im Katalogtext zur Ausstellung „Neue Asiatische Kunst, Thermocline of Art“, die noch für wenige Tage im Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe zu sehen ist. Fast zeitgleich konnte man in Bangkok, anhand eines Abrisses der letzten zwanzig Jahre thailändischer Medienkunst diese schmale Kluft sehen. Der Titel der Schau dort: „From Message to the Media“. Er bezieht sich auf das Werk des Medientheoretikers McLuhan „Das Medium ist die Botschaft“ und ist eine Präsentation zehn bekannter thailändischer Positionen zeitgenössischer Kunst.

EURASISCHE DIMENSIONEN

Über die Wege und Pfade der Seidenstraße hat seit jeher ein reger Austausch von Gütern, Kulturen und Religionen stattgefunden, von Techniken und Kunststilen. Ihre Verbindungen sind seit fünftausend oder sechstausend Jahren oder noch länger eine Art Schicksalsweg des eurasischen Kontinents – die älteste Handels-, aber auch Völkerverbindung der Welt.

IRAN

Vor dreißig Jahren drängte sich eine für damalige Verhältnisse unvorstellbar große Zahl von Dichtern, Schriftstellern, Intellektuellen bei einer Veranstaltung des deutschen Goethe-Instituts in den Räumen der Deutsch-Iranischen Gesellschaft. Dieses vergessene Woodstock der Poesie war ein Meilenstein in der Geschichte des Niedergangs der korrupten Schah-Dynastie.

KONSTANTIN

Zehn Jahre lang wurde Westrom von der Moselstadt Trier aus regiert. Im Jahr 307 soll der römische Caesar Konstantin hier geheiratet haben. 1700 Jahre Erinnerung. Aber der später von Konstantinopel – dem heutigen Istanbul – aus regierende Kaiser hat nicht nur das Gesicht Triers geprägt, sondern auch das Europas und großer Teile Eurasiens. Die bislang größte Schau über den spätrömischen Kaiser (ca. 275 bis 337 n. Chr.) und seine Zeit ist seit 2. Juni und noch bis 4. November 2007 in Trier zu sehen.

DIE SKYTHEN

Staatsoberhäupter aus Ost und West erwiesen Ihnen die Ehre und kamen zur Eröffnung der großen Skythenausstellung in Berlin. München und Hamburg sind die nächsten Stationen. Insgesamt werden die Skythen und ihre Schätze ein Millionenpublikum in seinen Bann ziehen. Die frühen Reitervölker aus der eurasischen Steppe faszinieren als Krieger, Künstler und Erbauer von Grabhügeln. Ihre Hinterlassenschaften haben die Wissenschaftler überrascht. Gold, Pferdemumien und blonde Reiter, die einst Asien bevölkerten. Sie zeigen, dass die Siedlungsgeschichte Eurasiens noch voller Überraschungen steckt.

KROATIEN

Zagreb lockt mit Wiener Kaffeehaus-Tradition und südländischer Gelassenheit. Wer in Kroatien Urlaub macht, steuert allerdings meist die Adriaküste direkt an und lässt die gemütliche Altstadt von Zagreb links liegen. Zu Unrecht, denn Zagreb verströmt eine Mischung aus altem Habsburger Charme und südländischer Gelassenheit, zahlreichen Museen, gutem Essen und gastfreundlichen Menschen. Ein Streifzug durch die kroatische Metropole mit ihren gut 800.000 Einwohnern

SIBIRIEN

Krasse Gegensätze, ein ungewohnter Lebensstil und eindringliche Erlebnisse machen die besondere Faszination Sibiriens für den ausländischen Besucher aus. Ob in der Eisenbahn, daheim bei der Gastfamilie oder bei den Feierlichkeiten zum „Tag des Sieges über den Faschismus“ - dieser Teil Russlands überwältigt mit einem unerschöpflichen Reichtum an Skurrilität.

EURASISCHE MEDIZIN: SCHÜSSLER UND TCM

Der deutsche Arzt Wilhelm Heinrich Schüßler hat in seinem biochemischen System die optimale Versorgung der Zellen mit den zwölf Lebenssalzen dokumentiert. Und er hat dezidiert beschrieben, wie die verschiedenen menschlichen Typen davon geprägt werden. In der chinesischen Ernährungslehre der TCM wurde die Fünf-Elemente-Ernährung für fünf Ernährungstypen entwickelt. Beide Systeme ergänzen sich optimal. Derzeit werden in vielen Schulungen und Kongressen ihre Gemeinsamkeiten vertieft. Der erste Ratgeber zur Kombination von Schüßler-Salzen und chinesischer 5-Elemente-Ernährung ist kürzlich erschienen.

MOSKAU
„Verjagt die Missgeburten“, schrieen rechte Schläger als Schwule und Lesben sich vor dem Moskauer Rathaus versammelten. Der Grüne Volker Beck aus Deutschland wurde von der Polizei verhaftet, zu seinem Schutz, wie es hieß.

VERSÖHNUNG

In Russland wurde der 9. Mai auch in diesem Jahr wieder als „Tag des Sieges“ über den Faschismus gefeiert. Zur Frage, was dieser Tag für deutsche und russische Jugendliche heute bedeutet, sprach das Eurasische Magazin mit Ute Weinmann. Sie betreut seit acht Jahren Jugendliche aus Deutschland, die in Russland einen „Freiwilligendienst“ ableisten.

EURASIEN ÖKOLOGISCH

Waschmittelallergien sind weit verbreitet. Die Suche nach antiallergischen Rohstoffen für die Waschmittelproduktion ist deshalb besonders wichtig. Einer kleinen Schwarzwaldfirma ist es gelungen, aus indischen Seifennüssen chemiefreie, natürliche Produkte herzustellen. Die nachwachsenden Rohstoffe liegen ganz im ökologischen Trend. In einem Spezialverfahren werden daraus Wasch- und Spülmittel in flüssiger Form produziert. Reformhäuser und Supermärkte reißen sich darum. Auch Handelsketten haben sie schon in
ihren Regalen stehen.

SPORTSTÄTTEN

Das russische Badeparadies Sotschi kämpft gegen Salzburg und Pyeongchang (Südkorea) um die Winterspiele 2014. Die Schwarzmeer-Metropole ist der exotischste der drei verbliebenen Kandidaten, die das IOC in die engere Wahl genommen hat. Neun Milliarden Euro sollen in den nächsten Jahren in den Ausbau der Infrastruktur fließen. Für Wladimir Putin wäre die Vergabe der Spiele nach Sotschi die Krönung seiner im Jahre 2008 auslaufenden Amtszeit. Allerdings regt sich Widerstand in der Bevölkerung, denn viele Bauvorhaben im Kaukasus liegen in Naturschutzgebieten.

DROGEN

Jeder 16. Georgier ist drogenabhängig. Schuld daran ist vor allem der zur Heroin-Substitution gedachte Stoff „Subutex“. Er macht unter Jugendlichen auf den nächtlichen Straßen der Hauptstadt Tiflis die Runde und verbreitet sich wie ein Buschfeuer in der kleinen Bergrepublik im Kaukasus. An Entzugseinrichtungen mangelt es dagegen. „Die Drogen sind hier kein Problem, sondern eine Katastrophe“, sagen Mitarbeiter von Hilfsorganisationen.

RUSSISCHE ORTHODOXIE

Die Russische Orthodoxe Kirche erlebt derzeit die stürmischste Aufwärtsentwicklung ihrer tausendjährigen Geschichte. 1989, am Ende der Sowjetunion, gab es im ganzen Riesenland nur noch rund 6.000 Kirchen mit zusammen fünf Millionen Gläubigen. 2005 waren es schon über 12.000 Kirchen mit 9,5 Millionen Gläubigen. Für 2015 erwartet man rund 25.000 Kirchen mit bis zu 28 Millionen Gläubigen. Damit soll aber noch lange nicht das Ende erreicht sein. Für 2025 wird sogar mit 40.000 Kirchen gerechnet.

PFERDESTÄRKEN

Der eurasische Kontinent ist wie kein anderes Gebiet der Erde vom Pferd geprägt. Völker aller Zeiten haben die Weiten zwischen Pazifischem und Atlantischem Ozean durchritten. Wie das Pferd in inniger Symbiose mit dem Menschen Reiche formte und Gesellschaften prägte, zeigt eine große Sonderschau in Mannheim.

RUSSLAND

Alle Geschichten im Zirkus Upsala erzählen von kleinen und großen Wundern. Die Artisten sind ehemalige Straßenkinder, die sich in den Hinterhöfen St. Petersburgs mit Betteln durchschlugen, bis ihnen der Zirkus – ein deutsch-russisches Projekt – einen Ausweg aufgezeigt hat. Jedes Jahr ist der Zirkus auch in Deutschland auf Tournee. Die Idee zu dem Projekt, das vor sechs Jahren begann, hatte die Berlinerin Astrid Schorn.

ESTLAND

Vor einem Jahr öffnete das größte Museum des Baltikums, das Kunstmuseum „Kumu“ in Estlands Hauptstadt Tallinn. 200.000 Besucher aus aller Welt schauten sich den futuristischen Bau bereits an. Ausländern hat es dabei vor allem die Abteilung mit Bildern aus der Sowjetzeit im Stile des Sozialistischen Realismus angetan.

MANAGEMENT

In keinem anderen Land Eurasiens gibt es so viele Spitzenmanagerinnen wie in Russland. Ob Telekommunikation oder Atomindustrie, Tiefkühlkonzerne oder Baufirmen: russische Frauen führen ihre Unternehmen mit Eleganz und Können zu herausragenden Ergebnissen.

EX-JUGOSLAWIEN
Im einstigen Vielvölkerstaat Jugoslawien war nicht danach gefragt worden, ob der ausgesuchte Ehepartner Serbe, Kroate oder Slowene war. Im jüngsten Bürgerkrieg Anfang der 1990er Jahre entschied die ethnische Zugehörigkeit plötzlich über Leben und Tod. Viele binationale Ehen scheitern seither am Druck einer feindseligen Öffentlichkeit. Manche Paare setzten sich in Drittländer ab, um ihrer Liebe noch eine Chance zu geben.

BULGARIEN
Bulgarien ist Balkan, gewiss. Aber es ist auch seit jeher europäisches Kulturland, mit einer bislang ungestillten Europa-Sehnsucht. Und mit deutschen Bezügen, von denen die wenigsten wissen: Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs war die Deutsche Schule Sofia mit ca. 1.700 Schülern, darunter nur knapp 80 Deutsche, die größte deutsche Auslandsschule der Welt. Na ja, und in beiden Weltkriegen war Bulgarien Deutschlands Verbündeter, also auch Weggefährte in die Niederlage. Jetzt kehrt es heim.

GEORGIEN

Die Unterdrückung der Frau gehört im Kaukasus fast schon zum kulturellen Erbe. Auch nach der Rosenrevolution in Georgien hat sich daran nichts geändert. Manche Männer werden zu regelrechten Peinigern. Die eben erst reformierte Polizei verfolgt ihre Taten nicht. Auf Verständnis brauchen Frauen, die sich wehren, erst gar nicht zu hoffen.

EURASIEN

Die Siedlungsgeschichte Eurasiens steckt voller Überraschungen. Große Teile des westlichen Asiens und Zentralasiens waren bis zum Auftreten der Hunnen von einer europiden Bevölkerung besiedelt. Erst zu Beginn des Frühmittelalters ändert sich die ethnische Zusammensetzung der Menschen in diesem Gebiet. Hermann Parzinger, Präsident des Deutschen Archäologischen Instituts erklärt im Gespräch mit dem EURASISCHEN MAGAZIN, wie die Wellen vieler Völkerschaften aus den Steppen Sibiriens das Gesicht Eurasiens geprägt haben.

KÖRPERUTOPIA

Verena Paulus hat im Katalogbuch der Ausstellung „1001 Nacht – Wege zum Paradies“ im Bremer Überseemuseum einen viel beachteten Beitrag veröffentlicht. Er befasst sich mit „Irdischen Paradiesen“, ganz speziell mit dem „Körper in der Postmoderne“. Das EURASISCHE MAGAZIN sprach mit ihr über neue Körperideale und Kunstwesen aus dem Cyberspace.

GEGENWELTEN

Prof. Bernd U. Schipper hat für das Katalogbuch der Ausstellung „1001 Nacht – Wege zum Paradies“ im Bremer Überseemuseum die Paradiesvorstellungen in den Religionen analysiert. Das EURASISCHE MAGAZIN sprach mit ihm darüber, woher die menschliche Sehnsucht nach Paradiesen rührt und wie es um deren Zukunft bestellt ist.

AUSSTELLUNG

Die Paradiese der Welt sind im Überseemuseum in Bremen versammelt, zugänglich für jedermann. Eine phantastische Ausstellung lässt sie lebendig werden: biblische, weltliche, sozialistische, Reise- und Konsumparadiese. Sie alle, die Menschen sich in ihrer Sehnsucht nach einer besseren Welt erträumt, ausgemalt und erschaffen haben, sind dort zu betreten und mit allen Sinnen zu erleben. Erstaunt bemerkt der Betrachter, wie wenig unser eigenes Zeitalter davon noch zu bieten hat.

SIBIRIEN

Die urzeitlichen Mammuts faszinieren viele Menschen. Zuletzt meldeten japanische Forscher sogar, sie wollten mit Hilfe konservierter Mammutreste die Tiere klonen und so wieder zum Leben erwecken. Nördlich der sibirischen Stadt Omsk gibt es Mammutknochen an jeder Ecke. So scheint es zumindest. Aber vielleicht liegt es auch nur daran, dass Nikolaj Peristow weiß, wo man suchen muss. Der „Mammut-Mann“ aus Omsk folgt den Spuren der Eiszeitriesen bereits seit über 20 Jahren. Zum Klonen sind diese Funde jedoch nicht geeignet. Aber für Kunstwerke taugen sie allemal.

POLEN

Die Weichsel teilt Warschau in zwei Hälften und zwei Kontinente. Auf der Ostseite – so sagen hochnäsige Hauptstädter- beginne Asien. Der Stadtteil Praga gilt als Sumpf des Verbrechens. Vor allem der gigantische Freiluftmarkt „Jarmark Europa“ mit seinen über 5000 Kleinhändlern aus Vietnam, Russland, der Ukraine und dem Kaukasus regt die Phantasie an. Doch Praga wandelt sich. Die alte, verfallene Bausubstanz der Jahrhundertwende wird von Künstlern entdeckt.

TIBET-AUSSTELLUNG

Tibet wie es kaum jemand im Westen kennt. Eine grandiose Ausstellung zeigt 150 Exponate aus dem Land des Buddhismus und seiner Klöster, die noch nie zuvor außerhalb Tibets gezeigt werden durften. Es ist die erste Großausstellung dieser Art in Europa.

ESTLAND

Über die estnische Küche, die Sprache der Menschen und wie ungezwungen die Mädchen des Landes sich geben. Vom Hundertsten ins Tausendste – auf einer Reise durch Kneipen und über Land, Begegnungen mit Italienern und Reflexionen auf wenig psychoaktives deutsches Einheitsbier.

RUMÄNIEN

Hermannstadt alias Sibiu, eine der schönsten mittelalterlichen Städte in Rumänien, lag über Jahrzehnte in einem Dornröschenschlaf. Dieser ist nun definitiv zu Ende. Die Stadt macht sich schön, um im Jahr 2007 würdige Kulturhauptstadt Europas zu sein. Sehenswert ist das historische Hermannstadt mit seinen mittelalterlichen Handwerker- und Patrizierhäusern und seinen weitläufigen Plätzen schon jetzt, in seiner wohl spannendsten Phase der Totalerneuerung.

SALADIN

In Mannheim widmet sich eine Ausstellung dem Thema „Saladin und die Kreuzfahrer“. Der Kampf des Sultans gegen die christlichen Ritter und vor allem die Jahre der Kämpfe mit Richard Löwenherz von England stehen im Mittelpunkt. Noch heute, über 800 Jahre nach seinem Tod, berufen sich Muslime in ihrem Kampf gegen die „Ungläubigen“ im Westen auf den legendären Saladin.

KULTUR

Politische Spiele mit Alkohol-Etiketten in Osteuropa – von „Stalins Tränen“ bis zum „Blauen Würger“ der ehemaligen DDR, vom „Shirinowski-Wodka“ bis zur Ehrenflasche „Andropowka“: alles längst Vergangenheit. Als Benzin-Cocktail ist er ungenießbar. Ganze Imperien, die er durchtränkt hat, sind vergangen. Geblieben ist allein der Wodka.

GOEAST-FILMFESTIVAL

Was das Internationale Filmfestival von Cannes für das globale Glamour- und Kassenschlagerkino ist, das ist das Wiesbadener goEast-Festival für das bescheidenere Kino aus Osteuropa, Russland oder Zentralasien. Anfang April fand es zum sechsten Mal statt.

SORBEN

Die Sorben haben einen großen Sohn verloren. Ihr Dichter Jurij Brezan ist im März gestorben. Er war einst prominenter Teil des DDR-Literaturbetriebs. Vor allem aber war er leidenschaftlicher Sorbe. Zum Tod des slawischen Nestors zweier Literaturen in Deutschland.

RUßLAND
In Sachen Gleichberechtigung fällt Russland weiter zurück, doch trotzdem können Feministinnen nicht Fuß fassen. Mit Frauenrechtlerinnen wie Clara Zetkin assoziieren die Frauen Russlands nicht Frauenbefreiung, sondern sowjetische Bürokratie und Entmündigung.

RUSSISCH-DEUTSCHE KULTUR

Erinnerungen an das „Russisch-Deutsche Theater Der Blaue Vogel“ in Berlin. „Der Blaue Vogel ist das Herrlichste, was man hier in der Welt sehen kann“, schwärmte Else Lasker-Schüler, und mit dieser Begeisterung stand sie nicht allein.

DENKMÄLER

Denkmäler haben oft eine skurrile Geschichte. Ihre Aufstellung ist häufig nicht minder bizarr als ihre Entsorgung. Und in aller Regel, die von Ausnahmen bestätigt werden, sind sie verlogen bis banal – so wie jetzt der bronzene Bruce Lee in Mostar.

WEIHNACHTEN

Auch die Kroaten feiern Weihnachten – soviel steht fest. Doch die Vorstellungen darüber, was auf den Festtagstisch gehört, wer die Geschenke bringt und wann überhaupt gefeiert wird, gehen weit auseinander. Ein Streifzug durch den jungen Adriastaat.

ESTLAND

Die estnische Hauptstadt ist berühmt für ihre UNESCO-geschützte historische Altstadt. Wenige Meter davon entfernt entsteht das junge Tallinn mit Hochhäusern und gläsernen Einkaufszentren. Nicht alle Hauptstädter sind darüber erfreut.

LENIN LEBT
Nach der Oktoberrevolution 1917 entwickelten die Kommunisten in Rußland eine besondere Vorliebe für Abkürzungen. Nicht nur Begriffe wie „Proletarische Kultur“ oder „Maschinen-Traktoren-Station“ kürzte man auf wenige Lettern zusammen. Einige Revolutionäre brachten ihren Enthusiasmus gar zum Ausdruck, indem sie in die Namen ihrer Kinder kommunistische Parolen oder die Initialen von Revolutionsführer Lenin einarbeiteten: Winun etwa steht für „Wladimir Ilijitsch stirbt nie!“. Wolf Oschlies über Wesen und Wirken der (un)heimlichen Surrealität russischer Vornamen.

KREUZZÜGE

Trutzige Burgen künden noch heute von 200 Jahren Kreuzfahrerzeit im Nahen Osten. Herausragendes Symbol ist der Krak des Chevaliers in Syrien. Er ist auch Mittelpunkt einer Ausstellung, die unter dem Titel „Burgen und Basare der Kreuzfahrerzeit“ im Archäologischen Museum Frankfurt zu sehen ist.

INDIEN
Waschnüsse nennt man sie oder „Soapnuts“ und davon abgeleitet bezeichnet man den Baum auf dem sie wachsen als Seifenbaum. In Indien reinigen die Menschen mit seinen Früchten seit Menschengedenken ihre Wäsche. Im Westen wurden Waschnüsse bisher vor allem von Fabrikanten geschätzt, die daraus Waschmittel und Seifen herstellen. Jetzt können Umweltbewußte unverarbeitete Waschnüsse im Reformhaus kaufen. Jeder Waschvorgang wird dadurch um die Hälfte billiger – die Umwelt atmet auf.

EXPEDITIONEN INS MORGENLAND

Er war einer der letzten großen europäischen Universalgelehrten des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Der tschechische Orientforscher Alois Musil bereiste mehrfach den vorderen Orient und schilderte seine Erlebnisse in einer Vielzahl von packenden Reiseerzählungen und wissenschaftlichen Abhandlungen.

AUS DER WELT DES ISLAMS

Die Kunsthalle im österreichischen Krems zeigt drei Monate lang wie sich bedeutende westliche Künstler des 19. Jahrhunderts die verborgene Welt des Harems vorgestellt haben. Vom 14. August bis 13. November 2005 sind rund 80, meist monumentale Werke von Jean Auguste Dominique Ingres, Eugène Delacroix, Leopold Carl Müller, Ferencz Eisenhut, Franz Lefler, Rudolf Ernst oder Jean-Léon Gérome zu sehen. Ergänzt wird die Ausstellung durch Fotografien von Rudolf Lehnert und Franz Landrock aus den Jahren 1911-14, die in Tunesien entstanden sind.

DSCHINGIS KHAN

Das Abendland war schockiert aber auch fasziniert, von der urplötzlich auftauchenden Macht der mongolischen Steppenreiter unter Dschingis Khan und seinen Nachfolgern. Gut vier Jahrzehnte nach der Wahl des Großkhans und der Unterwerfung riesiger Landstriche, erreichte eine päpstliche Abordnung die mongolische Hauptstadt Karakorum. Ein Poker um Macht und Einfluß auf Erden begann, bei dem man noch heute geneigt ist, den Atem anzuhalten.

LENIN WAR NUR DER ANFANG

Nicht das Bernsteinzimmer, aber dennoch eine deutsch-russische Geschichte und mit fast genauso viel Mühe zusammengestückelt: das Zeitungszimmer. Noch ganz versteckt im thüringischen Schlöben bei Jena.

POLEN

Fünf Jahre nach dem Produktionsstopp ist aus dem kleinen Fiat Polski ein Kultobjekt geworden.

DSCHINGIS KHAN UND SEINE ERBEN
Im Jahre 2006 jährt sich zum 800. Mal die Gründung des mongolischen Großreiches durch den legendären Dschingis Khan. Die Bundeskunsthalle in Bonn veranstaltet dazu vom 26. Juni bis 27. September 2005 eine Ausstellung, die das Mongolenreich auf dem Höhepunkt seiner Macht zeigt.

GOEAST

Bereits zum fünften Mal lud das goEast-Festival nach Wiesbaden, um Kino und Kultur aus Osteuropa und Zentralasien zu präsentieren. Filme aus bekannter Regiehand erhielten ebenso eine Bühne wie unbeschwerte Produktionen junger Nachwuchskünstler. Das Filmfestival bot eine einzigartige Möglichkeit, Stimmungen aus Ost und West einzufangen und just ein Jahr nach der EU-Osterweiterung über den Tellerrand der aktuellen Berichterstattung zu schauen.

GEORGIEN

Im März tourte das georgische Nationalballett durch Deutschland. Das Eurasische Magazin präsentiert Bilder und Impressionen vom Auftritt der kaukasischen Tänzer.

STRATEGIE

In Asien soll es in vielen Unternehmen für Topmanager Pflicht sein, das Jahrtausende alte strategische Spiel Go zu beherrschen, dem kein Computer bislang gewachsen ist.

LITAUEN
Die Litauer haben sich ihre ganz eigenen Weihnachtstraditionen bewahrt

SIBIRIEN
Zur Geschichte der sibirischen Museen im 19. und 20. Jahrhundert

KULTUR IN EURASIEN
Vor 80 Jahren eroberte der Siebenburger Sachse Rudolf Wagner-Régeny mit seinen Opern von Berlin aus die Buhnen der Welt. Sein musisches Schaffen wurde sowohl durch das abendländische Christentum als auch durch Elemente der asiatischen Religionen, vor allem des Zen-Buddhismus, befruchtet. Wagner-Régeny hat die Musikwelt des 20. Jahrhunderts bereichert, auch wenn sein Werk heute fast vergessen ist. Das Eurasische Magazin veröffentlicht ein Gespräch mit dem Wagner-Régeny-Interpreten Peter Szaunig über das Werk des Komponisten und die geistig-religiösen Einflüsse aus West und Ost, die es geprägt haben.

EURASIEN HISTORISCH

Nach zweieinhalb Jahrtausenden kehren die Olympischen Spiele im August
2004 wieder nach Griechenland zuruck. Das EU-Mitglied ist heute nur
eine unauffällige Mittelmacht auf dem Balkan. Seine wahre Bedeutung
liegt in der Vergangenheit. Das antike griechische Erbe hat die abendländische
Welt entscheidend geprägt und alle Zeiten uberdauert.

RUßLAND
Im hohen Norden, wo der Polarwind glitzernde Eiskristalle durch die Lufte wirbelt und die Schneedecke monatelang unter den Fußen knirscht – da ist der Weihnachtsmann zu Hause. Ob der Alte mit dem weißen Rauschebart seine Geschenke jedoch am Nordpol oder in Lappland lagert, weiß niemand so genau. Mittlerweile hat sich Väterchen Frost (Ded Moros) auch in der nordrussischen Stadt Archangelsk sein Domizil eingerichtet.
Das Eurasische Magazin stellt die verschiedenenen Weihnachtsbräuche des eurasischen Kontinents vor.

FEST DER VÖLKER

Weihnachten ist nicht als fertiges Fest in die Welt
gekommen, sondern es hat tiefe Wurzeln in den Mythologien verschiedener historischer
Völker, die auf dem Kontinent lebten. Im Laufe der Jahrtausende hat es
eine Reihe von Zutaten und Veränderungen erlebt. Es wird inzwischen nahezu
weltweit gefeiert, ist aber ausschließlich eurasischen Ursprungs, wie
eben auch die großen Weltreligionen.

Wer da aus dem Winterwalde zu den Menschen kommt, das wissen die meisten im Westen Eurasiens: der Nikolaus. Aber woher kommt er? Bayerische und österreichische Kinder wurden wohl meinen, der Rauschebart und sein Helfer Knecht Ruprecht lebten zusammen in den Wäldern des Alpenvorlandes. Vielleicht macht er hier gelegentlich Station. Doch eigentlich stammt der Nikolaus von der Mittelmeerkuste der heutigen Turkei. Dort in der antiken Stadt Myra, 120 Kilometer sudwestlich von Antalya, wurde der Heilige Nikolaus einst zum Bischof gewählt. Ulfrid Kleinert erzählt in seinem Vortrag, den er vergangenes Jahr im sächsischen Radebeul-Kötzschenbroda gehalten hat, die Geschichte dieses Ausländers aus einem Nicht-EU-Staat, der am 6. Dezember so gefeiert wird.

RUMÄNIEN
Der Schriftsteller und pensionierte Pfarrer Eginald Schlattner ist beinahe der letzte Siebenburger in dem rumänischen Dorf Rothberg. Um an der Einsamkeit nicht zu verzweifeln, schreibt er Bucher, die Kassenschlager sind.

ALTES THEATER MIT NEUER SEELE
Mit der Wahl des Franzosen Dominique Perrault zum Sieger des internationalen Architekten-Wettbewerbs fur die neue Buhne des Mariinskij-Theaters hält die Moderne Einzug in das historische Ensemble von St. Petersburg.
Eine Nacht fur die ganze Familie
„Es ist schlimm, in einem Lande zu leben, in dem es keinen Humor gibt. Aber noch schlimmer ist es, in einem Lande zu leben, in dem man Humor braucht“, heißt es bei Bert Brecht, und was dessen Urteil unter den Bedingungen des „real existierenden Sozialismus“ bedeutete, ist in Oschlies’ Buch in dankenswerter Vielfalt erläutert.
„In Moskau braucht man viel Geduld und noch mehr Humor“ - Es sind nicht gerade die typischen deutschen Eigenschaften, die einem das Leben in Moskau erleichtern. In ihrem Reise-Buch gibt die Autorin Carmen Eller wichtige Tipps.
„Ich bin auf Reisen immer wieder gerne in keltische Länder wie Irland oder Schottland gefahren“, sagt Rüdiger Sünner im Eingangstext zu seiner dem Buch beiliegenden DVD. Dort hätte ihn nicht nur die Landschaft angezogen, sondern auch das unverkrampfte Verhältnis der Menschen zu ihren Mythen, Sagen und Kultstätten. Sünner analysiert, wovon die Verkrampfung gegenüber den Mythen in germanischen Ländern herrührt. Er kommt zu dem Ergebnis: „Vom Missbrauch in Nationalsozialismus und rechter Esoterik“.
Dieses Buch handelt von kühnen Kämpferinnen, die mutig waren, stark und kriegerisch: den Amazonen. Sie konnten reiten und kämpfen, waren mutig und stark - und brauchten Männer nur zur gelegentlichen Fortpflanzung. Sie sind ein Mythos und haben seit jeher die Phantasie beflügelt. Jetzt diejenige von Hedwig Appelt, Literaturwissenschaftlerin, selbst leidenschaftliche Reiterin und beruflich zu Hause in der Werbebranche.
Spanisch-Deutsch fürs Kinderzimmer – eine wunderschöne Märchen-Sammlung von der iberischen Halbinsel und dem spanischsprechenden Lateinamerika. Die Lust an der Sprache wird durch Spannung, durch Illustrationen und die kindgerechte Auswahl geweckt.
Als „Ratgeber über die Alltagskultur“ bezeichnet die Autorin selbst ihr Werk und als „Überlebensratgeber“. Weil man sich dort, „wo das Klima rau ist und die Winter lang sind, anders verhalten muss als im gemäßigten Westeuropa. Das fängt schon beim Einkaufen an…
Eine Retrospektive zum Schaffen des russischen Fotografen Jewgeni Chaldej
Erkenntnistheorie und Management stehen prinzipiell vor den gleichen Aufgaben: Möglichst sichere Erkenntnisse erzielen und dazu Verknüpfungen bilden und Synergien herstellen. So der Autor des Buches. „Wir brauchen mehr Kant in der Wirtschaft“ fordert Bernd Niquet und untermauert dies mit teils überraschenden Erkenntnissen aus dem philosophischen Werk seines Königsberger Kronzeugen.
Gilgamesch ist König von Uruk. Gemeinsam mit seinem Freund Enkidu besteht er gefährliche Abenteuer. Nach Enkidus plötzlichem Tod zutiefst erschüttert, begibt er sich auf eine weite Reise. Doch während seiner Suche nach ewigem Leben erhält er immer wieder dieselbe Antwort: „Das Leben, das du suchst, wirst du nicht finden. Als die Götter den Menschen erschufen, bestimmten sie für ihn auch den Tod.“
Tom möchte Mondflieger werden. Abend für Abend sitzt er an seinem Fenster und wartet auf den aufgehenden Mond. Er möchte endlich wissen, warum dieser jede Nacht anders aussieht. Doch was ihm sein Großvater dazu erzählt, überzeugt Tom nicht. Erwachsene machen einfach alles zu kompliziert. Dann trifft er im Traum auf Lule, die kleine Mondnase. Von ihr erfährt er, dass tatsächlich nicht alles so ist, wie es scheint.
Dieses Buch stellt uralte Mythen vor, die im Kaukasus über Jahrtausende gesungen und weitererzählt wurden. An vielen Stellen wird man an altnordische oder griechische, an persische oder indische Sagen erinnert. Das kaukasische Epos, das auf skythische Götter und auf die Stämme der Alanen zurückgehen soll, ist ein erstaunliches Zeugnis für indoeuropäische Verwandtschaften in der Sagenwelt. Und es ist das Vermächtnis des kleinen ossetischen Volkes, in dessen Gedächtnis es die Zeiten überdauert hat.
Was hat uns geprägt – uns Europäer und unsere Sicht der Welt? Dieser Frage widmet sich eine Buchreihe mit dem Titel „Mythen Europas“. Sie beginnt mit dem Band zur Antike und wird mit weiteren sechs Bänden zu den folgenden Epochen bis zur Neuzeit fortgesetzt. Es geht darum, welche „Schlüsselfiguren“ der einzelnen Epochen, welche Sehnsüchte, Ängste und Hoffnungen verkörpern und was an den uralten Mythen, die sich um sie ranken, bis heute fasziniert.
BW Bildung und Wissen-Verlag, Nürnberg 2004, 258 Seiten, 14,80 Euro, ISBN 3-82147-633-8.
National Geographic, Hamburg 2002, 304 Seiten, Bild-/Textband, Format 23 x
31cm, 200 Farbfotos, 30 Karten, 49,00 Euro, ISBN 3-934-38585-0.