
TURKSTAATEN

Nach fünfjähriger Pause kamen am 17. November die Staatschefs der Turkstaaten zu ihrem 8. Gipfeltreffen zusammen. Es fand in der türkischen Küstenstadt Antalya statt. Zu den Turkstaaten zählen die türkischsprachigen Länder Türkei, Aserbaidschan, Kasachstan, Turkmenistan, Usbekistan und Kirgistan. Die gemeinsamen Treffen waren 1992 vereinbart worden, um eine gemeinsame Interessenplattform für die Turkstaaten einzurichten.

SALADIN

In Mannheim widmet sich eine Ausstellung dem Thema „Saladin und die Kreuzfahrer“. Der Kampf des Sultans gegen die christlichen Ritter und vor allem die Jahre der Kämpfe mit Richard Löwenherz von England stehen im Mittelpunkt. Noch heute, über 800 Jahre nach seinem Tod, berufen sich Muslime in ihrem Kampf gegen die „Ungläubigen“ im Westen auf den legendären Saladin.

IRAN

Der Iran will auf der Insel Kish im Persischen Golf eine Ölbörse eröffnen, an der nicht mehr in Dollar, sondern in Euro abgerechnet wird. Behrooz Abdolvand, gebürtiger Iraner, Lehrbeauftragter an der Freien Universität Berlin, analysiert im Gespräch mit dem Eurasischen Magazin Chancen und Auswirkungen dieses Vorhabens.

KREUZRITTER, TEMPLER UND MAMLUKEN

Im Frankfurter Archäologischen Museum wird eine Zeit lebendig, die Orient und Abendland im Kampf um heilige Stätten blutig aneinander geraten ließ. Mehr als ein Dutzend Kreuzzüge wurden von fränkischen Rittern zur Befreiung Jerusalems organisiert. Berühmte Herrscher des Morgenlandes und abendländische Kaiser waren in die Fehden um das Heilige Grab verwickelt. Das Schicksal geistlicher Orden wie der Templer oder der Johanniter hat sich hier entschieden. Der ursprüngliche Mythos der Kreuzritter zerbrach schließlich an der Entschlossenheit muslimischer Kämpfer wie Saladin und der militärischen Elite der Mamluken, die ehemals als Sklaven eingekauft worden waren.

AUS DER WELT DES ISLAMS

Die Kunsthalle im österreichischen Krems zeigt drei Monate lang wie sich bedeutende westliche Künstler des 19. Jahrhunderts die verborgene Welt des Harems vorgestellt haben. Vom 14. August bis 13. November 2005 sind rund 80, meist monumentale Werke von Jean Auguste Dominique Ingres, Eugène Delacroix, Leopold Carl Müller, Ferencz Eisenhut, Franz Lefler, Rudolf Ernst oder Jean-Léon Gérome zu sehen. Ergänzt wird die Ausstellung durch Fotografien von Rudolf Lehnert und Franz Landrock aus den Jahren 1911-14, die in Tunesien entstanden sind.

Welche historischen Wurzeln den Herrschaftssystemen in den islamischen Ländern zugrundeliegen. Weshalb es auch nach 200 Jahren Verwestlichung noch kaum demokratische Strukturen gibt. Warum die herrschenden Schichten in den Ländern des Orients daran auch nicht interessiert sind. Und welche Rolle der Westen – insbesondere die USA – für die Demokratie in der islamischen Welt spielen.

NAHER OSTEN
Von westlichen Medien weitgehend unbeachtet, vollzieht sich in Syrien ein wirtschaftspolitischer Wandel. Der Staat behält zwar die ökonomische Oberaufsicht, aber das Mittel der zentralen Planung werde abgeschafft, wie aus einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hervorgeht.

MITTLERER OSTEN

Teheran will seine ersten Aufklärungssatelliten vom russischen Territorium aus in die Erdumlaufbahn schießen.

IRAN

Diese Frage untersucht Dr. Johannes Reissner im Gespräch mit dem Eurasischen Magazin. Reissner gehört zur Forschungsgruppe „Naher Osten und Afrika“ in der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik. Seine Forschungsschwerpunkte sind der Iran und das Verhältnis des Westens zur islamischen Welt.

MORGENLAND

Im Gespräch mit dem Eurasischen Magazin erläutert der Islam-Experte Dr. Murad Wilfried Hofmann, was er von dem Demokratie-Feldzug der USA hält. Er tritt für eine islamische Demokratie ein, in der der Koran als Grundgesetz fungieren könnte.

JORDANIEN

Das gelobte Land der Bibel liegt im heutigen Jordanien. Hier findet
man die ältesten Kulturstätten der Erde. Jahr fur Jahr werden
sie von Millionen von Touristen aus aller Welt besucht. Zu Beginn des Krieges
der Amerikaner gegen den benachbarten Irak, gingen die Besucherzahlen dramatisch
zuruck. Jetzt ziehen sie wieder an. Fur viele ist die Faszination
inzwischen wieder größer als die Furcht. Trost fur alle,
denen es doch noch zu gefährlich ist: Unter dem Titel „Gesichter
des Orients“ werden viele der Schätze ab Herbst 2004 in Berlin
und später in Bonn ausgestellt.

PALÄSTINA-KONFLIKT

Seit Jahrzehnten wird der Nahe Osten von blutigen Auseinandersetzungen zwischen Juden und Palästinensern beherrscht. Täglich sterben Menschen. Das
Eurasische Magazin fragte Abdallah Frangi welche Lösungsmöglichkeiten er fur diesen Konfliktherd sieht. Frangi wurde 1943 in Beersheba, Palästina, geboren und vertritt seit den sechziger Jahren palästinensische Interessen in Deutschland. Seit 1993 ist er Generaldelegierter Palästinas in Deutschland
und seit 1998 Mitglied des Zentralrats der PLO.
Wie Al Khaïda neue Akteure rekrutiert
Der Heidelberger Politikwissenschaftler Prof. Dr. Wolfgang Merkel sprach im Rahmen des Uni-Forums 2003 des Sudwestrundfunks zum Thema „The Clash of Civilizations – Der‚ Westen' und die ‚islamische Welt'“. Das Eurasische Magazin dokumentiert Auszuge aus seinem Vortrag. Merkel stellt darin die These auf, Islam und Demokratie ließen sich deshalb so schwer vereinbaren, weil die islamistische Welt nicht an der Aufklärung teilgenommen habe und daher keine Trennung zwischen Staat, Gesetz und Religion kenne.

NAHER OSTEN
Der Direktor des Orientinstituts in Hamburg, Prof. Dr. Udo Steinbach, nimmt
im Interview mit dem Eurasischen Magazin Stellung zu den brennendsten
Fragen des Nahen Ostens, des Islams und der Rolle, die der Westens bei der Entwicklung
der muslimischen Welt spielt.

IRAN
Die beiden im Iran geborenen Experten Dr. Ashgar Schirazi und Dr. Ebrahim Towfig
nehmen im Interview mit dem Eurasischen Magazin Stellung zu den wichtigsten
Fragen

EURASISCHE KLÄNGE
Infolge der Verbalentgleisungen Ahmadi-Nedschads, steht der Iran erneut im Rampenlicht der internationalen Politik. Das Buch „Schauplatz Iran“ versorgt den Leser mit solidem Basiswissen über das Land am Persischen Golf.
„Das Tor zur Sonne“: Der libanesische Romancier Elias Khoury verknüpft 1001 Geschichten rund um Vertreibung, Kampf und Resignation zu einem Epos des palästinensischen Volkes.
be.bra Verlag, Berlin 2004, 216 Seiten, 24,50 Euro, ISBN 3-8612-4583-3.
Primus Verlag, Darmstadt 2004, 243 Seiten, ISBN 3-896 -78494-3.
Herder-Verlag, Freiburg i.B. 2004, 224 Seiten, ISBN 3-451-28347-6.
Drei Kurzfilme über das Schicksal dreier Frauen innerhalb der strengen islamischen Traditionen des Irans.
C.H. Beck-Verlag 2003, Munchen, 240 Seiten, ISBN 3-406-50208-3.
National Geographic Verlag ,Taschenbuch, Munchen 2002, 660 Seiten, ca.
80 Fotos, ISBN 3-442-71165-7.