21.08.2013

Vor 45 Jahren: Einmarsch sowjetischer Truppen in die Tschechoslowakei

EM - Am 21. August 1968 marschierten sowjetische Truppen mit den Einheiten der meisten Warschauer Paktstaaten in die Tschechoslowakei ein und beendeten die politische Liberalisierung des Landes, bis heute als „Prager Frühling“ in Erinnerung. Nach dem Aufstand des 17. Juni 1953 in der DDR, der Revolution in Ungarn im Oktober 1956 war das Experiment der tschechischen und slowakischen Kommunisten der dritte Versuch innerhalb des Ostblocks, ihre bei der Bevölkerung verhassten Regime zu liberalisieren und die sowjetische Besatzung abzuschütteln. Die Versuche scheiterten alle und die Hilferufe an den Westen blieben weitgehend ungehört.

Dennoch hatten die drei Ereignisse in den folgenden Jahrzehnten deutliche Nachwirkungen: In Ungarn folgte der „weichere“ Gulasch-Kommunismus. 1975 wurde der Kreml auf der Konferenz von Helsinki formell zur Achtung der Menschenrechte verpflichtet, was keine Regimeänderungen mit sich brachte, wohl aber den Weg zu gewissen Erleichterungen und einer Entspannung in den Beziehungen zwischen Ost und West eröffnete.

In den 1980er Jahren gingen von Polen neue Impulse zur Loslösung vom Kommunismus aus. Gorbatschows Kurs der „Glasnost“ und „Perestroika“ brachte überraschend den Durchbruch in der Sowjetunion und den anderen Ostblockstaaten. Mit Massenprotesten und dem Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 begann die große „Wende“, in deren Folge die sowjetischen Truppen nach und nach aus Deutschland, Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn abzogen. Deutschland erreichte die Wiedervereinigung, alle Staaten des ehemals sowjetisch beherrschten Blocks schlossen sich dem westlichen Bündnis an. Siehe auch die eindrucksvolle Bildergalerie zu dem Ereignis bei Radio Free Europe/Radio Liberty, 21. August 2013 (http://www.rferl.org/media/photogallery/25080764.html).


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