02.07.2012

Russlands Hauptstadtsuche geht weiter

EM - Wird der Kreml nach Sibirien verlegt? fragte das Eurasische Magazin in Ausgabe 06-2012.Und nun kam das Hauptstadtthema auch auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, (23.-27. Januar 2013) beim Thema Verhältnis „Regionen-Metropolen“ zur Sprache.

Seit etwa 2007 nimmt diese Diskussion über die Verlegung der russischen Hauptstadt von Moskau nach Sibirien kein Ende. Die Metropolen Moskau und Petersburg seien überlastet, die mangelhafte Infrastruktur erzeuge soziale Spannungen, die sich in politischen Protesten entladen, werden von russischen Politikern als Gründe für solche Pläne genannt. Auch der russische Oligarch Oleg Deripaska plädiert immer wieder für eine neue Hauptstadt. Schon Peter der Große, so Deripaska, sah keinen anderen Ausweg, Moskaus Bürokratie mit ihrer endemischen Korruption und Schwerfälligkeit zu entgehen und den Weg zu einer Fortentwicklung Russlands freizumachen, als den Bau einer neuen Hauptstadt – St. Petersburg. Heute befände sich Russland beinahe in einem ähnlichen Zustand.

Deripaska empfahl in einem Interview mit dem russischen TV-Sender RT am 27. Januar 2013 abermals Jekaterinburg oder Novosibirsk als geeigneten Standort für die neue Hauptstadt. Diese Städte seien dem boomenden Wirtschaftsraum Asien zugewandt und würden einen nicht nachlassenden Zustrom an Arbeitsmigranten aus Russlands nahem Ausland Mittelasien aufnehmen. Sie wären deshalb bestens geeignet.

Eine Verlegung der Hauptstadt an die Grenze zwischen Europa und Asien würde auch Russland gegenüber der Begehrlichkeit Chinas schützen. Das Projekt der Erweiterung Moskaus, das am 1. Juli 2012 eingeleitet wurde, hält Deripaska dagegen für einen großen Fehler. Russland müsse dem Weg Brasiliens oder Kasachstans folgen, dann würden sich viele Probleme leichter lösen lassen.


Russland

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