
VEGETARISMUS
In den nächsten Jahrzehnten sollen möglichst alle Menschen dazu bekehrt werden, völlig auf das Essen von Fleisch zu verzichten. „Ja, dies ist unser Ziel“, verkündet Renato Pichler, Vize-Präsident der Europäischen Vegetarierunion (EVU) gegenüber dem Eurasischen Magazin. Die Wahrheit ist jedoch: Verzichten kann nur, wer im Überfluss lebt. Wer hungert, verzichtet nicht. Global gesehen, außerhalb der Wohlstandsinseln, spielt der Vegetarismus nach westlichem Muster folgerichtig auch keine Rolle. Denn wenn keine Tiere mehr gegessen werden, können über 60 Prozent der Welt-Agrarfläche, die aus Viehweiden besteht, nicht mehr genutzt werden. Nicht einmal Vegetarier essen schließlich Gras und können davon existieren. In vielen Gegenden dieser Welt leben Menschen von Fisch und Wild.

EM-INTERVIEW

Die schneeweiße „Gottesmutter-von-Kazan-Kathedrale“ in der Altstadt von Havanna ist die größte auf dem amerikanischen Kontinent. Als Zeichen der kubanisch-russischen Freundschaft, die die sowjetischen Zeiten anscheinend bruchlos überdauert hat, stimmte Kubas ehemaliger Staatschef Fidel Castro vor zehn Jahren dem Bau des orthodoxen Gotteshauses zu. Die Kathedrale und das integrierte Kulturzentrum „Russisches Haus“ führen heute ein reges Gemeindeleben, verflechten russische religiöse und sowjetische politische Traditionen: sie vermitteln Stile der Ikonenmalerei ebenso wie die nationalen Symbolika Russlands. Orthodoxe Geistliche besuchen Schulen und Kindergärten, aber auch die Gedenkstätte sowjetischer Soldaten. Gefeiert werden nicht nur Weihnachten und Ostern, sondern auch der Internationale Frauentag am 8. März und am 9. Mai der Tag des Sieges. Julia Schatte hat den Priester der Gemeinde, Dimitrij Orechow, interviewt.

IRAN
Der 10. Februar ist der Jahrestag der iranischen Revolution. Vor 34 Jahren wurde die Tyrannei des Königs „Schah“ durch den religiösen Faschismus ersetzt und die Bevölkerung verraten. Die Freudentränen wichen sehr bald bitterem Schmerz.

EM-INTERVIEW

Der tunesisch-französische Autor Abdelwahab Meddeb ist ein kritischer Beobachter der politischen Entwicklungen in Tunesien und Ägypten. Im Gespräch mit Ceyda Nurtsch erklärt er, warum die Islamisten keine liberale Diskussionskultur schaffen und er der Idee einer islamischen Demokratie skeptisch gegenüber steht.

EM-INTERVIEW

Das EM hat im Zusammenhang mit der Recherche zum Artikel "Im Weinberg des Herrn" versucht, Margot Käßmann zu interviewen.

EVANGELISCHE KIRCHE

Als sie noch EKD-Ratsvorsitzende und Bischöfin in Hannover war, hat Margot Käßmann bedauert, dass es in ihrer Kirche keinen Weinberg gibt. Aber Hannover ist nun mal für den Rebenanbau nicht sonderlich geeignet. Andere Landeskirchen hätten eigene Weinlagen, beklagte die bekannteste Kirchenfrau Deutschlands. Das Eurasische Magazin ist der Frage nachgegangen, wie es um die Weinberge des Herrn wirklich bestellt ist.

RELIGION

Von Haus aus ist Muhammad Shahrur Ingenieur, ein Pragmatiker, der die Fragen des Lebens mit der Logik und Methodik des Mathematikers angeht. Die Fragen, mit denen der syrische Professor sich aber hauptsächlich beschäftigt, sind die von Religion, Kultur, Moral und Menschlichkeit. Die Religion ist natürlich der Islam, die Kultur im weiteren Sinne die islamische, im engeren die arabische des Nahen Ostens, die dem Islam zugrunde liegt. Seine Überlegungen schreibt Muhammad Shahrur in Büchern auf, die von erheblicher Sprengkraft sind. Seine Bedeutung für die zeitgenössische islamische Welt wird inzwischen mit der von Martin Luther für das Christentum verglichen.

ORTHODOXE KIRCHE

Patriotismus hinter Klostermauern - besonders junge russische Akademikerinnen fühlen sich davon offenbar angezogen. In der Stadt der Kirchen und Klöster sieht man auffallend viele von ihnen.

EURASISCHE SPIRITUALITÄT
Gibt es eine genetische Veranlagung für bestimmte Formen von Magie? Haben wir angeborene Sensoren, die uns für gewisse Spielarten der Spiritualität empfänglicher machen als für andere? Besitzen wir tief in unserem Inneren so etwas wie ein magisches Heimatgefühl? Und was erlebt ein Autor und Filmemacher, wenn er sich auf die Suche danach macht?

SERBIEN
Bei den Bischöfen und im Vatikan war er eher eine Persona non grata. Wenn es nach der Belgrader Vox populi geht, dann wird in Bälde die Belgrader Prachtstraße „Boulevard der Befreiung“ in „Boulevard Patriarch Pavle“ umbenannt.

JUDEN IM IRAN
Schroffe Töne zwischen Israel und dem Iran. Holocaust-Leugnung auf der einen Seite, die unverhüllte Drohung mit Luftschlägen auf der anderen. Mittendrin, meistens vergessen und nur selten erwähnt, etwa 25.000 Juden im Iran, seit Jahrtausenden im Lande ansässig, Iraner per Staatsangehörigkeit, Juden durch ihre Religion und daher eigentlich beiden Seiten suspekt. Da stellt sich die Frage: Wie leben sie eigentlich, die Juden im Iran?

POLEN

Pilgern – das kann man nicht nur zum spanischen Santiago de Compostela. Quer durch Europa verlaufen die alten Jakobswege. Im Lebuser Land an der Westgrenze Polens wird nun ein historischer Weg wieder ausgegraben. Die ersten Pilger sind schon da. Das Lebuser Land beginnt etwa 80 km östlich von Berlin und ist selbst für die meisten Bewohner des nahen Großraumes Berlin-Brandenburg ein unbekannter Landstrich. Es ist übersät mit Seen, Wäldern und verschlafenen, seit 1945 geradezu konservierten Orten.

EM-INTERVIEW

Der Erzbischof von Canterbury plädierte kürzlich dafür, Teile des islamischen Rechts in die Gesetzeswerke Großbritanniens zu übernehmen. Die Aufregung war nicht nur in London beträchtlich. Das Eurasische Magazin befragte den Juristen und Islamwissenschaftler Prof. Dr. Mathias Rohe zu seiner Einschätzung dieses Vorstoßes. Auch er vertritt die Auffassung, es sei höchste Zeit für die hier lebende muslimische Bevölkerung religiöse Grundlagen zu finden, die sich klar im Rahmen des säkularen Rechtsstaats bewegen. Sein Fazit: Integrative Islam-Interpretationen sind alternativlos.

TÜRKEI
Der klare Sieg der regierenden „Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung“ (AKP) widerlegt den Gegensatz zwischen Islam und Säkularismus und ist vor allem Ausdruck eines sozialen Wandels in der türkischen Gesellschaft.

RUSSISCHE ORTHODOXIE

Die Russische Orthodoxe Kirche erlebt derzeit die stürmischste Aufwärtsentwicklung ihrer tausendjährigen Geschichte. 1989, am Ende der Sowjetunion, gab es im ganzen Riesenland nur noch rund 6.000 Kirchen mit zusammen fünf Millionen Gläubigen. 2005 waren es schon über 12.000 Kirchen mit 9,5 Millionen Gläubigen. Für 2015 erwartet man rund 25.000 Kirchen mit bis zu 28 Millionen Gläubigen. Damit soll aber noch lange nicht das Ende erreicht sein. Für 2025 wird sogar mit 40.000 Kirchen gerechnet.

KÖRPERUTOPIA

Verena Paulus hat im Katalogbuch der Ausstellung „1001 Nacht – Wege zum Paradies“ im Bremer Überseemuseum einen viel beachteten Beitrag veröffentlicht. Er befasst sich mit „Irdischen Paradiesen“, ganz speziell mit dem „Körper in der Postmoderne“. Das EURASISCHE MAGAZIN sprach mit ihr über neue Körperideale und Kunstwesen aus dem Cyberspace.

GEGENWELTEN

Prof. Bernd U. Schipper hat für das Katalogbuch der Ausstellung „1001 Nacht – Wege zum Paradies“ im Bremer Überseemuseum die Paradiesvorstellungen in den Religionen analysiert. Das EURASISCHE MAGAZIN sprach mit ihm darüber, woher die menschliche Sehnsucht nach Paradiesen rührt und wie es um deren Zukunft bestellt ist.

AUSSTELLUNG

Die Paradiese der Welt sind im Überseemuseum in Bremen versammelt, zugänglich für jedermann. Eine phantastische Ausstellung lässt sie lebendig werden: biblische, weltliche, sozialistische, Reise- und Konsumparadiese. Sie alle, die Menschen sich in ihrer Sehnsucht nach einer besseren Welt erträumt, ausgemalt und erschaffen haben, sind dort zu betreten und mit allen Sinnen zu erleben. Erstaunt bemerkt der Betrachter, wie wenig unser eigenes Zeitalter davon noch zu bieten hat.

KROATIEN

Warum hat Gott nicht die Chinesen als „auserwähltes Volk“ genommen? Weil’s bei Juden mehr Meinungen gibt. An diesen alten Witz fühlt sich erinnert, wer sich das chaotische Treiben anschaut, das seit einem Jahr in der Jüdischen Gemeinde Zagreb (ŽOZ) abläuft.

LITAUEN

Auf einem Hügel im litauischen Siauliai verbinden sich Volksfrömmigkeit und Freiheitsdrang zu einem nationalen Wallfahrtsort von einzigartiger Symbolkraft. Sowjetische Herrscher ließen ihn einst platt machen. Unter Gorbatschow kam er auf die Liste der nationalen litauischen Kulturdenkmäler. Längst hat auch der Tourismus das „litauische Golgatha“ entdeckt. Sogar ein Hotel soll jetzt in seiner Nähe errichtet werden.

BALKAN

Zwar sind rund die Hälfte der vier Millionen Einwohner Bosniens Muslime, und international gibt sich die Republik oft als „islamisches“ Land. Aber tiefgreifende Bedeutung hat das nicht. Bosnien ist Beispiel für das Werden und Wesen einer Religiosität der Gelassenheit.

RELIGION

Religionen erheben den Anspruch, die allein selig machende Wahrheit zu verkünden. Alle Menschen, die eine andere Weltanschauung vertreten, gelten mithin als Ungläubige. Deshalb sind religiöse Feindschaften die dauerhaftesten auf Erden. Sogar innerhalb der gleichen Religionsgemeinschaft: Sunniten sprengen schiitische Heiligtümer, Schiiten richten Massaker unter Sunniten an – alles im Namen des gleichen Gottes, alles im Namen Allahs. So, wie einst Christen gegen Heiden und Juden wüteten, Katholiken gegen Hugenotten und Protestanten, veranstalten Muslime im 21. Jahrhundert Pogrome. Islamisten greifen Botschaften christlicher Länder an wegen der Veröffentlichung von Karikaturen des Propheten Mohammed. Im Gespräch mit dem Eurasischen Magazin analysiert der Historiker Prof. Dr. Pedro Barceló die Hintergründe.

ZENTRALASIEN

Im südlichsten Landesteil Kasachstans an der Grenze zu Kirgisien und Usbekistan erreicht das Thermometer im Herbst noch 35 Grad. Kamele fühlen sich hier heimisch und saftige Wassermelonen werden lastwagenweise über schlaglöchrige Straßen durch die karge, heiße Steppenlandschaft gekarrt. Einzig die Farbe der himmelblauen Kuppeln der berühmten Grabmoschee Turkistans suggerieren Kühle. - Das Umfeld des größten Wallfahrtsortes Kasachstans ist ernüchternd.

RELIGIÖSER ALLTAG AUF BALI

Auf Bali ist das Leben der Menschen durch und durch vom Hinduismus geprägt – weit verbreitet ist der Glaube an die Reinkarnation. Die kleine indonesische Insel im Indischen Ozean hat mit rund 20.000 Tempeln die wahrscheinlich höchste Tempeldichte der Welt. Besonders beeindruckend sind der Muttertempel Besakih und der Meerestempel Tanah Lot. Dirk Ruppik machte sich auf die Reise.

Welche historischen Wurzeln den Herrschaftssystemen in den islamischen Ländern zugrundeliegen. Weshalb es auch nach 200 Jahren Verwestlichung noch kaum demokratische Strukturen gibt. Warum die herrschenden Schichten in den Ländern des Orients daran auch nicht interessiert sind. Und welche Rolle der Westen – insbesondere die USA – für die Demokratie in der islamischen Welt spielen.

EISBADEN
In eiskaltem Seewasser waschen die Russen ihre Sünden ab, kräftigen und beweisen sich.

LITAUEN
Die Litauer haben sich ihre ganz eigenen Weihnachtstraditionen bewahrt

MORGENLAND

Im Gespräch mit dem Eurasischen Magazin erläutert der Islam-Experte Dr. Murad Wilfried Hofmann, was er von dem Demokratie-Feldzug der USA hält. Er tritt für eine islamische Demokratie ein, in der der Koran als Grundgesetz fungieren könnte.

KULTUR IN EURASIEN
Vor 80 Jahren eroberte der Siebenburger Sachse Rudolf Wagner-Régeny mit seinen Opern von Berlin aus die Buhnen der Welt. Sein musisches Schaffen wurde sowohl durch das abendländische Christentum als auch durch Elemente der asiatischen Religionen, vor allem des Zen-Buddhismus, befruchtet. Wagner-Régeny hat die Musikwelt des 20. Jahrhunderts bereichert, auch wenn sein Werk heute fast vergessen ist. Das Eurasische Magazin veröffentlicht ein Gespräch mit dem Wagner-Régeny-Interpreten Peter Szaunig über das Werk des Komponisten und die geistig-religiösen Einflüsse aus West und Ost, die es geprägt haben.

Wer da aus dem Winterwalde zu den Menschen kommt, das wissen die meisten im Westen Eurasiens: der Nikolaus. Aber woher kommt er? Bayerische und österreichische Kinder wurden wohl meinen, der Rauschebart und sein Helfer Knecht Ruprecht lebten zusammen in den Wäldern des Alpenvorlandes. Vielleicht macht er hier gelegentlich Station. Doch eigentlich stammt der Nikolaus von der Mittelmeerkuste der heutigen Turkei. Dort in der antiken Stadt Myra, 120 Kilometer sudwestlich von Antalya, wurde der Heilige Nikolaus einst zum Bischof gewählt. Ulfrid Kleinert erzählt in seinem Vortrag, den er vergangenes Jahr im sächsischen Radebeul-Kötzschenbroda gehalten hat, die Geschichte dieses Ausländers aus einem Nicht-EU-Staat, der am 6. Dezember so gefeiert wird.
Der Heidelberger Politikwissenschaftler Prof. Dr. Wolfgang Merkel sprach im Rahmen des Uni-Forums 2003 des Sudwestrundfunks zum Thema „The Clash of Civilizations – Der‚ Westen' und die ‚islamische Welt'“. Das Eurasische Magazin dokumentiert Auszuge aus seinem Vortrag. Merkel stellt darin die These auf, Islam und Demokratie ließen sich deshalb so schwer vereinbaren, weil die islamistische Welt nicht an der Aufklärung teilgenommen habe und daher keine Trennung zwischen Staat, Gesetz und Religion kenne.
Seit einem Jahr regiert die islamische AK-Partei die Turkei und setzt alles daran, das Land in die EU zu fuhren. Sollte sie ihr Reformtempo fortsetzen werden die Islamisten schaffen, wovon der streng laizistische Staatsgrunder Kemal Ataturk geträumt hat: Die Turkei nach Europa zu fuhren.

NAHER OSTEN
Der Direktor des Orientinstituts in Hamburg, Prof. Dr. Udo Steinbach, nimmt
im Interview mit dem Eurasischen Magazin Stellung zu den brennendsten
Fragen des Nahen Ostens, des Islams und der Rolle, die der Westens bei der Entwicklung
der muslimischen Welt spielt.

MODELL KASAN
Die russische Stadt Kasan/Wolga, das Zentrum des Islams in Rußland,
steht Modell fur eine friedliche Koexistenz von Orthodoxem Christentum
und Islam. Der Jadidismus, dem der Rang einer tatarischen Staatsideologie zukommt,
bietet hierfur eine hervorragende Voraussetzung

TIBETISCHES TOTENBUCH
„Bardo“-Komposition für Violoncello und Orchester vom Frankfurter Komponisten und Musikprofessor Hans Zender – Vertonung des „Bardo Thödol“ durch den einstigen Schlagzeuger der Deutschrock-Band „Eulenspygel“, Jean-Pierre Garattoni
Der Islam ist die jüngste der fünf Weltreligionen. Sie wurde von Mohammed gegründet, der um 570 n. Chr. in Mekka auf der arabischen Halbinsel geboren wurde. Ab 610 reiste er als Prophet durch das Land, um Anhänger um sich zu scharen.
Eurasiens Götter sind die erfolgreichsten aller Zeiten. Ihre Lehren haben die Welt erobert. Die fünf großen Weltreligionen kommen alle aus Eurasien.
„Ich bin auf Reisen immer wieder gerne in keltische Länder wie Irland oder Schottland gefahren“, sagt Rüdiger Sünner im Eingangstext zu seiner dem Buch beiliegenden DVD. Dort hätte ihn nicht nur die Landschaft angezogen, sondern auch das unverkrampfte Verhältnis der Menschen zu ihren Mythen, Sagen und Kultstätten. Sünner analysiert, wovon die Verkrampfung gegenüber den Mythen in germanischen Ländern herrührt. Er kommt zu dem Ergebnis: „Vom Missbrauch in Nationalsozialismus und rechter Esoterik“.
Der Übersetzer, Orientalist und Zeitschriftherausgeber Stefan Weidner hat mit seinem kürzlich veröffentlichten Buch „Manual für den Kampf der Kulturen: warum der Islam eine Herausforderung ist“ den Islam zum historischen und gegenwärtigen permanenten Stifter von Konflikten erklärt, denen er den Terminus „Kulturkampf“ zuweist.
Moderne Literatur aus Tibet macht sich rar. Wie der Rezensent schon in einer anderen Besprechung (Roter Mohn … EM 04-05) deutlich gemacht hat, liegt dies nicht zuletzt daran, dass eine von religiösen Traktaten und geschichtlichen Annalen unabhängige schriftliche Erzählliteratur in Tibet überhaupt erst seit wenigen Jahrzehnten existiert. Junge tibetische Schriftsteller werden außerhalb Chinas zumeist nur als Exoten wahrgenommen und haben daher wenig Chancen auf Deutsch oder Englisch verlegt zu werden. Aus diesem Grund ist es um so erfreulicher, dass einige dieser Autoren – angeleitet und unterstützt von zwei für den ganzen tibetischen Raum sehr wichtigen amerikanischen Englischlehrern – die Herausgeberschaft selbst in die Hand genommen haben. Von diesen bei lulu.com erschienenen Büchern (siehe unten) sei hier nun stellvertretend das jüngst Erschienene vorgestellt.
Dieses Buch ist als Klassiker der Weltreligionen unübertroffen. Die Grundlagen der wichtigsten Welt-Anschauungen sind zwischen den beiden Buchtiteln auf knapp 500 Seiten erklärt: Hinduismus, Buddhismus, Chinesischer Universalismus, Christentum und Islam.
In den 1980er Jahren veranstalteten amerikanische Hochschulen „Machiavelli-Seminare“, um die Absolventen auf Erfolg zu trimmen, angehenden Managern die Strukturen der Macht im Wirtschaftsleben zu lehren und ihnen beizubringen, wie man andere manipulieren und beherrschen kann. Inzwischen ist mit der Heraufkunft Chinas als Weltmacht ein neue Lehre in den Blickpunkt von Wirtschaftsführern gerückt: die des Konfuzianismus. Den weisen Lehrer Konfuzius empfiehlt zum Beispiel der Siemens-Manager Werner Schwanfelder in seinem neuen Buch als Berater und Lehrmeister.
Gegen den Strom der Globalisierungstheorien entwickelt Guido Steinberg eine neue Perspektive auf den islamistischen Terrorismus – er sieht in ihm einen Fall von globaler Netzwerkbildung, der im Lokalen wurzelt.
Das große Erstaunen über die Gewalttätigkeit von selbsternannten Glaubenswächtern überall auf der Welt hat den Autor zur Feder greifen lassen. Er fordert eine Atheologie, die Abkehr von religiösen Dogmen und Glaubenssätzen. Stattdessen plädiert er für einen postchristlichen Laizismus. Sein Buch hat einen Nerv getroffen, ist in wenigen Monaten bereits 100.ooo Mal verkauft worden.
Infolge der Verbalentgleisungen Ahmadi-Nedschads, steht der Iran erneut im Rampenlicht der internationalen Politik. Das Buch „Schauplatz Iran“ versorgt den Leser mit solidem Basiswissen über das Land am Persischen Golf.
Primus Verlag, Darmstadt 2004, 243 Seiten, ISBN 3-896 -78494-3.
Berlin 2002 (Englische Orginalausgabe 1999), Verlag Klaus Wagenbach, 143 Seiten, 10,90 Euro, ISBN 3-8031-2454-9.
Berlin, 2. Auflage 2003, 493 Seiten mit mehreren Karten und farbigen Abbildungen, Propyläen Verlag, 24,90 Euro, ISBN 3-549-07162-0