08.08.2014

Vitali Klitschko im Kampf gegen den Maidan

EM, 08.08.2014 - Dramatische Wende in Kiew: Vladimir Klitschko, einst einer der Hoffnungsträger der Maidan-Revolution, verlangt nun als Kiewer Bürgermeister, dass die letzten Besetzer den Unabhängigkeitsplatz räumen. Klitschko, der im Mai gewählt und einen Monat später vereidigt wurde, hat sich mit seinen Forderungen nach dem Abzug der Kämpfer die einstigen Revolutionäre zu Feinden gemacht.

Über dem Maidan stehen seit Tagen immer wieder dichte schwarze Rauchwolken. Barrikaden aus Autoreifen brennen und die Forderung Klitschkos an die Aktivisten auf dem Platz, ihre Zelte abzubauen, verhallen ungehört. Die verbliebenen Kämpfer fühlen sich von Klitschko verraten. Vor allem kritisieren sie, dass er Geschäftsleute und Millionäre in seine Stadtregierung aufgenommen hat. Die seit vielen Monaten auf dem Maidan lebenden Revolutionsveteranen wollen ihre Zeltbehausungen mit Gewalt verteidigen und vor der Stadtverwaltung nicht weichen.

Wie sie wissen ließen, wollen die letzten Maidan-Veteranen nun an der Macht beteiligt werden und einen angemessenen Lohn für ihren Kampf gegen Janukowitsch erhalten. Vielleicht, so rechnen sie sich aus, könnten sie in einem der Staatsbetriebe oder in der Stadtverwaltung unterkommen. Klitschko dagegen sagt, die Revolution sei vorbei und die einstigen Kämpfer sollten endlich ihre schwarzen Wollmasken und die Baseballschläger ablegen und nach Hause gehen. Auf der Internetseite seiner Partei Udar (Schlag) ließ Klitschko mitteilen, die Polizei hätte in den Zelten der Maidan-Veteranen „Pistolen, Granaten, Messer und Molotowcocktails" gefunden. Auf dem Maidan würden sich heute vor allem Obdachlose und Kriminelle tummeln. Die Bevölkerung wünsche in ihrer Mehrheit, dass der Platz nun endlich geräumt werde.


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