
MOSKAU
Vollwertige Bildung und medizinische Versorgung ist in Russland nur noch gegen Bares zu haben. Vor diesem Hintergrund empören sich die Russen über Millionen-Abfindungen für Manager.

TOD EINES OLIGARCHEN
Die Informationen über die Todesumstände des London-Emigranten Beresowski sind rar. Viele seiner Freunde glauben nicht an Selbstmord. Russische Experten verdächtigen britische Sicherheitsstrukturen des Mordes.

ENERGIEPOLITIK
Über die Energieabhängigkeit der Europäischen Union (EU) gegenüber Russland wird viel geredet und noch mehr geschrieben. In grellen Farben malen alle möglichen „Experten“ immer neue sicherheitspolitischen Folgen an die Wand. Und immer wieder wird gemahnt, endlich zu einer gemeinsamen Europäischen „Energie-Sicherheitspolitik“ zu finden oder gar eine „Energie-NATO“ einzurichten, um der „russischen Gefahr“ zu begegnen. In all diesen Szenarien spielt die Ostseeregion eine herausgehobene Rolle. Doch halten die gezeichneten Schreckensbilder der Wirklichkeit überhaupt stand?

MOSKAU

Moderne Kunst im Herzen der russischen Hauptstadt: ein altes Industriegelände am Rande der Metropole macht Furore mit kritischen Ausstellungen und wehrt sich gegen die Drangsalierung der Kunst.

RUSSLAND
300 Mitarbeiter des Bolschoi-Theaters bezweifeln die offizielle Version des Säure-Anschlags auf den Leiter der Ballett-Truppe von Russlands größter Bühne.

BERLIN-KRIM-BERLIN

Juliane Inozemtsev ist freie Journalistin und Buchautorin aus Berlin. 2012 erschien im Lübbe Verlag ihr Buch „Werft die Gläser an die Wand - meine russische Familie und ich“. Die studierte Slawistin lebt mit ihrem Mann und den beiden Kindern hauptsächlich in Berlin, aber auch einige Monate im Jahr auf der Krim, in Sewastopol, der Heimatstadt ihres Mannes. Im EM schreibt sie darüber, was sie dort alles erfährt und erlebt. Die Namen der handelnden Personen sind zum Schutz der Privatsphäre geändert.

EM-INTERVIEW

Die schneeweiße „Gottesmutter-von-Kazan-Kathedrale“ in der Altstadt von Havanna ist die größte auf dem amerikanischen Kontinent. Als Zeichen der kubanisch-russischen Freundschaft, die die sowjetischen Zeiten anscheinend bruchlos überdauert hat, stimmte Kubas ehemaliger Staatschef Fidel Castro vor zehn Jahren dem Bau des orthodoxen Gotteshauses zu. Die Kathedrale und das integrierte Kulturzentrum „Russisches Haus“ führen heute ein reges Gemeindeleben, verflechten russische religiöse und sowjetische politische Traditionen: sie vermitteln Stile der Ikonenmalerei ebenso wie die nationalen Symbolika Russlands. Orthodoxe Geistliche besuchen Schulen und Kindergärten, aber auch die Gedenkstätte sowjetischer Soldaten. Gefeiert werden nicht nur Weihnachten und Ostern, sondern auch der Internationale Frauentag am 8. März und am 9. Mai der Tag des Sieges. Julia Schatte hat den Priester der Gemeinde, Dimitrij Orechow, interviewt.

RUSSISCHE ARMEE
Der neue russische Verteidigungsminister hat angeordnet, dass die immer noch gebräuchlichen Lappen als Fußbekleidung für russische Soldaten bis zum Ende des Jahres abgeschafft werden.

BERLIN-KRIM-BERLIN

Juliane Inozemtsev ist freie Journalistin und Buchautorin aus Berlin. 2012 erschien im Lübbe Verlag ihr Buch „Werft die Gläser an die Wand - meine russische Familie und ich“. Darin erzählt sie, wie sie ihren russisch-ukrainischen Mann kennen- und lieben lernte und welche kulturellen und sprachlichen Missverständnisse den gemeinsamen Weg pflasterten (Rezension in EM 04-2012). Heute lebt die studierte Slawistin mit ihrem Mann und den beiden Kindern hauptsächlich in Berlin, jedes Jahr aber auch einige Monate auf der Krim, in Sewastopol, der Heimatstadt ihres Mannes. Ab sofort wird sie regelmäßig im EM darüber schreiben, was sie dort so alles erfährt und erlebt. Die Namen der handelnden Personen sind zum Schutz der Privatsphäre geändert.

RUSSLAND
Russische Ermittler decken im Verteidigungsministerium, im Landwirtschaftsministerium und der Raumfahrt massive Korruptionsfälle auf.

WIRTSCHAFT

Russland sei eine große Chance gerade für ostdeutsche Unternehmen, meint die Ministerpräsidentin von Thüringen, Christine Lieberknecht, welche in Begleitung von Unternehmern und Landtagsabgeordneten Mitte Oktober Moskau und Uljanowsk besuchte.

SCHWARZES MEER

Das Schwarze Meer ist eine der Urregionen der Menschheit. Vor 15.000 Jahren kam es tatsächlich, wie schon in der Bibel steht, zu einer großen Schmelze in den Bergen und einer Sintflut in den Tälern, die das Schwarze Meer entstehen ließ. Im Kaukasus erhoben sich der Elbrus als höchster Berg und der Ararat, wo die Arche Noah nach der Legende gestrandet sein soll. Am 9.November 2012 fand in Graz in der österreichischen Steiermark eine Schwarzmeer-Konferenz statt, auf der die modernen Bedürfnisse und Kernprobleme der Schwarzmeerregion erörtert wurden.

RUSSLAND
Ein Leben ohne die Datscha ist für viele Russen unvorstellbar. Seit Peter der Große die ersten Grundstücke vergab, hat sich an der Datscha einiges geändert, wegzudenken ist sie aus dem russischen Alltag nicht mehr. Die Datscha ist kein Haus, sie ist ein Lebenskonzept – und eine Auszeit von Stadt und Staat.

MOSKAU
Die Duma-Mehrheit machte kurzen Prozess mit dem Links-Abgeordneten Gennadi Gudkow, der mal Geheimdienstmann war und jetzt Sprecher der Protestbewegung ist.

RUSSLAND
Mit einem Flug als Vogelschützer über sibirischen Weiten wollte Putin zeigen, dass er auch mitfühlen kann.

RUSSLAND
Nach dem Prozess um Pussy Riot wird nun auch die Moskauer Ausstellung „Geistliche Beschimpfung“ als blasphemische Pseudokunst verurteilt. Die russische Duma diskutiert neue Sanktionen gegen die Verletzung religiöser Gefühle. Doch welchen Zusammenhang gibt es heute zwischen Orthodoxie und der Rolle der Religion im alltäglichen Leben wirklich?

ROSENHEIM

Elena Weingärtner inszeniert die Schneekönigin in der Theaterinsel Rosenheim. Schon mit den Aufführungen von „Der Schweinehirt“ und „Die Kugelfische“ konnte die russische Regisseurin ihr Publikum begeistern.

MOSKAU
Der russische Chef-Ermittler drohte einem Journalisten der Novaya Gazeta mit dem Tod. Dann entschuldigte er sich unter dem Druck der kritischen Öffentlichkeit.

DEUTSCH-RUSSISCHE BEZIEHUNGEN
Der gemeinsame Auftritt von Putin und Gauck bei der Eröffnung des Deutschland-Jahres in Moskau wurde abgeblasen. Angeblich war Putin schuld.

RUSSLAND
Moskaus transatlantische Beziehungen werden von Dissonanzen, Spannungen und Konfrontation bestimmt. In Asien bieten sich Russland neue Perspektiven - für Energieexporte und geopolitischen Einfluss. Auch Amerikas militärische Präsenz veranlasst Moskau zu einem verstärkten Engagement in Asien-Pazifik.

EM-INTERVIEW

Ende Juni startete das „Deutschlandjahr in Russland“. Die fast 1.000 Veranstaltungen seien Anlass, sich auch über schwierige Fragen auszutauschen, meint Wolf Iro, Programmleiter des Goethe-Instituts, im Interview mit dem Eurasischen Magazin.

MINDERHEITEN

Europas älteste Minderheiten-Organisation tagte in Moskau. Vom 16. Bis 20. Mai wurde in Moskau der 57. Kongress der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen (FUEV) abgehalten. Zum ersten Mal in den über 60 Jahren des Bestehens dieses bedeutendsten Selbstvertretungsorgans der ethnischen Minderheiten Europas fand die Veranstaltung in der Russländischen Föderation statt.

BOLSCHOI-THEATER

Gleich drei Preise heimste das Hamburger Ensemble beim Moskauer Wettbewerb „Prix Benois de la Danse“ ein. Paul McCartney ging mit seiner eingereichten Ballett-Komposition dagegen leer aus.

ZEITGESCHICHTE

Zwei Jahre bevor Hitler an die Macht kam, siedelte Waltraut Schälike mit ihren Eltern, die überzeugte Kommunisten waren, nach Moskau über. Im Hotel Lux erlebte sie, wie Menschen verschwanden. Später wurde sie selbst Opfer des Stalin-Terrors. Nach dem Krieg kehrten die Eltern nach Deutschland zurück. Ihr Vater, Fritz Schälike, war 1946 Mitgründer der Sächsischen Zeitung.

RUSSLAND
Die angesehene und einflussreiche Moskauer Tageszeitung „Kommersant“ hat ihren Lesern nach den Präsidentschaftswahlen im März ein ganz besonderes Highlight geboten. Die Aufforderung lautete: „Bilde dir eine eigene Regierung“. Mit freundlicher Genehmigung des Blattes bringen wir diesen grandiosen Einfall und das tatsächliche Ergebnis der Regierungsbildung hier in deutscher Übersetzung.

RUSSLAND
Die runderneuerte russische Regierung soll nach dem Willen des russischen Präsidenten mit „noch mehr“ Kraft arbeiten. Bei sinkendem Ölpreis und verringerten Staatseinnahmen den sozialen Frieden zu erhalten, dürfte allerdings nicht einfach sein.

WLADIMIR PUTIN
Zum Beginn der neuen Amtszeit des russischen Präsidenten – ein Blick auf Wunschvorstellungen und Realitäten im 21. nachsowjetischen Jahr Russlands

RUSSLAND AUF HAUPTSTADTSUCHE

Moskau, der Kreml, der rote Platz, die Basilius-Kathedrale: sie sind das Gesicht der russischen Machtmetropole. Aber das soll sich ändern. Was unvorstellbar erscheint, darüber wird unter hochrangigen Politikern in Russland seit einiger Zeit ernsthaft diskutiert und gestritten. Eine neue Hauptstadt soll her. Sergej Schoigu, der neue Gouverneur des Moskauer Gebietes, das sich rund um die russische Hauptstadt erstreckt, hat sich in einem Radiointerview für die Verlegung der russischen Hauptstadt in eine Stadt im fernen Sibirien ausgesprochen und damit den Stein ins Rollen gebracht.

IMPERIEN
Warum unvorhergesehene Ereignisse das Putin-System stärker gefährden können als die oppositionelle Bewegung selbst.

PUTIN
Wenn russische Beamte und Top-Manager mit Blaulichtern an Verkehrsstaus vorbeipreschen, schwillt den Moskauer Autofahrern der Kamm. Jetzt will Putin die Zahl der Blaulicht-Berechtigten Bürger auf ein Minimum begrenzen.

GLEICHBERECHTIGUNG

Die Vorsitzende des russischen Föderationsrates, Walentina Matwijenko, meint, dass es mit der Feminisierung der Politik auch in Russland voran geht.

RUSSLAND
Für Russland ist es nicht egal, wer bei den Präsidentschaftswahlen in den USA gewinnt, hat Kreml-Chef Medwedjew zu verstehen gegeben. Zuvor hatte Obama-Herausforderer Mitt Romney erklärt, Russland sei Amerikas „geopolitischer Feind Nr. 1“.

RUSSLAND
In einer St. Petersburger Gemeinschaftswohnung starb der mit 2,43 Metern größte Basketball-Profi der Welt. Eigentlich wollte der „Plastinator“ Gunther von Hagens aus Deutschland den Leichnam zur „Endverwertung“ aufkaufen. Doch daraus wurde nichts.

MOSKAU
In Russlands Hauptstadt geht manches zusammen, was anderswo so kaum denkbar wäre: Festnahmen von Piraten vor der US-Botschaft in Moskau aber wohlwollende Berichte der russischen Medien über den weltweiten Protesttag gegen die in den USA geplanten Gesetzverschärfungen wegen der Internet-Piraterie.

EM-INTERVIEW

Nur wenn die Bewegung gegen Wahlfälschungen soziale Forderungen aufgreift, wird sie erfolgreich sein, meint Andrej Demidow. Der 39jährige ist Mitglied der Linken Front, einem Zusammenschluss linker Gruppen. Sein Geld verdient Demidow als Geschichtslehrer an einer Moskauer Mittelschule.

RUSSLAND
In Russland brachte die zurückliegende Duma-Wahl eine hauchdünne Mehrheit für die regierende „Partei der Macht“, eine noch immer anschwellende Protestbewegung gegen die unsauberen Methoden der Mehrheitsbeschaffung und gegen einen Wiederantritt Wladimir Putins als Präsident der Republik. Was werden die Folgen sein – wie geht es weiter?

RUSSLAND

Die Proteste und Massen-Demonstrationen in den Wochen nach den Duma-Wahlen signalisieren ein erwachendes Selbstwertgefühl der Russen gegenüber den Machtzentren. An die Spitze der Unzufriedenen haben sich die Blogger gesetzt. Sie zeigen den Machthabern deutlich, dass sie zum Problem für jeden Politiker werden können. Hier besitzt auch Putin keine Immunität mehr.

DEUTSCH-RUSSISCHE BEZIEHUNGEN
Der außenpolitische Sprecher der Partei Die Linke, Wolfgang Gehrcke, wirbt in Moskau für die Visafreiheit zwischen Deutschland und Russland. Beide Länder müssen sich bewegen, meint der Abgeordnete.

MOSKAU
Mit aller Macht will Moskau zum Touristen-Magnet werden. Geplant ist der Bau des welthöchsten Riesenrades mit 220 Meter Höhe.

VERKEHRSWEGE

In den fast siebzig Jahren ihrer Herrschaft über das ehemalige Nord-Ostpreußen haben die Russen so gut wie nichts für den Straßenbau getan. Autoverkehr und Straßenbau in Russlands „westlichem Vorposten“ sind eine Katastrophe. Jetzt wird gebaut, aber die Kaliningrader verzweifeln an der russischen Bürokratie.

RUSSLAND
Durch die Festnahme von dreihundert Arbeits-Immigranten aus Tadschikistan hat der Kreml die Freilassung von zwei in Zentralasien wegen Schmuggels verurteilten Piloten durchgesetzt.

SCHWEIZ
Weil er seine russische Freundin mit auf eine Dienstreise nach St. Petersburg nahm, wurde der Chef der Schweizer Bundeskriminalpolizei, Michael Perler, beurlaubt. Russischen Medien gefällt das nicht.

BERLIN-MOSKAU
Dass die offiziellen Stellen in Berlin und Moskau zu einem angeblichen russischen Agenten-Paar aus Hessen schweigen, ist nach Meinung russischer Medien ein Zeichen dafür, dass an den Vorwürfen etwas dran ist.

EM-INTERVIEW
Sie ist territorial gesehen zehnmal größer als die EU und sie wird den großen östlichen Teil des europäischen Kontinents mit Asien verflechten. Welche Absichten stecken dahinter? Alexander Rahr hat sie erkundet. Er ist vor kurzem vom Jahrestreffen des Waldai-Klubs aus Russland zurückgekommen, auf dem er mit dem russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin sprechen konnte, der 2012 wohl als Präsident in den Kreml zurückkehrt.

EM-INTERVIEW

In Ägypten wird eine Art islamischer Sozialismus mit liberaler Tendenz geprobt. Auf dem Tahrir-Platz waren die treibenden Kräfte hauptsächlich Nasseristen, Muslimbrüder und Kommunisten. Im Gespräch mit dem Schriftsteller Ildar Abusjarow zur Situation in Ägypten und den Ländern des arabischen Frühlings werden überraschende Aspekte und weitgehend unbekannte Zusammenhänge aufgezeigt.

MOSKAU
Was nicht angebunden oder verschlossen ist, findet in Russland schnell einen neuen Besitzer.

WOLGADEUTSCHE

Fast 400.000 Wolgadeutsche wurden zwischen dem 3. und 20. September 1941 in Güterzügen nach Sibirien und Kasachstan zwangsumgesiedelt. Die Sowjetmacht verdächtigte sie, ihr im Krieg gegen Deutschland in den Rücken zu fallen. 70 Jahre später kehrten jetzt einige von ihnen erstmals zurück. Heimatgefühle wollten bei den meisten aber nicht aufkommen. Vertrautes erblickten sie in den Dörfern und Städten kaum.

KREML
Mit ihrem Ämtertausch begraben Putin und Medwedew die Hoffnung auf Demokratisierung. Aber Putin hat in der Bevölkerung einen starken Rückhalt und weckt immer noch Hoffnungen. Zudem inszeniert er sich neu. Nach seinen Machoauftritten zeigt er sich nun auch von der sanften Seite.

EM-INTERVIEW
Alexander Rahr, Leiter des Berthold-Beitz-Zentrums in der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, über die Rolle Russlands in Europa, die Modernisierung des Landes und die „westliche Arroganz“.

SCHIFFSKATASTROPHE
Die mit 201 Menschen an Bord gesunkene „Bulgaria“ ist ein exemplarisches Beispiel für den Zustand der russischen Verkehrsinfrastruktur. Nicht einmal SOS konnte das marode Schiff noch senden.

EURASIEN-TOUR

Russland kann man aus dem Fenster der Transsibirischen Eisenbahn kennenlernen oder mit dem Motorrad erkunden, wie Ralf Lützgendorf, der bei jedem Stopp auf hilfsbereite Menschen traf.

AGENTEN
Ein Moskauer Militärgericht verurteilte den zum CIA übergelaufenen Geheimdienstmann Aleksandr Potejew zu 25 Jahren Gefängnis, weil er die russische Spionin Anna Chapman in New York auffliegen ließ.

KREML
Putins Kabinettsmitglieder verdienen gut bis sehr gut. Woher sie ihre Einkünfte beziehen weiß Niemand so genau.

RUSSLAND
Bei den Duma-Wahlen im Dezember will der Unternehmer Michail Prochorow eine liberale Klein-Partei zur drittstärksten Kraft in der Duma machen.

NATO - RUSSLAND

Schon seit dem Untergang des Warschauer Paktes und der Auflösung der Sowjetunion steckt die NATO in einer Identitätskrise. Wie sollen die Beziehungen zum neuen Russland aussehen? Inwieweit ist die Gründungsidee der NATO mit einer partnerschaftlichen Beziehung Russland vereinbar? Ist für die Mehrheit der politischen Kräfte in Russland eine solche partnerschaftliche Beziehung mit der NATO annehmbar? Welche Fakten sprechen für eine Mitgliedschaft Russlands in der NATO und welche dagegen? Fragen von globaler Bedeutung, auf die hier Antworten gesucht werden.

ZEITGESCHICHTE

Eine Berliner Zeitzeugin erzählt vom Mai 1945. Die Karlshorster mussten ihre Wohnungen für die siegreichen Russen räumen. „Die Zeit war ein ständiges Wechselbad der Gefühle“, erinnert sie sich. Letztlich aber habe sie in den Russen trotz aller Übergriffe und Schikanen doch mehr die Befreier als die Besatzer gesehen.

KULT-FISCH

Statt Chips isst man in Russland zum Gerstensaft den Trockenfisch „Wobla“. Ein Selbstversuch in Astrachan.

RUSSLAND
In Russland sinkt das Vertrauen in die Parteien. Nun soll eine „Volksfront“ der Kreml-Partei „Einiges Russland“ neuen Schub geben.

RUSSLAND

Über den Schulalltag russischer Kinder erfährt man außerhalb Russlands nur wenig. Unser Autor berichtet vom „Tag des Verteidigers des Vaterlandes“ der ehemals „Tag der Sowjetischen Armee und Seestreitkräfte“ hieß und wie die Kinder einer Murmansker Schule für diesen Feiertag üben. Er selbst nannte seinen Beitrag „Vorbereitung des Kanonenfutters“.

RUSSLAND

Der Brandenburger Ralf Bendisch hat alle Höhen und Tiefen der Wende überstanden. Heute leitet er das erste deutsche Mähdrescher-Werk in Russland.

RUSSLAND

Eigentlich sollte man im Winter nach Jasnaja Poljana fahren, denn die russische Seele hat immer etwas mit dieser Jahreszeit gemein. In den kalten Monaten sieht alles so sauber aus, es glänzt, als ob die Erde rein sei. Aber diesmal hatte die Reise bereits im Sommer stattgefunden, lange vor dem 100. Todestag von Lew Nikolajewitsch Tolstoi, dessen Wirkungsstätte Jasnaja Poljana gewesen ist. Einfach weil der Zug wartete und die Uhrzeit stimmte.

EHRUNG

Ulrich Heyden, den Lesern des Eurasischen Magazins durch rund 200 Beiträge bekannt, wurde im Dezember in Moskau für seine Arbeit geehrt.

RUSSLAND
Präsident Dmitri Medwedew fordert die örtlichen Verwaltungen auf, mehr für die Verständigung zwischen den Nationalitäten zu tun.

MOSKAUS EX-BÜRGERMEISTER
Für den in Ungnade gefallen Ex-Bürgermeister von Moskau wird es ungemütlich. Sein Antrag auf Aufenthaltsrecht in Lettland wurde abgelehnt. In Moskau muss er in einem Gästehaus wohnen.

AGENTEN
Anna Chapman, die wegen Spionage aus den USA ausgewiesen wurde, wird in Russland als Heldin des Vaterlands gefeiert. Moskaus Spionageabwehr jagt einen Doppelagenten, der sie angeblich verpfiffen hat. Und im russischen Männermagazin „Maksim“ zeigte sie sich nun fast hüllenlos.

TATARSTAN

Kulturherbst mit Perlen tatarischer Musik in Berlin: Private Initiativen und die Liebe zu Kunst und Heimat ließen im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt einen eindrucksvollen Abend sinfonischer Musik gedeihen.

VERLAGE
Mit Unterhaltungs- und Freizeit-Magazinen verdienen deutsche Verleger in Russland gutes Geld. Die politische Publizistik lassen sie links liegen.

KULTUR

Vor 100 Jahren starb der große russische Schriftsteller Lew Tolstoj. Sein Vermächtnis ist mehr, als die Summe seiner Werke.

GROSNY
Der Anschlag auf das Parlament in Grosny ist ein Alarmsignal. Trotz hartem Polizeiregime bleibt Tschetschenien instabil.

RUSSLAND

Viele Frauen fragen sich seit eh und je: Wie verliebe ich einen Mann in mich? Russinnen können nun in speziellen Kursen lernen wie das geht. Bei vielen sind die Ansprüche reichlich hoch: Ein geeigneter Mann muss mindestens eine Yacht oder ein Privatflugzeug besitzen. In Moskau gibt es zwar viele männliche Top-Verdiener. Doch der Wettbewerb ums männliche Geschlecht ist hart, denn laut Statistik kommen in Russland 1.147 Frauen auf nur 1.000 Männer.

LUFTFAHRT
Was tun Piloten eines Passagierflugzeuges, wenn in 10.000 Meter Höhe plötzlich die Stromversorgung ausfällt? In der nordrussischen Taiga brachten Piloten eine havarierte Tupolew mit 81 Menschen an Bord sicher zur Erde.

RUSSLAND
Nach Meinung russischer Umweltschützer haben die Behörden das wahre Ausmaß der Waldbrände heruntergespielt.

ORTHODOXE KIRCHE

Patriotismus hinter Klostermauern - besonders junge russische Akademikerinnen fühlen sich davon offenbar angezogen. In der Stadt der Kirchen und Klöster sieht man auffallend viele von ihnen.

MAFIA
Im Drei-Monats-Rhythmus werden Paten der Mafia erschossen. Kommen die „bösen 1990er Jahre“ wieder?

GEOPOLITIK
Wird, was lange währte, endlich gut? Am 15. September 2010 unterzeichneten Norwegen und Russland ein bilaterales Abkommen „über die Abgrenzung von Meereszonen und Zusammenarbeit in der Barentssee und im Nördlichen Eismeer“

RUSSLAND
Wegen der Hitzewelle in Zentralrussland sind Getreidefeldern mit einer Gesamtfläche so groß wie Portugal verdorrt. Ministerpräsident Putin ziert sich bei den Entschädigungen für die Bauern. Kreml-Berater bestreitet Zusammenhang mit Klima-Wandel.

MOSKAU
Weil die meisten Arbeitsplätze nicht klimatisiert sind, empfiehlt Russlands Oberarzt Gennadi Onistschenko eine Siesta nach spanischem Vorbild. Doch die Arbeitgeber fürchten ein Ausufern der Disziplinlosigkeit.

AGENTEN
Der russische Ministerpräsident sagt Anna Chapman und Co eine glänzende Zukunft voraus. Der elfköpfige russische Agentenring in den USA sei durch Verrat aufgedeckt worden.

ANALYSE
Modernisierung ist das Schlüsselwort der Präsidentschaft Dmitrij Medwedews. Das Konzept, das zwischen Konservativen und Modernisierern noch umstritten ist, ist aber nicht zu verwirklichen ohne Unterstützung in der russischen Gesellschaft. Nach dieser Unterstützung fragt eine umfassende Erhebung, deren Ergebnisse hier referiert werden.

SEX UND POLITIK
Ein Moskauer Gelegenheitsmodell lockte bekannte Kreml-Kritiker in eine Wohnung, wo sie mit versteckten Kameras beim Sex abgefilmt wurden.

NORDKAUKASUS
Dmitri Medwedew will den Nordkaukasus auch mit verstärkter Wirtschaftsförderung voranbringen. Bisher jedoch ohne sichtbaren Erfolg.

POLEN - RUSSLAND
Laut Umfragen vom April 2010 betrachten 38 Prozent aller Polen das polnisch-russische Verhältnis als „ganz schlecht“ oder „eher schlecht“. Vor zwei Jahren waren nur 27 Prozent der Polen dieser Ansicht. 81 Prozent der Polen meinen, dass „die Verbrechen von Katyn“ das Verhältnis zu Russland belasten, 14 Prozent mehr als 2008. Dennoch bot sich gerade im April 2010 die Chance, dass aus dem Tiefstpunkt des bilateralen Verhältnisses - Katyn und die Ermordung von 21.768 polnischen Offizieren am 5. März 1940 - eine polnisch-russische „pojednanie“ (Versöhnung) erwachsen könnte.

RUSSLAND
Eine sprachliche Häufigkeitszählung brächte es umgehend an den Tag: Das derzeit meistgebrauchte Wort in Russland ist „pobeda“ (Sieg). Gemeint ist der „Sieg des sowjetischen Volks im Großen Vaterländischen Krieg 1941-1945 über das faschistische Deutschland“, der am 9. Mai 2010 begangen wird.

LEISTUNGSSPORT
Alles sah so einfach aus: Russische Sportler würden bei den XXI. Olympischen Winterspielen im kanadischen Vancouver von Sieg zu Sieg eilen und das dankbare Mütterchen Russland würde sich großzügig zeigen wie nie zuvor. Unmittelbar nach den Siegen könnte das Füllhorn reicher Gaben über den glücklichen Gewinnern ausgeschüttet werden – nicht erst nach langen, langen Monaten, wie es nach den Pekinger Sommerspielen von 2008 geschehen war. Sogar Patriarch Kyrill, Oberhaupt der Russischen Orthodoxen Kirche, erflehte noch Ende Januar 2010 den himmlischen Segen für das russische Olympiateam, das - wie die Presse phantasierte - „für viele, viele Siege bereitsteht“.

UKRAINE
Kiew hofft auf verbilligte Gaslieferungen aus Russland und will Moskau den Zugang zu seinen Pipelines gewähren.

KRIEGSPROPAGANDA
Die Russen sind wieder einmarschiert nach Georgien. Das suggerierte im März ein Film in der Nachrichtensendung des georgischen Fernsehkanals Imedi. Inhalt: Russische Truppen sind wie im August 2008 in das Land eingefallen. Der georgische Präsident Michail Saakaschwili wurde getötet. Moskaus Truppen installierten eine prorussische Regierung unter Leitung der Oppositionsführerin Nina Burdschanadse, die eine „Volksregierung“ ausrief. In Moskau stieß die Propagandasendung auf entschiedenen Protest.

AKW KALININGRAD
Russland beginnt mit dem Bau eines Atomkraftwerkes im Gebiet Kaliningrad. Die Bevölkerung ist dagegen. Ökologen warnen vor ungelösten Problemen mit den radioaktiven Abfällen.

US-RAKETENPLÄNE
Auf die Pläne, US-Abwehrraketen in Südosteuropa zu stationieren, reagiert Moskau gereizt. Statt Polen und Tschechien soll nun offenbar das amerikanische Raketenarsenal auf dem Balkan stationiert werden.

RUSSLAND
Das russische Staatsfernsehen wagt sich an die Realität. Eine TV-Serie über die Zustände an Russlands Bildungsstätten sorgt für Aufregung und hitzige Diskussionen.

WAFFENEXPORTE
Mit steigenden Waffenexporten bekommt Russland nicht nur Geld, sondern verstärkt auch seinen Einfluss in Asien, Nordafrika und Lateinamerika.

RUSSISCH
Der unaufhaltsame Bedeutungsverfall des Russischen. Der Niedergang des Imperiums setzt sich in seiner Sprache fort.

EUROPÄISCHE SICHERHEIT
Ein Kommentar

INTERNATIONALE BEZIEHUNGEN
Am 29. November 2009 legte Russland dieses Projekt vor. Seither ist es merkwürdig still, was die Beschäftigung der „Staatengemeinschaft“ mit den weit reichenden Vorschlägen des Kremls betrifft. Das Eurasische Magazin stellt den Text hiermit vor.

ANTON-TSCHECHOW-GEDENKEN

Er war aus der Not geboren, der knappe Stil, für den Anton Tschechow heute weltberühmt ist. Um seine Familie durchzubringen, schickte der 20-Jährige humoristische Skizzen an Boulevardblätter – und wurde damit innerhalb weniger Jahre zum gefeierten Schriftsteller. Doch in der Literatur sah der angehende Arzt nur seine „Geliebte“, die er verlassen und zu seiner „Ehefrau“ zurückkehren würde, zur Medizin. Er hat es nicht geschafft. Stattdessen nahm er eine Schauspielerin zur Frau, die auf der Bühne in seinen Dramen brillierte. Anton Tschechow wäre am 29. Januar 150 Jahre alt geworden.

RUSSLAND

Die russische Volksseele macht sich seit Jahrhunderten in Liedchen Luft, die lediglich Twitter- oder SMS-Länge haben. Sie haben Zar und Stalin überdauert und sind noch immer saftig, deftig – einfach schön.

MEDWEDEW
Der russische Präsident Dmitri Medwedew fordert von den russischen Gouverneuren und Beamten mehr Reformbereitschaft.

RUSSLAND
Eine für die Videoüberwachung in Moskau zuständige Sicherheitsfirma übermittelte ein halbes Jahr lang veraltete Überwachungs-Videos von Straßen und Häusern an die Polizei und kassierte dafür 700.000 Euro.

KULTUR

In den deutsch-russischen Kindergärten des Vereins Mitra werden nicht nur zwei Sprachen gesprochen, sondern zwei Kulturen gelebt.

RUSSLAND

Das „Kinopanorama“ in Moskau ist das einzige Kino der Welt, das seit 50 Jahren Filme auf einer 360-Grad-Leinwand zeigt. Als ununterbrochener Streifen zieht sich die Leinwand in dem kreisrunden Saal an der Wand entlang – und der Zuschauer steht mittendrin. Parteichef Nikita Chruschtschow ließ das ungewöhnliche Haus 1959 erbauen, um das Disneyland in den USA zu übertreffen. Heute kommt meist nur noch eine Handvoll Zuschauer. Von 20-minütigen Kurzfilmen lassen sie sich in ein Land entführen, das es nicht mehr gibt – und manch einer ahnt, dass dem charmanten alten Kino vielleicht das gleiche Schicksal droht.

RUSSLAND

Auch im südrussischen Rostow am Don hat die Finanzkrise Spuren hinterlassen. Doch die Menschen in der Provinz sind krisenerfahren.

STALIN
Der Diktator, unter dem Millionen Menschen starben, erfreut sich in Russland zunehmenden Respekts.

FAST LEGAL IN RUSSLAND
Selbst auf Reisen braucht man eine Registrierungskarte, um zu einer Unterkunft zu gelangen. Soviel Zeit für soviel Bürokratie hat man wohl nur in Russland. Aber es hilft nichts, denn ansonsten ist man ganz schnell ein Illegaler.

MEWEDJEW II
Allen guten Vorsätzen und Reden über Freiheit zum Trotz, wird Politik in Russland weiterhin von oben gelenkt. Ganz im Sinne uralter Tradition. Die Arbeitsteilung zwischen Präsident und Ministerpräsident ist dafür Ausdruck und Notwendigkeit. – Ein kritischer Blick auf Medwedjew.

MEDWEDJEW I
Auch unter Medwedjew und Putin kommt die Landwirtschaft des größten Landes der Erde auf keinen grünen Zweig. Dabei hat Russland von der Natur aus eigentlich ideale Voraussetzungen. Die Analyse zeigt, warum Russland trotz der Ruckrede des Präsidenten vom November 2009 auch weiterhin hungern wird und weshalb viele Russen im 21. Jahrhundert noch immer unter Mangelernährung leiden müssen.

KOSAKEN

Eine Begegnung am Fluss der Kosaken, dem „Vater Don“. Auf der Staniza Wjoschenskaja lebt noch der alte Kosakengeist.

KOMMENTAR

RUSSLAND
Nur mühsam verdeckt der Kreml seine Nervosität nach dem Bombenanschlag auf den Schnellzug Moskau - St. Petersburg. Unter den Toten waren auch hohe Beamte. Radikale Islamisten oder Rechtsradikale werden als Täter vermutet.

RUSSLAND
Ist es schon ein Vorgeplänkel auf die Präsidentenwahlen von 2012 oder ein Nachhall der Forderungen von Präsident Medwedjew, Russland müsse sich modernisieren? Polizisten proben den Aufstand, Politiker erklären, die Innenbehörde sei unreformierbar krank, man könne sie eigentlich nur auflösen. So etwas hat es in Russland bisher nicht gegeben.

RUSSLAND
Der russische Präsident fordert Reformen in einem Ausmaß, vor denen die einstigen Reformen Peters des Großen wie ein sanfter Rempler anmuten würden. Russlands Zeitzonen-Wirrwarr dient ihm dabei als sichtbares Symptom für Entwicklungsrückstände.

EU-RUSSLAND-GIPFEL
Was hat der EU-Russlandgipfel gebracht? Eine Nachlese zu strittigen und weniger strittigen Themen, zu einigen Überraschungen und zu dem, was letztlich ignoriert wurde.

MOSKAU

Wie viele andere Megastädte sieht sich die russische Hauptstadt wachsenden Verkehrsproblemen, hoher Luftverschmutzung und einem Platzdefizit ausgesetzt. Architekten und Stadtplaner stellten nun das Baukonzept einer unterirdischen Idealstadt der Zukunft vor.

URANAUFBEREITUNG
Weil die russischen Wiederaufbereitungsanlagen mit Aufträgen aus dem Inland ausgelastet sind, will der Konzern Rosatom keinen Atommüll aus dem Ausland mehr importieren.

GLOBALE FINANZKRISE
„Wir haben uns verrechnet. Der Absturz geht wesentlich tiefer“, das erklärte der russische Präsident Medwedew gegen Ende des letzten Monats. Man habe mit zwei Prozent Rückgang des Bruttosozialprodukts gerechnet, nun werde ein Einbruch von 8,5 Prozent erwartet. Es werde eine zweite Welle der Krise geben, die vermutlich nicht vor 2012 ende.

RÜSTUNG
„Moskaus Liebe zur Bombe“ las man kürzlich in der FAZ. Man ist irritiert. Hat man sich an das freundliche „Change“ auf allen Seiten doch schon gewöhnen wollen: die atomare Abrüstungsinitiative des US-Präsidenten Obama, das Ende des Raketenstreits, neue Gespräche zwischen Russland und NATO, Erneuerung der Partnerschaft zwischen Russland und EU, ja, sogar die Bereitschaft seitens der EU, die Vorschläge Medwedews für ein „Zweites Helsinki“ zu erörtern. Hat man sich also getäuscht? Sind die Russen, was sie immer waren: machtgierig und gefährlich? Wollen sie den Preis für die Entspannung hochtreiben, weil sie wissen, dass Obama angesichts des fatalen Bush-Erbes Erfolge braucht?

RUSSLAND

Sie nennen sich Menschenrechtler, Oppositionelle, Tierschützer, Öko-Anarchisten, Neue Linke oder einfach nur Aktivisten. Sie sind jung, vernetzen sich im Internet, aber auch immer häufiger in der realen Welt und es stört sie vor allem eines: die Passivität und die Ergebenheit der Bevölkerung dem Staat gegenüber. Ein Bericht über junge Russen wie man sie im Westen kaum kennt.

RUSSISCHE MEDIEN
Die Einflussnahme auf Journalisten zwischen Moskau und Wladiwostok bringt eine Studie von „Reporter ohne Grenzen“ ans Licht. Man unterscheidet zwischen „Helden und Handlangern“.

TECHNOLOGIETRANSFER
Noch glauben die meisten Russen nicht so recht, dass aus dem Opel-Kauf wirklich etwas wird. In Nischni Nowgorod, wo Russlands älteste Autofabrik GAZ ihren Sitz hat, demonstriert man jedoch Optimismus. Dort sollen Opel-Modelle vom Band laufen.

DEUTSCHE AUßENPOLITIK
Der Chef der deutschen Liberalen gilt in Russland als „pro-amerikanisch“. Moskauer Experten gehen jedoch nicht von einem Kurswechsel in den deutsch-russischen Beziehungen aus.

GEOPOLITIK

Auch nach gut hundert Jahren sind Halford J. Mackinders Aussagen zum „geografischen Drehpunkt der Geschichte“ von überraschend politischer Relevanz

EM-INTERVIEW

Die Amerikaner werden sich in den kommenden Jahren auf sich selbst zurückziehen wie nach dem ersten Weltkrieg und nicht mehr den Beschützer Europas spielen. Da die EU nicht nur die Rohstoffe Russlands braucht, sondern auch seine zivilisatorische Kraft, werden die Europäer um Russland kämpfen müssen. Das sagt der Russlandexperte Alexander Rahr voraus.

WELTRAUM-EXPERIMENT
Mitte Juli öffnete sich in Moskau eine Isolations-Kammer für sechs junge Testpersonen, die 105 Tage abgeschirmt von der Außenwelt gelebt hatten. Sie führten ein notwendiges Vorbereitungs-Experiment für einen Flug zum Mars durch.

RUSSLAND
Im russischen Volkswagen-Werk Kaluga bei Moskau gibt es immer noch Start-Schwierigkeiten. Wegen überhitzter Hallen unterbrachen die Beschäftigten die Arbeit. IG Metall-Chef Berthold Huber traf sich mit russischen VW-Arbeitern und fordert Maßnahmen gegen Lohn- und Rechts-Dumping in Russland.

WODKA
Nach einem Bericht der russischen Gesellschaftskammer stirbt jeder vierte Russen an den Folgen des übermäßigen Wodka-Konsums.

KAUKASUS
Nach Mord-Vorwürfen kündigt der Präsident Tschetscheniens, Ramsan Kadyrow an, er werde gegen den Vorsitzenden der Menschenrechtsorganisation Memorial, Oleg Orlow, eine Verleumdungsklage führen. Darauf ließ dieser das Büro seiner Organisation in Grosny schließen.

RUSSLAND - USA

Der Besuch von Barack Obama in Moskau hat der Idee einer neuen Sicherheitsarchitektur von Dimitri Medwedew Auftrieb verliehen. Die Chancen für eine Partnerschaft zwischen Russland und dem Westen sind gestiegen. Die USA wollen nicht, dass Russland an einer eigenen Allianz mit China - gegen den Westen - Interesse zeigt.

AUTOINDUSTRIE
GM und Sperbank feilschen um das desolate Unternehmen. General Motors stellt neue Forderungen gegenüber dem russisch-kanadischen Bieter-Konsortium und hält weiter Kontakt zu Bietern in China und den USA.

KREMLSTRATEGIE
Auf seiner Afrika-Reise vereinbarte Dmitri Medwedew milliardenschwere Investitionen und Kredite. Eine Gaspipeline soll das Niger-Delta mit Europa verbinden.

RUSSLAND
Ein im Mai verabschiedetes Strategiepapier skizziert die Grundlagen zum Schutz der Russischen Föderation.

RUSSLAND

Die russische Fernost-Region Chabarowsk hat ein paar starke Industrie-Betriebe, die sich vom EU-Russland-Gipfel positive Impulse erhofften.

BLUTIGER GEBURTSTAG
Schwer betrunken schießt der Leiter eines Polizei-Bezirks in einem Supermarkt mehrere Menschen nieder. Kreml-Chef Dmitri Medwedew entlässt Moskauer Polizei-Chef.

RUSSLAND
Bei den Bürgermeister-Wahlen in der Olympia-Stadt erreichte der Oppositionspolitiker Boris Nemzow 13,6 Prozent der Stimmen

MUMIE
In der Finanzkrise wird auch das Geld für die Aufbewahrung des mumifizierten Leichnams des toten Revolutionsführers knapp.

RUSSLAND
Auf Anordnung von Kreml-Chef Dmitri Medwedew wurde das Anti-Terror-Regime für Tschetschenien aufgehoben. 20.000 russische Soldaten sollen abgezogen werden. Die Polizei und etwas wirtschaftliche Freiheit sollen nun das Land befrieden. Ein Zitter-Modell, das nicht zukunftsfähig sein dürfte.

EM-INTERVIEW

In der Entwicklung seiner Wirtschaft hat Russland einst einen weitgehend anderen Weg genommen als Westeuropa. Wer reich wurde, sah sich dem Verdacht ausgesetzt, sich auf Kosten der Gemeinschaft bereichert zu haben. Darauf konnte schließlich der reale Sozialismus aufbauen. Heute entsteht in Russland etwas, das über den realen Sozialismus wie auch über den gegenwärtigen Kapitalismus westlicher Prägung hinausweist. Das sind einige der Thesen des Transformationsforschers Kai Ehlers im Gespräch mit dem Eurasischen Magazin.

GASSTREIT
Weil die EU Kiew bei der Modernisierung seiner Pipelines helfen will und Russland nicht mit einbezogen wurde, gibt es Protest aus dem Kreml.

RUSSLAND
Aktivisten der kremlnahen Jugendorganisation Naschi überschütten den Oppositions-Politiker Boris Nemzow mit einer Ammoniak-Lösung

MUSIKWETTBEWERB

Russland setzt beim Eurovision-Song-Contest nicht auf nackte Haut sondern auf Ausdruck und lässt dafür sogar eine Nichtrussin antreten.

RUSSLANDDEBATTE
Vergangenheit ist nicht Zukunft, westliche Überheblichkeit ist keine Weitsicht: Über das Selbstmissverständnis einer Replik - Ist die Demokratie westlichen Typs ein Auslaufmodell? Prof. Luks hat meine Frage, die ich im „Eurasischen Magazin“ Anfang des Jahres in den Raum gestellt habe (1/2009), entschieden verneint und dafür eine Vielzahl geschichtlicher Entwicklungen und vermeintlicher Tatsachen ins Feld geführt, die von den Verächtern der parlamentarischen Demokratie bis zu ihren sozialrevolutionären Überwindern auf der politisch Linken wie Rechten reichten. Wirklich überzeugend wirken alle seine Einwände auf mich aber nicht. Zumal seine Begründungen und Vorhaltungen den tatsächlichen Verlauf der Geschichte in den letzten Jahren nicht widerspiegeln. Hinzu kommt, dass sie zum Teil (man ist fast geneigt zu sagen: üblicherweise) von einer Mischung aus kultureller Selbstgefälligkeit und westlicher Überheblichkeit getragen und durch die eurozentrische Brille verzerrt werden

ENERGIE-SUPERMACHT RUSSLAND
Zur Einweihung von Russlands erster Flüssig-Gas-Fabrik kam das erste Mal nach dem Zweiten Weltkrieg ein japanischer Ministerpräsident auf die russische Insel Sachalin, deren Südteil von 1905 bis 1945 zu Japan gehörte.

RUSSISCHE WIRTSCHAFT
Präsident Dmitri Medwedew entlässt vier Gouverneure und spricht jetzt offener über die wirtschaftlichen und finanziellen Probleme des Landes

MORD IN RUSSLAND

Hunderte nahmen Abschied von den Opfern des Moskauer Doppel-Mords an Rechtsanwalt Stanislaw Markelow und der Journalistin Anastasija Baburowa.

MEDIEN
Mit dem Kauf des „Evening Standard“ will der russische Bankier und London-Fan, Aleksandr Lebedew, offenbar die unterkühlten britisch-russischen Beziehungen auflockern.

ENERGIEPOLITIK

Ende gut, alles gut? Nachdem der Gasfluss von Russland über die Ukraine mit massiven Folgen für Südosteuropa fast zwei Wochen lang unterbrochen war, fließt nun wieder Gas durch die ukrainischen Transitleitungen. Die russische Gazprom und die ukrainische Naftogaz, deren Differenzen anfänglich auf kommerziellen Streitigkeiten beruhten, hatten sich zuvor auf ein neues Abkommen geeinigt. Die Europäische Union muss nun die Ausgestaltung und Umsetzung der Konzernvereinbarungen genau unter die Lupe nehmen. Das Abkommen ist ein wichtiger Schritt, zentrale Fragen bleiben aber ungelöst.

RUSSLANDDEBATTE

Rudolf Maresch spricht in seinem Beitrag „Zwischen Ressentiment und Appeasement“ (Eurasisches Magazin 01-09) von den großen wirtschaftlichen Erfolgen mancher autoritär strukturierter Staaten und meint damit u. a. das kommunistische China und das heutige Russland mit seiner „gelenkten Demokratie“. Er fragt in diesem Zusammenhang, ob die liberalen bzw. parlamentarischen Demokratien vielleicht ein Auslaufmodell seien. Diese Frage möchte ich mit einem entschiedenen Nein beantworten. Es gab in der Geschichte schon oft Versuche, parlamentarische Demokratien durch angeblich effizientere Systeme abzulösen – mit jeweils katastrophalen Folgen. Auf einige dieser Versuche möchte ich kurz eingehen.

RUSSLANDDEBATTE
Zu den Germanen fühlen sich die Russen unwiderstehlich hingezogen, denn sie sind stark, aber nicht übermächtig.

RECHTSRADIKALE RUSSEN
Für 20 Morde wurden die Anführer einer Moskauer Skinhead-Bande mit zehn Jahren Arbeitslager bestraft. Bei der Urteilsverkündigung wurde getuschelt und gelacht.

RUSSLANDDEBATTE

Seit dem Dekabristenaufstand des Jahres 1825 wird Russland immer wieder von dieser Frage gebeutelt. Sie überdauerte das kommunistische Regime und ist auch jetzt in der Ära Putin wieder bestimmendes Element der russischen Politik. Derzeit votieren die politischen Eliten ziemlich eindeutig für neue Größe. Das gilt auch für die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung, wie Umfragen ergeben. Nur eine Minderheit kämpft für demokratische Spielregeln. Aber ein erneuter demokratischer Aufbruch ist immer noch denkbar.

RUSSLANDDEBATTE
Das Russland-Bild des Westens wird nach wie vor von alten Vorurteilen, überkommenen Reflexen und Feindbildern beherrscht. Sie stammen weitgehend noch aus der Zeit des Kalten Krieges. Auch in dieser Debatte scheinen sie wieder auf. Die Frage, die ich angehen möchte, ist aber, ob man mit zweiwertigen Beobachtermustern, die die bipolare Feindordnung des vergangenen Jahrhunderts nur reproduzieren, der Entwicklung der Welt und der geopolitischen Lage des heutigen Russlands gerecht wird. Oder ob man mit idealtypisch konstruierten Messskalen, die das Fremde am jeweils Eigenen messen nur ein recht eingeschränktes und rudimentäres Bild von jenen weltpolitischen Realitäten erhält, mit denen Moskau, aber auch Washington, Peking und andere derzeit konfrontiert sind und in Zukunft konfrontiert sein werden.

RUSSLANDDEBATTE

Selbstherrschaft plus Dienstadel und Kirche auf der einen Seite, auf der anderen die von dieser Bürokratie verwalteten, über weite Strecken der Geschichte geradezu versklavten Dörfer: Diese Grundstruktur der russischen Gesellschaft hat sich durch alle Modernisierungsschübe hindurch immer wieder auf neuer Ebene durchgesetzt. Die Frage erhebt sich, ob die aktuelle Modernisierung einen Schritt darüber hinaus schafft. Das ist Russlands Grundfrage. Die Frage nach der Demokratie und nach welcher Demokratie, wird in Russland nicht an erster Stelle diskutiert, wie Dr. Dr. Umland in seinem Beitrag meint, der auch in dieser Ausgabe veröffentlicht ist und den Titel trägt: Ist Demokratie für Russland etwas „Künstliches“?

RUSSLANDDEBATTE

Dr. Umland sagt in seinem Beitrag „Ist Demokratie für Russland etwas Künstliches?“, der ebenfalls in dieser Ausgabe des EM erscheint, einen wichtigen Satz: Westliche Politologie ist gleich Demokratiewissenschaft. Eine Hinterfragung der Demokratisierungsnotwendigkeit - oder Fähigkeit eines Landes oder einer Gesellschaft wird demnach als amoralisch und politisch unkorrekt betrachtet.

RUSSLANDDEBATTE

Wer nur den augenblicklichen Stand der russischen Entwicklung sieht und daraus auf seine Demokratiefähigkeit schließt, macht es sich zu einfach, erklärt Wladislaw Below. Der russische Wirtschaftsfachmann sieht für sein Land eine Aufwärtsentwicklung voraus, die kaum vorhersehbar und mit der anderer Länder nicht vergleichbar ist. Denn, so Below: Russland ist in vielerlei Hinsicht ein einmaliges Land.

RUSSLANDDEBATTE

Zwar werden wohl nur wenige Kollegen die Einschätzung, die ich in der letzten Ausgabe des Eurasischen Magazins vorgestellt habe, in ihrer Gesamtheit einschränkungslos teilen. Aber der Grundtenor dürfte sich bei vielen Mitgliedern der politologischen Fachverbände in Ost und West nicht prinzipiell von meiner Interpretation unterscheiden. Dies hängt u. a. damit zusammen, dass die Politologie als akademische Disziplin de facto eine Demokratiekunde und zudem eine ausdrücklich universalistisch orientierte Wissenschaft ist bzw. als solche zunächst in Großbritannien und den USA entstand.

RUSSLAND - USA
Russland habe kein Problem mit dem Anti-Amerikanismus, beteuert der russische Präsident. Doch Kurzstreckenraketen in Kaliningrad seien schon nötig, als Antwort auf den US-Raketenschirm.

RUSSLANDDEBATTE

Gedanken eines Reisenden, der die russische Erde kennt, den russischen Menschen, die russische Seele. Und dem es nicht in den Kopf und nicht in sein Herz will, dass die antirussischen Ressentiments auch 20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs noch immer konserviert werden.

RUSSLANDDEBATTE

Anmerkungen von Kai Ehlers, Transformationsforscher und Autor zahlreicher Untersuchungen „über die nachsowjetischen Wandlungen und ihre Folgen“. Er äußert sich kritisch zum Umgang von Dr. Dr. Umland mit der „Denkfigur“ Russland

RUSSLANDDEBATTE

Die Russen wollen Putin. Beim Souverän, dem Volk, ist der frühere Staats- und jetzige Ministerpräsident äußerst populär. Nach einer lupenreinen parlamentarischen Demokratie haben die Russen offenbar wenig Verlangen. Unpopulär könnte Putin werden, wenn er nicht in der Lage wäre, wirtschaftliche Versprechen einzulösen. Und dann wären nicht etwa liberale Politiker die Alternative für das russische Volk, sondern Nationalisten. So die Kurzanalyse von Alexander Rahr, Programmdirektor Russland/Eurasien der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), mit der er den Beitrag von Andreas Umland kommentiert.

RUSSLANDDEBATTE

„Dieser Beitrag beleuchtet eine häufig anzutreffende Denkfigur in der russischen und teilweise auch westlichen Diskussion der allerjüngsten Geschichte Russlands“. So schreibt Dr. Dr. Andreas Umland, Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Mittel- und Osteuropäische Zeitgeschichte der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt in der Zusammenfassung seiner Ausführungen. Demnach könne man nicht erwarten, dass Russland westliche Kriterien für Demokratie erfüllt. Die westliche Kritik an der Putinschen Zentralisierung von Macht sei vor dem Hintergrund der chaotischen Verhältnisse unter Jelzin ungerechtfertigt. Im Vergleich zur Jelzinära sei Putins Russland kaum weniger demokratisch. Der Autor hält einen solchen Vergleich nur sehr eingeschränkt für berechtigt.

RUSSLAND

Mit dem Schiff zwischen Moskau und St. Petersburg dahinzuschippern wird auf dem gutmütigen alten Kahn aus DDR-Zeiten zum gemächlichen Trip. Völlig entspannt genießen die Touristen, die bis aus Oberbayern kommen, die Fahrt, die für sie dennoch ein Abenteuer ist.

RUSSISCHE ARMEE
Nach dem Georgien-Krieg startet Russland einen erneuten Anlauf zur Modernisierung der Streitkräfte. „Vertragssoldaten“, auf Russisch „Kontraktniki“ werden Eingestellt. Damit setzt Russland auf Modernisierung und Erhöhung der Kampfmoral durch Berufssoldaten.

LEBENSERWARTUNG IN OSTEUROPA
Im weltweiten Vergleich leben Frauen im Durchschnitt vier Jahre länger als Männer. Von Land zu Land fällt diese Differenz aber sehr unterschiedlich aus. In Russland und Irak ist die Kluft am größten.

EM-INTERVIEW

Seit acht Jahren findet der St. Petersburger Dialog statt. Beim kürzlich abgehaltenen Jahrestreffen 2008 fanden parallel zu den Diskussionen in Arbeitsgruppen und Vollversammlungen deutsch-russische Regierungskonsultationen statt. Trotz der Meinungsverschiedenheiten zum Georgien-Konflikt verlief das Treffen zwischen Angela Merkel, die mit sechs Ministern angereist war, und Kreml-Chef Dmitri Medwedjew entspannt. Alexander Rahr, Programmdirektor Russland/Eurasien der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), leitete die Arbeitsgruppe „Russland und Deutschland in der modernen Informationsgesellschaft“. Mit ihm sprach das Eurasische Magazin über seine Eindrücke vom derzeitigen deutsch-russischen Verhältnis.

RUSSLAND

Energie- und Rohstoffhunger belebt alte Verkehrs-Projekte im russischen Fernen Osten. Verbindungen zwischen Japan, Alaska und Europa sind in Planung.

KRIEGSRELIKTE

Während im Kaukasus die Toten der jüngsten Kämpfe bestattet werden, durchwühlen russische Organisationen die Schlachtfelder des Zweiten Weltkriegs. So mancher vermisste Rotarmist bekommt durch sie noch ein richtiges Begräbnis. Die Gebeine der deutschen Soldaten werden wieder zugeschüttet. Unsere Autorin hat die Gruppe „Nabat“ bei ihrer aufwühlenden Tätigkeit begleitet.

KAUKASUS-KOMMENTAR
Moskau-Korrespondent Ulrich Heyden macht sich seine Gedanken über das Cui bono? – wem nutzt was? - in der Kaukasuspropaganda des Westens.

RUSSLAND
Die Vorgänge im Kaukasus sind aus russischer Sicht das Signal für den Eintritt in eine neue Phase der internationalen Beziehungen: So nicht weiter, Herr Bush!, könnte man sie übersetzen. Hier beginnt Russland! Hier beginnt die Notwendigkeit von Absprachen statt der weiteren Militarisierung internationaler Beziehungen. Hinter sein aktuelles Eingreifen im Kaukasus wird Russland nicht zurückgehen.

KAUKASUS

Putins und Medwedjews Russland ist nicht mit der Sowjetunion oder dem „gedemütigten“ Deutschland des 20. Jahrhunderts zu vergleichen –auch wenn raumpolitische Machtkonstellationen der Zwischenkriegszeit und des Kalten Krieges das signalisieren mögen.

KAUKASUS
Der Kreml ist zurück im großen eurasischen Spiel und offenbar nicht mehr gewillt, die Ausbreitung der NATO bis an seine unmittelbaren Grenzen ohne Gegenwehr hinzunehmen. Russland zeigt sich im Gegenteil von der NATO unbeeindruckt. Den blutigen Angriff Georgiens auf Südossetien beantwortete der Kreml knallhart und ohne Zaudern.

GEORGIEN

Ganze Stadtviertel liegen in Schutt und Asche, ausgebrannte Häuserskelette reihen sich an der Hauptstraße entlang, die mit Glassplittern und zerbrochenen Eternitplatten übersät ist. Der Krieg hat deutliche Spuren in Zchinwali hinterlassen, der Hauptstadt Südossetiens. Wenige Tage nach den schweren Angriffen georgischer Truppen kehrt langsam der Alltag zurück in die Stadt. Die Geflüchteten kommen heim, russische Katastrophenschützer stellen die Strom- und Gasversorgung her, Bagger räumen die Trümmer beiseite, der Wiederaufbau beginnt. Doch das Kriegstrauma wird viele Menschen in Zchinwali noch lange begleiten.

EM-INTERVIEW

Der georgische Oppositionsführer Georgi Chaindrawa war unter Saakaschwili Minister für die Konfliktregelung mit den abtrünnigen Provinzen, wurde 2006 aber entlassen, weil er militärische Abenteuer zur Rückgewinnung dieser Gebiete ablehnte. Er ist ehemaliger Filmregisseur und einer der herausragenden Köpfe der georgischen Opposition. Im Gegensatz zu den meisten Oppositionsführern, die den georgischen Präsidenten nicht kritisieren wollen, solange russische Truppen in Georgien sind, nimmt Chaindrawa auch heute kein Blatt vor den Mund. Das Eurasische Magazin interviewte ihn zur aktuellen Lage.

GEORGIEN
Die Menschen auf den Straßen von Tiflis machen sich keine Illusionen über ihre Lage und das Regime Saakaschwili. Viele sehen in ihm nur einen Erfüllungsgehilfen der USA, der das Land in den Bankrott geführt hat.

GEOPOLITIK
Beide Kammern des russischen Parlaments haben für die Unabhängigkeit der beiden abtrünnigen georgischen Provinzen Südossetien und Abchasien votiert. Kremlchef Präsident Dmitri Medwedjew hat den Antrag unterzeichnet und damit die beiden Länder als selbstständig anerkannt. Was treibt Russland zu dieser Politik?

GEORGIEN

Noch vor wenigen Monaten galt der Konflikt um das kleine, von Georgien abtrünnige Südossetien als „eingefroren“. Doch im August 2008 eskalierte eine georgische Militärintervention in der gebirgigen Region in einen offenen Krieg. Nach einem militärischen Gegenangriff Russlands ließ der nächste Paukenschlag nur kurz auf sich warten: Am 26. August 2008 verkündete Russlands Präsident Medwedew die offizielle Anerkennung Südossetiens und Abchasiens, einer zweiten von Georgien abtrünnigen Region. Der georgische Präsident Saakaschwili, der bei seinem Amtsantritt die territoriale Reintegration als zentrales Ziel formulierte, hat damit viel verloren: Die Separatistengebiete sind weiter denn je von georgischer Kontrolle entfernt, und auch innenpolitisch zeichnet sich Widerstand ab.

MOSKAU
In den 2.000 Moskauer Wohnheimen, in denen Arbeiter aus der russischen Provinz, Studenten und Flüchtlinge untergebracht sind, geht die Angst um. Grundstücks-Makler wollen die Heime aufkaufen und in teure Immobilien umwandeln.

KRIEGSVERBRECHEN
Nicht überall auf der Welt ist man erfreut über die Festnahme des ehemaligen Führers der bosnischen Serben, Radovan Karadzic. In Moskau ist man eher besorgt.

SOTSCHI
Russlands Regierungschef gibt dem Druck von russischen Umweltschützern und UNESCO nach und ordnet die Verlegung von Olympia-Bauten an.

ANALYSE

Die Jugendbewegung „Naschi“ (Die Unsrigen) ist die bekannteste und erfolgreichste unter den in den letzten Jahren in Russland entstandenen regierungsfreundlichen Jugendorganisationen. Doch bei den Unsrigen, die vor allem für ihre schrillen Aktionen und ihr rüdes Vorgehen gegen Oppositionelle bekannt geworden sind, handelt es sich weniger um eine „von unten“ gewachsene Jugendbewegung, sondern um ein polittechnologisches Projekt der Ära Putin.

RUSSLAND
In Russland häufen sich die Fälle von Sklavenarbeit. Wie die Einwanderungsbehörde erklärt, gibt es in Russland fünf bis sieben Millionen illegale Gastarbeiter aus Zentralasien, dem Kaukasus und Moldawien, davon sind nach Einschätzung von Menschenrechtlern Tausende gehalten wie Sklaven, eine Rückkehr der Leibeigenschaft.

RUSSLAND
Experten der UNESCO empfehlen die Verlegung einzelner Olympia-Projekte in ökologisch weniger gefährdete Gebiete.

FUßBALLKULT

Sie sind erst einige Tage alt, sind aber bereits mit Russlands bei der Europameisterschaft erworbenen neuen Fußball-Ruhm geweiht.

EURASIEN

Auf einer internationalen Eisenbahnkonferenz in Sotschi stellte die russische Bahn grandiose Modernisierungspläne vor. Auch von einer Beteiligung bei der Deutschen Bahn ist die Rede. Die Absicht stößt auf Gegenliebe: Der deutsche Bahnchef Mehdorn will ebenfalls seit langem eine Zusammenarbeit mit Russland.

EM-INTERVIEW

Interview mit Sergej Bagapsch, dem Präsidenten der international nicht anerkannten abtrünnigen georgischen Provinz Abchasien.

EM-INTERVIEW

Russlands neuer Präsident Dmitri Medwedjew reiste vor wenigen Tagen zum Antrittsbesuch nach Berlin und traf im westsibirischen Chanty-Mansijsk mit den Spitzen der europäischen Politik zum EU-Russlandgipfel zusammen. Alexander Rahr über Chancen und Entwicklungen Russlands und den Stil des Putin-Nachfolgers.

RUSSLANDS PRÄSIDENTENGATTIN

Swetlana Medwedjewa, die Ehefrau des neuen russischen Präsidenten, hat das Zeug zur Zarin. Sie trägt schicke Kleider, geht gerne auf Partys und sorgt sich neuerdings auch um die „geistige Ertüchtigung“ der Jugend. Swetlana ist das Gegenstück ihrer beiden Vorgängerinnen Ljudmilla Putina und Naina Jelzina, die sich nur dann in der Öffentlichkeit zeigten, wenn das Protokoll es vorschrieb.

PUTIN-FOTOGRAFEN

In den russischen Amtsstuben müssen die Putin-Portraits nun Bildern des neuen Präsidenten Dmitri Medwedew weichen. Im Ausstellungssaal des Moskauer Hauses der Fotografie ist das anders. Dort schmückt jetzt eine ganze Putin-Sammlung die Wände. Die Werke der Fotografen des Präsidenten-Presse-Pools erzählen von acht aufregenden Regierungsjahren. Putin der Emotionslose? „Im Gegenteil“, sagt Kuratorin Olga Swiblowa. „Er hat auf jedem Bild einen eigenen Gesichtsausdruck. Das macht ihn zu einem Kunstwerk.“

RUSSLAND
Der neue Premier lässt den Großteil der Minister weiterarbeiten, feuert aber drei hohe Beamte aus den Sicherheitsstrukturen.

RUSSISCHE ARMEE
Mit Öl-Dollars hat Putin die russische Armee wieder aufgerüstet. Doch zur alten Größe fehlt es noch weit. Die wilden 90er Jahre wirken nach.

RUSSLAND ERFRISCHEND

Der amerikanische Konzern Coca Cola will die Russen mit einem neuen Kwasprodukt beglücken. In Twer und Pensa möchte der US-Riese den beliebten Trunk brauen lassen. Die Begehrlichkeit des US-Unternehmens hat einen Grund: Kwas war in den vergangenen zwei Jahren das Erfrischungsgetränk mit der steilsten Wachstumskurve im russischen Markt. Noch aber sind die gelben Kwas-Tankwagen gegenwärtig. Und so mancher Russe zweifelt, ob das Nationalgetränk so etwas wie Cola-Flaschen verdient hat.

WERKTÄTIGE
In ihren russischen Werken unterlaufen europäische Automobilfirmen EU-Standards. Bei Renault Moskau müssen die Arbeiter ihr Essbesteck von zuhause mitbringen. Volkswagen startet sein Werk in Kaluga mit Leiharbeitern.

RUSSLAND-USA

Beim Abschiedstreffen von Bush und Putin in Sotschi überschütteten sich die beiden Präsidenten mit Komplimenten, doch bei der umstrittenen Raketenabwehr kamen sie nicht weiter.

KREMLASTROLOGIE

Es wäre so schön gewesen. Endlich sollte es auch im Kreml so zugehen, wie in westlichen Regierungspalästen. Der moderne männliche Staatsführer möchte heutzutage eine junge Frau mit Model-Qualitäten an der Seite haben. Auch der Kreml-Chef? Leider konnte die Zeitung aus Moskau, die von Putins angeblicher Liebesaffäre und sogar von Heiratsabsichten berichtete, keine Fakten liefern und entschuldigte sich schließlich bei Russlands Präsidenten. Doch das war noch nicht alles: Der Herausgeber, Millionär und Kreml-Kritiker Aleksandr Lebedew, warf den Journalisten Unprofessionalität vor und stellte die Zeitung ein.

GEORGIEN

Die Konflikte zwischen Georgien und Russland führen seit langem zu erheblichen Spannungen in der gesamten Region. Unser Autor hat dazu im Eurasischen Magazin 03-08 eine umfangreiche Arbeit vorgestellt. Hier der zweite Teil, der sich den Beziehungen Georgiens zur Russischen Föderation widmet.

GEOPOLITIK

Solange Georgien in die NATO dränge, werde es seine Probleme mit den Abchasen und Südosseten nicht lösen können, erklärte der russische Außenminister Sergej Lawrow
unmissverständlich. Jetzt hat Moskau gezeigt, welchen Druck es in dieser Angelegenheit aufzubauen gewillt ist. Es nimmt konsularische Beziehungen zu den abtrünnigen Gebieten auf und stärkt den Separatisten damit gehörig den Rücken. Keine Frage: Der Kreml ist zurück im großen eurasischen Spiel und offenbar nicht mehr gewillt, die Ausbreitung der NATO bis an seine unmittelbaren Grenzen ohne Gegenwehr hinzunehmen.

SCHLESWIG-HOLSTEIN FESTSPIELE
Unter dem Motto „russisch gestimmt“ bringt das 23. Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) vom 12. Juli bis zum 31. August 2008 die große russische Musiktradition in all ihren Facetten nach Norddeutschland. Klassische Musik auf höchstem Niveau, Künstler von Weltrang und das einmalige Ambiente der schönsten Spielorte in Schleswig-Holstein machen das SHMF auch im Sommer 2008 zu dem, was es seit seiner Gründung ist: zum bedeutendsten Flächenfestival für klassische Musik in Europa.

KRIMINALITÄT

Kurz vor dem Amtsende von Wladimir Putin demonstriert die russische Generalstaatsanwaltschaft Aktivitität. Ein Sprecher erklärte vor wenigen Tagen, man habe den Namen des Mörders von Anna Politkowskaja ermittelt. Im Interesse der Ermittlungen wollte die Staatsanwaltschaft den Namen jedoch nicht der Öffentlichkeit bekannt geben.

RUSSLAND

Putin warnte vor falschen Erwartungen hinsichtlich seines Nachfolgers. Medwedjew werde die russischen Interessen „aktiv“ auf der internationalen Bühne vertreten.

RITTERS RÜCKZUG

Quadratisch ja, praktisch und gut keineswegs – so fiel das Schlusszeugnis aus, das „Ritter Sport“ am Produktionsstandort Moskau zur Beendigung seines Joint Ventures veranlasste. Schlechte Rohstoffe und hohe Importzölle zwangen das weltbekannte Unternehmen zur Einstellung der Produktion am Rande der russischen Hauptstadt.

PORTRÄT

Als Wladimir Putin in den Kreml kam, versprach er die „Diktatur des Gesetzes“. Sein Kronprinz gibt sich liberal und verspricht „die Entwicklung des menschlichen Potentials“. Hat der Professoren-Sohn aus St. Petersburg das Zeug für ein eigenes Profil?

DER NEUE IM KREML

Kronprinz Medwedjew feilt an seinem liberalen Image. Auf einem Wirtschaftsforum im sibirischen Krasnojarsk setzte Thron-Anwärter und Vizepremier Dmitri Medwedjew kurz vor der Wahl neue Akzente.

PUTINS BILANZ

Auf der letzten großen Pressekonferenz vor dem Ende seiner Präsidentschaft geizte Putin nicht mit Selbstlob. Der Kreml-Chef zeichnete das Bild eines stabilen Staates mit einer zufriedenen Bevölkerung. Russische Journalisten stellten nur vorsichtige Fragen.

EM-INTERVIEW

Rubljovka ist wohl die meist überbewachte Straße der Welt. Es ist die Verkehrsader, die das Zentrum von Moskau mit der russischen Provinz verbindet. Die Gegend um die Rubljovka zog in allen Zeiten wie ein Magnet die herrschenden Eliten an: Zaren, Diktatoren, Präsidenten. Auch das heutige Staatsoberhaupt Putin wohnt hier. Die Spuren der Despoten und ihrer Prachtentfaltung bilden einen bizarren Mikrokosmos, den es sonst nirgendwo im russischen Riesenreich gibt. Die in Sibirien geborene Dokumentarfilmerin Irene Langemann hat darüber einen Film gedreht, der zurzeit mit Erfolg in den deutschen Kinos läuft: „Rubljovka – Straße zur Glückseligkeit“. Im Gespräch mit dem Eurasischen Magazin erläutert sie ihre Beweggründe für diese Arbeit und schildert ihre Erfahrungen, die sie als Russlanddeutsche seit 1990 in der Bundesrepublik gemacht hat.

KASACHSTAN

16 Jahre nach dem Ende der Sowjetunion und der Gründung der Republik Kasachstan gerät die russischsprachige Bevölkerung im wirtschaftlich erfolgreichsten Land Zentralasiens unter Druck. Zwar ist das Land laut Präsident Nursultan Nasarbajew ein „Vielvölkerstaat“. Doch nationalistische Tendenzen und eine Überbetonung der kasachischen Traditionen nehmen zu.

RUSSISCHE TECHNOLOGIE
Vor den Toren Moskaus entsteht derzeit ein Hochtechnologie-Netzwerk. Russland gehört zu den sieben Hochtechnologie-Nationen der Welt, die winzigste Speicherchips herstellen können. Um den noch verbliebenen Rückstand aufzuholen, stützen sich die Russen auf technisches Wissen und auf Apparaturen aus dem Süden und Südwesten Deutschlands. In der in Selenograd bei Moskau neu eröffneten Mikrochip-Fabrik Sitronics stehen hauptsächlich Geräte „Made in Germany“. Langfristig will das Unternehmen des Oligarchen Wladimir Jeftuschenkow auch Nokia und Siemens-Handys mit SIM-Karten bestücken.

LANDFLUCHT IN RUSSLAND

Die boomenden russischen Großstädte Moskau, Sankt Petersburg und Nischnij Nowgorod ziehen junge Leute aus dem ganzen Land ab. In ihren Heimatorten bleiben vorwiegend ältere Menschen in trister Einsamkeit zurück. Besonders hart trifft es die Region Iwanowo, das alte Zentrum der russischen Textilindustrie rund 300 Kilometer östlich von Moskau. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion hat allein die Stadt ein Fünftel ihrer Einwohner verloren.

EURASISCHE LEBENSWEISHEITEN
Es ist ein Phänomen – nicht leicht erklärbar: Russen und Deutsche zitieren zu Hunderten die gleichen Sprichwörter. Dass man sich nicht selbst den Ast absägen sollte, auf dem man sitzt, ist Russen und Deutschen gleichermaßen einsichtig. Und „einen zur Brust nehmen“ kennen beide Völker recht gut. Ebenso, dass man die Beine in die Hand nimmt, wenn es eilt. Leben und leben lassen, Luftschlösser bauen, jemand den Kopf waschen, gegen den Strom schwimmen oder alle Brücken hinter sich abbrechen – auch das sind Russen und Deutschen sehr geläufige Wendungen. Allerdings gibt es auch Unterschiede: Schwein haben oder bei Wasser und Brot sitzen werden in beiden Sprachen anders gedeutet. Tatjana Balzer hat über 600 Redensarten aus Russland und Deutschland gesammelt. Jetzt sucht sie einen Verlag, der ihren Schatz hebt, und die Sammlung veröffentlicht.

LEBENSERWARTUNG IN RUSSLAND
Russland ist heute Mitglied der G8, der Gruppe führenden Industriestaaten. Doch die Lebenserwartung seiner Bevölkerung liegt nach Angaben der russischen Statistik-Behörde auf „vorrevolutionärem Niveau“.

RUSSLANDS POLITIKER

Russlands Politiker sind im Westen unbekannter als Fußballlegionäre oder Tennisspielerinnen, als Schachspieler oder Eisläufer – mit Ausnahme von Putin, über den es vielgelesene Biographien im Westen gibt. Das Eurasische Magazin veröffentlicht nachstehend kurze Porträts der wichtigsten Bewerber um das Präsidentenamt bei der Wahl am 2. März 2008.

RUSSLAND
Nach Meinungsumfragen ist der Sieg von Putins Kronprinz Dmitri Medwedjew bei den Präsidentschaftswahlen am 2. März sicher. Die wichtigste Stütze für den Kandidaten ist das russische Fernsehen. Medwedjew ist neben Putin die Hauptperson in den Nachrichten.

RUSSLAND
Präsident Wladimir Putin sah Russland in Zentralasien während seiner Amtszeit wachsender Konkurrenz durch China und die USA ausgesetzt. Dennoch gelang es ihm, das russische Monopol auf den Rohstofftransit aus Zentralasien weitgehend zu erhalten und neue Militärstützpunkte in der Region zu eröffnen. Eine strategische Vision war in seiner Außenpolitik jedoch nicht erkennbar.

WEIHNACHTEN IN RUSSLAND

Russland geht zehn Tage in die kollektiven Neujahrsferien. Vorher zerschlug der kommunistische Alterspräsident der Duma noch ein Champagnerglas. Ein staatlich geduldeter Protest gegen die ungerechte Verteilung des Reichtums „auf der Welt“.

RUSSLAND-GESCHÄFTE
Deutsche Unternehmen erwarten für das nächste Jahr weiter ein positives Geschäftsklima in Russland. Der Chef des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft, Klaus Mangold, sagt voraus, dass es unter Putin-Nachfolger Medwedjew wahrscheinlich nur „in Nuancen“ anders laufen wird.

ÖL UND GAS
Eine Wirtschaftschronik Kasachstans für das abgelaufene Jahr ließe sich überschreiben mit „Kooperation, Konkurrenz und Wirtschaftskrimi“. Gegenspieler, Leidensgenosse und Genosse ist Russland. In manchen Wirtschaftsbereichen strebt Kasachstan nach Eigenständigkeit – was dem großen Bruder missfällt – und doch ist Kooperation mit dem Kreml die Devise.

EM-INTERVIEW

Klaus Bednarz hat sich Gedanken gemacht über die deutsch-russischen Beziehungen, über Probleme und gegenseitige Vorurteile. Und er hat versucht zu erklären, weshalb die Deutschen ein nahezu „mystisches“ Verhältnis zu dem Riesenreich im Osten haben. Im Gespräch mit dem Eurasischen Magazin bedauert der als Chef von „Monitor“ bekannte Journalist und frühere Russland-Korrespondent der ARD, dass die russischen Medien noch immer viel zu wenig über Deutschland berichten.

PUTIN-NACHFOLGE
Ein Kommentar

EM-INTERVIEW ZUM MACHTWECHSEL IN RUSSLAND

Der russische Präsident Wladimir Putin wird Premierminister im Weißen Haus, sein bisherige Premier Dmitri Medwedjew zieht an seiner Stelle als Präsident Russlands in den Kreml ein. So sieht es das Drehbuch vor, das Putin für die Märzwahlen 2008 geschrieben hat. Welche Bedeutung diese Wahlen für Russland, für Europa und für ganz Eurasien haben, untersucht Russlandexperte Alexander Rahr im Gespräch mit dem Eurasischen Magazin. Sein Fazit: Mit Medwedjew versuche Russland erneut das Tor nach Europa aufzustoßen – allerdings gäbe es für den Kreml längst auch eine Alternative und die heiße Asien.

RUSSLAND

Russland lässt sich ein neues Denkmal bauen. Der Wolkenkratzer „Föderation“, der in Moskau mit gewaltigem Tempo in die Höhe gezogen wird, soll Symbol sein für wirtschaftlichen Erfolg, neuen Reichtum und alte Stärke. Er wird 345 Meter über der russischen Hauptstadt aufragen. Mit Antenne sind es 420 Meter. Damit ist er Europas höchstes Gebäude. Die verspiegelten Doppel-Türme, von denen sich der erste bereits in Fertigstellung befindet, haben zwei deutsche Architekten entworfen. Bei der Planung mussten sie eine politische Vorgabe beachten: Der Wolkenkratzer muss der höchste in Europa werden.

RUSSLANDS LIBERALE
Dass westlich orientierte Liberale in Russland nicht Fuß fassen, liegt keineswegs nur an Medien-Kontrolle und Polizeiknüppel. Die liberale Politikerin Irina Chakamada erklärt, was wirklich vor sich geht.

RUSSLANDS GEHEIMDIENSTE
70 Prozent der staatlichen Schlüsselpositionen in Russland sind heute von Geheimdienstlern besetzt. Doch Kremlchef Wladimir Putin hat keineswegs die volle Kontrolle über sie.

TUWA

Tuwa ist schwer zu erreichen. Naja, sagen wir mal so, man kommt sicher bis nach Moskau, dort kann man dann Inlandsflüge buchen entweder nach Tomsk oder Omsk oder Novosibirsk – und dann fehlen bis Tuwa nur noch einige Flugstunden. Mit einem Pauschalangebot ist Tuwa nicht zu erreichen. Wer es aber schafft, den erwartet: „Tuwa all inclusive!“

WLADIMIR PUTIN
Darf man so über Putin schreiben? Zugegeben, es gibt Gründe zu zögern, aber Tatsachen müssen Tatsachen bleiben, gerade dann, wenn versucht wird sie zu vernebeln und zu verdrehen wie beispielsweise kürzlich in „Spiegel online“. Das Medium berichtete unter der Schlagzeile: „Wie Putin, Chavez und die Scheichs den Ölpreis hochtreiben“, über die steigenden Öl-Preise und die vermeintlich Schuldigen.

ENERGIE

Die „Energiewaffe“ ist eine reine Fiktion, die auf Vorurteilen gegenüber Russland beruht. Einen Plan, Europa den Hahn zuzudrehen, gibt es nicht. Russland selbst würde wirtschaftlich am meisten verlieren – und es würde weltweit sein Vertrauenskapital aufs Spiel setzen.

RUSSLAND
Bei einem Aufstand in der Jugendstrafanstalt von Kirowgrad im Ural starben vier Menschen. Das Justizministerium sprach von geplanten Unruhen.

MOSKAU

Zehn Millionen Menschen drängen sich im Moskauer Stadtgebiet, und noch einmal vier Millionen wohnen in den aufstrebenden Randbezirken. Dort entstehen Subzentren – so auch in der einstigen Schlafstadt „Jugo Zapadnaja“. Eingezwängt zwischen moderne Moskauer Architektur und zu Füßen nichts als Stau: die alte Dorfkirche, das einzige Relikt aus vergangenen Zeiten.

IRAN
Kreml-Chef Wladimir Putin reiste nach Teheran, um mit den fünf Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres über eine verstärkte wirtschaftliche Zusammenarbeit zu beraten. Ein weiterer Schritt soll eine Wirtschaftskonferenz der Länder am Kaspischen Meer nächstes Jahr in Moskau sein. Der Kremlchef berichtete außerdem, die Kaspi-Anrainer hätten sich auf die Nichtverbreitung von Atomwaffen geeinigt.

EUROPA - UKRAINE - RUSSLAND

Die Ukraine stellt uns alle vor wahrlich große geopolitische Herausforderungen. Sie ist konstituierender Teil der europäischen politischen Kultur.

RUSSLAND
Der neue russische Ministerpräsident Viktor Subkow ist der Älteste in der russischen Regierung. Eine Kandidatur zum Amt des Präsidenten schließt er nicht aus. Wenn Subkow Präsident wird, könnte er aus Altersgründen 2012 wieder ausscheiden und einem Nachrücker – zum Beispiel Wladimir Putin - Platz machen.

KALININGRAD
Kaliningrad, das alte Königsberg, erlebt einen wirtschaftlichen Aufschwung und kommt Europa näher. Die russische Regierung lässt sich die Modernisierung der Stadt einiges kosten. Man will verstärkt Touristen aus Europa anlocken. Als Sonderwirtschaftszone bekommen Investoren in Russlands westlichstem Territorium Steuer- und Zollvergünstigungen.

EURASIEN

Thomas Heinze (28) und Nico Dünkel (29) aus Rudolstadt in Thüringen haben in vier Monaten die imaginäre Linie zwischen Asien und Europa bereist, die man in der Neuzeit als „Grenze“ bezeichnet. Die Route führte sie entlang des Uralgebirges und des Uralflusses bis zum Kaspischen Meer, von dort weiter durch den Kaukasus und über das Schwarze Meer bis in die Türkei. Vom Kaspischen Meer aus unternahmen sie einen „Abstecher“ nach Zentralasien. Mitte September fand die Reise in der türkischen Metropole Istanbul ihr Ende. Sie liegt am Bosporus und damit sowohl in Europa als auch in Asien. Im Eurasischen Magazin berichten sie von der abenteuerlichen Tour. Dieses Mal: Der südliche Ural und Kasachstan.

RUSSLAND-ARMENIEN
Die Beziehungen zwischen Russland und Armenien werden in Moskau von Experten als die wichtigsten im postsowjetischen Raum betrachtet. Russland und Armenien sind durch Energieströme und durch Waffenbrüderschaft verbunden. Auch die USA buhlen um den Kaukasusstaat. Doch nicht nur in der Hauptstadt Eriwan wird befürchtet, ein „Seitenwechsel“ könnte einem politischen Selbstmord gleichkommen.

KREML-NACHFOLGE

SIBIRIEN
Im Morgengrauen fielen maskierte Rechtsradikale mit Druckluftgewehren und Eisenstangen über ein Zeltlager sibirischer Umweltaktivisten in der Nähe der Atomfabrik Angarsk her. Elf Verdächtige wurden festgenommen. Die Proteste der Umweltschützer gehen ungeachtet des Überfalls weiter.

ARCHANGELSK
Seit der Bürgermeister der nordrussischen Stadt Archangelsk erklärte, er wolle zu den Präsidentschaftswahlen kandidieren, hat er nur noch Ärger. Drei Strafverfahren wurden gegen ihn eröffnet.

EURASIEN

Thomas Heinze und Nico Dünkel (beide 28) aus Rudolstadt in Thüringen wollen in vier Monaten die imaginäre Linie zwischen Asien und Europa bereisen, die man in der Neuzeit als „Grenze“ bezeichnet. Die Route führt sie entlang des Uralgebirges und des Uralflusses bis zum Kaspischen Meer, von dort weiter durch den Kaukasus und über das Schwarze Meer bis in die Türkei. Vom Kaspischen Meer aus ist ein Abstecher nach Zentralasien geplant. Mitte September soll die Reise in der türkischen Metropole Istanbul ihr Ende finden. Sie liegt am Bosporus und damit sowohl in Europa als auch in Asien. Im Eurasischen Magazin werden sie von der abenteuerlichen Tour berichten. Dieses Mal: Der nördliche Ural.

HEIMAT IN DEUTSCHLAND

Sie kommen aus ganz Eurasien in die Bundesrepublik Deutschland. Zwar gibt es in der Bevölkerung noch immer Angst, die Zuzügler könnten Einheimischen die Arbeitsplätze wegnehmen. Aber nicht wenige Migranten schaffen inzwischen selbst Arbeitsplätze. Laut Statistischem Bundesamt leben in Deutschland mehr als eine halbe Million Unternehmerinnen und Unternehmer mit Migrationshintergrund. Sie bringen als besondere Qualifikation Mehrsprachigkeit, internationale Kontakte, Flexibilität und die Kenntnis anderer Kulturen mit. Tatjana Balzer stellt fünf Erfolgsgeschichten von eurasischen Einwanderern vor. Vier von ihnen sind Unternehmer.

RUSSLAND-EUROPA

Russland ist Teil Europas. Mit der Unterzeichnung der europäischen Menschenrechtskonvention hat der große Nachbar im Osten ausdrücklich die darin festgelegten gemeinsamen Werte anerkannt. Eine Ausgrenzung Russlands, wie von manchen angestrebt, ist deshalb unsinnig. Sie hat in der Vergangenheit stets geschadet und wäre auch in Zukunft falsch. So der Bundestagsabgeordnete der CSU und Vorsitzende des Unterausschusses „Auswärtige Kultur und Bildungspolitik“ im Deutschen Bundestag, Dr. Peter Gauweiler im Gespräch mit dem EURASISCHEN MAGAZIN.

INTERVIEW

Einer der Teilnehmer der wissenschaftlichen Plenarsitzung wissenschaftliche Plenarsitzung der Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL) in Hamburg war Professor Sergej Kusnezow, stellvertretender Direktor des Instituts für regionale Entwicklung der Akademie für Wissenschaft Russlands. Im Gespräch mit dem EURASISCHEN MAGAZIN analysiert er die Probleme der regionalen Entwicklung in der Russischen Föderation

METROPOL-REGIONEN

2007 wohnen erstmals weltweit mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Das hat eine Untersuchung der Vereinten Nationen ergeben. Von den 6,5 Milliarden Menschen, die derzeit auf der Erde leben, ist mehr als jeder zweite ein Stadtbewohner. Auch die wissenschaftliche Plenarsitzung der Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL) in Hamburg befasste sich kürzlich unter der Überschrift „Metropolregionen und territoriale Kohäsion“ mit diesem Phänomen. Etwa 250 Wissenschaftler und Spezialisten aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, Holland, Polen, sowie Russland und Kanada diskutierten die Möglichkeiten der zukunftsfähigen Raumentwicklung.

SIBIRIEN

Als der damalige Aussiedlerbeauftragte Helmut Kohls, Horst Waffenschmidt, 1994 die Deutschstämmigen aus dem Osten gezielt anwarb, ahnte noch niemand, dass das einen Umsiedlerstrom hunderttausender Russlanddeutscher auslösen würde. Nicht nur nach Deutschland machten sich zwei Millionen auf den Weg: Zwischenstation vieler Umzügler war vorerst ein kleines Gebiet im Süden Russlands in der Nähe der Stadt Omsk. Dort hatte sich Anfang der 90er Jahre ein deutsch-nationaler Rayon gegründet. Dieser Bezirk der Russlanddeutschen in Sibirien wird jetzt 15 Jahre alt. Deutschland hat ihn mit 200 Millionen D-Mark subventioniert.

DES KREMLS WUNDERTÜTE
In acht Monaten wird in Russland ein neuer Präsident gewählt. Bisher waren nur zwei Kandidaten für die Putin-Nachfolge bekannt: Dmitri Medwedjew und Sergej Iwanow, beide „stellvertretende erste Ministerpräsidenten“. Den Einen nennt man im Kreml „liberal“, der andere gefällt sich als „Hardliner“. Inzwischen werden weitere mögliche Kandidaten für die Putin-Nachfolge genannt.

RUSSLAND UND DIE WTO

Seit Beginn der 90er Jahre verhandelt Russland über einen Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO). Im November letzten Jahres unterzeichneten Russland und die USA ein Protokoll über den Beitritt. Doch der steht noch immer aus. Das EURASISCHE MAGAZIN sprach mit Maxim Medwedkow, dem Leiter der russischen WTO-Verhandlungsdelegation.

RAKETENSTREIT

In einer Art vorauseilendem Gehorsam bezeichnen deutsche Politiker und Medien die Vorschläge des russischen Präsidenten als „Finte“. Dabei stehen diese Angebote in einem klaren Kontext zu einer Reihe weiterer Erklärungen Putins. Sie zeigen, dass die Welt in Zukunft mit einem selbstbewussten Russland zu rechnen hat.

SIBIRIEN

Krasse Gegensätze, ein ungewohnter Lebensstil und eindringliche Erlebnisse machen die besondere Faszination Sibiriens für den ausländischen Besucher aus. Ob in der Eisenbahn, daheim bei der Gastfamilie oder bei den Feierlichkeiten zum „Tag des Sieges über den Faschismus“ - dieser Teil Russlands überwältigt mit einem unerschöpflichen Reichtum an Skurrilität.

MOSKAU
„Verjagt die Missgeburten“, schrieen rechte Schläger als Schwule und Lesben sich vor dem Moskauer Rathaus versammelten. Der Grüne Volker Beck aus Deutschland wurde von der Polizei verhaftet, zu seinem Schutz, wie es hieß.

VERSÖHNUNG

In Russland wurde der 9. Mai auch in diesem Jahr wieder als „Tag des Sieges“ über den Faschismus gefeiert. Zur Frage, was dieser Tag für deutsche und russische Jugendliche heute bedeutet, sprach das Eurasische Magazin mit Ute Weinmann. Sie betreut seit acht Jahren Jugendliche aus Deutschland, die in Russland einen „Freiwilligendienst“ ableisten.

ESTLAND
Es geht in Estland nicht nur um die Verlegung eines russischen Kriegerdenkmals, sondern um viel tiefer liegende Probleme. Ein Drittel der Bevölkerung sind Russen. Bis heute ist es nicht gelungen sie in den neuen Staat zu integrieren. 130.000 Russen haben nur den sogenannten „grauen Pass“. Bei den Parlamentswahlen haben sie kein Stimmrecht.

EUROPÄISCHE UNION
In Wahrheit ist an der Wolga das große Dilemma der EU zutage getreten: die neuen Länder im Osten fürchten zwischen den Interessen der alten EU-Länder und Russland ins Hintertreffen zu geraten. Nichts ist ausgestanden – die Zeichen stehen auf Sturm.

OPPOSITION IN RUSSLAND
Wenn von der Opposition in Russland die Rede ist, berichten die Medien im Westen vor allem über Straßenproteste. Doch das ist nur der unbedeutende Popanz. Die Opposition in Russland hat viele Gesichter, aber wenig Chancen.

RUSSLANDDEUTSCHE

Die verlorene Heimat wollten sie hier finden und gute Arbeit. Viele wurden enttäuscht, weil die Vorstellungen von Deutschland nicht der Wirklichkeit standhielten. Deshalb zieht es nun seit etwa zwei Jahren immer mehr Russlanddeutsche zurück in den Osten. Vor einem Jahr wurde die erste Beratungsstelle für rückkehrwillige Spätaussiedler in Bielefeld gegründet. Auch Olga und Vladimir Funk aus dem süddeutschen Göppingen haben sich schon an sie gewandt: Sie wollen nach elf Jahren so bald wie möglich „nach Hause.“

ESTLAND
Das unter Protesten der russischen Minderheit in Tallin demontierte Sowjet-Denkmal soll am 8. Mai an einen neuen Standort wieder eingeweiht werden.

STAATSTRAUER IN RUSSLAND
Er war der erste frei gewählte Präsident Russlands. Am 23. April 2007 ist er gestorben. Staatsführer aus aller Welt und einfache Russen nahmen Abschied von einem Mann, der Russland die Demokratie und die Oligarchen bescherte. Im Westen wurde er gern als „Zar Boris“ tituliert. Nun hat man ihn in Moskau zu Grabe getragen.

SPORTSTÄTTEN

Das russische Badeparadies Sotschi kämpft gegen Salzburg und Pyeongchang (Südkorea) um die Winterspiele 2014. Die Schwarzmeer-Metropole ist der exotischste der drei verbliebenen Kandidaten, die das IOC in die engere Wahl genommen hat. Neun Milliarden Euro sollen in den nächsten Jahren in den Ausbau der Infrastruktur fließen. Für Wladimir Putin wäre die Vergabe der Spiele nach Sotschi die Krönung seiner im Jahre 2008 auslaufenden Amtszeit. Allerdings regt sich Widerstand in der Bevölkerung, denn viele Bauvorhaben im Kaukasus liegen in Naturschutzgebieten.

RUSSISCHE ORTHODOXIE

Die Russische Orthodoxe Kirche erlebt derzeit die stürmischste Aufwärtsentwicklung ihrer tausendjährigen Geschichte. 1989, am Ende der Sowjetunion, gab es im ganzen Riesenland nur noch rund 6.000 Kirchen mit zusammen fünf Millionen Gläubigen. 2005 waren es schon über 12.000 Kirchen mit 9,5 Millionen Gläubigen. Für 2015 erwartet man rund 25.000 Kirchen mit bis zu 28 Millionen Gläubigen. Damit soll aber noch lange nicht das Ende erreicht sein. Für 2025 wird sogar mit 40.000 Kirchen gerechnet.

DEMONSTRATIONEN IN RUSSLAND
Ein Kommentar

RUSSLAND

Die Bilder gingen um die Welt: In Moskau und St. Petersburg prügelten Polizisten mit Knüppeln auf Demonstranten ein. Viele wurden festgenommen. Auch ausländische Journalisten kamen zu Schaden. Ein ehemaliger Schachweltmeister, der als Organisator der Protestierer auftrat, wurde eingesperrt. Was geht vor in Russland – bahnt sich eine „orangene Bewegung“ an, oder ist das Wahlkampf auf Russisch? Diese Fragen stellte das EURASISCHE MAGAZIN dem Moskauer Korrespondenten Ulrich Heyden, der seit vielen Jahren aus der russischen Hauptstadt berichtet.

ENERGIEVERSORGUNG
Russland will sein Monopol bei den Transportrouten für Öl und Gas nicht aufgeben. Mitte März wurde im Beisein von Putin ein Vertrag über die neue „Balkan-Ölpipeline“ via Bulgarien und Griechenland unterzeichnet. Der ungarische Premier liebäugelt unterdessen mit dem Projekt einer neuen russischen Gaspipeline und torpediert damit das Projekt der Nabucco-Gaspipeline, mit der sich die EU aus russischer Abhängigkeit befreien will.

RUSSLAND

Alle Geschichten im Zirkus Upsala erzählen von kleinen und großen Wundern. Die Artisten sind ehemalige Straßenkinder, die sich in den Hinterhöfen St. Petersburgs mit Betteln durchschlugen, bis ihnen der Zirkus – ein deutsch-russisches Projekt – einen Ausweg aufgezeigt hat. Jedes Jahr ist der Zirkus auch in Deutschland auf Tournee. Die Idee zu dem Projekt, das vor sechs Jahren begann, hatte die Berlinerin Astrid Schorn.

SÜDOSSETIEN

Wie der Alltag in einer Region aussieht, die von einer Friedenstruppe kontrolliert wird, verfeindete Bevölkerungen hat und sowohl von Georgien als auch von Russland umworben wird. Ein Bericht aus einem Land, das eigentlich unvorstellbar ist, aber genau so seit Jahr und Tag existiert.

RUSSLANDDEUTSCHE

Ein deutsches Dorf an der Wolga bezahlt pünktlich seine Stromrechnung – und zwar regelmäßig. Offenbar keine Selbstverständlichkeit, weshalb die russische Agentur Itar-Tass dem Fall eigens eine Meldung widmete. Das Dorf wurde zum Medienereignis. Scharen von Journalisten machten sich auf den Weg, um Licht in das seltsame Gebaren der Dörfler zu bringen. Sie trafen auf eine Handvoll Deutscher aus Kasachstan, die einst mit großen Hoffnungen an die Wolga gezogen waren. - Eine Ortsbesichtigung.

MANAGEMENT

In keinem anderen Land Eurasiens gibt es so viele Spitzenmanagerinnen wie in Russland. Ob Telekommunikation oder Atomindustrie, Tiefkühlkonzerne oder Baufirmen: russische Frauen führen ihre Unternehmen mit Eleganz und Können zu herausragenden Ergebnissen.

PUTIN
Der Präsident Russlands, Wladimir Putin, vor der Münchner Sicherheitskonferenz

GEWERKSCHAFTEN

Es ist der größte Arbeitskampf seit Jahren. Die Bandarbeiter bei Ford in St. Petersburg fordern Lohnerhöhungen und Arbeitsplatzgarantien. Der Versuch, durch importierte Autos von Ford in Deutschland den Streik zu unterlaufen, scheiterte an der Solidarität der dortigen Gewerkschaften.

EUROPA-RUSSLAND
Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier traf in Moskau seinen russischen Kollegen Lawrow. Die Gespräche verliefen wie das Wetter: kühl bis frostig. Keine Fortschritte bei strittigen Fragen. Außenminister Lawrow sorgt sich vor allem um die Bürgerrechte der Russen in den baltischen Republiken und will ein vereinfachtes EU-Visa-Regime für Bürger Russlands.

PUTIN-NACHFOLGE

Anstatt sich mit den Problemen der russischen Armee herumschlagen zu müssen, bekommt der ehemalige Verteidigungsminister Sergej Iwanow nun von Putin die Möglichkeit, sich für die Präsidentschaftswahlen 2008 in ein günstiges Licht zu setzen. Als erster stellvertretender Ministerpräsident ist er von den Alltagssorgen wegen nicht enden wollender Armeeskandale befreit.

RUSSISCHE SEELE
Nicht nur rund 70 Prozent der Deutschen haben in einer Umfrage Beifall für die Münchner Rede des russischen Präsidenten bekundet. Auch in den russischen Medien wird Putin gelobt, weil er den Menschen aus dem Herzen gesprochen und den „Volkszorn“ gegenüber den USA artikuliert habe.

GEOPOLITIK

Die außenpolitischen Eliten Europas sind überwiegend amerikahörig. Deshalb haben sie 2003 die Chance nicht genutzt, die sich im Vorfeld des amerikanischen Irakkriegs geboten hatte, mit Russland zusammen das große Europa zu schaffen. Die kommende Politikerriege in England, Deutschland und Frankreich schließt sich noch enger an die USA an. So die Analyse des Russlandexperten Alexander Rahr nach der Münchner Rede des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Es sei gut, dass Putin im Käfig der Löwen Klartext gesprochen habe. Aber nun müsse Russland ein attraktives Gegenmodell und eine neue Kommunikationsstrategie für Europa entwickeln, um eine Wende herbeizuführen.

REICHE RUSSEN

Einmal im Jahr treffen sich die reichen Russen im französischen Ski-Ort Courchevel. Diesmal ließ der französische Innenminister Polizei ausschwärmen. 26 Personen wurden wegen Verdacht auf Prostitution und Zuhälterei verhaftet.

WELTHANDELSORGANISATION
Russland wird in den westlichen Medien zunehmend attackiert. Man fühlt sich immer öfter an Methoden des Kalten Krieges erinnert, wenn von Putin als „Diktator“ gesprochen wird, von Russland als einem Land, das dem „Energiefaschismus“ verfallen ist. Zugleich ist vom „strategischem Bündnis mit Russland“, von „Energiepartnerschaft“ usw. die Rede. Der deutsche Außenminister Steinmeier spricht von einem „Zukunftsbündnis“ der EU mit Russland. Ende des Jahres 2006 gaben die USA Russland den Weg in die Welthandelsorganisation (WTO) frei. Was bedeutet das für die internationalen Beziehungen, was für Russland selbst?

ENERGIERESERVEN
Das Problem der Stockmann- Felder enthält drei sehr unterschiedliche Aspekte: Eine neue Runde in der Klima-Krise, eine neue Konstellation im „Great Game“ und schließlich eine weitere Stufe auf dem Weg in eine Neuauflage des Kalten Krieges mit zeitgenössischen Mitteln. Zusammen bilden die drei Aspekte ein gefährliches Gemisch.

RUSSLAND

Russland hofft auf Milliardenaufträge für Waffen und Atomkraftwerke. Die beiden Länder wollen außerdem gemeinsam Flugzeuge bauen, und Indien soll einen begrenzten Zugang zum russischen satellitengestützten Navigationssystem GLONASS bekommen.

RUSSLAND-KASACHSTAN
Wenn über Russland und Energie debattiert wird, dann dürfen die Schlagwörter „Einsatz der Energiewaffe“ und „Rohstoffnationalismus“ nicht fehlen. Entgegen diesem Trend etabliert sich eine besondere Energiepartnerschaft zwischen Russland und Kasachstan - wobei die Zweckgemeinschaft hinter den Kulissen nicht ganz ungetrübt ist.

KERNENERGIE
Kurz vor Weihnachten wurden 300 Kilo Uran mit dem Flugzeug von Dresden nach Russland transportiert. Es war Kernbrennstoff aus der ehemaligen Sowjetunion. Die atomare Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland wird immer enger – auch bei der Verschrottung der rostigen Armada ausgemusterter Atom-U.Boote arbeiten beide Länder zusammen.

RUSSLAND

Trotz eines Aufgebots von 8.500 Polizisten und Soldaten kamen die Anhänger der russischen Opposition zu einer Demonstration zusammen. Nach Ansicht des Moskauer Bürgermeisters ist der „Marsch der Unzufriedenen völlig in sich zusmmengebrochen“. Das Staatsfernsehen nannte die Demonstranten „Liberale und Faschisten“. In der Tat wirkte die bunte politische Palette aller Couleur nicht sehr schlagkräftig.

KREML-NACHFOLGE

Vieles von dem, was man dem unbekannten Geheimdienstoffizier Putin niemals zugetraut hätte, hat er erreicht: Wirtschaft und Machtstellung Russlands sind restauriert, das Land ist weiter auf Erfolgskurs und das Ansehen des Kremlchefs ist ungebrochen. Aber im März 2008 ist Putins Amtszeit zu Ende. Ein Nachfolger ist noch nicht in Sicht und mit Tschetschenien und den ungelösten sozialpolitischen Problemen hinterlässt der Amtsinhaber ein riesiges Konfliktpotential. Droht neues Chaos – eine neue „Smuta“, wie es die Russen nennen?

BALKAN
Das Verhältnis Russlands zu Europa entscheidet sich auch auf dem Balkan und im Kaukasus. Wo die Konfliktlinien verlaufen und welche Lösungen sich abzeichnen, erläutert Sergej Karaganow. Er ist stellvertretender Direktor des Moskauer Europa-Instituts und Vorsitzender des „Unabhängigen Rates für Außen- und Verteidigungspolitik“. Das Gremium berät die russische Regierung bei der Erarbeitung außenpolitischer Strategien.

BALKAN
Sollte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen für das Kosovo einen unabhängigen Status durchzusetzen versuchen, könnte sich Moskau mit der Anerkennung von Abchasien und Ossetien revanchieren und damit Georgien in die Bredouille bringen. Auf dem kaukasischen Schachbrett spiegeln sich somit die Züge wider, die auf dem Balkan getätigt werden. Schach im Kosovo – Schach in Georgien. Wer Großmeister wird, ist offen.

RUSSLAND
Demographische Sorgen im größten Land der Welt. Russland, das gerne wieder eine Großmachtrolle spielen würde, hat nach jüngsten Zählungen einen dramatischen Verlust an Menschen aufzuweisen. Während sich die Bevölkerung der USA seit Kriegsende auf 300 Millionen verdoppelt hat und weiter wächst, schrumpfen die Bevölkerungszahlen von Wladiwostok bis St. Petersburg Jahr für Jahr. Die Gründe dafür liegen vor allem in der ungesunden Lebensweise der Russen.

SIBIRIEN

Die urzeitlichen Mammuts faszinieren viele Menschen. Zuletzt meldeten japanische Forscher sogar, sie wollten mit Hilfe konservierter Mammutreste die Tiere klonen und so wieder zum Leben erwecken. Nördlich der sibirischen Stadt Omsk gibt es Mammutknochen an jeder Ecke. So scheint es zumindest. Aber vielleicht liegt es auch nur daran, dass Nikolaj Peristow weiß, wo man suchen muss. Der „Mammut-Mann“ aus Omsk folgt den Spuren der Eiszeitriesen bereits seit über 20 Jahren. Zum Klonen sind diese Funde jedoch nicht geeignet. Aber für Kunstwerke taugen sie allemal.

GEOSTRATEGIE
Ein Kommentar von Kai Ehlers

NICHTREGIERUNGSORGANISATIONEN
Fast hundert Nichtregierungsorganisationen müssen ihre Arbeit vorläufig einstellen. Aber auch für die zugelassenen wird es viel unangenehmer als bisher, in Russland zu arbeiten. Für sie hat quasi ein neues Zeitalter begonnen. Sie müssen künftig einen großen Teil ihrer Arbeitszeit für die Erstellung von Anträgen und Arbeitsplänen aufwenden.

RUSSLAND
In seiner alljährlichen Fernseh-Live-Show erklärte der Kreml-Chef, dass er nach dem Ende seiner Amtszeit politisch aktiv bleiben will. Zur Zeit wird in Russland darüber spekuliert, ob Wladimir Putin dann möglicherweise die Partei „Einiges Russland“ führen werde.

RUSSLAND-EUROPA
Die Kooperationswünsche Russlands mit der Europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie sind unübersehbar. Letzte Woche hat Wladimir Putin wieder ein Hindernis aus dem Weg geräumt. Auch in Deutschland mehren sich inzwischen die Stimmen, die für eine engere Zusammenarbeit eintreten.

DAS ABGRÜNDIGE
Er sagte, er heiße Dima und kämpfe für Georgien. Um Abchasien, die ewige Heimat. Er sagte es beim ersten Zusammentreffen in einer Kaschemme – und immer wieder, wenn er meinen Zweifel spürte. Als er starb, war er nur noch eine verunsichernde Erinnerung.

RUSSLAND
Tschetscheniens Präsident Alu Alkhanow hat einen ungewöhnlichen Vorschlag zur Konsolidierung des angeschlagenen Images seines Landes gemacht: Tschetschenien soll umbenannt werden. Nokchoi, der alte Name, soll wieder gut machen, was Terrorismus und Krieg dem zerschundenen Land an Schaden zufügten. Rebranding nennt man diesen Imagewechsel in der Werbebranche. Solchen auf Städte und Länder anzuwenden, ist eine gute Idee, die künftig Friedenversträge überflüssig macht und jedem langweiligen Kaff neuen Pep verleiht.

SIBIRIEN

Die Einheimischen nennen ihn das heilige Meer. Sie schwärmen von seinem reinen Wasser, der unheimlichen Tiefe und den unberechenbaren Winden, die immer wieder eine Herausforderung sind. Wer seine Kraft spüren will, muss verweilen, ihm zuhören und sich von seinen eiskalten Wellen tragen lassen.

RUSSLAND
Tausend Kilometer nördlich von Moskau haben Russen und Kaukasier sich eine blutige Straßenschlacht geliefert. Läden gingen in Flammen auf und es gab zwei Tote. In der Teilrepublik Karelien, zu der Kondopoga gehört, fordern Menschen die Ausweisung aller Kaukasier. Sicherheitskräfte befürchten eine Ausbreitung der gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Russen und Kaukasiern auf andere Städte.

TRANSNISTRIEN
Mit dem Referendum in der selbsternannten Republik Transnistrien versuchte Präsident Igor Smirnow seine Machtposition zu festigen. Die Menschen glauben, dass es nun zur Vereinigung ihrer Republik mit Russland kommt. Doch Moskau hält sich zurück und mahnt den „gesunden Menschenverstand“ an.

LIBANON
Russische Pioniere sollen im Libanon Ponton-Brücken bauen, aber nicht unter UN-Kommando. Die Regierung in Beirut hat um praktische Unterstützung beim Wiederaufbau ihrer von Israel zerstörten Infrastruktur gebeten. In einen militärischen Konflikt will sich Moskau nicht hineinziehen lassen.

RUSSLAND-EUROPA

Die Zusammenarbeit der eurasischen Flugzeugbauer und Rüstungskonzerne wird enger. Moskau hat die Gunst der Stunde erkannt und ist mit einem Milliarden-Euro-Betrag bei Europas größtem Luft- und Raumfahrtkonzern EADS eingestiegen. Weitere direkte Investitionen und Überkreuzbeteiligungen sind vorgesehen. In Moskauer Kommentaren heißt es: Die russische Beteiligung am EADS-Konzern und die enger werdende russisch-europäische Zusammenarbeit in der Luft- und Raumfahrt seien Gebote der Zeit.

PUTIN-BESUCH

So lautet das Fazit, das Staatsminister Gernot Erler im Interview mit dem EURASISCHEN MAGAZIN zieht. Das Gespräch fand statt aus Anlass des bevorstehenden Deutschland-Besuchs des Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin. Wir sprachen mit Gernot Erler über die Zusammenarbeit in der Luft- und Raumfahrt zwischen Russland und der EADS, über Fragen der Energielieferungen und über die Konflikte zwischen USA und Russland im Kaukasus.

RUSSLAND

Auf den Märkten in Sankt Petersburg stehen auffallend viele Frauen ihren Mann. Sie schlagen sich als Marktpendlerinnen zwischen Stadt und Provinz durch. Nachdem die Betriebe nach der Wende viele ihrer Arbeitskräfte einfach auf die Strasse gesetzt haben, zählen weder Hochschuldiplom noch Fachausbildung. Ehemalige Kindergärtnerinnen verkaufen an ihren Ständen Billigklamotten, Betriebsärztinnen heiße Piroggen auf den Bahnhöfen. Mitleid gibt es nicht.

TSCHETSCHENIEN
Der Kreml-Chef will den Großteil der russischen Truppen aus Tschetschenien abziehen. Damit überlässt er dem 30-jährigen Ramsan Kadyrow die Macht, der 20.000 Polizisten und Soldaten des tschetschenischen Innenministeriums befehligt.

KREML-PLÄNE
Um den Kurs des Kremls auch für die Zukunft zu garantieren, wird an einem Stabilisierungsfaktor für die „Partei einiges Russland“ gebastelt. Es soll ein Bündnis aus mehreren Kleinparteien geben, das vor allem linke Wähler und das Protestpotential in der russischen Gesellschaft binden könnte.

RUSSLAND
Russland soll nicht länger ausbluten. Mit einem Einwanderungsprogramm will der Kreml russischsprachige Arbeitskräfte aus den Nachbarländern anwerben. Unklar ist noch, wie es umgesetzt werden soll und ob Muslime auch „Landsleute“ sind.

ABCHASIEN

Moskau bittet den UN-Sicherheitsrat um Anhörung der Abchasen - ihre international nicht anerkannte Republik ist weniger ein von georgischer Unterdrückung befreites Land als eine rechtsfreie Zone für Schmierengeschäfte und Aggressionen aller Art.

TSCHETSCHENIEN

Russische Sicherheitskräfte haben den meistgesuchten tschetschenischen Separatistenführer Schamil Basajew getötet. Damit geht eine lange und grausame Terroristenkarriere zu Ende. Eine Garantie dafür, dass Tschetschenien jetzt befriedet wird, ist das Ereignis jedoch nicht.

RUßLAND

Vom 15. bis zum 17. Juli fand in St. Petersburg der G8-Gipfel 2006 statt.
Russland führte in diesem Jahr erstmals den Vorsitz. Viele der Themen waren strittig, und es mussten alle diplomatischen Finessen aufgeboten werden, um wenigstens den einen oder anderen Kompromiss vorweisen zu können. Wo es keine Verständigung gab, versuchte Präsident Putin als Gastgeber den Dissens zu überspielen. Aus dem, was zwischen den Zeilen gesprochen wurde, waren die unterschiedlichen Positionen am besten zu erkennen.

LITAUEN

In der litauischen Politik hallt die Sowjetzeit vernehmlich nach. Die Furcht des kleinen baltischen Landes, erneut unter die Kontrolle des mächtigen Nachbarn Russland zu geraten, ist groß. Premier Algirdas Brazauskas musste kürzlich sogar zurücktreten, weil sein Koalitionspartner Verbindungen zu Russland unterhalten haben soll. Mit Andrius Kubilius gilt nun ein Mann als Favorit für die Nachfolge, der sich mit Warnungen vor dem Einfluss Moskaus profiliert.

RUSSLAND

Die Studie eines US-Unternehmensberaters bestätigte jetzt, was die Moskauer schon lange wissen und was jeder Besucher der russischen Hauptstadt am eignen Geldbeutel sofort spürt: Moskau ist wahnsinnig teuer, ist derzeit sogar die teuerste Stadt der Welt. Nach dem in New York veröffentlichtem Bericht von Mercer Human Resource Consulting löste die russische Hauptstadt Tokio als teuerste Stadt ab. Japans Hauptstadt liegt jetzt nach Seoul auf Platz drei. Die teuersten europäischen Städte nach Moskau und London (Platz fünf) sind Genf (Platz sieben) und Kopenhagen (Platz acht). Deutsche Städte sind nicht unter den ersten 50 auf der Liste.

MOSKAU

Am südlichen Stadtrand von Moskau bauen Bürger Barrikaden, um den geplanten Abriss von Holzhäusern zu verhindern, in denen sie seit Jahrzehnten wohnen. Hier sollen neue Wohnblocks entstehen, für Bürger aus dem Stadtzentrum, denn dort müssen viele Wohnungen den Errungenschaften des modernen Moskaus weichen: Glaspalästen, Einkaufsstraßen, Nobelrestaurants.

MEDIEN

Der einstige Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, ist jetzt Miteigentümer der dem Kreml kritisch gegenüberstehenden Zeitung „Nowaja Gaseta“. Mit ihm ist der Milliardär Aleksandr Lebedew bei dem Blatt eingestiegen. Sie geben als Gründe an, die kritische und unabhängige Zeitung unterstützen zu wollen.

KULTUR

Politische Spiele mit Alkohol-Etiketten in Osteuropa – von „Stalins Tränen“ bis zum „Blauen Würger“ der ehemaligen DDR, vom „Shirinowski-Wodka“ bis zur Ehrenflasche „Andropowka“: alles längst Vergangenheit. Als Benzin-Cocktail ist er ungenießbar. Ganze Imperien, die er durchtränkt hat, sind vergangen. Geblieben ist allein der Wodka.

UMWELTSCHUTZ

Kremlchef Putin hat bei seinen Russen gewaltig an Sympathie gewonnen, nachdem er mit einem Federstrich den Baikal-See vor einer möglichen Ölkatastrophe bewahrt hat. Eine solche sahen Umweltschützer durch eine Ölpipeline gegeben, deren Route am Seeufer entlangführen sollte. Wladimir Putin hat bestimmt, dass die Leitung nun um 40 Kilometer weiter nach Norden verlegt wird. Dies sei man künftigen Generationen schuldig. Immerhin ist der Baikal das größte Trinkwasserreservoir der Erde.

WEIßRUSSLAND
Moskau will seine Energiesubventionen für Weißrussland komplett streichen. Das träfe die Wirtschaft des Bruderlandes an empfindlicher Stelle. Nach Ansicht von Fachleuten in Moskau könnte eine schwere soziale Krise die Folge sein. Hintergrund für das Vorgehen Russlands scheint die Widerspenstigkeit von Lukaschenko bei den Konditionen zur geplanten Vereinigung mit Russland zu sein.

LAGE DER NATION
Der Kremlchef will den Geburtenrückgang stoppen und die USA durch die Modernisierung der Armee beeindrucken. Außerdem hat er der Korruption den Kampf angesagt und entsprechende Strafverschärfungen angekündigt. Die Zusammenarbeit mit der Europäischen Union, China und Indien soll weiter fortgeführt werden.

DEMOKRATIE-ENTWICKLUNG
Eine Parteiendemokratie hat gegenwärtig in Russland keine Chance. Das Vertrauen der Menschen in Parlament und Medien ist gering. Prof. Dr. Eberhard Schneider von der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik untersucht, was dies für die Beziehungen Russlands zur Europäischen Union bedeutet.

RUßLAND UND DER WESTEN

Die Russen vertrauen Personen, nicht Parteien, und an erster Stelle vertrauen sie ihrem Präsidenten Putin. Während seiner Regierungszeit hat sich ein neuer Patriotismus in Russland entwickelt, der das riesige Land vielleicht auch in der Nach-Putin-Ära zusammenhalten wird. Das Misstrauen gegenüber Amerika wächst spürbar – mit ungewissem Ausgang. Zur Europäischen Union sucht Moskau dagegen weiter eine enge Partnerschaft. Über die die Lage Russlands kurz vor dem G8-Gipfel im Juli in St. Petersburg sprach das Eurasische Magazin mit Prof. Dr. Eberhard Schneider von der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik.

SIBIRIEN

In der sibirischen Stadt, in der das russisch- deutsche Gipfeltreffen von Ende April stattfand, haben sich Russland-Deutsche in höchste Positionen hochgearbeitet. In den Besuch von Angela Merkel haben Sie hohe Erwartungen gesetzt.

GOEAST-FILMFESTIVAL

Was das Internationale Filmfestival von Cannes für das globale Glamour- und Kassenschlagerkino ist, das ist das Wiesbadener goEast-Festival für das bescheidenere Kino aus Osteuropa, Russland oder Zentralasien. Anfang April fand es zum sechsten Mal statt.

RUßLANDS ENERGIEPOLITIK

Russlands Energiepolitik sorgt derzeit für Unruhe in der Europäischen Union. Es wird befürchtet, Moskau könne die Gas- und Ölhähne bei politischen Unstimmigkeiten zudrehen. Alexander Rahr, Putin-Biograph und GUS-Experte hält diese Befürchtungen gegenwärtig für unbegründet, sieht Rohstofflieferungen aus Russland nicht gefährdet

MOSKAUER SCHOKOLADENFABRIK

Russen lieben Schokolade. Ausgerechnet ein Deutscher war es, der Mitte des 19. Jahrhunderts die kakaohaltige Süßigkeit nach Russland brachte. Noch heute führt Moskaus bekannteste Schokoladenfabrik „Krasnyj Oktjabr“ ihren Gründer Theodor Ferdinand von Einem im Namenszug. In diesem Jahr jedoch soll der historische Betrieb am Moskwa-Ufer abgerissen werden - und noblen Appartements wie Einkaufspassagen weichen.

TSCHETSCHENIEN
Mit einer eigenen Sicherheitstruppe bekämpft der neu gewählte Ministerpräsident Tschetscheniens die Separatisten in der abtrünnigen Kaukasusrepublik. Immer öfter gelingt es der Truppe, die Untergrundkämpfer sogar zur Aufgabe zu überreden. Bei Kremlchef Wladimir Putin hat Kadyrow deshalb mehr als einen Stein im Brett.

RUßLAND
In Sachen Gleichberechtigung fällt Russland weiter zurück, doch trotzdem können Feministinnen nicht Fuß fassen. Mit Frauenrechtlerinnen wie Clara Zetkin assoziieren die Frauen Russlands nicht Frauenbefreiung, sondern sowjetische Bürokratie und Entmündigung.

WEIßRUßLAND
Weil er in seiner Heimat totgeschwiegen wird, kam der weißrussische Oppositionskandidat Aleksandr Milinkewitsch nach Moskau. Er baut auf die Berichterstattung russischer Fernsehsender, die auch in Weißrußland zu empfangen sind.

RUßLAND
Kreml-Chef Putin fordert eine Vollmitgliedschaft seines Landes in der G8. Aufgrund der eigenen Armut könne Rußland besser als andere G8-Staaten für arme Länder sprechen. Deutschland unterstützt Putins Vorschlag.

DIE NEUE OPEC

Rußlands Reichtum an Bodenschätzen wird auf 40 Trillionen Dollar geschätzt. Für seine Exportpolitik Richtung Westen spielt Erdgas die entscheidende strategische Rolle. Wenn es den Verbund mit den energiereichen zentralasiatischen ehemaligen Sowjetrepubliken zustandebringt, kann Moskau daraus eine neue OPEC des Erdgases schmieden. In Eurasien ist ein neues Spannungsfeld globaler Energiepolitik entstanden. Die Sicherheitslage des Westens wird ein Zugehen auf Rußland erforderlich machen.

RUSSISCHES KINO

Nach „Wächter der Nacht“ („Notschnoi Dosor") brachte Regisseur Timur Bekmambetow jetzt seinen neuen Fantasyfilm in die russischen Kinos: „Wächter des Tages“ („Dnjewnoi Dosor"). Auch er ist ein Kassenschlager. In den ersten zehn Tagen spielte er 20 Millionen Dollar ein.

RUßLAND

Walenki gehören zu Rußland wie der Wodka oder die Matrjoschka. Jährlich kaufen die Russen fünf Millionen Paar der Filzstiefel. Soldaten und Eisenbahner tragen sie ebenso wie Ölarbeiter und Häftlinge.

RUSSISCH-DEUTSCHE KULTUR

Erinnerungen an das „Russisch-Deutsche Theater Der Blaue Vogel“ in Berlin. „Der Blaue Vogel ist das Herrlichste, was man hier in der Welt sehen kann“, schwärmte Else Lasker-Schüler, und mit dieser Begeisterung stand sie nicht allein.

RUSSISCHES ERDGAS
Der russische Konzern Gasprom will seine Lieferpreise anheben und sorgt so für einen heftigen Streit zwischen Rußland und der Ukraine. Unterdessen wurden im russischen Wyborg die Arbeiten an der Ostsee-Pipeline begonnen.

AIDS IN RUßLAND
Jeden Tag infizieren sich in Rußland 100 Menschen an dem HIV-Virus. Präsident Putin will jetzt den Kampf gegen Aids forcieren: die finanziellen Mittel sollen um das 20fache erhöht werden.

STRATEGIEDEBATTE

Mit einem Beitrag von Sandra Budy setzen wir unsere Strategiedebatte zum künftigen Verhältnis zwischen der Europäischen Union und Rußland fort. Die zentrale These der Autorin lautet, Rußland kann der EU nicht beitreten, weil sich das Land nach wie vor als Großmacht versteht. Oberste Priorität in der russischen Außenpolitik haben die Beziehungen zu den übrigen GUS-Staaten. Da diese Länder nach der Osterweiterung auch für die EU immer bedeutsamer werden, sind die EU und Rußland im GUS-Raum zu Rivalen geworden.

NEUE RUSSEN

Rußlands Reiche haben sich im Moskauer Umland eine Insel des Wohlstands errichtet. In der Rubljowo-Uspenskoje Chaussee reihen sich die teuersten Villen des Landes, hier stauen sich die Nobelkarossen der Neuen Russen.

WEIHNACHTEN 2005

Die Importzahlen für Spezialitäten aus den Wäldern der Taiga sind europaweit kräftig gestiegen. Besonders zur Weihnachtszeit sind die schmackhaften Zutaten aus dem Osten heißbegehrt.

LENIN LEBT
Nach der Oktoberrevolution 1917 entwickelten die Kommunisten in Rußland eine besondere Vorliebe für Abkürzungen. Nicht nur Begriffe wie „Proletarische Kultur“ oder „Maschinen-Traktoren-Station“ kürzte man auf wenige Lettern zusammen. Einige Revolutionäre brachten ihren Enthusiasmus gar zum Ausdruck, indem sie in die Namen ihrer Kinder kommunistische Parolen oder die Initialen von Revolutionsführer Lenin einarbeiteten: Winun etwa steht für „Wladimir Ilijitsch stirbt nie!“. Wolf Oschlies über Wesen und Wirken der (un)heimlichen Surrealität russischer Vornamen.

RUßLAND
Ein Großteil der erwachsenen Russen achtet zu wenig auf die schlanke Linie. Das Moskauer Institut für Ernährungsforschung lud deshalb zu einer Diskussion, um über die Ursachen der weit verbreiteten Fettleibigkeit in Rußland zu debattieren.

RUßLAND-REISE

Valentin Semonov schwärmt von seinem Heimatstädtchen. „Hier in Sergijew Possad gibt es günstige Wohnungen, die Preise sind niedrig und Arbeit finden viele in Moskau,“ so der Souvenirverkäufer. Tatsächlich ist Sergijew Possad ein wundervolles Ausflugsziel, zumal dort eines der wichtigsten religiösen Zentren Rußlands liegt – das Sergij-Dreifaltigkeits-Kloster.

STRATEGIEDEBATTE
Wie kann das Verhältnis zwischen Rußland und der Europäischen Union danach gestaltet werden ? Die folgenden Möglichkeiten kommen in Frage.

STRATEGIEDEBATTE

Wir setzen unsere Strategiedebatte um das künftige europäisch-russische Verhältnis fort mit einem Beitrag von Prof. Dr. Eberhard Schneider von der Stiftung Wissenschaft und Politik Berlin.

SIBIRIEN

Sie liefern wohlschmeckende Gerichte und sind ein uraltes Heilmittel der sibirischen Volksmedizin: die Samen der sibirischen Zeder – die „Zedernüsse“. Neue Untersuchungen bestätigen, was die Sibirier schon immer wußten: Zedernüsse und Zedernußöl sind wahre Cholesterinkiller. Jetzt erobert die „Königin der Taiga“ Europa. Tonnenweise werden ihre Früchte aus Sibirien importiert.

RUSSISCHES KINO

Erstmals läuft in Rußlands Kinos eine aufwendig inszenierte Filmproduktion zum sowjetischen Afghanistan-Krieg. Die Geschichte über den frühen Tod sibirischer Soldaten im Hindukusch-Gebirge ist ein Kassenschlager.

RUßLAND
Politik ist in Rußland eine Männer-Domäne. Daß mit Angela Merkel jetzt eine Frau an der Spitze des bewunderten Nachbarlandes stehen soll, ist für die Russen gewöhnungsbedürftig. Zumal Kanzler Schröder höchstes Ansehen genießt.

RUßLAND
Der russische Präsident Putin stand seinem Volk drei Stunden Rede und Antwort. Die Fragen spiegeln die Ängste und Sorgen der Russen wider. Es entstand eine tiefenscharfe Momentaufnahme des postkommunistischen Rußlands.

STRATEGIEDEBATTE
Nico Lange setzt sich kritisch mit den bisherigen Beiträgen von Oschlies, Ehlers und Rahr auseinander. Er bedauert das Fehlen öffentlicher Debatten in Deutschland und in Europa. Weder über die Zukunft Europas noch über das künftige Verhältnis zwischen der EU und Rußland werde hinreichend diskutiert.

STRATEGIEDEBATTE
Anmerkungen zum Beitrag von Alexander Rahr und der Zukunftswerkstatt des Petersburger Dialogs zu den Perspektiven deutsch-russischer Politik.

STRATEGIEDEBATTE

In dieser Ausgabe setzen wir unsere Strategiedebatte um das künftige europäisch-russische Verhältnis fort. Die Diskutanten dieser Ausgabe sind der Transformationsforscher Kai Ehlers und der Politikwissenschaftler Nico Lange aus St. Petersburg.

RUßLAND-LETTLAND

Zwischen Rußland und Lettland schwelt ein Konflikt über den Umgang mit der Geschichte lettischer SS-Kämpfer. Das russische Revolverblatt „Komsomolskaja Pravda“ hat nun seine Leser zum Boykott lettischer Lebensmittel aufgefordert.

KAUKASUS
Nahe der kaukasischen Stadt Apscheronsk wurde einer der größten deutschen Soldatenfriedhöfe auf russischem Boden eingeweiht. 3.000 Gebeine wurden allein in den letzten beiden Jahren exhumiert.

RUßLAND

Der „Grand Express“, Rußlands erster Privatzug, pendelt zwischen Moskau und St. Petersburg. Die Schickeria des Landes ist begeistert von der neuen Art des Reisens, für den Großteil der Russen aber ist eine Fahrt unerschwinglich

PUTIN
In einer landesweiten Fernsehfragerunde konnten die Russen den Wissensstand von Wladimir Putin überprüfen. Der Staatspräsident zeigte sich umfassend informiert und ließ durchblicken, daß er sich zum Ende seiner Amtszeit nicht völlig aus der Politik zurückziehen werde.

RUßLANDPOLITIK
Werden sich unter einer neue Bundesregierung die Beziehungen Deutschlands zu Rußland verändern? Wie stark sind beide Länder aufeinander angewiesen? Können Sie mit ihren demographischen Problemen fertig werden und wie wird es in der Ukraine und in Weißrußland weitergehen?

STRATEGIEDEBATTE
„Professor Oschlies bewegt sich leider auf der Ebene politischer Spekulationen“, kritisiert Kai Ehlers dessen Diskussionsbeitrag im EM 07-05. Der Transformationsforscher führt die Debatte über die Beziehungen zwischen Europa und Rußland fort und kommt zu der Erkenntnis, daß das riesige eurasische Land einen eigenen, neuen Weg beschreitet.

STRATEGIEDEBATTE
Der Beitrag von Herrn Prof. Dr. Oschlies im Eurasischen Magazin 07-05 kann nicht unwidersprochen bleiben. In zwei Punkten möchte ich mich damit kritisch auseinandersetzen.

STRATEGIEDEBATTE

Im Eurasischen Magazin 06-05 haben wir damit begonnen, über die Zukunft Rußlands und der EU zu debattieren. Ausgangspunkt war das Interview mit Alexander Rahr im EM 05-05 …

ALASKA

Mitte des 18. Jahrhunderts nahm Rußland Alaska als Kolonie in Besitz. Der Pelzhandel war wichtigster Beweggrund für die Tausende von Kilometern vom russischen Mutterland entfernten Siedlungen in unwirtlichsten Gebieten. Eine Ausstellung im Münchner Völkerkundemuseum zeigt Exponate vom Leben der Kolonisten und von den Bewohnern, auf welche die Russen in Alaska gestoßen waren.

SCHWULE IN MOSKAU
Eine Homosexuellen-Parade in der russischen Hauptstadt würde die Nation schwächen. So denkt die Mehrheit der Moskauer. Bürgermeister Luschkow erntet wenig Widerspruch, wenn er geplante öffentliche Auftritte bekennender Schwuler und Lesben umgehend verbietet.

GROSNY
Weil der Kreml im Kampf gegen den Separatismus auf zwielichtige Figuren setzte, wachsen in Tschetschenien neue Probleme. Jetzt muß der Militärstaatsanwalt für den Nordkaukasus eingreifen.

FUßBALL

Im Fußball können die Tschetschenen noch gewinnen. Der Verein Terek Grosny begeistert damit das geschundene Land im Kaukasus. Sogar eine der Hauptstadtmannschaften Rußlands mußte sich den elf Kämpfern aus Tschetschenien schon geschlagen geben. 2004 war die Truppe gar russischer Pokalsieger geworden.

NORDOSSETIEN

Ein Jahr nach dem Attentat auf die Schule Nummer 1 in Beslan gibt es wenig Trost und keine Antworten. Alltag ist in Beslan bis heute nicht eingekehrt.

EURASISCHE ENERGIEPOLITIK
Es ist das ehrgeizigste Projekt des russischen Energieriesen Gazprom. Seine Realisierung soll 4,6 Milliarden Euro kosten. Am 8. September kommt Putin zur Vertragsunterzeichnung nach Berlin. Zusammen mit Bundeskanzler Schröder und deutschen Wirtschaftsführern soll das gigantische Unternehmen besiegelt werden.

RUßLAND
Die Anwältin der Bürger, Ljudmilla Schorowlja und ihr Sohn Konstantin wurden bei einem Anschlag in Workuta erschossen.

DAGESTAN

Droht in Dagestan ein zweites Tschetschenien? Fast kein Tag vergeht in der Nachbarrepublik ohne Bombenexplosionen. Extremisten drohen bereits, Verwandte und Kinder von Polizisten ins Visier zu nehmen. Während Experten die Konfliktursache vor allem in der aktuellen politischen Führung Dagestans sehen, schiebt der Kreml Islamisten die Schuld zu.

RUßLAND UND DIE NATO

Spätestens seit der umstrittenen Rede des deutschen Bundeskanzlers Gerhard Schröder auf der Sicherheitskonferenz in München im Frühjahr 2005 wurde das Spannungsverhältnis zwischen der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik und der NATO zum Gegenstand politischer Kontroversen. Einer der kritischen Punkte ist dabei die Einbeziehung der Russischen Föderation in künftige Sicherheitsstrukturen. Das Eurasische Magazin sprach mit der Direktorin des Informationsbüros der NATO in Moskau, Isabelle Francois, über die Aktivitäten des transatlantischen Bündnisses in Rußland.

STRATEGIEDEBATTE
Ob Rußland mit Europa zu einer Einheit verschmelzen muß, kann oder wird - diese von Alexander Rahr gestellte Frage klingt fast rhetorisch. Mit Ja oder Nein zu antworten käme einem Glaubensbekenntnis gleich.

STRATEGIEDEBATTE
Glückwunsch dem Eurasischen Magazin zu der begonnenen Debatte um Rußland und die EU – auch wenn diese bislang etwas fahrig verläuft.

STRATEGIEDEBATTE

Im Eurasischen Magazin 06-05 haben wir damit begonnen, über die Zukunft Rußlands und der EU zu debattieren. Ausgangspunkt war das Interview mit Alexander Rahr im EM 05-05 „Putin ist kein Diktator“. Die beiden Diskutanten der heutigen Ausgabe sind der Osteuropa-Experte Prof. Wolf Oschlies und Oleg Zinkovski, Leiter der russischen Redaktion beim Rundfunk Berlin-Brandenburg. Die Debatte wird in den kommenden Ausgaben fortgeführt. Wortmeldungen sind willkommen.

RUSSISCHES ASIEN

Der russische Fotograph Sergej Prokudin-Gorski begeisterte sich für Mittelasien. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts reiste er Tausende Kilometer durch das russische Vielvölkerreich, um in seinen Bildern ein Panorama der Menschen und Landschaften zu dokumentieren. Seine Fotokunst fasziniert bis heute, wenngleich ihr der Blick für die Konflikte der russischen Kolonisation fehlte.

RUßLAND - JAPAN

In der Frage eines Friedensvertrages stehen Russland und Japan offenbar vor einem Durchbruch. Um die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu erleichtern, sollen alte Streitigkeiten beigelegt werden. Beide Länder planen eine gigantische Pipeline von Sibirien bis zum Pazifik.

STRATEGIEDEBATTE
Ich bedanke mich bei Kai Ehlers für den vorzüglichen Kommentar zu meinem Interview. Er hat mich richtig verstanden. Mit meinen Aussagen …

STRATEGIEDEBATTE
Das Interview mit Alexander Rahr ist hochinteressant - nicht zuletzt deswegen, weil es einige Fragen aufwirft, über die man sich entschieden auseinandersetzen muß …

STRATEGIEDEBATTE

Nur unter ganz bestimmten Grundannahmen könne es richtig sein, daß Rußland langfristig keine andere Chance habe als sich mit Europa zu einer politischen Einheit zu verschmelzen. So erwidert Kai Ehlers eine der Kernaussagen des EM-Interviews mit Alexander Rahr vom Mai („Putin ist kein Diktator“). Den Kommentar von Ehlers veröffentlichen wir nachfolgend ebenso wie eine Stellungnahme Rahrs dazu. Die beiden Rußlandexperten haben damit eine sehr wichtige Debatte eröffnet, die wir in den nächsten Ausgaben fortführen wollen.

RUßLAND
Der russische Präsident gewährte Marina Denikina, der Tochter eines berühmten „weißen“ Generals, die russische Staatsbürgerschaft. Derweil wird in Rußland wieder einmal um den Besitz des Adels gerungen.

INTEGRATION
Auf einem Gipfeltreffen in Moskau beschlossen Vertreter der EU und Rußlands einen konkreten Maßnahmenkatalog.

ZWEITER WELTKRIEG

Anmerkungen zum Gedenken am 60. Jahrestag des Kriegsendes in Rußland und Deutschland.

RUßLAND / EU
Während die Regierungschefs der USA, Deutschlands und anderer Staaten in Moskau feierlich das Ende des Zweiten Weltkrieges zelebrierten, formiert sich im postsowjetischen Raum ein Bündnis gegen Rußland – mit tatkräftiger Unterstützung Washingtons. Ein Kommentar von Kai Ehlers.

SÜDOSSETIEN

Der Präsident der international nicht anerkannten Separatistenprovinz Südossetien, Eduard Kokoiti, erhebt schwere Vorwürfe gegen die georgische Zentralregierung: Die Regierung von Staatschef Michail Saakaschwili strebt einen monoethnischen Staat an und bedroht die Südosseten.

RUßLAND UND EUROPA

Rußland steigt zu einer energetischen Supermacht auf. Kapitän dieser Entwicklung wird Präsident Wladimir Putin sein – so die Prognose des Rußland-Experten Alexander Rahr. Im Interview mit dem Eurasischen Magazin analysiert er den Stand der Beziehungen zwischen der Russischen Föderation und der Europäischen Union. Alexander Rahr fordert, daß sich beide langfristig zu einer politischen Einheit verschmelzen.

RUßLAND-REISE

Hallenser Studenten reisten als Kulturbotschafter nach Archangelsk, um der deutsch-russischen Universitätspartnerschaft neues Leben einzuhauchen.

OSTEUROPA
Der Staatenbund GUUAM will die russische Militärpräsenz in den Mitgliedsstaaten beenden. Der ukrainische Präsident Juschtschenko fordert die Regierung „Pridnjestrowiens“ auf, freie Wahlen abzuhalten und internationale Rüstungskontrolleure einreisen zu lassen.

BESLAN
In Nord-Ossetien beginnt Mitte Mai der Prozeß gegen einen der Geiselnehmer von Beslan. Noch immer liegen die Umstände im dunkeln, die zur Erstürmung der „Schule Nummer 1“ führten.

RUßLAND
Wegen des anhaltenden Bevölkerungsrückgangs ist das russische Wirtschaftswachstum bedroht.

GUS
Um den schwindenden Einfluß in Nachbarstaaten zu stoppen, will Moskau in Zukunft selbst als „Träger europäischer Werte“ auftreten.

RUßLAND ZWISCHEN NATO UND ESVP
Rußland wird derzeit sowohl von Seiten der Befürworter einer stärkeren Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) als auch von der NATO als strategischer Partner umworben. Es hat den Anschein, als müßte Präsident Putin bald entscheiden, ob Rußland seine Sicherheitspolitik zukünftig als Juniorpartner der USA oder als Teil einer europäischen Sicherheitsgemeinschaft gestalten will.

SIBIRIEN

Am 9. Mai 2005 wird im russischen Nowosibirsk der größte Theaterbau Eurasiens nach 16jähriger Restaurierung eingeweiht – pünktlich zu seinem 60. Geburtstag und dem 60. Jahrestag des Sieges der russischen Armee. Die Männer einer Dresdner Bühnentechnikfirma arbeiten seit Sommer 2004 an der traditionsreichen Kulturstätte in Sibirien mit.

„SCHWARZE WITWEN“
Wenn Frauen am Widerstandskampf teilnehmen, dann meist mit einer Aufgabe: sterben

BESLAN
Zynische Aussagen über Beslan als zweite Wahl, die Schuld der Nordosseten und die Notwendigkeit weiterer ähnlicher Terrorangriffe

RUßLAND
Wegen der schlecht durchdachten Sozialreform sinkt die Popularität des Kreml-Chefs in ungeahnte Tiefen.

MITTLERER OSTEN

Teheran will seine ersten Aufklärungssatelliten vom russischen Territorium aus in die Erdumlaufbahn schießen.

JAPAN-RUßLAND

Auf den Kurilen, einer Inselgruppe im Ochotskischen Meer, lagern vermutlich 360 Mio. Tonnen Öl. Außerdem Gold, Eisen, Titan und andere Schätze. Seit Jahrzehnten streiten Japan und Rußland um die Region – auch ein neuer Kompromißvorschlag der russischen Regierung wird keine Einigung bringen.
Wem gehört Russland und wer benutzt Chodorkowski?

TSCHETSCHENIEN-KONFLIKT
Das Schicksal tschetschenischer Flüchtlinge bleibt in der deutschen Politik ein vernachlässigtes Thema

EISBADEN
In eiskaltem Seewasser waschen die Russen ihre Sünden ab, kräftigen und beweisen sich.

„EX ORIENTE LUX“

Das 19. Jahrhundert ist das Zeitalter der großen Expeditionen russischer Wissenschaftler. Der Osten und Süden des Zarenreiches sollten erforscht und ökonomisch nutzbar gemacht werden. Die Historikerin und Slavistin Eva-Maria Stolberg schildert Verlauf und Erfolge der Entdeckungsreisen.

UKRAINE
Viktor Jutschtschenko ist der neue Präsident der Ukraine. So weit ist alles klar. Aber wie geht es weiter in dem jungen Staat an der Ostgrenze der EU? Ein Kommentar des Osteuropaspezialisten Wolf Oschlies.

EURASIEN
Eine Analyse zum Konflikt um die politische Dominanz auf dem eurasischen Kontinent.

KAUKASUS
In Abchasien haben sich die Präsidentschaftskandidaten nach zweimonatigem Wahlkrimi geeinigt, die wichtigsten Staatsämter übergangsweise zu teilen. Im Januar soll dann neu gewählt werden.

EURASIEN
Der russische Politologe Sergej Morosow analysiert den Blick Moskaus auf die Politik des Westens.

TERRORISMUS
Vor dem Moskauer Stadtgericht begann der Prozeß gegen eine 22jährige Tschetschenin, der man die Planung von Terroranschlägen zur Last legt.

NORDSIBIRIEN

Rentierzüchter Tichon hat Angst um seine Weideflächen. Die Gaskonzerne im nordsibirischen Jamal-Nenzen-Gebiet, „bohren auf den besten Plätzen.“

UKRAINE
Hinter den Demonstrationen in Kiew vermutet man in Moskau amerikanische und polnische Drahtzieher.

INTERVIEW

Der britische Publizist John Laughland äußert sich im Gespräch mit dem Eurasischen Magazin zu den aktuellen Ereignissen in der Ukraine. Er untersucht, warum der Westen plötzlich so großen Gefallen an leninistischem Gedankengut findet und sein Herz für orangefarbene und andere „Revolutionen“ entdeckt. Außerdem analysiert er Perspektiven der geopolitischen Situation Rußlands.
Ein Kommentar von Kai Ehlers

OFFENER BRIEF AN PUTIN
Ein Nachruf auf den Offenen Brief an den russischen Präsidenten Wladimir Putin, den hundert westliche Politiker und Intellektuelle unterzeichneten. Von Kai Ehlers.

BESLAN
Die trauernden Eltern von Beslan fragen noch immer nach dem Wer und Warum des Terrors

RUßLAND
Moskau hofft auf Milliardeneinnahmen beim Handel mit Emissionsquoten.

SIBIRIEN
Zur Geschichte der sibirischen Museen im 19. und 20. Jahrhundert

RUßLAND
In Hamburg klagten Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen (NROs) und Stiftungen über die schlechten Arbeitsbedingungen in Rußland.

NACH BESLAN
Um „die Einheit Rußlands zu festigen“, will der russische Präsident die Gouverneure zukünftig selbst bestimmen.

NORDOSSETIEN

Der berüchtigte tschetschenische Terrorist Schamil Basajew bekennt sich zu der Geiselnahme in Beslan.
Ein Kommentar von Hans Wagner
Rußland und die EU sind die stärksten Akteure auf dem europäischen Kontinent des 21. Jahrhunderts. Wird die strategische Partnerschaft EU – Rußland ganz Europa zu einem „gemeinsamen Haus“ vereinen helfen oder wird der Kontinent zweigeteilt? Die Ankopplung Rußlands an das übrige Europa soll zunächst über die Energieallianz gelingen.

KAUKASUS
Im nordkaukasischen Inguschetien haben Menschen einen Preis. Nur mit bewaffnetem Schutz bewegen sich Ausländer durch das Land.

KAUKASUS
Nordossetien möchte der kaukasischen Krise entkommen

RUßLAND

Drei Millionen registrierte Autos gibt es in Moskau. Damit Geschäftsleute nicht wertvolle Zeit in Staus verlieren, sollen sie bald auf Hubschrauber umsteigen können.

RUßLAND-REISE
Jochen Stather hat das Fernweh gepackt. Er liebt es, mit seinem Motorrad die Welt zu erkunden. Vor allem Rußland hat es ihm angetan, wo man Tausende von Kilometern fahren kann, ohne einen Grenzübergang passieren zu müssen, wo man Gas geben kann, bis die Tanknadel zum Anhalten zwingt.

TSCHETSCHENIEN
Tschetscheniens erstes Frauenmagazin verzichtet auf (Hoch-)Glanz und Schönheit

RUSSISCHER NORDEN

Auf der Kischi-Insel im nordrussischen Onegasee ist ein bezauberndes Ensemble aus hölzernen Kirchen, Bauernhäusern und Banjas zu bewundern, wobei vor allem die Christi-Verklärungskathedrale beeindruckt. Leider ist das Weltkulturerbe nah dem Verfall. Dank des 300. Geburtstags der Hauptkirche darf jedoch auf Hilfe aus dem russischen Staatsetat gehofft werden.

RUßLAND
Mitten in der Sommerpause will die russische Regierung einschneidende Sozialreformen durchsetzen.

STRAFVOLLZUG IN RUßLAND

Jahrzehntelang wurden in Rußland Menschen weggesperrt. Abschreckung schien das beste Mittel zur Verhütung neuer Straftaten. Doch nun quellen die Gefängnisse über.

FOTOAUSSTELLUNG

Unsere Fotoausstellung „Was bleibt?“ zeigt Bilder aus den einstigen Standorten der sowjetischen Streitkräfte im Osten Deutschlands. Der Fotograf Heiko Krause hat ein Jahrzehnt nach dem Abzug der Roten Armee ihre Hinterlassenschaft in packenden Bildern eingefangen.

DER FALL YUKOS

Der ehemalige Yukos-Chef Chodorkowski steht vor Gericht – seine fruheren engsten Vertrauten gehen auf Distanz zu ihm und suchen den Schulterschluß mit dem Kreml.

KAUKASUS
Die tschetschenischen Präsidentschaftswahlen sind bereits anberaumt, während man in Grosny noch die Trummer wegräumt, die der tödliche Anschlag auf Achmed Kadyrow hinterließ.

KAUKASUS

Tschetscheniens Nachbarländer wollen die Fluchtlinge nicht länger haben. Eine Alternative aber gibt es nicht.

WOLGASCHIFFAHRT

Studenten und Touristen suchen nach deutschen Spuren entlang von „Mutterchen Wolga“.

MIGRATION
Im Mittelpunkt der 6. Potsdamer Begegnungen stand die Situation von Minderheiten in Deutschland und der Russischen Föderation.

RUßLAND

Von der russischen Millionenstadt Samara wissen in Europa die wenigsten Menschen
etwas. Dabei hat sie mitten im Stadtzentrum sogar zwei Weltrekorde zu bieten.

RUßLAND
Nach Angaben des Kreml-Chefs leben 30 Prozent der Russen unter dem
Existenzminimum - das Wirtschaftswachstum in Rußland soll sich bis
2010 verdoppeln

EURASIEN

Kasachstan und China planen eine Eisenbahnlinie vom Gelben Meer bis zum
Hamburger Hafen – 2010 soll die Strecke durchgängig befahrbar sein.
In Istanbul wurde der ersten Spatenstich fur den Bosporustunnel gesetzt.

FLUGZEUGINDUSTRIE
European Aeronautic Defence and Space Company (EADS), entwickelt sich zu
einer unaufhaltsamen Erfolgsgeschichte. Der europäische Firmenzusammenschluß,
dem u.a. 80 Prozent an Airbus Industries gehören, will mit dem russischen
Luftfahrtkonzern Irkut kooperieren, und wächst damit in eurasische Dimensionen.

KAUKASUS
Nach dem tödlichen Anschlag auf Ahmed Kadyrow fordern russische Politiker,
Präsident Putin solle Tschetschenien unter seine direkte Verwaltung stellen.

KAUKASUS

Dr. Uwe Halbach, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin, über die Auswirkungen des Mordanschlags auf den tschetschenischen Präsidenten und die Hintergründe des Tschetschenien-Konflikts.

OSTEURASIEN
Der Transformationsforscher Kai Ehlers besuchte in Ulan Ude eine
Tagung zu den Beziehungen zwischen Rußland und der Mongolei. Den Initiatoren
der Veranstaltung geht es um die Entwicklung eines neuen Verständnisses
zwischen den beiden Nachbarländern.

GUS
Die Annäherung der Ukraine an die Nato versucht Moskau mit wirtschaftlicher
Einbindung zu unterlaufen.

RUßLAND NACH DER WAHL
Wenn man der Bevölkerung die Schritte erkläre, stimme sie auch unpopulären Reformen zu, meint der Kreml-Chef. Rußland wolle weiter gute Beziehungen zum Westen und auf imperiale Gesten verzichten.

HAMBURG – BAIKALSEE
Eine Hamburger Initiative bemuht sich seit Jahren darum, die Urvölker Ostsibiriens beim Erhalt ihres Brauchtums zu unterstutzen. Jetzt endlich, im Sommer 2004, soll unweit des Baikalsees der Grundstein fur ein Ausbildungs- und Kulturzentrum gelegt werden.
In Inguschetien werden die tschetschenischen Fluchtlingslager aufgelöst, sollen Hilfsorganisationen ihre Arbeit einstellen

RUßLAND
Medizinische Versorgung in Rußland wird zunehmend zum Luxusgut, warnen Menschenrechtler. Patienten werden kräftig zur Kasse gebeten, obwohl die Behandlung von Husten, Schnupfen und Co. laut Verfassung unentgeltlich ist. Auch in anderen Bereichen der sozialen Sphäre zwischen Pskow und Kamtschatka sieht es nicht allzu rosig aus. Die Vereinten Nationen haben nun mit einer Liste von 30 Empfehlungen auf die Mißstände in Rußland reagiert.

RUßLAND
Die politischen Beziehungen zwischen Moskau und Washington kuhlen langsam ab.

RUßLAND
Ministerpräsident Kasjanow ist ein Wahlkampfopfer. Mit seiner Entlassung ruhrt Kreml-Chef Putin die Trommel, damit sich wenigstens die Hälfte der Russen an den Präsidentschaftswahlen am 14. März beteiligen.

ABCHASIEN/GEORGIEN
Zehn Jahre nach dem Ende des Burgerkriegs mit Georgien macht sich Abchasien
auf den Weg nach Rußland. Mehr als die Hälfte der Bewohner haben
bereits die russische Staatburgerschaft angenommen

RUßLAND

Junge Wehrpflichtige mußten beim Transport in den russischen Fernen
Osten bei minus 25 Grad stundenlang auf Flugplätzen warten. Über
70 Soldaten wurden in Krankenhäuser eingeliefert, einer starb an einer
Lungenentzundung. Putin ordnete die Untersuchung des Falls an.

RUßLAND
Sergej Iwanow zeigt zunehmend öffentliche Präsenz. Will er 2008
Kreml-Chef werden?

PRÄSIDENTSCHAFTSWAHL

Während die meisten Kandidaten fur die Präsidentschaftswahl im März schon das Handtuch geworfen haben, hofft die Newcomerin Irina Chakamada auf einen Achtungserfolg gegen Putin.

EURASIEN HISTORISCH
Sie waren ein Volk nomadischer Steppenreiter. Die Skythen selbst hinterließen
keinerlei schriftliche Aufzeichnungen, bildeten keine festgefugten Staatengebilde
und es gibt nur wenige Spuren von Siedlungen. Dennoch hat die Steppe vor allem
in jüngerer Zeit einige Geheimnisse uber sie preisgegeben.

RUßLAND
Im hohen Norden, wo der Polarwind glitzernde Eiskristalle durch die Lufte wirbelt und die Schneedecke monatelang unter den Fußen knirscht – da ist der Weihnachtsmann zu Hause. Ob der Alte mit dem weißen Rauschebart seine Geschenke jedoch am Nordpol oder in Lappland lagert, weiß niemand so genau. Mittlerweile hat sich Väterchen Frost (Ded Moros) auch in der nordrussischen Stadt Archangelsk sein Domizil eingerichtet.

ST. PETERSBURG

Neuer Tourismus-Chef in St. Petersburg kämpft mit minimalem Budget gegen die Hurden aus Moskau. Besonders aus dem Nachbarland Finnland sollen die Urlauber in die russische Ostsee-Metropole gelockt werden.

WAHLEN IN RUßLAND
Die russischen Dumawahlen am 7. Dezember hatten einen klaren Sieger: den Kreml.
Der Wahlsieg fur die Unterstutzer der Politik von Präsident
Wladimir Putin mag zwar in seiner Deutlichkeit zunächst verbluffen.
Der eklatante Bedeutungsverlust von Kommunisten und Liberalen bahnte sich jedoch
schon seit längerer Zeit an

RUßLAND
Die Verhaftung des reichsten russischen Oligarchen, Michail Chodorowski, wegen Betrugs und Steuerhinterziehung bescherte dem russischen Präsidenten Wladimir Putin weltweit negative Schlagzeilen. Vielerorts wurde sie als Fanal fur eine beginnende neue Verstaatlichung der Wirtschaft des Landes interpretiert. Rußland-Experte Kai Ehlers vertritt in seiner Analyse die These, hier gehe es weder um eine Ruckfuhrung von Vermögen in Staatseigentum noch um eine neue Privatisierungswelle. Es handle sich bei dem aktuellen innenpolitischen Konflikt lediglich um die Aufteilung der Beute aus der bisherigen Privatisierung.

EURASISCHE TIERWELT

Sie sind die größten Katzen der Erde und kennen nur einen Feind: den Menschen. Er nennt die Tiere zwar respektvoll „Herrscher der Taiga“, aber das hat ihn nicht daran gehindert, sie gnadenlos abzuschießen. Nur noch 450 Exemplare der prächtigen Raubtiere gibt es heute in ihrem angestammten Lebensraum, den Wäldern am Amur. Fur ihr Überleben kämpfen sibirische und chinesische Tierschutzer und finden inzwischen weltweite Unterstutzung.

RUßLAND
Das Ende des Wahljahres 2003 in Rußland ist nah. Nachdem bis Ende September die Gouverneure in den Regionen gewählt wurden, werden die Burger nun noch einmal in die Pflicht genommen: am 7. Dezember 2003 sind Parlamentswahlen. Seit Anfang November ist der Wahlkampf in seiner heißen Phase. Die Parteien werben fleißig fur sich: auf den Straßen und Plätzen der Innenstadt und in der Metro. Oft werden herkömmliche Wahlkampfplakate durch die Überzeugungsarbeit engagierter Wahlkampfhelfer flankiert. Mandy Ganske hat sie in St. Petersburg einen Tag lang begleitet.

RUßLAND UND EUROPA
Alexander Rahr ist Programmdirektor der Körber-Arbeitsstelle fur Rußland/GUS in Berlin und Koordinator des EU/Rußland-Forums der Deutschen Gesellschaft fur Auswärtige Politik. Im Jahr 2000 veröffentlichte er die erste Biographie uber Wladimir Putin „Wladimir Putin. Der Deutsche im Kreml“. Im Gespräch mit dem Eurasischen Magazin analysiert der Rußland-Experte die Grunde, die zur Verhaftung Michail Chodorkowskis gefuhrt haben. Er erläutert außerdem zukunftige Integrationsperspektiven fur Rußland, wie beispielsweise die Grundung einer sogenannten EU-Ost, und beurteilt die Zukunft der Achse „Paris-Berlin-Moskau“.
Um in Sibirien Gouverneur zu werden reicht es den Menschen 150 Euro Monatslohn zu versprechen.

BAKU-TIFLIS-CEYHAN-PIPELINE
Im Jahr 2005 soll die Erdölpipeline aus dem aserbaidschanischen Baku uber die georgische Hauptstadt Tiflis zum turkischen Mittelmeerhafen Ceyhan fertiggestellt sein. Was ein reines Wirtschaftsprojekt zu sein scheint, ist in erster Linie der Versuch der aserbaidschanischen Regierung, sich aus der Abhängigkeit Rußlands zu befreien. Auch noch zwölf Jahre nach der offiziellen Auflösung der UdSSR laufen die großen Erdölleitungen, die den Kaspischen Raum mit den Weltmärkten verbinden, uber russisches Territorium.
Seit dem Untergang der UdSSR konnten die Besitzverhältnisse und der Status des Kaspischen Meeres nicht geklärt werden. Die funf Anrainerstaaten kämpfen um das Recht, die umfangreichen Ol- und Gasvorkommen auf dem Weltmarkt zu verkaufen.
Weil die Möglichkeiten zur Fruherkennung von Erbkrankheiten mangelhaft sind, ist in Omsk ein Kind mit sechs Fingern und sechs Zehen zur Welt gekommen. Fur Ärzte und Medien ist dieses Defizit seit Jahren ein Tabu. Eine junge Medizinerin will nun mit ihrem eigenen Labor aushelfen.

ALTES THEATER MIT NEUER SEELE
Mit der Wahl des Franzosen Dominique Perrault zum Sieger des internationalen Architekten-Wettbewerbs fur die neue Buhne des Mariinskij-Theaters hält die Moderne Einzug in das historische Ensemble von St. Petersburg.
Lösungsvorschläge fur die Konflikte im Sudkaukasus scheitern seit uber einem Jahrzehnt. Westliche Arroganz und der Egoismus der Großmächte treffen auf Verantwortungslosigkeit, Nationalismus und Blut-und-Boden-Theorien der betroffenen Nationen.

RUßLAND FEIERT SEINE TRIKOLORE
Der erste Präsident des neuen Rußlands, Boris Jelzin, machte den
22. August zum Feiertag fur die alte Zarenfahne – die Gedenkzuge
werden kleiner, aber das rote Sowjetbanner wunscht sich nur noch eine Minderheit
zuruck

SWETLOGORSK

Drei Ex-Militärs sind die neuen Herren der Bernsteinkuste –
der Moskauer Baukonzern Konti hat das Monopol fur gigantische Baumaßnahmen
an den bislang verträumten Stränden des Samlandes – Präsident
Putin betrachtet die Entwicklung mit Wohlgefallen

RUßLAND
Der Technologiekonzern Siemens ist seit 150 Jahren in Rußland aktiv

RUSSISCHES NATURPARADIES
Vom Leben am Delta des größten Flusses Europas

INTERVIEW
Seit uber 275 Jahren berichtet die St. Petersburgische Zeitung aus Rußland.
Das Eurasische Magazin sprach mit Ulrike Fischer, der Chefredakteurin
der Zeitung.
Die tschetschenische Menschenrechtlerin Lipkan Basajewa hilft vergewaltigten
Frauen und will europäische Verantwortung

SUDOSSETIEN
Ist denn jenseits von Georgien schon mitten in Rußland?

MODELL KASAN
Die russische Stadt Kasan/Wolga, das Zentrum des Islams in Rußland,
steht Modell fur eine friedliche Koexistenz von Orthodoxem Christentum
und Islam. Der Jadidismus, dem der Rang einer tatarischen Staatsideologie zukommt,
bietet hierfur eine hervorragende Voraussetzung

WEST-AUTOS IN RUßLAND IMMER BELIEBTER
Modelle auf dem technischen Stand der Breschnew-Ära sind nur noch schwer verkäuflich – Importe ausländischer Gebrauchtwagen steigen – jetzt produzieren auch westliche Hersteller in russischen Produktionsstandorten.
St. Petersburg ist nicht nur „Kulturhauptstadt Rußlands“, sondern trägt auch den Beinamen „Hauptstadt der Kriminalität“. Bestechung und Diebstahl gehören zum Alltag an der Newa. Selbst Gesetzeshüter in Uniform rauben organisiert Touristen aus. Eine schwedische Geschäftsfrau entfacht nun eine Welle des Widerstands. Ein Bericht von Ulrike Fischer.

EURASISCHE BEGEGNUNGEN
Feierliche Eröffnung in Berlin – russische Künstler sitzen auf gepackten Koffern
Ergebnisse einer Forschungsreise in die Mongolei, nach Nord-China und entlang der russisch-chinesischen Grenze

ERDGAS
Eine Gas-Pipeline durch die Ostsee, soll Deutschland, Holland und England versorgen
Dr. Bodo Thöns über die einzigartige Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn. Zusammen mit Hans Engberding veröffentlichte er das „Transsib-Handbuch“ und in diesem Jahr auch das „Transsib-Lesebuch“. Das Interview führte Hartmut Wagner.
In den beiden kommenden Jahren wird der intensivste Kulturaustausch zwischen Deutschland und Rußland stattfinden, den es seit dem Zweiten Weltkrieg gegeben hat. Er wurde beim zweiten „Petersburger Dialog“ vereinbart, der im Frühjahr 2002 in Weimar stattgefunden hat.

KALMUCKIEN
Von Schachspielern, Tempeln, Deportationen und dem Versuch, den kalmückischen Präsidenten zu interviewen.

EURASISCHE BEWEGUNGEN UND STRÖMUNGEN
Alexander Dugins Partei „Euroasia“ ist keinesfalls konkurrenzlos
Am 7. November wurde in Rußland der 85. Jahrestag der „Großen Sozialistischen Oktoberrevolution“ begangen. Oktoberrevolution im November?
Die einstige Zarenresidenz und Hauptstadt des Russischen Rei-ches St. Petersburg, feiert im Jahr 2003 ihr 300jähriges Bestehen. Als Regierungszentrale der mächtigen russischen Herrscher, die den größten Staat auf dem Kontinent geschaffen haben, ist ihre Geschichte eng mit der Europas, ja ganz Eurasiens verbunden.

EURASISCHE BEGEGNUNGEN
Die „Deutsch-Russischen Kulturbegegnungen 2003/2004“ wurden beim zweiten „Petersburger Dialog“ vereinbart, der im Frühjahr 2002 in Weimar stattgefunden hat.
Zehn Jahre sind vergangen, seit Abchasien sich gewaltsam von Georgien abspaltete. Eine Lösung des seitdem andauernden Konflikts ist nicht in Sicht. Zwischen den politischen Fronten und Egoismen werden die Menschen beider Länder zerrieben.
Eine historische Einordnung des jungsten Schachzuges von Präsident Wladimir Putin
Dr. Jens Fischer, Lehrbeauftragter fur Internationale Politik an der Universität Dortmund und Autor des Buches „Eurasismus: eine Option russischer Außenpolitik?“ (Siehe EM 3/02) uber die russische Außenpolitik unter Putin, die Zukunft der GUS, die amerikanische Hegemonie, das Verhältnis der EU zu Rußland und den geplanten Krieg der USA gegen den Irak.

AKTUELLER BERICHT AUS RUßLAND
So lautet der Titel des Bestsellers, den der russische Arbeiterdichter
Eduard Limonow 1980 im New Yorker Exil geschrieben hat. Jetzt steht der
Schriftsteller in Saratow/Wolga vor Gericht. Aber keineswegs deshalb,
weil er in dem besagtem Buch derart mit Amerika abgerechnet hat, mit
eben jenem System, dem sich Rußland nun zwanzig Jahre später
selbst anzunähern beginnt.

RUßLAND

EURASISCHE MÄCHTE
Der Präsident des größten eurasischen Landes, Wladimir Putin, drängt weiter auf entschlossene Wirtschaftsreformen in Rußland. Ganz oben auf seiner Prioritätenliste steht die Eindämmung der Bürokratie. Noch immer kommandiere die Verwaltung viel zu viel.
Kamtschatka ist das bärenreichste Gebiet der Erde. Allein am Kurilensee leben 1000 Exemplare in einem herrlichen Naturschutzgebiet. Gerade sind außerdem auf der Halbinsel vier Vulkane gleichzeitig ausgebrochen. Verlockend? Trescher hat den passenden Reiseführer dazu auf den Markt gebracht. Egal ob Individualreisender oder Gruppenreisender, für jeden hat er die passenden Ratschläge zur Vorbereitung und Durchführung einer Kamtschatka-Tour parat.
Stalin und der Stalinismus ist ein ewiges Leit- und Leidthema der russischen Geschichte, aber keineswegs nur dieser. Der Berliner Russlandhistoriker Jörg Baberowski hat in der Vergangenheit mehrfach zum Thema Stalinismus publiziert.
Die russische Schriftstellerin Tatjana Kuschtewskaja, geboren 1947 in der Turkmenischen SSR, zeichnet ein interessantes Porträt russischer Frauen durch die Jahrhunderte. Es waren Frauen, die russische Geschichte schrieben.
Mischehen sind ein Wagnis? Fremde Kulturen passen nicht zusammen? Und speziell die Russen – das weiß man doch, wie die sind. Auch noch ein Seemann, muss das denn sein? Die meisten dieser Klischees können Sie vergessen, wenn Juliane Inozemtsev von ihrer russischen Familie erzählt, von ihrem Ehemann aus Sewastopol und wie das alles gekommen ist. Spannend wird es auf jeden Fall, verlassen Sie sich darauf! Und was Sie über Deutsche und Russen erfahren, beschert Ihnen mit Sicherheit viele Aha-Erlebnisse.
In seinen ersten auf Deutsch erschienenen Erzählungen spielt Ildar Abusjarow mit verschiedenen Realitäten. In wilder Metaphorik reflektiert er über die Liebe und das Schreiben, verflicht postsowjetischen Alltag und orientalische Lebensart.
Alexander Rahr hat ein mutiges Buch geschrieben. Mutig deshalb, weil er keiner der schwierigen Fragen im Verhältnis Russland-Deutschland-Europa aus dem Wege geht. Sie haben es alle in sich. Ob es sich um die grassierende Korruption in Russland handelt, oder um die anscheinend unheilbare westliche Arroganz. Rahr kennt beide Seiten und hat kenntnisreich analysiert.
Ilija Trojanow, Schriftsteller und Herausgeber der Buchreihe „Weltlese – Lesereisen ins Unbekannte“, stellt in der vorliegenden Edition zwei berühmte amerikanische Journalisten vor ? den Schriftsteller John Steinbeck und den Fotografen Robert Capa, die wenige Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, im Jahr 1947 für die „New York Herald Tribune“ in die Sowjetunion reisten. Ihr Reisebericht will jenseits der durch die Propaganda des Kalten Krieges produzierten Stereotype einen vorurteilslosen Blick in den Alltag der Sowjetbürger werfen. - Ein zeithistorisches Dokument über den Spätstalinismus.
Im Gegensatz zu den ostmitteleuropäischen und baltischen Staaten verlief der Transformationsprozess in Russland autonom und wurde durch widerstreitende politische und wirtschaftliche Kräfte bestimmt. Für Lev Gudkov und Victor Zaslavsky ist die Entwicklung der letzten zwanzig Jahre in ihrer Komplexität historisch einzigartig. War die autoritäre Kehrtwende in Russlands kulturhistorischem Kontext unvermeidlich? Und wie stehen die Chancen für eine langfristige demokratische Modernisierung?
Wieder hat im Wieser Verlag in Klagenfurt ein Buch von Wolf Oschlies das Licht der Welt erblickt. Wie alle Bücher der Reihe „Europa erlesen“ ist auch dieses in handlichem und damit Leser- und lesefreundlichem Format erschienen. Das Buch ist mit zahlreichen Illustrationen von Shenja Sidorkin versehen, und mit einer davon geht es auf dem Cover gleich heiter los und dann heiter weiter.
„In Moskau braucht man viel Geduld und noch mehr Humor“ - Es sind nicht gerade die typischen deutschen Eigenschaften, die einem das Leben in Moskau erleichtern. In ihrem Reise-Buch gibt die Autorin Carmen Eller wichtige Tipps.
In den letzten Jahren sind auf dem Buchmarkt eine Reihe von Monografien erschienen, die einen populären Ein- und Überblick in die Geschichte Sibiriens geben, so u.a. von Sabine Gladkov (Pustet Verlag 2003) und Gudrun Ziegler („Der achte Kontinent: Die Eroberung Sibiriens”, Ullstein Verlag 2005). Diese vermochten allerdings nicht zu überzeugen. Mit dem vorliegenden Buch von Dittmar Dahlmann sieht das anders aus.
Es geht Wolfgang Leonhard nicht darum, eine neue Stalin-Biografie auf den Markt zu werfen, vielmehr darum, das Wesen der Herrschaft des Stalinismus zu veranschaulichen.
Eine neue DGAPanalyse vom Forschungsinstitut der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik vom September 2010, N° 7. Alexander Rahr zeigt mögliche Entwicklungsszenarien für die kommenden Präsidentschaftswahlen auf und berichtet über die diesjährige Konferenz des Waldai-Klubs in Russland.
Wladimir Jakunin ist seit fünf Jahren Präsident der Russischen Eisenbahnen. Sein Staatskonzern ist eines der größten Transportunternehmen der Welt: Eine Million Beschäftigte, 85.000 Kilometer Schienennetz, über 150 Milliarden Rubel oder rund 3,70 Millionen Euro Gewinn im Jahr 2009. Bis 2030 sollen 300 Milliarden Euro in die Modernisierung der Russischen Bahn fließen. In einem Interview mit der Tageszeitung DIE WELT (28. September 2010) äußert sich Jakunin ausführlich über sein Modernisierungsprogramm, über den deutschen Partner Siemens und darüber, warum seine Züge pünktlicher sind als die der Deutschen Bahn.
Gibt es sie – eine wirkliche Opposition gegen das System Putin in Russland? Und wenn ja, von wem wird sie organisiert, was sind ihre Forderungen und wie stehen ihre Chancen?
Wir schreiben das Jahr 2034. Nach einem verheerenden Krieg liegen weite Teile der Welt in Schutt und Asche. Auch Moskau ist eine Geisterstadt. Die Überlebenden haben sich in die Tiefen des U-Bahn-Netzes zurückgezogen und dort eine neue Zivilisation errichtet. Eine Zivilisation, wie es sie noch nie zuvor gegeben hat.
In dieser Auseinandersetzung des deutschen Transformationsforschers Ehlers mit dem russischen Poeten Berschin kommen Eigenschaften und Befindlichkeiten über den „eurasischen Integrationsknoten“ Russland und seine Menschen zutage, die man sonst nirgends findet.
Was ist von „Putin nach Putin“ zu erwarten? In EU-Europa, wo ständig die Angst vor den aggressiven Russen geschürt wird und davor, dass sie das Gas abdrehen könnten, wird übersehen, dass längst viel mehr im Gange ist: „Am fernen Horizont sind die Konturen einer neuen Weltordnung“ sichtbar, schreibt Alexander Rahr. Und er beschreibt auch wie diese aussehen kann. Dazu stützt er sich auf Informationen aus dem Kreml und solchen, die ihm beim fünften Treffen der Mitglieder des Waldai-Klubs im Kaukasus zuteil wurden.
Dieses Bändchen räumt mit den häufigsten Klischees auf. Gerd Ruge bringt uns Russland nah. Er lässt uns die Verzwickungen, die Gemeinsamkeiten zwischen Deutschen und Russen von den Anfängen bis zur heutigen Zeit noch einmal miterleben.
Was Russland für den Westeuropäer einzigartig macht sind die Naturschauspiele, riesige Wälder ohne ausgeschilderte Spazierwege und dem Hinweisschild zum nächsten Gasthof. Und wer in dem Land reisen will, muss sich auf große Entfernungen zwischen Ansiedlungen einstellen und auf landestypische Wegeverhältnisse.
Als „Ratgeber über die Alltagskultur“ bezeichnet die Autorin selbst ihr Werk und als „Überlebensratgeber“. Weil man sich dort, „wo das Klima rau ist und die Winter lang sind, anders verhalten muss als im gemäßigten Westeuropa. Das fängt schon beim Einkaufen an…
Eine Retrospektive zum Schaffen des russischen Fotografen Jewgeni Chaldej
Ist die wieder erstarkte Großmacht Russland eine mögliche Gefahr und wie geht der Westen mit Russlands neuem Selbstbewusstsein um? Dirk Sagers neues Buch „Pulverfass Russland“ soll eine Bilanz der Regierungszeit Wladimir Putins und eine Bestandsaufnahme seines politischen Erbes sein - und kommt nicht ohne Bedrohungsrhetorik aus.
Kann Russland heute als außenpolitischer Partner oder eher als eine potenzielle Bedrohung gesehen werden? Wird die Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Westen intensiviert werden oder gehen beide Seiten dazu über, sich als Konkurrenten und Gegner zu betrachten? Wie wirkt sich Russlands Politik gegenüber seinen GUS-Nachbarn auf die Kooperation mit der euroatlantischen Welt aus? Diesen Fragen geht Dr. Christian Wipperfürth nach – seine Analyse ist realistisch und daher stellenweise auch nachdenklich und besorgt.
Mit diesem weltweit ersten Bildband über die Kinder der geschundenen russischen Republik Tschetschenien haben die Autoren ein einzigartiges Dokument vorgelegt. Es zeigt das Schicksal einer Kindheit, die das Grauen des Krieges zurückgelassen hat.
Unbemerkt von den europazentrierten und amerikahörigen Nationen im Westen entsteht das neue Eurasien. Die Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit SOZ könnte schon bald mehr als 40 Prozent der Weltbevölkerung repräsentieren. Nach Meinung des Autors Alexander Rahr kann die SOZ zum wichtigsten regionalen Staatenbund der Welt aufsteigen, das einzige zukunftsträchtige Integrationsmodell für die vereinigungswilligen früheren Sowjetrepubliken sein. – „Was alle diese Länder eint, ist der Faktor Energie.“ Ein Buch von bestechender Aktualität, auch angesichts des bevorstehenden Machtwechsels in Russland. – Erstverkaufstag ist der 07. Februar 2008.
Mehr als 50 Reiseführer sind schon zum Thema Russland erschienen. Da fällt es nicht leicht, den Überblick zu behalten und das passende Werk auszuwählen. Seit Juni dieses Jahres gibt es nun noch einen mehr. Und der ist auf jeden Fall zu empfehlen.
Der Roman spielt im Kirgisien der heutigen Tage und erzählt davon, wie die Globalisierung das Leben jedes Einzelnen erreicht. Eigentlich geht es jedoch um viel mehr – man möchte fast sagen um alles, was unser Leben bestimmt und prägt: um Politik und Wirtschaft, um die Folgen der systematischen Umweltzerstörung, um menschlichen Verrat, die Suche nach Glück, um Fügung, Liebe und Hoffnung. Es ist ein großes Buch. Bei der Lesung des Autors am 20. März in Halle/Saale empfand das Publikum genau dies.
Anfang der neunziger Jahre schrieb sich der ukrainische Autor Juri Andruchowytsch die Prosa „Moscoviada“ von der Seele, um, wie er selbst sagte, die „imperialen Gespenster“ der in Auflösung begriffenen Sowjetunion zu vertreiben. Nun ist der Roman auch in deutscher Sprache erschienen.
Fünf Geschwister werden zur Zeit der russischen Oktoberrevolution zu Vollwaisen. Um im neuen Regime unter den Kommunisten nicht getrennt zu werden, fassen sie einen abenteuerlichen Plan und fliehen aus ihrem warmen Zuhause hinaus in das große, unsichere und gefährliche Russland.
Russlanddeutsche polarisieren. Sie gelten als besonders kriminell und schwer integrierbar. Das Buch von Sabine Ibsen-Peitzmeier und Markus Kaiser beleuchtet die Hintergründe und die Probleme, die einheimische Deutsche und Spätaussiedler miteinander haben.
Der Fantasyfilm von Timur Bekmambetov fesselte in Rußland fast 5 Millionen Zuschauer vor der Leinwand. Weit mehr als die aufwendigen Hollywood-Streifen „Herr der Ringe“ und „Matrix“. „Wächter der Nacht“ bietet eine hierzulande ungewohnte Form des Horrorfilms.
Vom Schwanken der russischen Außenpolitik zwischen „Gegenmachtbildung“ und „auf die Seite des Stärkeren schlagen“. Eine gelungene Analyse der Jahre von 1991 bis 2005.
Zedernüsse aus der Taiga – das ist kein Schreibfehler. Wer bislang nur die Zedern aus dem nordafrikanischen Atlasgebirge und dem Libanon kennt, der erfährt in diesem brandaktuellen Buch, was es mit Zedern aus der sibirischen Taiga auf sich hat.
Beslan wird auf lange Zeit der Inbegriff eines barbarischen Terroraktes sein – zumindest in Rußland und den anderen Kaukasus-Staaten. Damit das massenhafte Sterben vom vergangenen Herbst auch hierzulande nicht in Vergessenheit gerät, hat Andrea Strunk ein Buch über die Toten und die Überlebenden von Beslan vorgelegt.
Die dramatische Geschichte des Verkaufs von Russisch Alaska an die Vereinigten Staaten von Amerika. Das erste Buch das dazu in deutscher Sprache erschienen ist, wartet mit einer Reihe neuer Dokumente und Erkenntnisse auf und kommt zu dem Schluß: es war eine Schmieren-Affäre.
‚Putin-Literatur’ hat schon seit längerer Zeit in Deutschland Konjunktur. Der vorliegende Band fällt jedoch durch eine besondere Perspektive auf: Autor Christian Wipperfürth wirbt darin vor allem für ein besseres Verständnis des russischen Präsidenten und mahnt ein Überdenken der westlichen Positionen gegenüber Rußland an.
Rowohlt, Berlin 2004, 335 Seiten, ISBN 3-871344-87-7, 19,90 Euro
Verlag Wissenschaft und Politik, Historische Landeskunde, Deutsche Geschichte im Osten Bd. 2, 2. unveränderte Aufl., Köln 1998, 151 Seiten, 16,- Euro, ISBN: 3-8046-8805-5.
Aus dem Polnischen von Martin Pollack, Zsolnay-Verlag, Wien 2003, 286 Seiten, € 21,50,
ISBN: 3-5520-5284-4
Ein Vater, zu stolz, seinen Söhnen die Minimaldosis an Zuneigung
zu schenken, will sie auf einer Abenteuerreise fur die Widrigkeiten
des Erwachsenenlebens stählen.
Universitas Verlag, Munchen 2002, 510 Seiten, Abbildungen,
24,90 Euro, ISBN 3-8004-1438-4.
rowohlt, Reinbek 2003, 237 Seiten, 17,90 Euro, ISBN 3-498-00631-2
Töchter Putins und Allahs · Eurasien und der Transrapid
Molden Verlag, Wien 2003, 158 Seiten (inkl. Namensregister und vier Karten),
19,80 Euro, ISBN 3-85485-091-3.
Die Transsibirische Eisenbahn – die längste zusammenhängende Eisenbahnstrecke der Erde. Seit nunmehr einem Jahrhundert durchmißt sie die russischen Weiten zwischen Moskau und Wladiwostok am Pazifik.
Dort, wo sich einst Dissidenten trafen, drängen sich heute Jung-Hipsters durchs urig authentische Ambiente. Ostalgie, Prollkultur plus Szene-Chic – im Cafe Burger hängt der Filz nicht nur an den Wänden. Elektro-Nächte, Lesungen und Kleinkunst satt gehören zum täglich wechselnden Programm. Darunter auch Kaminers 'Russische Zelle’ und 'Russendisco’ –
Olenin Terek: „Der Mann aus Grosny“.
Ein Polit-Thriller zum Thema Eurasien