
SCHWARZES MEER

Das Schwarze Meer ist eine der Urregionen der Menschheit. Vor 15.000 Jahren kam es tatsächlich, wie schon in der Bibel steht, zu einer großen Schmelze in den Bergen und einer Sintflut in den Tälern, die das Schwarze Meer entstehen ließ. Im Kaukasus erhoben sich der Elbrus als höchster Berg und der Ararat, wo die Arche Noah nach der Legende gestrandet sein soll. Am 9.November 2012 fand in Graz in der österreichischen Steiermark eine Schwarzmeer-Konferenz statt, auf der die modernen Bedürfnisse und Kernprobleme der Schwarzmeerregion erörtert wurden.

BUKAREST-BIENNALE

In Bukarest ging Ende Juli die fünfte Biennale für Moderne Kunst zu Ende. Sie stand unter dem Leitmotiv „Tactics For The Here and Now“ der Kuratorin Anne Barlow.

RUMÄNIEN-BULGARIEN

Rumänien und Bulgarien müssen sich weiterhin einer besonderen Rechtsstaats- Kontrolle durch die EU-Kommission stellen. Alle EU-Staaten müssten garantieren, dass innerhalb ihrer Grenzen Recht und Gesetz respektiert werden, machte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso klar.

UKRAINE

Bei der Weltaids-Konferenz Ende Juli in Washington war auch die Ukraine ein Thema. Das Land hat die höchste HIV-Neuinfektionsrate in Europa. Odessa, die Perle am Schwarzen Meer, gilt als Aids-Hauptstadt des Kontinents. Unterstützung organisieren sich die Betroffenen meist selbst.

KINDER IN OSTEUROPA
Die Familien Berindea in Rumänien und Malarski in Polen teilen das gleiche Schicksal: Wenn die Eltern in einem westlichen EU-Land Geld verdienen, bleiben ihre Kinder zu Hause zurück. Diese „Eurowaisen“ sind eine der Negativseiten eines geeinten Europas.

UKRAINE

Die Vorbereitungen auf die EM 2012 waren in der Ukraine von Verzögerungen und Skandalen gekennzeichnet. Welche ökonomischen, politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen sind nun durch die EM zu erwarten? Kann das sportliche Ereignis einen Imagewandel im Ausland und einen Identitätswandel im Inneren schaffen?

KIEW
Die ukrainische Opposition befürchtet, Präsident Janukowitsch werde die Bombenanschläge von Dnjepropetrowsk nutzen, um die Rechte der Regierungsgegner einzuschränken. Manche vermuten sogar, offizielle Stellen stünden hinter den Anschlägen. Doch macht diese These Sinn, wenige Wochen vor der Fußball-Europameisterschaft?

BÜCHER
Literatur Polens, der Ukraine und Belarus auf der Leipziger Buchmesse – Brücke nach Europa mit Prosa und Lyrik

RUMÄNIEN
Zu Frühjahrsbeginn ziehen Europas letzte Wanderhirten mit ihren Schafen wieder in die Berge. Doch jedes Jahr werden es weniger. Die Fernweidewirtschaft, eine in Rumänien traditionelle Lebensform, steht vor dem Aus. Der Verkauf von Produkten aus Schafmilch wird durch strenge EU-Auflagen erschwert, kaum noch jemand will Schafwolle haben.

RUMÄNIEN

Drei Jahre nachdem Nokia seine Produktion aus Bochum nach Rumänien verlagerte, zieht der Konzern schon wieder weiter – dieses Mal nach Asien. Jetzt trifft es die rund 2.200 rumänischen Arbeiter im siebenbürgischen Jucu. Bis zum Jahresende dürfen sie noch im Unternehmen arbeiten. Doch anders als die Bochumer damals halten die Rumänen ihren Unmut zurück.

WEIßRUSSLAND
Unterdrückung und Verhaftung von Oppositionellen sind in Weißrussland an der Tagesordnung. Viele Dissidenten emigrieren deswegen in den Westen. Die Mitarbeiterin der oppositionellen Website „Charter 97“, Natalia Radzina, ist über Russland und die Niederlande nach Litauen geflohen, wo sie politisches Asyl bekommen hat. Von dort kämpft sie für ein freies Belarus.

SÜDOSTEUROPA

Der ungarische Philosoph Tamás über Erbfeinde im Karpatenbassin. „Von der Tradition verflucht und von Gott geschlagen ist das rumänisch-ungarische Verhältnis“, sagt er. Was ist da los? Zum Beispiel dies: Die Staaten sind verfeindet, die Völker auch, die ethnischen Minderheiten im jeweils anderen Staat sowieso, und auf beiden Seiten bestehen politische Parteien und Gruppierungen, die die bestehenden Differenzen und Kontroversen bis zum Exzess steigern. So war es immer - und so ist die bedrückende Aktualität im 21. Jahrhundert.

SLOWAKEI

300 Jahre alte Buchen, Bären-und Wolfspuren, Füchse, Baumstämme und eine zauberhafte Fauna und Flora: In der Slowakei befindet sich einer der letzten Urwälder Europas. Weil das einzigartige Gebiet durch die Holzindustrie gefährdet ist, wurde der Wald nun durch eine Konvention geschützt.

RUMÄNIEN
Ausgerechnet in Rumänien – einem der ärmsten Länder der EU – will ein russisches Unternehmen Gold fördern. Im Abraum eines alten Goldtagewerks im nordrumänischen Baia Mare ist das Edelmetall noch immer zu finden, es soll nun mit Zyanid herausgelaugt werden. Gold verzeichnet wegen der Eurokrise Rekordstände. Doch vor elf Jahren hatte sich in dem Werk ein schwerer Unfall ereignet, als ein Rückhaltebecken brach. Die Giftlauge gelangte damals bis nach Ungarn und Serbien. Die Anwohner haben die Schreckensbilder noch immer vor Augen – nun wehren sie sich.

RUMÄNIEN - SLOWAKEI
Lebensmittelkonzerne verkaufen in Osteuropa Produkte minderer Qualität mit der gleichen Verpackung wie im Westen. Dies ergab eine Studie des slowakischen Verbraucherschutzdienstes. Produkte wie Coca-Cola, Jacobs Krönung, Tchibo Espresso, Nescafé Gold sowie zwei Kotanyi-Pfeffersorten haben auf den Märkten in Mittel- und Osteuropa minderwertigere Qualität als in Westeuropa. Die Firmen schweigen oder führen die schlechten Ergebnisse auf „unterschiedliche Herstellungsdaten“ zurück.

EM-INTERVIEW

Sie sitzen in Käfigen vor Gericht: Oppositionelle in Weißrussland (Belarus), die wegen ihrer Proteste gegen die unfreie Präsidentenwahl im Dezember 2010 protestiert hatten. Nach dem Anschlag auf die Minsker Metro gerieten weitere Bürgerrechtler ins Visier der Sicherheitsbehörden. Unter Ihnen auch Olga Karatsch. Die 32-Jährige aus Witebsk ist Vorsitzende der Bürgerinitiative „Nasch Dom“ (Unser Haus). In der Zeitung „Witebskij Kurier“, die Karatsch herausgibt, prangern sie und ihre Mitstreiter das Fehlverhalten von Politikern und Beamten an. Sie selbst wurde in ihrem Leben bereits fünfzig Mal verhaftet. Im Interview spricht Olga Karatsch über Schläge während des Polizeiverhörs, die Schauprozesse gegen Oppositionelle, aber auch über neue Möglichkeiten für die unterdrückte Opposition.

TSCHECHIEN

Während in Deutschland vor dem Hintergrund von Fukushima ein schnellerer Ausstieg aus der Atomenergie diskutiert wird, setzt Tschechien unterstützt von einer Bevölkerungsmehrheit auf deren Ausbau. Im umstrittenen Kraftwerk in Temelin – 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt – sind zwei neue Reaktorblöcke geplant. Vor 1989 mit sowjetischer Technologie begonnen, stand es in den 1990er Jahren vor allem aufgrund ausländischer Proteste mehrfach vor dem Aus. Doch die tschechischen Ingenieure fühlen sich unverstanden. Sie halten ihr Kraftwerk inzwischen für eines der sichersten. Geht es nach ihnen, wird es noch mindestens 70 Jahre laufen.

TSCHECHIEN-DEUTSCHLAND
Manisch fixiert sind Tschechen auf Deutsche und Deutsches – Deutsche haben für den Nachbarn hinterm Böhmerwald nur weitgehendes Desinteresse übrig, das durch Vorliebe für Pilsner Bier und vage Kenntnis des braven Soldaten Schwejk marginal aufgelockert wird. Grotesk dabei ist, dass alljährlich über anderthalb Millionen Deutsche als Touristen nach Tschechien kommen, was aber ohne nachbarschaftlichen Lerneffekt bleibt.

RUMÄNIEN
Rumänien sucht angesichts der Wirtschaftskrise nach Möglichkeiten, den maroden Staatshaushalt zu sanieren. Die rumänischen Medien diskutieren derzeit über eine riesige Summe, die Deutschland möglicherweise dem Land schuldet. Es geht um 18 Milliarden Euro, fast so viel, wie der IWF Rumänien derzeit als Kredit gewährt hat. Die Schulden gehen auf einen Vertrag zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und dem Königreich Rumänien zurück. Die rumänische Regierung vermeidet bisher eine offizielle Stellungnahme. Nun hat die Links-Fraktion im Deutschen Bundestag eine Anfrage zu dem Thema gestellt.

SLOWAKEI
Am 08. Juli diesen Jahres wurde Iveta Radicová zur ersten slowakischen Ministerpräsidentin ernannt. Radicová wird mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten und jetzigen Außenminister Dzurinda den dritten bedeutenden Schwenk in der slowakischen Außenpolitik seit der Unabhängigkeit im Jahr 1993 durchführen. Von 1993-1998 verfolgte man in Bratislava eine „Vision einer politischen Selbstständigkeit“, danach folgten ein radikaler pro-amerikanischer Schwenk und eine Außenpolitik wie von einem „52. Staat der USA“, so der im Juli aus dem Amt geschiedene Ex-Ministerpräsident Robert Fico. Unter seiner Ägide (2006-2010) wurde ein neuer Ansatz in der Außenpolitik versucht, der nun sein jähes Ende findet.

TSCHECHIEN
Er gehört zu den Lieblingen nicht nur tschechischer Kinder: der vom Schwejk-Zeichner Josef Lada erfundene sprechende Kater Mikes, der viele Abenteuer in der weiten Welt zu bestehen hat. Doch ein tschechischer Roma-Aktivist möchte den Kater nun als Unterrichtsmittel aus den Schulen verbannen lassen. Begründung: Der Kater äußere sich abschätzig über Roma, nenne sie „Zigeuner“. Die Tschechen sind platt und protestieren bei Facebook gegen diesen Angriff auf ihre seit Jahrzehnten so geliebte Figur.

RUMÄNIEN

Bekannt als Land mit schlechten Straßen beweist Rumänien immer wieder, dass es als Autoproduzent Erfolg haben kann: Der Dacia Logan und der Dacia Sandero sind in Europa bereits bekannte Marken. Jetzt soll ein Geländewagen der rumänisch-französischen Company Dacia-Renault die Erfolgsgeschichte weiterführen: der Dacia Duster. Und er soll nun auch die Rumänen selbst von der einheimischen Autoproduktion überzeugen.

TSCHECHIEN

In Tschechien kann man ab sofort auf den Spuren des „Weißen Goldes“ wandeln. Nach bayerischem Vorbild will auch Böhmen mit einer „Porzellanstraße“ Touristen anlocken. Sie verbindet acht Museen, Manufakturen und Klöster im Karlsbader Raum und präsentiert dabei in opulentem Rahmen Raritäten von Marken mit Weltruf. Zusammen mit dem bayerischen Teilstück bildet sie die erste internationale Porzellanstraße.

US-RAKETENPLÄNE
Auf die Pläne, US-Abwehrraketen in Südosteuropa zu stationieren, reagiert Moskau gereizt. Statt Polen und Tschechien soll nun offenbar das amerikanische Raketenarsenal auf dem Balkan stationiert werden.

OSTEUROPA

Zwanzig Jahre liegt der Epochenwandel von 1989 zurück – ein Zeitpunkt, um über den Paradigmenwechsel der Geopolitik im 20. Jahrhundert nachzudenken. Dieser lässt sich an den Eckdaten Erster Weltkrieg und Versailler Friedensordnung, Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg, schließlich Kalter Krieg und Blockbildung nachvollziehen. Welche Paradigmen kann man für die Zeit zwischen 1919 und 1989 ausmachen?

EM-INTERVIEW

Karl Fürst Schwarzenberg mischt derzeit die Politik in Tschechien auf. Seine neue Partei TOP 09 kommt in den Umfragen auf bis zu 15 Prozent der Stimmen und könnte damit zum entscheidenden Machtfaktor bei den im Mai anstehenden Parlamentswahlen werden. Der frühere Außenminister und beliebteste Politiker Tschechiens äußert sich über die Krise der Parteien, Loyalität und Diskreditierungen als Mittel der Politik – und über die Krise der bayerischen CSU, als deren Gast er bei der Klausur in Wildbad Kreuth dabei war.

UKRAINE
Der scheidende ukrainische Präsident ernannte überraschend Stepan Bandera zum „Held der Ukraine“. In Russland wertet man den Schritt als letzte verzweifelte Attacke des abgewählten Politikers gegen Moskau, um noch einmal Aufmerksamkeit zu erregen.

EM-INTERVIEW

Am siebten Februar wählen die Bürger der Ukraine im zweiten Wahlgang einen neuen Präsidenten. Welche Bedeutung diese Wahl für das Land hat, erläutert Nico Lange im Gespräch mit dem Eurasischen Magazin. Er ist Leiter des Auslandsbüros Ukraine der Konrad-Adenauer-Stiftung in Kiew.

SLOWAKEI

Es war ausgerechnet der Pop-Art-Künstler Andy Warhol, der der ruthenischen Minderheit in der Ostslowakei zu einer Wiedergeburt verhalf. „Wir brauchen aber Helden aus den eigenen Reihen“, sagt der ruthenische Ethnologe Michal Šmajda. Das ist heute, 20 Jahre nach der Wiederauferstehung der Minderheit, schwieriger denn je, denn Jahrzehnte der Assimilation haben ihre Spuren hinterlassen. Viele Ruthenen bekennen sich nicht zu ihren Wurzeln. Und weil es immer weniger Ruthenen gibt, erhalten sie weniger Unterstützung durch den Staat als andere Minderheiten.

OSTEUROPA
Was folgt nach dem Jahrzehnt des breiten Aufschwungs in Osteuropa? Wie wird sich die Krise längerfristig auf die Volkswirtschaften auswirken? Das dritte Jahrzehnt nach der politischen Wende wird von einer neuen Bescheidenheit geprägt sein. Professionalität, Streben nach Effizienz und eine langfristige unternehmerische Denkweise müssen nachhaltiges Wachstum schaffen.

MOLDAU

Im Süden der Republik Moldau liegt die autonome Region Gagausien (sprich: Gaga-usien). Die Gagausen haben ihre eigene Regierung und Verwaltung, eine eigene Universität und mit gagausisch ihre eigene Sprache. Der höchste politische Vertreter heißt „Baschkan“ und sitzt in der Hauptstadt Komrat. Nach dem Ende des Kommunismus haben sich die inzwischen autonomen Gagausen friedlich mit der Regierung des moldawischen Mutterlandes arrangiert. Touristen lockt Gagausien mit Sonne, Wein und Gastfreundschaft, Investoren mit fünf Jahren Steuerfreiheit. Der regierende Baschkan, Mihail Formuzal, über Geschichte, Kultur und den aktuellen Status Quo der Gagausen.

ERINNERUNGEN
Im Spätsommer 1989 sammelten sich Tausende ausreisewillige DDR-Bürger in der Prager Botschaft, nachdem bereits im Sommer Tausende Bürger über Ungarn und Österreich in die BRD geflüchtet waren. Unter abenteuerlichen Umständen lebten bis zu 4.000 Flüchtlinge zeitgleich auf dem Gelände der Botschaft, während über ihr Schicksal verhandelt wurde. Am 30.9.1989 verkündete der damalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher die Zustimmung der Regierung der DDR zur Ausreise.

1989-2009

Wie war das damals? Was ist eigentlich geschehen? Worin besteht der Wandel? Was ist seither passiert? Eine Ausstellung der Goethe-Institute Osteuropas und Zentralasiens versucht darauf Antworten zu geben. Insgesamt werden rund 200 Video- und Fotoarbeiten gezeigt, die sich mit den tief greifenden Veränderungen der letzten 20 Jahre in Ländern des früheren Ostblocks auseinandersetzen.

ALBANIEN

Ende Juni wählte Albanien ein neues Parlament. Das kleine Balkanland, das über 40 Jahre vollständig isoliert war, hofft nach dem NATO-Beitritt vom April auf ein besseres Image im Westen. Mit seinem touristischen Potential will es nun seine Wirtschaft in Schwung bringen. Zwischen Betonbunkern und Badebuchten, liegt ein kleines Paradies. 362 Kilometer Küste – ein verlockendes Urlaubsdorado. Doch ein neues Mallorca für Westeuropäer wird Albanien wohl kaum. Es ist eher ein Geheimtipp für Individualtouristen.

RUMÄNIEN
Über zwei Millionen Rumänen arbeiten im Ausland, weil sie dort mehr verdienen als in ihrer Heimat. Deshalb herrscht in Rumänien Fachkräftemangel. Mit einem Sonderprogramm hat die Regierung versucht, einige der Arbeitsmigranten wieder ins Land zurückzuholen. Das ist jedoch gescheitert. Das Arbeitsministerium spricht von einigen Dutzend, die zurückgekehrt sind.

TSCHECHIEN

Die Grenzöffnung nach der Samtenen Revolution hat Westböhmen zunächst nur in Verruf gebracht. Die Grenzregion machte mit Prostitution und billigen Asia-Märkten auf sich aufmerksam. Mit Fördermitteln aus Brüssel bemüht man sich seit dem EU-Beitritt, das Negativ-Image loszuwerden. Eger (Cheb) lockt mit der Restaurierung seines reichen Kulturerbes immer mehr Touristen an. In Asch direkt an der Grenze setzt man auf Partnerschaft und Verständigung mit den deutschen Nachbarn.

DEUTSCHLAND-POLEN

Sie leben an derselben Grenze und haben im Sozialismus die gleichen Erfahrungen gemacht, nur auf unterschiedlichen Seiten. Heute begegnen sie einander auf Märkten und in Geschäften, doch sie wissen kaum etwas voneinander. Dabei gibt es eine Menge, das die deutschen und polnischen Frauen entlang von Oder und Neiße verbindet

TSCHECHIEN

Zwei Jahrzehnte nach dem Fall des Eisernen Vorhangs ist in Tschechien eine junge Generation von Menschen herangewachsen, die den Kommunismus nicht mehr erlebt hat. Die Freiheiten, die die heutigen Twens genießen, erwuchsen aus dem epochalen Systemwechsel von 1989. Damals waren ihre Eltern um die 20 und begannen, Neuland zu entdecken. Was verbindet diese beiden Generationen, was trennt sie? Petr Hefka (41) und seine Tochter Veronika (20) sind ihrer Heimatstadt am Rande Tschechiens gleichermaßen verbunden. Die Revolution von 1989, die Petr als 20-Jähriger erlebte, ist seiner Tochter völlig fremd. Sie ermöglichte ihr ein ganz anderes Leben als ihrem Vater.

OSTEUROPA
Die osteuropäischen Staaten können für sich in Anspruch nehmen, dass sie nicht Ursprung der Krise waren, die von den USA ausging und erst nach über einem Jahr auch für sie negative Folgen zeitigte. Anders als westeuropäische Banken haben sich die osteuropäischen Institute nicht an den faulen Krediten vergriffen, die den Auslöser für die Finanzkrise darstellten. Die starke Abhängigkeit von fremdem Kapital, einer der wichtigsten Faktoren für den Aufschwung der vergangenen Jahre, bringt die osteuropäischen Länder nun jedoch arg in Bedrängnis.

BULGARIEN

Zwei Jahrzehnte nach dem Fall des Eisernen Vorhangs ist in Osteuropa eine junge Generation von Menschen herangewachsen, die den Kommunismus nicht mehr erlebt hat. Die Freiheiten, die die heutigen Twens genießen, erwuchsen aus dem epochalen Systemwechsel von 1989. Damals waren ihre Eltern um die 20 und begannen, Neuland zu entdecken. Was verbindet diese beiden Generationen, was trennt sie? Einen Blogger (23) und eine Journalistin (40) aus Bulgarien eint die Traurigkeit über die eigene Ohnmacht, Dinge zu ändern. Doch beide versuchen, diese Trauer zu überwinden.

RUMÄNIEN

Er soll den Weg ins Showbusiness ebnen: der Sieg im Roma-Schönheitswettbewerb „Miss Piranda“. Was für junge Mädchen zum Karrieresprungbrett werden kann, ist für die Roma in Rumänien Ausdruck ihrer Lebensart. Bei Bauchtanz und Musik zeigen sie Traditionen und Lebensfreude. Im Alltag jedoch verbergen viele von ihnen aus Angst vor Ablehnung ihre Herkunft.

TSCHECHIEN

Vor 40 Jahren, am 16. Januar 1969, verbrannte sich der Student Jan Palach in der tschechischen Hauptstadt um gegen die gewaltsame Niederschlagung des Prager Frühlings zu protestieren. 1989 löste die Palach-Woche die bis dahin größten Proteste gegen das kommunistische Regime aus und wurde zum Vorboten des Umsturzes, der dann im November erfolgte.

ENERGIEPOLITIK

Ende gut, alles gut? Nachdem der Gasfluss von Russland über die Ukraine mit massiven Folgen für Südosteuropa fast zwei Wochen lang unterbrochen war, fließt nun wieder Gas durch die ukrainischen Transitleitungen. Die russische Gazprom und die ukrainische Naftogaz, deren Differenzen anfänglich auf kommerziellen Streitigkeiten beruhten, hatten sich zuvor auf ein neues Abkommen geeinigt. Die Europäische Union muss nun die Ausgestaltung und Umsetzung der Konzernvereinbarungen genau unter die Lupe nehmen. Das Abkommen ist ein wichtiger Schritt, zentrale Fragen bleiben aber ungelöst.

BULGARIEN
Die Wirtschaft des EU-Neulings ortet jetzt auch Signale der beginnenden Krise. Die großen Erschütterungen stehen erst noch bevor.

PREISGEKRÖNTE REPORTAGE

Als die Siebenbürger Sachsen aus Weilau flohen, ließen sie nicht nur ihre Höfe zurück. Sondern auch die Nachbarn, mit denen sie mehr als 200 Jahre eng zusammengelebt hatten: ihre Zigeuner. Ausgerechnet sie lassen heute die deutsche Tradition fortleben

AGENTUR N-OST

Gewissheiten in Frage stellen, gute Geschichten erzählen, die überraschen – das ist den Preisträgern des von der Agentur n-ost prämierten Journalisten auch 2008 wieder gelungen. Mit einer Einschränkung: einen ersten Preis gab es diesmal nicht.

LEBENSERWARTUNG IN OSTEUROPA
Im weltweiten Vergleich leben Frauen im Durchschnitt vier Jahre länger als Männer. Von Land zu Land fällt diese Differenz aber sehr unterschiedlich aus. In Russland und Irak ist die Kluft am größten.

RUMÄNIEN

Nach dem Angriff eines Bären auf einen deutschen Touristen in Rumänien warnen Experten vor dem Camping im Bucegi-Gebirge und anderen Regionen. Solche Angriffe könnten in Zukunft noch häufiger passieren, prognostiziert der Leiter der Bergwache Dambovita, Doru Diaconescu. Denn der Lebensraum der Tiere ist in den letzten Jahren immer geringer geworden, größtenteils wegen des Tourismus.

RUMÄNIEN

„Action!“ Diese Regie-Anweisung hören die zwölf Kinder der Familie Zainea aus Bukarest auch im Traum. Denn fast jede Woche sind sie am Set und spielen in Werbungen und Spielfilmen verschiedene Rollen. Die Komparserie ist das Haupteinkommen der Familie. Sie lebt in einer Dreizimmer-Wohnung zur Miete. Kindergeld und Sozialhilfe sind nicht besonders groß. Das rumänische Gesetz verbietet allerdings Kindern unter 15 Jahren die Arbeit.

POLEN

Auch sechs Monate nach der Schengen-Erweiterung gibt es die Kontrollen an der deutsch-polnischen Grenze noch – es merkt nur kaum mehr jemand.

SLOWENIEN

Seit dem EU-Beitritt kommen im kleinen Slowenien die Frauen ganz groß raus. Sie sind dabei, ihr Land und seine Hauptstadt durchzulüften. Supermodels wie Tjasa Stanic oder Musikerinnen wie Anja Bukovec feiern auch international Triumphe. Slowenien hat sich außerdem während seiner gegenwärtigen EU-Ratspräsidentschaft vom Musterländle schon fast zum politischen Schwergewicht gemausert. Seine liebevoll gepflegte Hauptstadt Ljubljana lockt Reisende aus aller Welt an. Wer die Stadt kennt, kann das verstehen.

SLOWAKEI
Die Slowakei ist auf dem besten Weg, die letzten Hürden für die Euro-Einführung zu nehmen. Jetzt bescheinigten die Währungshüter den Slowaken Nachhaltigkeit auch bei der Begrenzung der Inflation. Am 1. Januar 2009 soll die europäische Einheitswährung die slowakische Krone ablösen.

RUMÄNIEN
Rumäniens Nicht-Anerkennung eines unabhängigen Kosovo gibt einige Rätsel auf. Wie die anderen Kosovo-skeptischen Länder will Rumänien die Schaffung eines Präzedenzfalls verhindern. Aber warum eigentlich? Die ungarische Minderheit in Siebenbürgen, deren separatistische Tendenzen hauptsächlich als Grund für die Abwehrhaltung Bukarests angeführt werden, ist weit von jeglichen ernsthaften Bemühungen um Autonomie entfernt. Hinter den Kulissen spielt eine Reihe anderer Gründe eine Rolle.

EM-INTERVIEW

Nur wenige Kilometer vor den Pforten der Europäischen Union beginnt Transnistrien – ein Staat, den es eigentlich gar nicht gibt. Im Osten der Republik Moldau gelegen, hat sich die Region Anfang der 90er-Jahre in einer blutigen Auseinandersetzung von der Zentralregierung gelöst. Doch die internationale Anerkennung bleibt Transnistrien bis heute verwehrt. Claus Neukirch, Sprecher der OSZE-Mission in Moldau, gibt einen Einblick in Perspektiven und Probleme des bis heute ungelösten Konflikts. Er erklärt im Gespräch mit dem Eurasischen Magazin außerdem, wie Schmuggler statt mit Drogen oder Waffen mit simplem Hühnerfleisch bis zu 35 Millionen Euro im Jahr verdienen.

POLEN

Drei Stunden hatte der neue polnische Regierungschef Donald Tusk bei seinem Amtsantritt gesprochen. Am Sonntag hingegen reichten ihm 20 Minuten, um die Ergebnisse seiner ersten 100 Tage im Amt zusammenzufassen. Zu den größten Erfolgen dieser Zeit zählte Tusk die Änderungen in der Außenpolitik und den geplanten Rückzug der polnischen Truppen aus dem Irak noch in diesem Jahr.

BULGARIEN

Für das Schwarzmeerland Bulgarien war der vergangene Sommer erneut eine Saison der Rekorde. Doch in der Euphorie über die vielen Gäste wurde die Küste wieder etwas mehr zubetoniert. Nun soll dem Wildwuchs ein Riegel vorgeschoben werden.

RUMÄNIEN
Der Reiz im Lande zu investieren, ist ungebrochen. Allerdings sind es längst nicht mehr allein die niedrigen Lohnkosten, die namhafte Firmen aus dem Ausland anlocken. Heute werden vor allem qualifizierte Arbeitskräfte nachgefragt. Außerdem entwickelt sich das Land zu einem Absatzmarkt, in dem Autos, Elektrogeräte und Medien erfolgreich sind.

WEST-BALKAN

Was hat dazu geführt, dass das Kosovo zur Zeitbombe werden konnte, die heute kurz vor der Explosion steht? Die Vorgänge, die dazu führten, rekapituliert in gewohnt offener Sprache der deutsch-österreichische Unternehmer und Buchautor Kurt Köpruner. Er nimmt die Rolle der nationalistischen Terrorgruppen und der internationalen Gemeinschaft in der Krisenregion aufs Korn. Sein Beitrag ist höchst aktuell, denn im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen liegt ein neuer Resolutionsentwurf für die Zukunft des Kosovos auf dem Tisch, eingebracht von den USA und EU-Mitgliedern. Darin wird zwar auf eine automatische Unabhängigkeit des Kosovo verzichtet, falls sich die serbische und kosovarische Regierung nicht innerhalb von 120 Tagen über den Status der Provinz einigen. Russland hat aber vorsorglich bereits sein Veto angekündigt. Wann die Abstimmung über den Entwurf erfolgen soll, ist ungeklärt. „Null Chance auf Kosovo-Resolution“ titelten bereits österreichische Medien.

BULGARIEN

Fischerdörfer, steile Klippen, unberührte Natur. Die nördliche Schwarzmeerküste Bulgariens ist noch wenig erschlossen und eröffnet im Gegensatz zu den „Ballermann-Stützpunkten“ im bulgarischen Süden neue Perspektiven auf den Sommerurlaub.

ENERGIEVERSORGUNG
Russland will sein Monopol bei den Transportrouten für Öl und Gas nicht aufgeben. Mitte März wurde im Beisein von Putin ein Vertrag über die neue „Balkan-Ölpipeline“ via Bulgarien und Griechenland unterzeichnet. Der ungarische Premier liebäugelt unterdessen mit dem Projekt einer neuen russischen Gaspipeline und torpediert damit das Projekt der Nabucco-Gaspipeline, mit der sich die EU aus russischer Abhängigkeit befreien will.

TRANSNISTRIEN

In der Hauptstadt der international nicht anerkannten Republik Transnistrien gibt es eine moskautreue Jugendorganisation mit dem Namen „Proriv“ – zu Deutsch „Durchbruch“. Ihre Büroräume werden optisch von Che-Guevara-Plakaten beherrscht. Nicht weiter verwunderlich, denn sie gehören zur „Che Guevara High School of Political Leadership“, gegründet von Dmitrij Soin. Er ist der Führer einer Bewegung, die Transnistrien als Brücke für einen geeinten Kontinent betrachtet, aber auch als „neues Tibet“ und als Land mit großer mystischer Zukunft.

EUROPA

Europa ist die wichtigste Erfolgsgeschichte der vergangenen 50 Jahre. Die EU sollte sich jetzt zum Ziel setzen, dieses Erfolgsmodell der Verflechtung und Harmonisierung von Interessen schrittweise in der Nachbarschaft der EU zu verankern.

ENGLAND

Großbritannien wird von der größten Einwanderungswelle seiner Geschichte regelrecht überrollt. 380.000 Arbeitsmigranten kamen seit der EU-Osterweiterung im Mai 2004 auf die Insel. Die Behörden hatten lediglich mit 13.000 Einwanderern pro Jahr gerechnet. Jetzt will die britische Regierung den Arbeitsmarkt abschotten. EU-Neubürger aus Rumänien und Bulgarien haben das Nachsehen.

UKRAINE & EUROPA

Die ukrainische Oppositionsführerin Julia Timoschenko erfreut sich seit der so genannten „Orangen Revolution“ besonders in Westeuropa einer ungebrochen hohen Beliebtheit. Vielfach wird sie bereits als erfolgversprechende Gegenkandidatin gegen den ungeliebten Ministerpräsidenten Viktor Janukowitsch bei den Präsidentschaftswahlen 2009 gehandelt. Dabei wird nur allzu leicht vergessen, dass Timoschenko tief in die wirtschaftlichen Eskapaden der Ukraine verstrickt ist und mit ihrer Partei „Block Julia Timoschenko“ inhaltlich ausgesprochen wenig zu bieten hat.

UKRAINE-ASERBAIDSCHAN

In diesem Herbst reiste der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko zum ersten offiziellen Staatsbesuch nach Aserbaidschan. Die Beziehungen zwischen den beiden GUAM-Staaten waren seit der orangen Revolution in der Ukraine deutlich eingetrübt. Jetzt wurden zwischenstaatliche Abkommen unterzeichnet, die vor allem das Schlüsselproblem zwischen beiden Ländern regeln sollen: den Weitertransport des aserbaidschanischen Öls über ukrainisches Territorium nach Westeuropa.

EU-UKRAINE

Im Interview mit dem Eurasischen Magazin plädiert der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Europäischen Parlaments, Elmar Brok, für eine Fortsetzung der erfolgreichen Erweiterung der EU.

SERBIEN

Wie der serbische Kriegsverbrecher Momcilo Krajisnik vor dem Haager Tribunal beurteilt wurde und für welche Taten er zu büßen hat. Porträt eines Mannes, der sich wie alle Schurken unschuldig gab.

POLEN

Die Weichsel teilt Warschau in zwei Hälften und zwei Kontinente. Auf der Ostseite – so sagen hochnäsige Hauptstädter- beginne Asien. Der Stadtteil Praga gilt als Sumpf des Verbrechens. Vor allem der gigantische Freiluftmarkt „Jarmark Europa“ mit seinen über 5000 Kleinhändlern aus Vietnam, Russland, der Ukraine und dem Kaukasus regt die Phantasie an. Doch Praga wandelt sich. Die alte, verfallene Bausubstanz der Jahrhundertwende wird von Künstlern entdeckt.

SIEBENBÜRGEN

Er hätte nach Aussagen von Zeitgenossen ein zweiter Mozart werden können. Doch bereits mit 15 Jahren hat der Tod das Genie aus den Bergen Siebenbürgens dahin gerafft. Carl Filtsch, begnadeter Pianist und jugendlicher Komponist war Schüler und Protegé Chopins, begeisterte Franz Liszt und reiste im jugendlichen Alter kreuz und quer durch Europa, von einem Konzerthaus zum nächsten. Heute steht der Name des Siebenbürger Buben Pate für das nach ihm benannte Carl-Filtsch-Wettbewerb-Festival. Es wird im Juli 2007 bereits zum zwölften Mal im siebenbürgischen Hermannstadt ausgetragen.

TSCHECHIEN

Alle „Okkupanten“ von 1968 gingen, einer blieb: die Prager Journalisten Dan Hruby und Jan Sibik haben ihn in diesem Sommer aufgespürt: Vladimir Cygankov, 41 Jahre alt, im Rang eines Leutnants, mit dem ständigen Wohnsitz in dem nordböhmischen Elbstädtchen Milovice. Er schützt Tschechien „vor den Chinesen“.

RUMÄNIEN

Hermannstadt alias Sibiu, eine der schönsten mittelalterlichen Städte in Rumänien, lag über Jahrzehnte in einem Dornröschenschlaf. Dieser ist nun definitiv zu Ende. Die Stadt macht sich schön, um im Jahr 2007 würdige Kulturhauptstadt Europas zu sein. Sehenswert ist das historische Hermannstadt mit seinen mittelalterlichen Handwerker- und Patrizierhäusern und seinen weitläufigen Plätzen schon jetzt, in seiner wohl spannendsten Phase der Totalerneuerung.

RAKETEN FÜR MITTELEUROPA
Die USA planen in Europa den Aufbau eines Sicherheitsschirms gegen Interkontinentalraketen. Tschechien und Polen sind die bevorzugten Standorte für diesen Raketenabwehr-Schirm der USA in Mittel- und Osteuropa. Damit sollen nach offiziellen Angaben mögliche Interkontinentalraketen aus dem Iran abgefangen werden. Doch die Bevölkerung beider Länder ist mehrheitlich dagegen und die Politiker üben sich in Zurückhaltung. In Tschechien wollen sie nicht selbst darüber entscheiden, weil sie ein Absacken in der Wählergunst fürchten.

MOLDAU

Die junge Republik Moldau, an der Ostgrenze des zukünftigen EU-Mitgliedes Rumänien gelegen, ist eines der ärmsten Länder Europas. Sein Weg in eine bessere Zukunft ist voller Hindernisse. Die Bevölkerung ist arm, die Wirtschaft schwach und das Land politisch zerrissen. Wer es schafft, geht ins Ausland, doch die Probleme zu Hause werden dadurch nicht geringer.

REISE

Vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer erstreckt sich – durch den Rhein-Main-Donau-Kanal verbunden – eine einmalige Wasserstraße. Ihr wichtigster Teil ist Europas zweitlängster Fluss, die Donau. Sie diente zu allen Zeiten als Reiseweg und auch als Grenze. Nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs und der Beseitigung der gröbsten Schäden der jüngsten Balkankriege, ist sie wieder durchweg befahrbar und bietet neben reinem Urlaubsvergnügen eine Fülle praller Geschichte.

TSCHECHIEN

In der Nähe von Prag haben tschechische Archäologen einen sensationellen Fund gemacht: Ein 1500 Jahre alter Friedhof von „Böhmischen Germanen“ wurde bei Bauarbeiten zufällig freigelegt. Nun graben die Forscher und hoffen auf weitere Funde und Erkenntnisse aus der Zeit der Völkerwanderung.

RUMÄNIEN

Zur Ehrenrettung eines verkannten Staatsmannes. Sein Vater war Mitglied im „Drachenorden“, den Kaiser und ungarischer König Sigismund 1408 gestiftet hatte. Draculas Vater Vlad wurde 1431 Mitglied dieser höchst exklusiven Societas Draconis, musste sich folglich Dracul nennen - und von ihm kam der Titel auf den Sohn.

UKRAINE

Wegen angeblicher Kollaboration mit den Deutschen hat der sowjetische Diktator am 18. Mai 1944 die Angehörigen des Volkes der Krimtataren auf Viehwaggons verladen und innerhalb von zwei Tagen nach Zentralasien deportieren lassen. Im November 1989 verurteilte der Oberste Sowjet dieses Verbrechen und erlaubte den Krimtataren die organisierte Rückkehr. Hunderttausende kamen seither wieder in ihre angestammte Heimat. Doch sie müssen unter erbärmlichen Verhältnissen leben und warten noch immer auf Wiedergutmachung - trotz „Orangener Revolution“ und Demokratisierung.

KLEINER KRIMKRIEG

Die Beitrittsbemühungen der Ukraine zur NATO haben zumindest einen vorübergehenden Rückschlag erlitten. Denn Behörden und Bürger der Krim, sorgten dafür, dass ein geplantes Seemanöver der Ukraine mit US-Truppen nicht stattfinden konnte. Das Zusammengehen Kiews mit dem Nordatlantikpakt wird laut Umfragen immer unpopulärer. Selbst die Regierungsbildung in der Ukraine war nach den Neuwahlen vom März von dieser Frage überschattet und hat sich drei Monate hingezogen.

MASUREN

Der Osterode – Elbing – Kanal, auch Oberländischer oder Elbinger Kanal genannt, bildet ein einzigartiges Wassersystem, das die Seen Westmasurens mit dem Frischen Haff verbindet. Das Besondere ist, dass der Wasserspiegel hier um 100 Meter differiert. Es gibt viele Schleusen und Rampen. Teilweise müssen die Schiffe zur Überbrückung auf Schienen über Land gezogen werden. Dieser einzigartige Zugmechanismus wird nur mit Wasserkraft angetrieben. Bis heute ist die Kanalschiffahrt eine der größten touristischen Attraktion in Masuren geblieben.

KULTUR

Politische Spiele mit Alkohol-Etiketten in Osteuropa – von „Stalins Tränen“ bis zum „Blauen Würger“ der ehemaligen DDR, vom „Shirinowski-Wodka“ bis zur Ehrenflasche „Andropowka“: alles längst Vergangenheit. Als Benzin-Cocktail ist er ungenießbar. Ganze Imperien, die er durchtränkt hat, sind vergangen. Geblieben ist allein der Wodka.

BULGARIEN

Das bulgarische Plovdiv ist eine der ältesten Städte Europas. Dass es auch eine der schönsten Städte des gesamten Kontinents ist, wissen zum Glück nur wenige. Mit Rom hat Plovdiv nicht nur die sieben Hügel gemein, auf denen die Stadt gebaut wurde. Für Städtereisende, denen Prag und Krakau längst zu voll sind, ist Plovdiv eine überzeugende Alternative.

WEIßRUSSLAND
Moskau will seine Energiesubventionen für Weißrussland komplett streichen. Das träfe die Wirtschaft des Bruderlandes an empfindlicher Stelle. Nach Ansicht von Fachleuten in Moskau könnte eine schwere soziale Krise die Folge sein. Hintergrund für das Vorgehen Russlands scheint die Widerspenstigkeit von Lukaschenko bei den Konditionen zur geplanten Vereinigung mit Russland zu sein.

DEMOKRATIE-FORSCHUNG
Will Russlands Präsident Putin überhaupt ein demokratisches Russland? Steckt der Transformationsprozess in der Ukraine nach der „Orangenen Revolution“ in der Sackgasse? Treibt Lukaschenko mit Weißrussland weiter in den Totalitarismus ab? In einem mehrjährigen Forschungsprojekt wollen Politologen und Historiker verschiedener Länder herausfinden, wohin die postkommunistischen Staaten in Osteuropa und Zentralasien steuern. Den Auftakt bildete ein wissenschaftliches Symposium am 12. und 13. Mai an der Universität Regensburg.

GOEAST-FILMFESTIVAL

Was das Internationale Filmfestival von Cannes für das globale Glamour- und Kassenschlagerkino ist, das ist das Wiesbadener goEast-Festival für das bescheidenere Kino aus Osteuropa, Russland oder Zentralasien. Anfang April fand es zum sechsten Mal statt.

SÜDOSTEUROPA

Erkundungen in Europas Südost-Ecke „Balkan“, dessen Grenzen unbestimmt sind und der als Unruheherd seit Jahrhunderten immer wieder neue Gefahren heraufbeschwört. Dabei könnte dieser Raum ein Paradies sein – aber die Bewohner mit ihren romanischen, slawischen, griechischen und illyrischen Abstammungen verstehen sich einfach nicht.

UKRAINE

20 Jahre nach dem Reaktorunglück vom 26. April 1986 – ein Wiedersehen mit Freunden. Als die Katastrophe begann, war ihre Tochter in Prypiat zur Welt gekommen, der Stadt, die zum Reaktor gehört. Gespräche zwischen Wehmut und Hoffnung und einem trotzigen Resümee: „Wir leben noch – was damals passierte, das hat uns zusammengeschweißt.“

WEIßRUSSLAND

Keine Revolution in Minsk. Die Gegner des Lukaschenko-Regimes waren zu schwach, um die politische Macht zu übernehmen. Die demokratische Opposition in Weißrussland ist damit aber nicht am Ende. Besonders viele Anhänger hat sie in der einheimischen Rockmusikszene. Das kostenlose CD-Album „Belarusian Red Book“ präsentiert jetzt erstmals die zensierten und verbotenen Bands aus Weißrussland.

EURASISCHE MUSIKSZENE

Die britische Rundfunkanstalt BBC zeichnet im April eine Musik aus, die aus einem eurasischen Niemandsland kommt: der virtuellen Bukowina. Ihr Schöpfer Stefan Hantel alias Shantel hat sie auf den Spuren seiner Großeltern in Czernowitz entdeckt. Seither ist er in Liebe und Leidenschaft zu diesem musikalischen Bastard entbrannt. Im „Bucovina Club“ und auf Tourneen in aller Welt verzaubert sein Hybrid-Sound das Party-Publikum. Für die trunkenen Gäste des Spektakels ist Techno von gestern.

WEIßRUßLAND
Weil er in seiner Heimat totgeschwiegen wird, kam der weißrussische Oppositionskandidat Aleksandr Milinkewitsch nach Moskau. Er baut auf die Berichterstattung russischer Fernsehsender, die auch in Weißrußland zu empfangen sind.

MONTENEGRO
Die Montenegriner bleiben auf Unabhängigkeitskurs. Sie fordern einen eigenen Staat und damit die Auflösung der Union Serbien-Montenegro. Die Zersplitterung Ex-Jugoslawiens geht damit in die letzte Runde.

WEIßRUßLAND

Weißrußlands Staatsoberhaupt Aleksandr Lukaschenko hat für Mitte März Präsidentschaftswahlen angesetzt. Um Kritik an seiner Wiederwahl im Keim zu ersticken, ließ er die populärsten weißrussischsprachigen Rockgruppen auf einen Index setzen.

RUSSISCHES ERDGAS
Der russische Konzern Gasprom will seine Lieferpreise anheben und sorgt so für einen heftigen Streit zwischen Rußland und der Ukraine. Unterdessen wurden im russischen Wyborg die Arbeiten an der Ostsee-Pipeline begonnen.

POLEN

Die weltweit bekannteste Einzelgewerkschaft ist ohne Zweifel die Solidarnosc. Sie hat maßgeblich zum Ende des gesamten Ostblocks beigetragen. Jetzt ist Polen auf dem Weg zur Pluralisierung der Lebensstile. Die Bereitschaft zur gewerkschaftlichen Organisation nimmt stark ab. Und eineinhalb Jahrzehnte nach dem Ende des Kommunismus stecken nun auch Polens Automobilgewerkschaften im Dilemma. Sie werden zerrieben zwischen innerer Zersplitterung und äußerem Veränderungsdruck.

POLEN

Volker Schlöndorff verfilmt das Leben der ehemaligen Kranführerin Anna Walentynowicz. Ihre Entlassung auf der Lenin-Werft in Danzig führte 1980 zum Streik der Arbeiter und schließlich zur Gründung der Gewerkschaft Solidarnosc. Doch die frühere Werftarbeiterin kritisiert den Film „Vergessene Heldin“ vehement, sie will gegen Schlöndorff vor Gericht ziehen.

WEIßRUßLAND

Ein Besuch bei der Europäischen Humanistischen Universität von Minsk, die in der litauischen Hauptstadt Vilnius Unterschlupf gefunden hat.

WEIßRUßLAND

Der weißrussische Staatspräsident Alexander Lukaschenko bringt sein Land immer mehr auf Linie: Unermüdlich benennt er Straßen um, hebt Musikquoten an und erschwert es dem Volk ins Ausland zu reisen.

UKRAINE
Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko entläßt die Regierung und beendet damit den Machtkampf zwischen dem „Schokoladenkönig“ Petro Poroschenko und der Revolutions-Ikone Julia Timoschenko.

KROATIEN

In einem kroatischen Arbeitslager starben nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges tausend Menschen – da sie deutsche Vorfahren hatten. Ihr Leidensweg war fast ein halbes Jahrhundert ein Tabuthema, bis heute wissen die meisten Kroaten nichts über das traurige Nachkriegsschicksal der Donauschwaben in Slawonien.

EXPEDITIONEN INS MORGENLAND

Er war einer der letzten großen europäischen Universalgelehrten des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Der tschechische Orientforscher Alois Musil bereiste mehrfach den vorderen Orient und schilderte seine Erlebnisse in einer Vielzahl von packenden Reiseerzählungen und wissenschaftlichen Abhandlungen.

GEWERKSCHAFT SOLIDARNOSC

Vor einem Vierteljahrhundert wurde die polnische Gewerkschaft Solidarnosc gegründet. Sie trug wesentlich zum Niedergang des Kommunismus im gesamten Ostblock bei. Lech Walesa war nicht nur Solidarnosc-Führer sondern er wurde später auch zum polnischen Präsidenten gewählt und mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Mit ihm sprach n-ost-Korrespondent Andreas Metz.

UKRAINE
In einem Wutanfall löste der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko die wegen Korruption berüchtigte Verkehrspolizei des Landes auf.

POLEN

In den letzten Augusttagen des Jahres 1980 erlebte Europa den Anfang vom Ende der kommunistischen Ära. Gut 60 Jahre nach der Oktoberrevolution hatten polnische Werftarbeiter begonnen, das Joch der Diktatur abzuschütteln. Ein Jahrzehnt später war das Sowjetreich zusammengebrochen.

WELTKONGREß DER OSTEUROPAFORSCHER
Ende Juli stand Berlin im Blickpunkt der Osteuropa- und Eurasieninteressierten. Der ICCEES lud zum Weltkongreß der Osteuropaforscher. In interdisziplinären Gesprächsrunden wurde über die Zukunft des gemeinsamen Kontinents diskutiert.

TSCHECHIEN

Das Karlsbader Filmfestival öffnet zum 40. Mal seine Pforten. Nach der langjährigen politischen Vereinnahmung durch die Kommunisten träumt man in dem tschechischen Kurort davon, mit Cannes, Berlin oder Venedig gleichzuziehen.

POLEN

Der Kulturpalast im Herzen der polnischen Hauptstadt ist so etwas wie das Empire State Building des Sozialismus: gigantisch, unübersehbar und mit Aussichtsplattform. Doch viele Warschauer möchten das Geschenk Stalins ein halbes Jahrhundert nach seiner Fertigstellung am liebsten nicht mehr sehen.

BULGARIEN

Der orientalische Popfolk erobert den Musikmarkt in Bulgarien. Obwohl die musikalische Qualität von „Tschalga“ umstritten ist, scheint sein Siegeszug nicht mehr aufzuhalten.

OSTEUROPA
Die östlichen Regionen Europas bis hin zu den GUS-Ländern haben sich 2004 positiv entwickelt. Ausländisches Kapital für weitere Investitionen steht bereit.

POLEN

Fünf Jahre nach dem Produktionsstopp ist aus dem kleinen Fiat Polski ein Kultobjekt geworden.

GOEAST

Bereits zum fünften Mal lud das goEast-Festival nach Wiesbaden, um Kino und Kultur aus Osteuropa und Zentralasien zu präsentieren. Filme aus bekannter Regiehand erhielten ebenso eine Bühne wie unbeschwerte Produktionen junger Nachwuchskünstler. Das Filmfestival bot eine einzigartige Möglichkeit, Stimmungen aus Ost und West einzufangen und just ein Jahr nach der EU-Osterweiterung über den Tellerrand der aktuellen Berichterstattung zu schauen.

OSTEUROPA
Der Staatenbund GUUAM will die russische Militärpräsenz in den Mitgliedsstaaten beenden. Der ukrainische Präsident Juschtschenko fordert die Regierung „Pridnjestrowiens“ auf, freie Wahlen abzuhalten und internationale Rüstungskontrolleure einreisen zu lassen.

AIDS
Das AIDS-Virus breitet sich in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion rasend schnell aus – die staatlichen Gesundheitssysteme sind überfordert – Bericht von einem Symposium des Vereins „Psychosoziale Betreuung im Klinikum der Universität München e.V.“

POLEN

Der starke Zloty hält die deutsche Kundschaft von polnischen Grenzmärkten fern. Die Händler bangen um ihre Existenz.

POLEN

Gesine Schwan ist seit Jahresbeginn die Polen-Beauftragte der Bundesregierung. Die Politikwissenschaftlerin und Präsidentin der Europa-Universität in Frankfurt/Oder hat zwar die Wahl zum Amt des Bundespräsidenten verloren, sie hinterließ jedoch einen so überzeugenden Eindruck auf der politischen Bühne, daß die Regierung Schröder fortan nicht mehr auf ihre Dienste verzichten wollte. Mit der Amtseinführung von Prof. Dr. Schwan erfährt das deutsch-polnische Verhältnis eine merkliche Aufwertung, einen eigenständigen Beauftragten ernannte die Bundesregierung bislang nur für die USA, Rußland und Frankreich.

OSTEUROPA

Der sozialistische Ostblock ist längst Geschichte. Bis heute aber ist zeitgenössische Musik aus Osteuropa hierzulande nur einem Kreis von Eingeweihten bekannt. Musikalisch orientieren sich die meisten Menschen streng gen Westen. Die neue Berliner Plattenfirma Eastblok Music will hier gegensteuern.

UKRAINE
Viktor Jutschtschenko ist der neue Präsident der Ukraine. So weit ist alles klar. Aber wie geht es weiter in dem jungen Staat an der Ostgrenze der EU? Ein Kommentar des Osteuropaspezialisten Wolf Oschlies.

UKRAINE

Unmittelbar vor seiner Moskau-Reise ernannte der neue ukrainische Präsident die radikale Oppositionsführerin Julia Timoschenko zur Ministerpräsidentin.

OSTEUROPA

Vor 15 Jahren läuteten Demonstranten in Temeswar das Ende der kommunistischen Diktatur von Nicolae Ceausescu ein.

UKRAINE

In den letzten zehn Jahren ist die Bevölkerung der Ukraine um vier Millionen auf 48 Millionen Einwohner gesunken. Allein in Tschechien arbeiten und leben bis zu 80.000 ukrainische Arbeiter. Die Hälfte von ihnen illegal. Jan Zappner hat sich im westukrainischen Vykoty umgesehen, das besonders mit den Auswirkungen der Arbeitsmigration zu kämpfen hat.

MOLDAWIEN/UKRAINE
Der Cottbuser Eisenbahnliebhaber Detlef Hanschke organisiert jedes Jahr eine Bahnfahrt für Reisegruppen durch Osteuropa. Seine letzte Tour mit dem exklusiven Hotelzug führte durch Moldawien und die Ukraine.

UKRAINE
Hinter den Demonstrationen in Kiew vermutet man in Moskau amerikanische und polnische Drahtzieher.
Eine Reise von Poznan bis Przemysl

FOTOAUSSTELLUNG

Im rumänischen Siebenbürgen, im Apusenigebirge, ruht großer Reichtum: Das fast schon sprichwörtliche „Gold der Karpaten“. Über den Abbau des funkelnden Edelmetalls entspinnt sich ein heftiger Konflikt. Der Fotograf Martin Fejér hat das Abbaugebiet der geplanten Goldmine in den vergangenen zwei Jahren mehrmals besucht. Einige seiner Bilder stellte er für das Eurasische Magazin zu einer kleinen Fotoausstellung zusammen.
Ein Kommentar von Kai Ehlers

EINKAUFEN IN DER UKRAINE

Über schlechte Serviceleistungen in osteuropäischen Ländern wird viel lamentiert. Beim Einkaufen von Lebensmitteln und anderen Dingen des Alltags nützt dies jedoch wenig. Vielmehr sind Wissen, Erfahrung und Taktik gefragt. Die Ukraine ist da keine Ausnahme. Eine kleine Geschäftskunde aus dem Land am Dnjepr von Nina Körner.

AUF DEM WEG IN DIE EU
Bis Ende der 1990er Jahre war Bulgarien ein Beispiel erfolgloser Transformation in Politik und Wirtschaft. Nach einer rigiden Reformpolitik hat das südosteuropäische Land jetzt – noch vor Rumänien – alle Kapitel der EU-Beitrittsverhandlungen abgeschlossen und könnte 2007 beitreten.

WEIßRUßLAND
In Minsk reißen die Protestaktionen gegen die Amtszeitverlängerung von Präsident Lukaschenko nicht ab. Mehrere Oppositionsführer sitzen in Haft. Die USA haben Wirtschaftssanktionen beschlossen.

WEIßRUßLAND UND UKRAINE
Mit der Osterweiterung wurden Belarus und die Ukraine zu Nachbarn der Europäischen Union. Die Perspektiven für die neu-nachbarschaftlichen Beziehungen sind nicht unproblematisch; beide Staaten stehen nunmehr geographisch wie politisch im Spannungsfeld zwischen Rußland und der EU. Momentan hat es den Anschein, als hielten sich alle Beteiligten vorerst verschiedene Optionen offen.
Fibre Verlag (Schriftenreihe des IFD, Bd. 1), Minsk 2004, 279 Seiten, 24,50 Euro, ISBN 985-6723-42-6.

VOR DEN PRÄSIDENTENWAHLEN
Im Blickfeld der erweiterten Europäischen Union kommt Kiew nur noch am Rande vor

SCHICKSALSJAHR 89

Am 27. Juni 1989 durchschnitt der ungarische Außenminister Gyula Horn, assistiert von seinem österreichischen Kollegen Alois Mock, den Stacheldraht an der ungarischen Westgrenze bei Sopron. Dieser symbolische Akt war der Anfang vom Ende des Eisernen Vorhangs. Immer mehr Menschen aus der DDR reisten danach in den „Bruderstaat“ Ungarn ein, um von hier nach Österreich und damit in den Westen zu entkommen. Im August 89 flohen bereits Tausende über die ungarisch-österreichische Grenze. Einer von ihnen war Lars Krüger aus Zerbst bei Magdeburg. Der Reporter Johann v. Arnsberg ließ seinen westdeutschen Paß bei einem Kollegen in Ungarn zurück und flüchtete mit dem jungen Mann aus der DDR über die Grenze nach Österreich. Seine Reportage ist damit nach dem Wissensstand der EM-Redaktion die einzige authentische Schilderung der Flucht eines DDR-Bürgers über Ungarn in den Westen.

MEDIEN UND INSTITUTIONEN
Zwei neue Publikationen weisen den Weg durch die deutschsprachige Medien-
und Institutionenlandschaft im Osten Europas.

WÄHRUNGSUNION

Nach dem EU-Beitritt der zehn neuen Mitgliedsstaaten wird es etwa
zwei bis drei Jahre dauern, bis das erste Land auch der Währungsunion
angehört

FOTOAUSSTELLUNG

Vom 1. Mai an wird das geeinte Europa ein gutes Stück größer werden. Eine Gruppe von neun Fotografen nahm dieses historische Ereignis zum Anlaß, um Stimmungen und Eindrücke „Im Osten“ Europas einzufangen.

EU-ERWEITERUNG
Der Verkehr rollt verstärkt von Ost nach West, Investoren schließen
ihre Werke im Westen und fangen im Osten neu an. Einer der größten
Gewinner der EU-Erweiterung ist die Slowakei.

EU-BEITRITTSLÄNDER
Welche Veränderungen die Integration der Beitrittsländer
fur Europa bringen wird

EURASISCHE DIMENSIONEN
Wie die neuerliche Integration Europa verändern wird

UKRAINISCHE PRÄSIDENTSCHAFTSWAHLEN

Julia Timoschenko ist eine der schillernsten Figuren in der ukrainischen Offentlichkeit.
Mit 42 Jahren war sie bereits Chefin von zwei Großunternehmen und grundete
mehrere politische Parteien und Burgerbewegungen. Und - möglicherweise
wird sie die nächste Präsidentin der Ukraine

RUMÄNIEN
Der Schriftsteller und pensionierte Pfarrer Eginald Schlattner ist beinahe der letzte Siebenburger in dem rumänischen Dorf Rothberg. Um an der Einsamkeit nicht zu verzweifeln, schreibt er Bucher, die Kassenschlager sind.
Präsident Kutschma gibt das Ziel vor: Die Ukraine soll 2011 beitrittsreif
sein. Aber die innen- und außenpolitischen Erfolge der Ukraine bleiben
bislang mäßig – Stimmen vom Ost-West-Forum und der Tagung der
Otto Brenner Stiftung in Berlin

REPUBLIK MOLDAU

Am 27. August wird der moldauische Präsident Vladimir Voronin in Kishinev zum zwölften Mal die Feierlichkeiten des Unabhängigkeitstags der Republik Moldau (im folgenden gemäß dem offiziellen Sprachgebrauch Moldova genannt) eröffnen. Glückwunschschreiben sind jedoch weder von Seiten der westeuropäischen Staaten, noch von den unmittelbaren Nachbarn der kleinen Republik, wie Rumänien oder der Ukraine zu erwarten.
Ein Essay uber die Ausbildung des europäischen Selbstverständnisses
seit der Antike, das Verhältnis zwischen West- und Osteuropa und das wiedervereinigte
Europa, das zum Hoffnungsträger fur eine zivile Weltordnung avancierte

INTERVIEW
Tillmann Allmer, Mitveranstalter der Grenzland-Filmtage in Selb (24. bis 27.
April), uber das Interesse am osteuropäischen Film, die Auswirkungen
der EU-Osterweiterung auf das osteuropäische Filmschaffen, uber den
Film „Good bye Lenin“ und naturlich uber die Grenzland-Filmtage.

EURASIEN ENTDECKEN
Diagonale 2003 – Festival des österreichischen Films in Graz
Go East – Festival des mittel- und osteuropäischen Films in Wiesbaden
Japanische Filmfestivals in Frankfurt/Main und Hamburg
Internationale Grenzland-Filmtage in Selb

UKRAINE: BALD EU-ANRAINERSTAAT
Mit dem voraussichtlichen EU-Beitritt Polens, Ungarns und der Slowakei im Mai 2004 wird die Ukraine eine direkte Grenze mit der Europäischen Union haben. Wilhelm Johann Siemers reiste durch die West-Ukraine, um vor Ort die Stimmung in der Bevölkerung auszuloten.
Mehr als ein Jahrzehnt nach dem Zerfall der UdSSR liegt die Ukraine an der Peripherie der Wahrnehmung der west- und mitteleuropäischen Öffentlichkeit. Der Bedeutung der Ukraine als Schlüsselfaktor für Stabilität und Sicherheit in ganz Europa wird das nicht gerecht.

EURASIEN ELEKTRONISCH
Der Netzauftritt www.joe-list.de der legendären Mailingliste für Junge Osteuropa-Experten (JOE), kann jetzt besucht werden.

POLEN
Im Nordosten Polens liegt ein lange vergessenes Sumpfgebiet, das neuerdings von einer steigenden Zahl westeuropäischer Urlauber besucht wird. In den geradezu exotisch anmutenden Flußauen an dem windungsreichen Gewässer der Biebrza hausen Biber, treiben sich Wolfrudel herum, röhren zur Brunftzeit die Hirsche in großer Zahl.
Seit der Schließung der Prager Karls-Universität 1945 nimmt damit erstmals eine osteuropäische Hochschule den Lehrbetrieb in deutscher Sprache auf.
Eine historische Einordnung des jungsten Schachzuges von Präsident Wladimir Putin